Freitag, 21. März 2014

außergewöhnlich gewöhnlich.

Gestern, beim Lesen auf anderen Blogs, kamen mir mal wieder die Zweifel, ob es denn genug ist was ich hier schreibe. 

Ich habe keine außergewöhnliche Lebenssituation die spannend zu erzählen wäre und leiste keine herausragende Arbeit in irgendeinem armen und gefährlichen Land. 
 Ich habe keine besonders auffällige Begabung zum Schreiben und ich kann euch auch keine tollen "do-it-yourself"- Sachen vorführen (gut, ich könnte euch unseren Küchenvorhang zeigen, den ich letzte Woche selbst gemacht habe - ohne zu nähen uns zu bohren, aber er fällt beim Öffnen des Fensters meistens zu Boden!)
Und wenn hier mal was tiefsinniges steht, dann sind es meistens Zitate von anderen klugen Leuten. 

Eigentlich schreibe ich über so normale und gewöhnliche Dinge - wie Ehestreit und Kind in die KiTa bringen -  dass ich mich Frage, ob die Seitenaufrufe nicht ein fake sind und mein liebster Mann ein paar Leute dafür bezahlt, hier immer wieder mal vorbeizuschauen. 

Das erinnert mich daran wie enttäuscht ich war zu erfahren, dass die ganzen lieben Postkarten und Briefe die wir nach unserer Hochzeit bekommen haben, von meiner Schwägerin organisiert wurden. Sie hat die Leute an unserem Hochzeitsfest dazu eingeteilt uns in unserem ersten Ehejahr monatlich zu schreiben. Und ich war ganz begeistert wieviel Post wir bekommen und dachte die Leute machen das freiwillig (ok, es war ja freiwillig, aber dann auch wieder nicht so richtig, ihr wisst was ich meine).

Ähm, wo war ich stehengeblieben? Ach ja, dass ihr tatsächlich freiwillig hier vorbeischaut... vielleicht ist es ja auch in der Hoffnung: irgendwann muss ja mal was interessantes hier stehen:-). Das ist jetzt kein "fishing for compliments", sondern etwas was mich eigentlich schon mein Leben lang beschäftigt: der Wunsch, dass das was ich tue und wie ich lebe, etwas besonderes, etwas außergewöhnliches ist.

Die christliche Kultur, in der ich aufgewachsen bin, hat diesen Gedanken noch verstärkt. Da war viel die Rede davon etwas großes für Gott zu machen: "Gott hat einen Plan mit deinem Leben", "Du kannst mit Gott die Welt verändern", "Gott hat eine besondere Berufung für dich!" - und ich wollte das so gerne glauben.

Da ich ein ganz gewöhnliches Mädchen aus dem Schwarzwald war, ohne berühmte Eltern und ohne krasse Vergangenheit -  beides Dinge mit denen man damals in christlichen Kreisen hätte punkten können - dachte ich: ich werde etwas krasses für Gott machen. Ganz bestimmt will ich kein gewöhnliches Leben, mit Mann, Kind und Eigenheim. Ich lebe lieber ungewöhnlich.

Der Start dazu war denkbar schlecht: ich machte eine Ausbildung zur Krankenschwester, was so ungefähr jedes zweite christliche Mädchen gemacht hat. 
Ich hätte wahlweise noch Erzieherin werden können, aber nach dem Vorpraktikum in einem Kindergarten war ist so genervt von den Kindern, dass ich (ohne jede Leidenschaft) Krankenschwester gelernt habe. Innerlich war mir klar: das ist ja nur vorübergehend bis ich meine große Berufung finde.
Natürlich wollte ich nie in einem "normalen" Krankenhausbetrieb arbeiten und habe mir dann die eher heftigen Aufgaben ausgesucht: Pflege bei AIDS-Kranken (war anfang der 90-er noch  nicht so beliebt), Arbeit mit Drogenabhängigen und dazwischen internationale Einsätze.

