Donnerstag, 30. April 2026

12 Dinge, die ich gelernt habe (eine Neuauflage)

Der April ist (wie manche von euch schon wissen) unser Feiermonat. Ein Geburtstag reiht sich an den anderen. Freunde. Familie. Und dazwischen auch mein eigener. In dem ganzen Trubel versuche ich mir immer auch ein bisschen Zeit zu nehmen, um über das vergangene Jahr nachzudenken. Vor ein paar Jahren habe ich schonmal über 12 Dinge geschrieben, die ich gelernt habe (hier zu lesen). Aber man lernt ja wirklich nie, nie aus! Deshalb hier die Neuauflage:

12. Dinge, die ich im vergangenen Lebensjahr gelernt habe:  

1. Das Leben mit einem pubertierenden Sohn ist  ein bisschen wie eine Kleinkindmama zu sein: Man kann unmöglich den ganzen Tag genießen, dafür aber die guten Momente.  Wie die Schrifstellerin Glennon Doyle es sagte: Nicht "carpe diem" sondern: "carpe momentum." Ich will die - nicht allzu häufigen! - guten Momenten genießen. Sie stärken mich für die nächste hitzige Auseinandersetzung ;-).  

2. Nicht meine Baustelle = nicht mein Problem. Birgit Schilling schrieb in einem Artikel in der Joyce: Stell dir die Frage nach der (dem?) "Problem-Ownership?" Wem gehört das Problem? Wenn es nicht deins ist, dann nimm es auch nicht an Board. Zum Beispiel: Die (nicht gemachten) Hausaufgaben von meinem Kind  sind NICHT mein Problem! Die Stimmung unseres Nachbarn ist NICHT mein Problem!  Die Probleme anderer sind grundsätzlich eigentlich NICHT meine Probleme (ich habe schon genug eigene;-)). Dazu gehört auch das: 

3. In einer Freundschaft müssen wir den anderen nicht in Ordnung bringen. Ich kann meine Freunde nicht heilen (und sie mich auch nicht!.) Jesus kann es. wir können da sein. Zuhören. Die Kämpfe des anderen wahrnehmen.  Kate Bowler drückt das so gut aus: Friends are not just friends, they are witnesses. (Freunde sind nicht einfach nur Freunde, sie sind auch Zeugen). 

4. Hitzewallungen kommen immer gerade dann, wenn du denkst: Ach, ich hatte ja schon länger keine Hitzewallung mehr. Jetzt zum Beispiel. Und es macht in dieser Lebensphase durchaus Sinn mit einer Wärmflasche ins Bett zu gehen, nur um sie Sekunden später, mitsamt der Bettdecke, wieder von sich zu werfen. (das verstehst du nicht, Heio!)

5. Ein Oberbauch lässt sich in den Wechseljahren (und danach) nicht länger vermeiden. Es sei den man macht diszipliniert Bauchmuskeltraining. (Ich scheitere schon an dem Satz: "Spannen sie ihren Bauch an!" Was genau ich da anspannen soll, ist mir völlig schleierhaft!)  Die Fettzellen des weiblichen Körpers scheinen das Bedürfnis zu haben, sich nach über 50 Jahren in der Körpermitte zu einer Party zu versammeln. Ich versuche es als meinen Reiseproviant zu sehen, für die Jahre die noch kommen. Anne Lamott drückt es noch schöner aus: Es ist als würde sich im Bett eine kleine Katze an deinen Bauch kuscheln. So be it. 

6. Ein bisschen Gymnastik schadet auch nicht. In dem Buch von Johannes Hartl (die Kraft eines fokusierten Lebens) las ich den einfachen und so wahren Satz: Was in deiner Woche nicht vorkommt, kommt sehr wahrscheinlich auch nicht in deinem Leben vor. Ich würde wirklich gerne ein wenig Sport machen, weil ich glaube,dass es mir (und vor allem meinem Rücken!) guttut. Also plane ich es seit einiger Monaten in meine Woche ein. 10 Minuten Gymnastik für Anfänger mit Knieproblemen. (Youtube und Tina Halder sei Dank!). Das ändert zwar nichts an meinem Bauch, aber mein Rücken ist viel entspannter! Aprops Entspannung: 

