Dienstag, 31. März 2026

Ein Wind-und-Wetter-Ostergruß

Heute spielt das Wetter verrückt. Sonne, Schnee und Hagelschauer wechseln sich in schneller Reihenfolge ab. Wir sind mittendrin in der Karwoche; oder der Heiligen Woche, wie meine katholischen Geschwister sagen. Für mich ist es immer eine besondere Woche. So war es in meiner Kindheit (hier habe ich darüber geschrieben) und so ist es bis heute. Die Leidensgeschichte und die Auferstehung Jesu ändert sich nicht, aber ich finde jedes Jahr liest sie sich anders. Mit einem neuen Blickwinkel. Weil unsere Seelenlandschaft und die  Lebensumstände nie dieselben sind. Das Leben ist ein Fluß, sagte mal ein kluger Mensch.  Ich setze mich an dem Ort ans Ufer, an dem ich in diesem Jahr gestrandet bin. Versuche festen Boden zu finden. In mir noch das auf und ab der Gefühle. Wie das Wetter draußen, ist es auch hier drinnen bei uns. Gefühlsextreme lösen sich an vielen Tagen minutenweise ab. Pubertät trifft Wechseljahre. In diesem Jahr noch heftiger als in den Jahren vorher. Hier sitze ich. Aufgewühlt nach dem ersten großen Streit des Tages. Ich hoffe, dass der Auferstandene am Ufer auftaucht und meinen Namen flüstert. Währenddessen krame ich nach einem Stift und versuche Worte für ein Ostergedicht zu finden. Mit dreckigen Händen und einem bodennahen Blickwinkel. Seit Tagen kritzle ich Worte auf einen Zettel. Streiche am Ende fast alles wieder durch. Will das Wenige, das übriggeblieben ist auch zerknüllen, aber dann tippe ich es doch hier ein. Ein paar Sätze verdichtete Hoffnung, für unsere so sehr geliebte Welt:

 

Ostern.

Leben

bricht von unten auf.

Verwurzelt sich

in der Tiefe.

Wächst

unaufhaltsam 

durch dunklen Boden.

Drückt Steinplatten nach oben. 

Ein Samenkorn

sprengt 

alles Mögliche.

 

 


 

 

Gesegnete Ostertage wünsche ich Euch!!!
 
 

 

Dienstag, 24. März 2026

Ich stimme zu.

"Oh, ich vermisse einen guten Roman!" Den Satz hört Heio gerade immer wieder, wenn ich mich unruhig im Bett neben ihm hin und her werfe, weil ich nicht einschlafen kann. Und weil ich mir dann so sehr wünsche, in eine gute Geschichte abzutauchen. Aber weil ich (wie schon geschrieben) Youtube, Podcasts und Romane bis Ostern faste, liege ich so ganz ohne Ablenkung im Bett und warte darauf, dass sich die unruhigen Gedanken legen. Das ist überhaupt eine Sache, die mir auffällt: Anstatt dass ich diese Passionszeit nun in großer Ruhe erlebe, hat mich die Unruhe gepackt. Ich greife viel zu oft nach meinem Handy und schaue nach, ob ich irgendwelche lebenswichtige Nachrichten bekommen habe.(Antwort: Nein. Wüsste nicht woher auch;-). Aber vielleicht beim nächsten Draufschauen!). Ich lese mich am neusten Skandal fest, google sämtliche Details und welche Promis sich dazu schon geäußert haben. Ich klicke wie hypnotisiert auf den Insta-Account einer Person, die ich nicht kenne und die mir nicht sehr sympatisch ist und ich ärgere mich so lange über alles was sie schreibt, bis mir der Meta-Konzern die Tür zuschlägt, weil ich kein eigenes Konto habe. Ehrlich: Diese Fastenzeit habe ich mir anders vorgestellt. Freudiger. Klarer. Ich frage Jesus, was eigentlich mein Problem ist. Er schweigt lange dazu. Ich fürchte, das Problem kann man nicht in ein paar Sätze packen. Und dann leuchtet ein  Wort in meinen Gedanken auf - nein es blinkt mich förmlich an:  

Assent.  
 