Ich war an der Gründung der "Jesus-freaks" in Stuttgart beteiligt und wir waren von dem Gedanken erfasst, etwas außergewöhnliches, neues und anderes zu machen, wie alle anderen Gemeinden zu der Zeit.
 Und vieles davon war wirklich außergewöhnlich: Punkmusik im Gottesdienst, bekiffte Prediger und Alkoholausschank während dem Gottesdienst , das war eher ungewöhnlich (das ist heute nicht mehr so bei uns, ok!:-)). Ja, es sind tatsächlich wilde Dinge passiert und  auch wunderbare außergewöhnliche Sachen. Aber ich bin eigentlich immer "nur ich" geblieben: ein ganz gewöhnliches Mädchen aus dem Schwarzwald (nichts gegen Schwarzwälder, da gibt es ja auch außergewöhnliche Menschen, man denke nur an Tony Marshall oder Jürgen Klopp;-)).

Und heute lebe ich ein ganz gewöhnliches Leben und ertappe mich dabei,wie ich kinder-wagenschiebend durch Stuttgarts Vororte laufe und sehnsüchtig die Eigenheime der Menschen betrachte. 

Klar, es gibt noch Träume, Dinge die ich gerne tun würde, aber ich bin mir nicht mehr so sicher ob ich wirklich eine "außergewöhnliche Berufung" möchte.
Manchmal, wenn ich die Leute in der Bibel anschaue oder Leute die heutzutage eine krasse Berufung leben, denke ich man kann vielleicht froh sein wenn man nicht zu diesem erwählten Kreis gehört.  Der Preis dafür scheint sehr hoch zu sein (zumindest wollte ich keine 40 Jahre mit einem mürrischen Volk durch die Wüste wandern oder mein Zuhause mit 100 Strassenkindern teilen).
Ganz leise kommen auch die Zweifel dazu, ob dieses "besonders sein wollen" nicht eher etwas mit unserer Kultur wie mit dem christlichen Glauben zu tun hat. Vielleicht wurden ja die krassen Geschichten so sehr in den Mittelpunkt gestellt und nur über extreme Leben wurden Bücher geschrieben, dass die vielen einfachen und gewöhnlichen Leben daneben, scheinbar unbedeutend sind.

Heute morgen habe ich die Bibelstelle in Timotheus gelesen:
" Ich ermahne euch nun zum Gebet.... und dass wir ein ruhiges und stilles Leben führen mögen in Gottesfurcht und Ehrbarkeit. Das ist schön und angenehm vor unserem Gott." 
Ich glaube darüber habe ich noch nie eine Predigt gehört.
Dafür aber einige zum Thema:  
Verkaufe alles was du hast und gib es den Armen 
(nicht dass ich das jemals getan hätte, aber diese Stelle hat eben Pfeffer!).

Aber ganz langsam, mit den Jahren, ahne ich, dass das alles vielleicht nicht das  Entscheidende ist. Ich lerne meine eigenen Verletzungen anzuschauen und versuche in dem Wissen Frieden zu finden, dass ich geliebt bin, so wie ich bin.  

Ich habe lange versucht (bewusst oder unbewusst) etwas besonderes, etwas außergewöhnliches, hinter meinen Namen zu schreiben: 

Christina, die eine krasse Arbeit macht
Christina die jedem hilft und sich aufopfert
Christina, die toll predigt 
Christina die internationale Rednerin die Bücher schreibt (Wunschtraum!)...

aber all das ist kein wichtiger Teil meines Namens. 
Es soll überhaupt nie (wieder) Teil meines Namens sein.
Mein Name ist einfach: Christina, von Gott geliebt. 
  
Damit ist das Wichtigste gesagt. Ich bin, so wie ich bin, von Gott geliebt. Und dieser Zusatz macht mich, macht jeden von uns zu etwas außergewöhnlichem.

Und wenn die Welt etwas braucht, dann sind es Menschen die diese Liebe annehmen und sie überfliessen lassen, im ganz gewöhnlichen Alltag. 
Wie sagte Mutter Theresa (wieder so eine besondere Berufung!): 
Es geht nicht darum große Dinge zu tun, sondern die kleinen DInge mit großer Liebe. 

Und hier und da kann ich vielleicht dann doch etwas außergewöhnliches tun, aber es wird dann hoffentlich nicht mehr so wichtig für mich sein.
Es ist nicht meine Identität. 
Mein Name ist ein anderer.