7. Abendspaziergänge sind eine ganz wunderbare Sache. Wenn "alle Felder ruhen" und die Raben sich sammeln und zu ihrem Schlafplatz fliegen, lohnt es sich wirklich sich nochmal aufzuraffen und nach draußen zu gehen.  Nie - gar nie! - komme ich danach zurück und denke: Wäre ich doch lieber auf dem Sofa geblieben! Was mich zum nächsten Punkt bringt: 

8. Eine aufgeräumte Wohnung ist ein sehr schnell vorübergehender Zustand. Und: Einen aufgeräumter Garten gibt es nicht. Der Versuch ist (zumindest bei uns) in etwa so sinnvoll, als würde man einen Hund ordentlich hinlegen wollen. Das Leben ist einfach nicht ordentlich!  Alles was wächst ist lebendig, verändert sich, breitet sich aus, macht Dreckspuren und das Unkraut wächst immer am allerbesten!  Wir brauchen für das alles eine ganze Menge Gelassenheit. Humor. Vertrauen.Und einen guten Unkrautstecher.

Die folgenden drei Punkte habe ich bei den Lesungen im letzten Jahr gelernt (gemeinsam mit Christina Stöhr - ich bin so gerne mit dir unterwegs! 💛):  

9. Teile deine Perlen nicht wie Schweinefutter aus. Entschuldige dich nicht für das was du hast (oder nicht hast). Denke nicht, es ist eine Zumutung dir zuzuhören! Teile deine Schätze angemessen. Ansonsten wundere dich nicht, wenn sie nicht wertgeschätzt werde. 

10. Resonanz kann man nicht erzeugen - sie ist unverfügbar.  (Danke Hartmut Rosa, für diese Erkenntnis! ) Wir können Menschen nicht vereinnahmen und nichts erzwingen. Auch Gott ist in dem Sinne nicht verfügbar. Was wir tun können ist: Wir stellen uns zur Verfügung, lassen das Gottesgeschehen zu, ohne es bestimmen zu wollen. (Martin Schleske). Und auch das: 

11. Jesus ist nicht immer der Brotvermehrer. Manchmal bleiben 5 Brote und 2 Fische auch genau das: 5 Brote und 2 Fische. Vielleicht ist es oft nötiger unseren Hunger zu spüren, unserer Sehnsucht nachzugehehn, als gesättigt zu werden. 

12. Den letzten Punkt zu finden ist immer am schwierigsten, weil man noch etwas sehr beeindruckendes sagen möchte.  Aber ich bin nicht durchgehend beeindruckend (eher sehr selten;-)). Und eine Liste ist halt nur eine Liste. Meine 5 Brote und 2 Fische. Deshalb zum Schluß meine Lieblingssätze von Eugene Peterson: 
 
We offer the best we have. But it isn`t enough. ..All we can say is: Here it is God. Now it`s your turn. See what ou can make out of it!  
 
(frei übersetzt: Wir geben unser Bestes. Aber es ist nicht genug.... alles was wir sagen können ist: Hier ist es Gott. NImm es und schau, was du draus machen kannst. ).
 
 
Ich danke Dir, Jesus. Für das alles. Für dieses wilde, ungezähmte Leben. Und dass du mitgehst. Jahr für Jahr. König und Freund. 
 

 

Mittwoch, 15. April 2026

Erschöpfte Tage und frisches Wasser

Jetzt sind unsere Osterferien auch schon wieder vorbei. Und ich habe gelernt dass es in vielen Bundesländern gar keine Osterferien gibt! Eine Hamburger Freundin meinte seufzend: "Wir haben im März Skiferien, das Skigebiet liegt ja auch hier direkt um die Ecke." Aprops Skigebiet: Ich war eingeladen zu einer Lesung in Davos. In DAVOS! Nicht im Traum hätte ich gedacht,  jemals dorthin zu fahren: Höchstgelegener Luxus-Skiort Europas. Bekannt für die heilsame Luft und das Weltwirtschaftsforum. Unser Teenie ist auch nur deshalb mit weil er insgeheim  gehofft hat Trump zu sichten - oder wenigstens ein paar Luxusautos. Leider vergeblich. Stattdessen staunten wir über die gewaltigen Schneeberge und die ebenso gewaltigen Essenspreise, über die Schweizer Gastfreundschaft und ein neu entdecktes Magazin in der wunderschönsten Ferienwohnung! 