Dieses alte englische Wort ist mir in dem Buch von Sarah Clarkson begegnet Reclaiming quiet. Es bedeutet  Zustimmen. Oder: Einwilligen. Sie schreibt dazu:
 
Bei dieser Art von Einwilligung geht es darum, mein Ja zu dem zu geben, was mir geschieht. Meine Zustimmung wird die Umstände nicht verändern, sie wird nur mich selbst verändern. ...Es ist etwas was wir aus freien Stücken geben, eine Einwilligung zu einer Geschichte, die wir vielleicht nicht selbt gewählt hätten und die wir nicht vollständig begreifen können. 
 
Ich kann nicht anders als bei ihren Worten an die Passionsgeschichte zu denken, die ich gerade wieder ganz langsam lese. Mir fällt auf wie sehr Jesus genau diese Zustimmung immer wieder ganz bewusst zum Ausdruck gebracht hat. Er hat sich nicht abgelenkt mit dem neusten Jerusalem-Krimi oder mit Diskussionen über das Versagen der frommen Elite. Er hat sich auch  nicht in der Wüste versteckt und gehofft, dass ihn niemand finden würde.  Jesus ging in vollen Bewusstsein, Schritt für Schritt, Richtung Jerusalem. Richtung Golgatha. Immer wieder hat er seinem kommenden Leiden zugestimmt. Er hat den Schmerz nicht verdrängt. Er war  tief erschüttert darüber, dass Judas ihn verraten würde und hat ihm dann gesagt: Was du tun willst, das tue bald. (Joh.13,27). In Gethsemane hat er Blut und Tränen geschwitzt, um zu seiner Zustimmung zu kommen. Er sagte Ja zu seinem Weg. Auch in dem Bewusstsein welche Freude am Ende auf ihn wartet! (Hebr.12,2).
 
Jetzt bin ich (Gott sei Dank!) nicht auf so einem schweren Weg. Aber ich merke, dass Jesus mich nach meiner Zustimmung fragt. Immer wieder. Und vielleicht in dieser Passionszeit, in der ich alle Ablenkung aus der Hand gelegt habe, ganz besonders. Er sucht nach meiner Einwilligung, zu dem Leben, das mir geschieht.  Nicht in der Art wie ich das mit den AGBs oft tue, bevor ich mir online etwas bestelle. Ich klicke "Ich stimme zu", ohne gelesen zu haben, wozu ich eigentlich zustimme (macht ihr das auch so, oder bin ich die Einzige, die so naiv ist?). In diesen Wochen schaue ich mir nun ganz genau das Kleingedruckte meiner Geschichte an. Ich will zustimmen. Zu der ganzen Unruhe, die mich oft überfällt. Zu der Leere, die sich in manchen Momenten in mir ausbreitet. Zu dem Gefühl ungenügend und überfordert zu sein. Zu dem Seelenschmerz und der Unzufriedenheit. Zu allen ungelösten Dingen und dem was ich gerade nicht begreifen kann. Zu meinen Umständen die ich nicht verändern kann. Zu meinem Mann. Zu meinem Kind. Zu meinen Nachbarn. Zu mir selbst - dieser müden, immer faltiger werdenden Frau, die ich im Spiegel sehe (und die schon kahle Stellen auf ihrem Kopf bekommt!). Assent in your smallness, ermutigt mich meine Schwester Sarah Clarkson. Stimme den kleinen Dingen deines Lebens zu. Und dann erlebe, wie Gott in seiner Gnade  diese kleinen Momente berührt...und sie lebenslang in Freude verwandelt.
 
 

 

Dienstag, 10. März 2026

Das wird schön!? (und Ehre, wem Ehre gebührt!)