 Das schreibt Euch: Christina, die von Gott geliebte.


Dienstag, 18. März 2014

Ich brauche dich.

An manchen Tagen hängt eine trübe Stimmung über mir, wie eine kleine dunkle Gewitterwolke, die sich vor die Sonne schiebt und ich schaffe es einfach nicht sie loszuwerden. Gestern war so ein Tag.
Am Wochenende war bei Heio viel los und ich war die meiste Zeit mit dem kränklich, anhänglichen Sohn alleine unterwegs. Also war mit ausruhen nicht viel und ich bin erschöpft in die Woche gestartet. Es kam wie es kommen musste: das Gewitter hat sich auf den armen Mann entladen. Nun gibt es ja kleine Streitereien über den Tag, die man einfach so wegsteckt und dann zusammen weitermacht. Aber es gibt auch die Art von Streitigkeiten bei denen ein ganzer Sturm an Gefühlen losbricht und die Worte wie Blitze einschlagen und eine Schneisse der Verwüstung hinterlassen. Es war einer dieser Streits.

Ich habe wutentbrannt die Wohnung verlassen und bin mit dem Auto durch die Gegend gefahren. Eigentlich wollte ich einen ruhigen Ort finden um zu weinen und mit Gott zu reden, aber das ist nicht so einfach, wenn man mitten in der Stadt wohnt. An irgendeiner Müllhalde habe ich dann geparkt (wie passend). Ich habe die ganze Wut in mir gespürt und Gott angefleht mir zu helfen, mir zu vergeben, mich heil zu machen... Immer noch aufgewühlt bin ich dann zurückgefahren.
Am Nachmittag sollten wir Besuch von Freunden aus der Gemeinde bekommen. Vielleicht kennen das manche von euch: man hat Leute eingeladen und ist jetzt blöderweise total zerstritten. Die Frage ist dann: Leute wieder ausladen oder aber einfach so tun als ob alles in Ordnung wäre, oder einer verschwindet während der Zeit, oder man schafft es vorher den Streit zu bereinigen. Das letztere schien unmöglich und ich wollte schon alles absagen.
Aber da fiel mir noch eine Möglichkeit ein: ehrlich sein. Hmmm. Nicht so einfach für mich. Ich will andere so ungern mit meinen Problemen belasten. Der Gedanke: "anderen geht`s doch viel schlechter", hält mich oft davon ab den Menschen in meinem Umfeld mein Herz auszuschütten. Nach Rücksprache mit Heio (wir haben tatsächlich kurz miteinander geredet!) waren wir uns einig: der Besuch soll kommen, wir wollen ehrlich sein.

Also saßen wir kurz darauf am gedeckten Tisch im Garten. Fast hätte ich gekniffen, es schien so unpassend über unsere Schwächen zu reden, aber dann habe ich mir einen Ruck gegeben und gesagt: "uns geht es gerade nicht so gut."
Die Antwort war: "Ihr seht so fertig aus, wir dachten schon, dass es euch nicht gut geht." Aha. Und dann haben wir ein wenig darüber geredet was uns gerade bedrückt, wie wir im Alltag damit kämpfen die neue Arbeitssituation von Heio gut hinzubekommen, über meine Erschöpfung, meine - oft so ungerechten - Vorwürfe, wir haben einfach die Karten auf den Tisch gelegt. Die Freunde haben voller Anteilnahme zugehört, uns vorsichtig ein paar Tipps gegeben und dann noch für uns gebetet.

Eigentlich keine außergewöhnliche Geschichte. Wir versuchen eine gute Ehe hinzubekommen, wir kämpfen und es ist nicht immer einfach. Und doch fällt es mir manchmal schwer darüber zu reden. Und zwar dann, wenn wir die Situation noch nicht gelassen im Rückblick sehen können. Kein: "Ach ja, wir streiten auch manchmal" und man schaut sich dabei verliebt in die Augen. Nein, wenn wir mittendrin sind in unserem Sturm und nicht genau wissen wie wir es schaffen da heil rauszukonnen, dann fällt es mir schwer darüber zu reden. Dann fühle ich mich so schwach und verletzlich.
Aber der ehrliche Moment in unserem Garten war der Wendepunkt. Und er hat uns nicht nur wieder näher zueinander gebracht, sondern auch näher zu den Freunden, die da waren.