Müde und halbkrank hatten wir uns auf den Weg in die Schweiz gemacht. Hinter uns lag eine Osterwoche die angefüllt war mit vielen Verpflichtungen und einer großen Erschöpfung.  Going through the motions  ist der passende englische Ausdruck, der unsere Ostertage beschreibt (übersetzt in etwa: Die Routine abspulen): 
  • Karfreitag im Wäldchen das Gartengrab anlegen. 
  • auf den Birkenkopf mit den Weggefährten aus der Gemeinde. 
  • Karsamstag mit Kopfschmerz, Putzen und Streiten 
  • Ostersonntag Jesus lebt auf die Straße malen, ins Auto springen und den Gottesdienst mitgestalten, müde Osterwitze machen
  • noch müder zum Verwandtentreffen fahren 
  • völlig erschöpft am Ostermontag mit unmotivierten Familienmitgliedern den Stein vom Gartengrab im Wald wegrollen.
 
Ich war am Ende so erledigt, dass ich zu Heio gesagt habe: "So ein Scheiß-Ostern hatte ich schon lange nicht mehr." Hab morgens nur müde meinen Kopf auf die Bibel gelegt und Jesus zugeflüstert: Ich brauche so dringend eine belebende Begegnung mit dir. Aber Ostern war vorbei. Und so sind wir dann Richtung Schweiz gefahren. Mit Halsschmerzen und dem Gefühl im Herz, den Auferstandenen verpasst zu haben. Und ich habe verzweifelt gedacht: Warum habe ich diesen Termin nur zugesagt?  Was soll ich den Frauen bitteschön geben? Ich fühlte mir völlig ausgetrocknet. Und dann hat Jesus in Davos mit Erfrischungsgetränken auf uns gewartet! Ich meine die Berge waren schon grandios - aber das frische Leitungswasser! Unglaublich!!! Und dann die belebenden Begegnungen  beim Frauentreff (mit der erleichterten Feststellung, dass der schwäbische mit dem schweizerischen Humor kompatibel ist)! Ich konnte geben aus einer Fülle, die sich wie sprudelndes Quellwasser in mir geöffnet hat. Und ich habe empfangen - mein Herz wurde aufgefüllt mit Freude an der spürbaren Nähe Gottes! Und als Zugabe gab es Liegestühle im Schnee mit einen grandiosen Ausblick vom höchsten Berggipfel, einen Spaziergang im Tal, vorbei an rauschenden Bächen, und - als wäre das noch nicht genug:  Schweizer Rösti und besten Kaffee! Ach, diese drei Tage waren einfach so eine Wohltat Gottes. 
 
 
 
 


In dem Melchior-Magazin hat mich ein Interview mit einem Franziskanerpater, der unter den Ärmsten der Gesellschaft lebt, besonders beeindruckt. Darin sagte er:

Halte nichts von dir für dich zurück,  damit derjenige, der sich ganz dir schenkt, dich ganz empfangen kann. Alles geben - alles empfangen: Das ist die Ökonomie Gottes.    
In meiner Arbeit mit den Armen lerne ich: Ich bin nicht derjenige, der alles im Griff hat. Je authentischer ich dieses Leben lebe, desto mehr begreife ich, dass wir alle gleichermaßen von Gottes Barmherzigkeit abhängig sind. Ich bin ebenso bedürftig wie mein Nächster.
Für mich ist entscheidend zu verstehen, dass der Vater sich zutiefst um uns kümmert. Er geht uns unermüdlich nach.
Genau das habe ich in unseren Osterferien neu erlebt. Gott ist mit uns. Immer. Er nimmt uns wahr, wenn wir an müden Tagen die Routine abspulen. Wenn wir unsere Bedürftigkeit annehmen. Unsere tiefe Abhängigkeit von ihm. Von seiner Fürsorge. Und dann: alles gebend, alles empfangen. 
Der Hirtenjunge und spätere König David schrieb: Der Strom Gottes hat Wasser in Fülle (Ps.65,10). Die Wasserbäche in Davos haben mir das wieder neu vor Augen geführt. 
 