Unsere Freunde haben uns Karten zu einem Lobpreiskonzert geschenkt. Es war ein großes Event in einer riesigen Halle. Die jungen Musiker informierten uns am Anfang darüber, dass es Liveaufnahmen vom Konzert geben würde und baten uns ganz unverkrampft Jesus anzubeten - gern noch ein bisschen freier als sonst! -  während die Kameras über unsere Köpfe hinwegfuhren. Mein Mann verzog sich daraufhin in die hinterste Ecke während ich unbekümmert stehenblieb. Ich war mir sicher: Eine müde Frau im mittleren Alter neben einem ziemlich mürrisch blickenden Teenager werden sie beim Bearbeiten sowieso rausschneiden. Und dann haben wir alle zusammen Jesus angebetet. Das war richtig schön. Aber ehrlich gesagt auch etwas anstrengend (nach ein paar Liedern). 
Auf dem Heimweg habe ich dann Heio gegenüber meine Sorge geäußert, dass der Himmel ein nie endendes Lobpreiskonzert sein könnte. Unser Teenie auf der Rückbank zuckte merklich zusammen. Der Mann meinte  beruhigend, dass ich mir da mal keine Sorgen machen soll - es wird schön und es wird mir gefallen. Das glaube ich grundsätzlich ja auch, aber die Vorstellung, dass etwas ewig geht und ich dabei in einer großen Menschenmenge stehen muß (und Jesus nur von weitem zu sehen ist!)  finde ich ehrlich ein bisschen beunruhigend. 
 
 
(Foto:Canva)

 
Und noch etwas beunruhigt mich im Rückblick auf den Abend: Ich mache mir ein wenig Gedanken, um die jungen Menschen auf der Bühne. Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich selbst gern auf so einer großen Bühne gestanden hätte. Aber inzwischen bin ich wirklich dankbar, dass ich nicht dort stehe (und das Publikum wohl auch!:-)). Nicht nur weil ich nicht so gut singen kann, sondern vor allem weil ich glaube, dass es meiner Seele schaden würde. Daran denke ich nun, wenn ich Menschen auf einer großen Bühne sehe. Und auch wenn ich von bekannten christlichen InfluencerInnen höre. Neulich hat mich mein Sohn darauf aufmerksam gemacht, dass die Insta-Accounts, die mehr als 5000 Follower haben, ein blaues Häkchen bekommen. 5000 Follower - das muss man sich mal vorstellen! Es ist nicht so, dass ich mich nicht auch mitfreue, wenn Menschen in großen Mengen für Jesus begeistert werden. Aber die Überzeugung wächst immer mehr in mir, dass alle, die auf großen Bühnen stehen oder die ein blaues Häkchchen auf ihrem Instagram-Kanal haben, viel mehr unsere Gebete als unserer Bewunderung brauchen. Die Versuchung ist ja in meinem Alltag schon groß genug, mich selbst zu wichtig zu nehmen und mein altes Ego hat immer noch einen gehörigen Drang sich auf dem Königstuhl breit zu machen. Und deshalb tut es meiner Seele so gut und macht mich froh und frei, wenn ich den Gott in Blick nehme, dem alle Ehre gebührt! Womit ich wieder bei der himmlischen Anbetung bin. Und bei dem, der auf dem Thron sitzt und vor dem weit über 5000 Menschen knien und ihn loben werden! Wie donnernde Wassermassen wird es klingen... (Offenbarung 19,6)  Und für uns alle, die so eine Vorstellung auch etwas einschüchtern finden, bin ich froh, dass es noch andere Bilder über den Himmel gibt: 
 
Eine Festtafel.
Herrliches Essen mit geliebten Menschen. (Jesaja 25,6)  
 
Eine liebevoll vorbereitete Wohnung. (Johannes 14,2)
 
Kein Tod, keine Nacht, kein Schmerz mehr. 
Ein Vater, der die Tränen abwischt. (Offenbarung 21,4)
 
Jesus, der die Tür aufhält.(Johannes 14,6)
 
Ewige Freude.
Heimkommen. (Jesaja 35,10)
 
 
Oh doch, das wird schön!
 