Bei "the work of the people"(einer wunderbaren Website) habe ich neulich einen kleinen Film von Jean Vanier gesehen. Er ist der Gründer der "ARCHE",das sind Gemeinschaften in denen Behinderte und Nicht-Behinderte Menschen zusammenleben. Er redet über "schwach und verletzlich sein" und mich haben seine Worte sehr berührt:

"Leben kommt aus der Erkenntnis, dass wir es nicht alleine schaffen, wenn wir merken: wir brauchen einen Erlöser. Kein Erlöser der mir in erster Linie Kraft gibt, sondern der mir offenbart was meine wahre Identität ist: Ich bin von Gott geliebt.
Wenn wir sagen können: ich bin schwach, ich brauche dich, das ist nichts schlimmes, sondern es kann der Ort werden wo wir einander begegnen und Gemeinschaft haben...
Die Schönheit unserer Menschlichkeit ist, dass wir wunderbare DInge schaffen können aber auch, dass wir erkennen können: wir brauchen HIlfe."

Schwäche als Chance zur Gemeinschaft.
Meine Schwäche zieht mich näher zu Gott und ich flehe ihn an mir zu helfen. Und, wenn ich mutig genug bin, kann sie mich in Gemeinschaft mit anderen ziehen, so wie gestern in unserem Garten.
Es ist nicht schlimm wenn wir am kämpfen sind. VIel schlimmer ist es, wenn wir so tun als wäre alles in Ordnung und wir irgendwann mutlos aufgeben, weil wir es dann doch nicht alleine schaffen.
Deshalb will ich lernen zu Gott und dann auch vor zu Menschen zu sagen:
Ich bin schwach. Ich brauche einen Erlöser. Und ich brauche Gemeinschaft. Ich brauche dich.

 

 

Gottes zu bedürfen, ist des Menschen höchste Vollkommenheit.
Sören Kierkegaard

 

Dienstag, 11. März 2014

Schönheit und Schmerz

Die letzten Tage waren angefüllt mir viel Schönheit.
Ein Wochenende voller Sonnenschein, ganz für mich allein - oh yeah!-  und ohne weitere Polizeibesuche (am Sonntag bin ich auch schon um 8 Uhr aufgestanden und hab gleich den Mann angerufen:-)).
Ich war in meinem Lieblingspark, hab gelesen und Briefe geschrieben, (ganz "old-school" mit Füllerfederhalter!) - gestern wurden sie losgeschickt, einer zur Freundin nach Norwegen und der andere nach Kalifornien zur Lieblingssnichte! 






Und da vorne hat der VFB mal wieder nicht gewonnen...mir sind ein paar leidende Fans begegnet:-(
das schöne Briefpapier von Nicola kann man hier bekommen!

Am Sonntag war ich dann auf der schwäbischen Alb. Ich mag die Natur, das rauhe Klima hier oben. Früher bin ich oft hierher gefahren, einfach um den Kopf frei zu bekommen und die wilde Schönheit zu geniessen. Die letzten Jahre hat es nicht mehr so oft geklappt. Ich vermisse den Ort und die verwitterte Bank, auf der ich schon in jeder Jahreszeit und bei jedem Wetter saß.
Jetzt kam noch der gute Freund mit und es war einfach schön. Er hat sogar einen Kuchen gebacken!!!



was die hier oben mit den Männern machen ist schon hart! :-)


Und dann war das Wochenende schon wieder vorbei.
Es war schön, aber ich habe mich auch wieder sehr auf diesen kleinen Kerl (und seinen Papa!) gefreut.


Heute haben wir zusammen Frühlingsblumen eingepflanzt. So viel Schönheit....