Der Vater kümmert sich zutiefst um uns. Er geht uns unermüdlich nach! 
 
 

 
Und am Samstag bin ich wieder zur Lesung mit Musik (mit Christina Stöhr💛) in unserem schönen Stuttgart. Ihr seid alle herzlich eingeladen! Nähere Infos hier

Dienstag, 31. März 2026

Ein Wind-und-Wetter-Ostergruß

Heute spielt das Wetter verrückt. Sonne, Schnee und Hagelschauer wechseln sich in schneller Reihenfolge ab. Wir sind mittendrin in der Karwoche; oder der Heiligen Woche, wie meine katholischen Geschwister sagen. Für mich ist es immer eine besondere Woche. So war es in meiner Kindheit (hier habe ich darüber geschrieben) und so ist es bis heute. Die Leidensgeschichte und die Auferstehung Jesu ändert sich nicht, aber ich finde jedes Jahr liest sie sich anders. Mit einem neuen Blickwinkel. Weil unsere Seelenlandschaft und die  Lebensumstände nie dieselben sind. Das Leben ist ein Fluß, sagte mal ein kluger Mensch.  Ich setze mich an dem Ort ans Ufer, an dem ich in diesem Jahr gestrandet bin. Versuche festen Boden zu finden. In mir noch das auf und ab der Gefühle. Wie das Wetter draußen, ist es auch hier drinnen bei uns. Gefühlsextreme lösen sich an vielen Tagen minutenweise ab. Pubertät trifft Wechseljahre. In diesem Jahr noch heftiger als in den Jahren vorher. Hier sitze ich. Aufgewühlt nach dem ersten großen Streit des Tages. Ich hoffe, dass der Auferstandene am Ufer auftaucht und meinen Namen flüstert. Währenddessen krame ich nach einem Stift und versuche Worte für ein Ostergedicht zu finden. Mit dreckigen Händen und einem bodennahen Blickwinkel. Seit Tagen kritzle ich Worte auf einen Zettel. Streiche am Ende fast alles wieder durch. Will das Wenige, das übriggeblieben ist auch zerknüllen, aber dann tippe ich es doch hier ein. Ein paar Sätze verdichtete Hoffnung, für unsere so sehr geliebte Welt:

 

Ostern.

Leben

bricht von unten auf.

Verwurzelt sich

in der Tiefe.

Wächst

unaufhaltsam 

durch dunklen Boden.

Drückt Steinplatten nach oben. 

Ein Samenkorn

sprengt 

alles Mögliche.

 

 


 

 

Gesegnete Ostertage wünsche ich Euch!!!
 
 

 

Dienstag, 24. März 2026

Ich stimme zu.

"Oh, ich vermisse einen guten Roman!" Den Satz hört Heio gerade immer wieder, wenn ich mich unruhig im Bett neben ihm hin und her werfe, weil ich nicht einschlafen kann. Und weil ich mir dann so sehr wünsche, in eine gute Geschichte abzutauchen. Aber weil ich (wie schon geschrieben) Youtube, Podcasts und Romane bis Ostern faste, liege ich so ganz ohne Ablenkung im Bett und warte darauf, dass sich die unruhigen Gedanken legen. Das ist überhaupt eine Sache, die mir auffällt: Anstatt dass ich diese Passionszeit nun in großer Ruhe erlebe, hat mich die Unruhe gepackt. Ich greife viel zu oft nach meinem Handy und schaue nach, ob ich irgendwelche lebenswichtige Nachrichten bekommen habe.(Antwort: Nein. Wüsste nicht woher auch;-). Aber vielleicht beim nächsten Draufschauen!). Ich lese mich am neusten Skandal fest, google sämtliche Details und welche Promis sich dazu schon geäußert haben. Ich klicke wie hypnotisiert auf den Insta-Account einer Person, die ich nicht kenne und die mir nicht sehr sympatisch ist und ich ärgere mich so lange über alles was sie schreibt, bis mir der Meta-Konzern die Tür zuschlägt, weil ich kein eigenes Konto habe. Ehrlich: Diese Fastenzeit habe ich mir anders vorgestellt. Freudiger. Klarer. Ich frage Jesus, was eigentlich mein Problem ist. Er schweigt lange dazu. Ich fürchte, das Problem kann man nicht in ein paar Sätze packen. Und dann leuchtet ein  Wort in meinen Gedanken auf - nein es blinkt mich förmlich an:  

Assent.  
 