 
 

Donnerstag, 26. Februar 2026

Gardinen, Ramadan und ein durstiger Hirsch

Ich brauche dringend eine Gardine für unser Schlafzimmer! Wir haben zwar Rolläden, die alles stockfinster machen, aber wenn ich mich Mittags kurz hinlege, möchte ich gern einen Vorhang zuziehen, durch den noch das warme Nachmittagslicht fällt und mich ein wenig schlummern lässt. Mitten am Tag. Mit dieser schönen Vorstellung im Kopf scrolle ich mich durch sämtliche Gardinenangebote und verliere mich völlig darin. Ich finde ein schöner Stoff, der Preis geht gerade noch, aber bevor die Gardine in den Warenkorb gelegt werden kann, werden die Maße abgefragt. Ich muß irgendeine Formel berechnen - Gardinenstande geteilt durch zwei, plus Kräuselfaktor... Hilfe! Dann wechsle ich doch lieber zu einem anderen Anbieter. Mein Mann reißt mich aus der verzweifelten Suche und erinnert mich daran, dass ich unseren Sohn vom Fussballtrainig abholen muß. Den Kopf voller Gardinenstagen und Stoffbahnen düse ich im Auto zum Nachbarort. Dort quetscht sich Samuel mit seinen zwei Freunden  auf die Autorückbank und schicken ordentlich Jungs-Schweiß zu mir nach vorne. Mit halbem Ohr versuche ich ihre Gespräche zu entschlüsseln und meine zu verstehen, dass sie sich aufs Abendessen freuen, nachdem sie den ganzen Tag gefastet haben. Ich tue, was mir mein Sohn eigentlich verboten hat und mische mich in ihr Gespräch ein. ("Mama, du bist so peinlich!!!"). Aber ich bin neugierig. Wie erleben diese wilden Jungs mit ihren muslimischen Familien den Ramadan? Stehen sie richtig früh auf, um vor Sonnenaufgang noch zu frühstücken? Fällt ihnen das Fasten tagsüber schwer? Während sie ein bisschen erzählen merke ich, wie selbstverständlich das Ganze für sie ist. Es gehört zu ihrem Glauben einfach dazu. Ich bewundere das. Vor allem deshalb, weil mir - neben dem frühen Aufstehen! - der Verzicht auf das Essen so dermaßen schwerfällt. Also ehrlichgesagt fällt mir Verzicht an sich sehr schwer. Das merke ich jedes Mal wenn ich mir zu Anfang der Passionszeit überlege, ob und was ich fasten könnte. Essen und trinken fällt da gleich mal weg. Zu schwierig! In diesem Jahr faste ich Romane, Podcasts und lösche den You-Tube Kanal auf meinem Handy, Es ist mein Versuch, nicht so voll zu sein mit Worten, damit ich wieder durstiger nach der Quelle werde, aus der die wahren Lebensworte strömen.

Wie der Hirsch lechzt nach frischen Wasser, so dürstet meine Seele nach dem lebendigen Gott. 

So steht es im Psalm 42, den ich vor einiger Zeit auswendig gelernt habe. Immer wieder habe ich diesen ersten Satz vor mich hingemurmelt. Bisher dachte ich, dass ich das erst dann ehrlich mitsprechen kann, wenn ich gerade eine richtig lange Wüstenzeit durchlebe. Aber umso öfters ich diesen Vers wiederholt habe, umso klarer wurde mir: Es entspricht der Realität meiner Seele! Sie dürstet nach Gott! Auch wenn ich in einem Land voller Überfluss bin und mit vollem Magen zwischen Gardinenstangen hin und her scrolle. 

Eugene Peterson schreibt dazu :

Was das Wasser für den Hirsch ist, ist Gott für dich und mich. Wir müssen Gott haben! (we simply must have God!). Und es muss der lebendige Gott sein! Der Hirsch läuft an allen matschigen Pfützen und Sümpfe vorbei, bis er frisches, klares Wasser findet. 

Ich gebe zu, dass ich mich oft von den Sümpfen und Pfützen (und dem scrollen nach passenden Gardinen!) ablenken lasse. Ich vergesse dabei, dass ich doch eigentlich zur Quelle wollte.  Genau diese Erinnerung suche ich, wenn ich faste. Wenn meine Hand unruhig zum Nachttisch zuckt und da kein netter Unterhaltungsroman auf mich wartet. Wenn ich kein You-Tube-Filmchen anschauen kann, um einen leeren Moment zu stopfen.  Wenn kein Podcastgespräch die Stille füllt, die mich beim Putzen oder Kochen umgibt. Dann erinnere ich mich daran: Meine Seele dürstet nach dem lebendigen Gott!  Nothing else will do.

