Wir
sind noch mitten in den Pfingstferien und ich will euch ein kleines
Lebenszeichen schicken. Vielleicht schicke ich es auch an mich selbst
(in diesen vollen Tagen!) - weil mir das Schreiben hilft zur Ruhe zu
kommen und meine "Lebenszeichen" wahrzunehmen.
Gestern
waren wir auf unserem Stückle zum Rasenmähen. Das Gras
schießt in diesen Tagen schneller in die Höhe als die Butterpreise!
Ich habe mit dem Rasenmäher gekämpft, der nach jeder zweiten Runde
so stark überhitzte, dass ich ständig eine Pause einlegen musste,
in der er abkühlen konnte. Am Anfang habe ich darüber geschimpft
und gejammert, bis ich die Pause ebenfalls dazu genutzt habe, um mich
abzukühlen. Ich bin mit Samuel zum nahen Bach gelaufen und wir haben
uns eine kleine Wasserschlacht geliefert. In der nächsten Pause habe
ich mit Heio Federball gespielt. Und als der Rasenmäher wieder sein
Rauchsignal zum nächsten Stopp aufsteigen ließ haben wir uns an die
neue Bierbank gesetzt und gemütlich zusammen gevespert (das ist
schwäbisch für: eine Brezel essen und ein Radler trinken). Dabei
habe ich zum ersten Mal an dem Tag bemerkt, wie gut es tut im
Schatten der Apfelbäume zu sitzen. Und ich habe die zwei Menschen
neben mir richtig angeschaut - ebenfalls zum ersten Mal an diesem
Tag. Und ich habe mein Blick über das schöne Stückchen Land
schweifen lassen....
Ich
habe bereits darüber geschrieben: Als wir diese Wiese von meiner
Schwiegermutter übernommen hatten, war es für uns in erster Linie
eine Apfelernte-Auftrag. Wir sind im Herbst angerückt und ich bin
schimpfend über das matschige Fallobst gerutscht und war froh als
alle Apfel von den Bäumen waren und wir wieder nach Hause fahren
konnten. In der Coronazeit sind wir dann - mangels Alternativen - mitten im Sommer
auf der Wiese gelandet und haben uns zum ersten Mal in Ruhe
umgeschaut. Und wir haben gestaunt! Über die schöne Landschaft. Die
alten Bäume. Die Ruhe. Der gluckernde Bach in der Nähe und die
große Fussballwiese dazwischen. Und wir haben bemerkt,
dass hier nicht nur Mühe und Arbeit auf uns wartet, sondern dass
hier eine Einladung zum Genießen ist! Und das haben wir seither
immer wieder getan. Wir haben Girlanden in die Bäume gehängt,
Freunde eingeladen, kleine Feste gefeiert, am Lagerfeuer gesessen,
uns mit netten "Stückles-Nachbarn" unterhalten, oder
einfach nur die Sonne dabei beobachtet, wie sie hinter den sanften
Hügeln verschwunden ist. Und gestern hat mich der halbkaputte
Rasenmäher wieder daran erinnert, mich nicht halbkaputt zu schaffen,
sondern die nötigen Pausen einzulegen, damit ich das Gute an diesem
Ort auch genießen kann.
Kürzlich hat mich ein toller junger Kerl gefragt: "Wie kann ich ein
gutes Leben führen? Das würde ich so gerne wissen!" Ich
finde das so eine gute Frage! Ich stelle mir sie auch immer wieder.
Und ich muss dabei an das denken, was ich vor längerer Zeit auf dem
Blog der wunderbaren
Sonja
gelesen habe. Wenn ich mich richtig erinnere, ging es darum, was Gott
uns wohl am Ende unseres Lebens fragen wird. Vielleicht fragt er
danach, wie wir mit unseren Gaben umgegangen sind. Was wir mit der
Zeit gemacht haben, die er uns geschenkt hat. Oder wie wir die
Geringsten behandelt haben... und bestimmt wird das eine oder andere
davon tatsächlich ein Gesprächsthema sein, wenn wir mit ihm
zusammensitzen. Aber vielleicht wird er ja als erstes mit strahlenden
Augen auf uns zukommen und fragen: "Und, wie hat es dir
gefallen?"
Wie
hat es dir gefallen, mein Kind?
Hast
du deinen Heimweg auch genießen können?
Hast
du die Schönheit gesehen, die ich überall auf der Erde verteilt
habe?
Hast
du die Menschen richtig angeschaut, die ich dir als Weggefährten
gegeben habe?
Wie
haben dir die Erdbeeren geschmeckt und wie haben dir die
Sonnenuntergänge gefallen?
Hast
du den Vogel vor deinem Fenster singen gehört, den ich dir jeden
Morgen vorbeigeschickt habe?
Hast
du die Blumen auf dem Asphalt neben eurer Garage bemerkt?
Wie
gefiel dir der Sommerregen und der Moment, wenn der erste Schnee
gefallen ist und die Luft plötzlich so klar war?
Und
dieses Stück Wiese, konntest du es auch genießen? Ach erzähl, wie
hat es dir gefallen?
Ob
er uns das fragt? Ich weiß es nicht. Aber mir hilft es,
über diese Frage nachzudenken, weil es für mich eine Spur zu dem guten
Leben ist, das Gott sich für uns gedacht hat. Und falls uns der
wunderbare und großzügige Gott tatsächlich am Ende diese Frage
stellt, dann will ich ihm freudestrahlend sagen können:
Schön
war' s! Nicht immer einfach - du weißt es! - aber JA, Ich habe
es bemerkt:
So
viel Gutes hat mich begleitet. Und du warst da!
Danke!
Danke für alles...