Dieses alte englische Wort ist mir in dem Buch von Sarah Clarkson begegnet Reclaiming quiet. Es bedeutet  Zustimmen. Oder: Einwilligen. Sie schreibt dazu:
 
Bei dieser Art von Einwilligung geht es darum, mein Ja zu dem zu geben, was mir geschieht. Meine Zustimmung wird die Umstände nicht verändern, sie wird nur mich selbst verändern. ...Es ist etwas was wir aus freien Stücken geben, eine Einwilligung zu einer Geschichte, die wir vielleicht nicht selbt gewählt hätten und die wir nicht vollständig begreifen können. 
 
Ich kann nicht anders als bei ihren Worten an die Passionsgeschichte zu denken, die ich gerade wieder ganz langsam lese. Mir fällt auf wie sehr Jesus genau diese Zustimmung immer wieder ganz bewusst zum Ausdruck gebracht hat. Er hat sich nicht abgelenkt mit dem neusten Jerusalem-Krimi oder mit Diskussionen über das Versagen der frommen Elite. Er hat sich auch  nicht in der Wüste versteckt und gehofft, dass ihn niemand finden würde.  Jesus ging in vollen Bewusstsein, Schritt für Schritt, Richtung Jerusalem. Richtung Golgatha. Immer wieder hat er seinem kommenden Leiden zugestimmt. Er hat den Schmerz nicht verdrängt. Er war  tief erschüttert darüber, dass Judas ihn verraten würde und hat ihm dann gesagt: Was du tun willst, das tue bald. (Joh.13,27). In Gethsemane hat er Blut und Tränen geschwitzt, um zu seiner Zustimmung zu kommen. Er sagte Ja zu seinem Weg. Auch in dem Bewusstsein welche Freude am Ende auf ihn wartet! (Hebr.12,2).
 
Jetzt bin ich (Gott sei Dank!) nicht auf so einem schweren Weg. Aber ich merke, dass Jesus mich nach meiner Zustimmung fragt. Immer wieder. Und vielleicht in dieser Passionszeit, in der ich alle Ablenkung aus der Hand gelegt habe, ganz besonders. Er sucht nach meiner Einwilligung, zu dem Leben, das mir geschieht.  Nicht in der Art wie ich das mit den AGBs oft tue, bevor ich mir online etwas bestelle. Ich klicke "Ich stimme zu", ohne gelesen zu haben, wozu ich eigentlich zustimme (macht ihr das auch so, oder bin ich die Einzige, die so naiv ist?). In diesen Wochen schaue ich mir nun ganz genau das Kleingedruckte meiner Geschichte an. Ich will zustimmen. Zu der ganzen Unruhe, die mich oft überfällt. Zu der Leere, die sich in manchen Momenten in mir ausbreitet. Zu dem Gefühl ungenügend und überfordert zu sein. Zu dem Seelenschmerz und der Unzufriedenheit. Zu allen ungelösten Dingen und dem was ich gerade nicht begreifen kann. Zu meinen Umständen die ich nicht verändern kann. Zu meinem Mann. Zu meinem Kind. Zu meinen Nachbarn. Zu mir selbst - dieser müden, immer faltiger werdenden Frau, die ich im Spiegel sehe (und die schon kahle Stellen auf ihrem Kopf bekommt!). Assent in your smallness, ermutigt mich meine Schwester Sarah Clarkson. Stimme den kleinen Dingen deines Lebens zu. Und dann erlebe, wie Gott in seiner Gnade  diese kleinen Momente berührt...und sie lebenslang in Freude verwandelt.