 


 

Dienstag, 10. Februar 2026

Die ganze Welt- eine Einladung!

Kennt ihr das, wenn Begegnungen und Erlebnisse in uns nachwirken? So geht es mir nach diesem Wochenende. Unter dem Motto "ich bin dann mal da!" durften Christina Stöhr und ich zu einem Seminar  auf den Schönblick einladen. 

 


Was für mich im Rückblick so richtig aufleuchtet (neben den guten Begegnungen miteinander!), sind die anfassbaren,echten Momente, die wir gemeinsam erlebt haben:

Als wir mit warmer Teetasse in den Händen, ums Lagerfeuer standen und beobachtet haben, wie die Funken sprühten, während Christina Abendlieder sang.


Als wir still durch das kleine Wäldchen hinter dem Haus spazierten und zwischen den hohen Tannen standen, um unser Gesicht in die Sonne zu halten.

Als sich unsere Finger mit Uhu und Wachs verklebten, während wir kleine Kunstwerke auf Postkarten und Kerzen gestaltet haben.


 

Als unser Gebet nur eine ruhige Geste war - Hände, die wir zu einer Schale formten, um sie Gott entgegenzuhalten.

(Foto: Canva)

 

Als wir eingeschenkt bekamen, bis zum Überfließen (Wasser zu Wein :-)), als unser  Haupt mit Öl gesalbt wurde und wir etwas von seiner Liebe spürten, die uns immer, mit offenen Armen, willkommen heißt!


 

Ich fürchte mein Glaube findet viel zu oft im Kopf statt! Ich höre Podcasts und Predigten, schreibe Geschichten hinter verglasten Fenstern und stecke meinen Kopf am liebsten zwischen zwei Buchseiten.  Aber die ganze Welt ist eine liebevolle Einladung Gottes. "Komm und sieh!". Hier ist es wieder, mein Jahreswort:  Siehe. Schau hin. Schmecke. Berühre. Ertaste. Auch wenn unsere Welt erlösungsbedürfig ist (und vielleicht gerade deshalb!): überall sind die Fingerabdrücke seiner Gegenwart zu entdecken!  


 

Vielleicht fühlen sich viele unter uns so fern von Gott, weil wir so viel Zeit damit verbringen hinter Mauern zu sitzen und auf die künstlichen Welten eines Displays zu schauen, während Er in den ganz anfassbaren Dingen auf uns wartet. Vielleicht schließen wir zu oft die Augen, wenn Gott uns bittet, sie weit zu öffnen. Vielleicht sind zu viele Denker und zu wenig Dichter auf unseren Kanzeln. Die wunderbare Lyrikerin Emily Dickinson schrieb

Das einzige Gebot,das ich immer gehalten habe ist: Betrachte die Lilien auf dem Feld.   

Ach ja, dieses Gebot will ich auch befolgen. Jeden Tag! Ich will die Blumen auf dem Feld betrachten und die Vögel am Himmel. Jeden Abend versammelt sich hier am Waldrand eine große Gruppe von Krähen, um gemeinsam zu ihrem Schlafplatz zu fliegen. (das habe ich ganz alleine herausgefunden - ohne Google!-  und ich bin sehr stolz darauf :-)) Und während ich unter ihren Flügelschlägen einen Schritt vor den anderen setze, macht sich mein Inneres auf den Weg nach Hause. Dorthin wo wir immer voller Liebe erwartet werden. Nicht theoretisch. Sondern ganz in echt. 

Als wir am Wochenende gemeinsam auf dem weichen Waldboden standen, hätte ich am liebsten die Schuhe ausgezogen, weil ich plötzlich gespürt habe: Wir stehen in einer Kathedrale. Gott ist gegenwärtig.