Und gestern wurde die kleine Tochter von Freunden am Herz operiert.
Die Familie geht durch eine sehr harte Zeit, es ist kaum vorstellbar für mich was sie da gemeinsam durchmachen. Gestern dann ihr stundenlages Warten vor dem OP-Saal und die vorsichtige Nachricht : sie hat überlebt. Trotzdem ist es noch nicht vorbei.
Ich bete. Mehr kann ich nicht tun. Aber ich bete wie schon lange nicht mehr. 
Heute morgen, nach einem Kurzbericht von der Intenisvstation, drückt mich dieses Leid, was die Freunde durchmachen müssen, fast zu Boden. Weiterbeten fällt mir plötzlich schwer. 
Die Frage nach dem Leid, nach Gottes Eingreifen...all das steigt in mir hoch. Die Bibelstelle für den heutigen Tag handelt von Hiob. Bitte nicht Hiob!
Manchmal wirkt diese Geschichte auf mich, als würde Gott eine Einladung  Satans zum Pokern annehmen, wieviel Leid Hiob wohl aushalten kann, ohne dass sein Glaube zerbricht.
Kein gutes Bild von Gott und bestimmt ein total falsches. Ich sitze also vor meiner Bibel, mit all den schweren Gedanken, da taucht ein anderes Bild in mir auf: Gott am Kreuz, der leidende Gott. Ein Gott der sein liebstes gibt, der sich total verletzlich macht, der dreckig leidet und qualvoll stirbt.

Einer meiner Lieblingsautoren Frederick Buechner schreibt über das Kreuz:
Ein sechsstrahliger Davidstern, der wachsende Halbmond, eine Lotusblüte-  diese Symbole anderer Religionen stehen für Schönheit und Licht. Das Symbol des Christentums ist ein Instrument des Todes. Es steht, um nur das Mindeste zu sagen, für Hoffnung.

Mit allem tiefen Respekt vor den anderen Religionen: ich bin heute besonders dankbar dafür, dass Gott nicht nur Schönheit und Licht verkörpert. Ja, dort ist er auch. Ich fühle mich Gott in der Natur nahe, sehe seine Fingerabdrücke und staune über die Schönheit. 
Aber das Kreuz sagt mir: er ist auch im Leid, auch im Schmerz, auch im Dreck dieser Welt.
God ist watching us from a distance- mit so einem Glauben könnte ich nicht leben! 
Ich glaube an einen Gott der sich die Hände schmutzig macht, dessen Herz blutet, der uns unendlich liebt und uns in unserem Schmerz nicht alleine lässt!  Das gibt mir Hoffnung und macht mir wieder Mut  heute weiterzubeten, auch mit Kloß im Hals.

Und dieses Lied ist in diesen Tagen mein liebstes Lieblingslied. Irgendwie passt es gerade sehr gut.
Meine Lieblingsstelle im Text ist diese:
"Wenn du wüsstest was du mir bedeutest,
würden in deinem Herz alle Glocken läuten..."

Samstag, 8. März 2014

Ausschlafen verboten!

Ihr werdet nicht glauben was mir soeben passiert ist! Ich muss es einfach gleich aufschreiben, weil es noch so frisch und total surreal in meinem Kopf ist.

Um kurz die Umstände zu erklären: Heio ist mit dem kleinen Sohn gestern zu seiner Mutter gefahren und ich habe ein FREIES Wochenende!!! Was für ein ungewohnter Luxus.
Ich will an diesem Wochenende ein paar Dinge erledigen, etwas schönes unternehmen und vor allem: SCHLAFEN!!!
Gestern abend konnte ich dann schlecht einschlafen (wahrscheinlich haben mir die ganzen Schlafgeräusche meiner sonstigen Mitbewohner gefehlt) und ich habe eine Schlaftablette eingeworfen und Ohropax in`s Ohr gesteckt. 
Heute morgen um halb 11 bin ich aufgewacht!!! Whow. So lange habe ich seit über 3 Jahren nicht mehr geschlafen.
Es klingelte resolut an meiner Tür.
Ich habe geöffnet und bin vor Schreck fast umgefallen. Zwei Polizisten standen davor. Sie erklärten mir, dass die Nachbarn angerufen hätten, weil die Rolläden noch unten waren. WAS???!!! Darf man in Deutschland nicht mehr ausschlafen? Davon habe ich nichts mitbekommen. Irgendwie eine lustige Vorstellung: Wer länger als 9 Uhr schläft bekommt eine Verwarnung, ab 10 Uhr ist eine Strafe von 50 Euro fällig. 
Ich war total verdattert. Hab irgendwas gestammelt von Kind und endlich mal ausschlafen und mich entschuldigt (für was eigenltich?!) und die Polizisten sind wieder abgezogen.
Unser Mitbewohner von oben hat sich inzwischen dazugesellt. Er war 2 Wochen in China und meinte: "warte mal", bevor ich die Türe wieder schliessen konnte. Mir wurde ein Mitbringsel überreicht und er bestand darauf, dass ich es gleich öffne. Im Päckchen waren zwei chinesische Porzellankatzen  für Salz und Pfeffer.
Ich stand also in unserem Flur, in meinem verbeulten, alten Schlafanzug mit den zwei Katzen in der Hand und dachte: Jetzt geht gleich unsere Kellertür auf und das Team von versteckter Kamera erscheint. Aber niemand kam und ich hab kopfschüttelnd die Türe wieder zugemacht.

Erst langsam Begriff ich, dass es nicht die Nachbarn waren, sondern mein liebster Mann hat sich Sorgen gemacht, weil ich nicht an`s Telefon ging. Er hat einen weiteren Nachbarn eingeschaltet, dass er bei mir läuten soll, aber ich habe friedlich geschlafen und nichts gehört. Dann hat er die Polizei verständigt die innerhalb von 5 Minuten(!) vor meiner Tür stand.
Ich dachte die Polizei kommt frühestens wenn man eine Woche verschwunden ist! Wie froh bin ich, dass ich rechtzeitig aufgewacht bin, sie hätten sonst sicher mit der Feuerwehr meine Tür aufgebrochen.
Und wie schade, dass Samu nicht hier war! Er wird traurig sein zu hören, dass die echte Polizei mit Polizeiauto bei der Mama war und er war nicht da. 
Wahrscheinlich werde ich nach diesem Schreck nie wieder ausschlafen können. 

Gerade klingelt wieder das Telefon. Heio hat sich verwählt. Er steht auf dem Golfplatz und wartet auf seinen Kumpel, der kurz das Auto parken wollte um dann nachzukommen. Aber er ist noch nicht aufgetaucht. Heio meint:"dann werde ich wohl die Polizei rufen" und legt auf. :-)
Etwas angespannt, mein armer Mann.
Ich werde jetzt auf jeden Fall , völlig ausgeschlafen, meinen Tag geniessen!

Hier ist ein Beweisfoto- leider nicht von der Polizei, aber von den chinesischen Katzen. 




Freitag, 7. März 2014

Was man aus Scherben machen kann

Veronika hat mir, nach meinem letzten Blogeintrag, ein Bild geschickt. Sie hat es letztes Wochenende in Barcelona aufgenommen und dazu geschrieben:
 "soviel zum Thema: Scherben neu zusammensetzen!" 




Wahnsinn, oder ? Der Architekt Gaudi saß wohl eines Tages vor einem Schutthaufen Keramikscherben und das hat ihn zu seinen berühmten Mosaiken inspiriert.Was für ein Künstler! 

Ich habe ja  darüber geschrieben, dass Gott heil machen kann (im Gegensatz zum "repariert werden")  und das Beispiel von einer Vase genommen, bei der die Scherben neu zusammengesetzt werden. Mir fiel nichts besseres ein. Gaudi fiel etwas fiel besseres ein, etwas so wunderschönes was man mit Scherben machen kann, davon hatte ich keine Ahnung.

 Es war mir als würde Gott mit dem Bild in mein Herz flüstern:
"Christina, ich kann aus deinen Scherben etwas so wunderschönes machen, davon hast du keine Ahnung!" (vielleicht werden meine Scherben in einer kleinen Treppenstufe eingearbeitet:-)).  Ich fand das so ein tolles Bild, dass ich Veronika gefragt habe, ob ich es euch hier zeigen darf. Ich darf. Danke!

Das Bild sprengt etwas den Rahmen meines Blogs. Manches ist einfach zu groß. Man kann es nicht eingrenzen in einen kleinen Blogbeitrag und ich bekomme es auch nicht wirklich in mein Hirn rein. Vielleicht ist das gut so. Kunst sollte man nicht erklären.
Wünsche Euch ein wunderbares, sonniges Wochenende!