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Dienstag, 20. Dezember 2022

Zu schön, um nicht wahr zu sein!

Nun ist es wieder soweit: Die Adventszeit, die ich in jedem Jahr wie einen ruhigen Besuch erwarte, der dann aber doch seine lauten Kumpels mitbringt, steuert froh und unerschütterlich auf Weihnachten zu. Die Feiertage werden mich in einen vertrauten Rhythmus fallen lasse - vielleicht mit dem einen oder anderen kleinen neuen Ritual, weil sich das Leben eben auch verändert. Kein driving home for christmas.  Aber: Krippe, Kerzenlicht und Tannenduft. Vertraute und reich gefüllte Worte und Lieder. Familienbesuch. Stille Tage. Rückblick.  Silvester mit Raclette und Raketen. Und dann fällt uns auch schon das neue Jahr um den Hals!
Habe ich nicht eben erst mein Jahreswort für 2022 aufgestellt?! Ganz oben aufs Regal- damit ich auch immer mein Haupt erheben muss wenn ich es lese: Zuversicht! Dieser Blick nach oben hat geholfen. Wenn sich an manchen Tagen das Dunkel in der Welt und das Dunkel in mir beängstigend breit machen wollte. Erhebt eure Häupter, Eure Erlösung naht! (Lukas 21, 28).  Erlösung. Ganz nah. Coming home on Christmas. Aber auch: Erlösung naht! Für alle, deren Herzen heute so ganz untröstlich sind. Auch wenn wir uns das manchmal kaum vorstellen können: Ein erlösendes ALLES GUT! wird auf der letzen Seite stehen! 
 
 
Gestern habe ich noch mit Samuel für seine letzte Arbeit für dieses Jahr gelernt. Geschichte. Griechische Götter. Spannender als ich dachte. Was mich aber am Ende fasziniert hat, war unser Gott! Neben diese Göttern mit großen Namen, denen man huldigen musste und nur hoffen konnte, dass man nicht in Ungnade fallen würde, ist da ein Gott der sich uns Menschen als Gott Abrahams, Gott Isaaks und Gott Jakobs vorstellt! Der sich so ganz persönlich in die Geschichten schreibt. So wunderbar wie das Eugene Peterson neben ein Geschlechtsregister in der Bibel schreibt: The history of salvation is thick with names! (bisschen schwer zu übersetzen, ich hoffe ihr fühlt was er meint:-)).   Und dann macht sich dieser Gott so unfassbar klein, kleiner gehts nicht! - und wird uns in Jesus ganz nahbar. Was ist nahbarer als ein Baby, das man in den Arm nehmen kann? Gott wird ein Mensch, der zuhört, umarmt, heilt, beruft, mit am Tisch sitzt und der seine Nachfolger "Freunde" nennt! Der leidet und stirbt - beim Zeus! - und uns dann strahlend entgegenkommt, um uns zu Gottes Kindern zu machen! Mein Gott. Papa im Himmel. Was ist das nur für ein Gott??!!! Wie der kluge C.S. Lewis sagte: Das Christentum ist eine Religion, die man sich nicht hätte ausdenken können! Das ist eine der Gründe warum ich daran glaubeOder wie es der Schrifsteller Frederick Buechner ausdrückte: Diese Geschichte ist zu schön, um nicht wahr zu sein! 
Wie wenig kann ich das alles fassen, aber wie dankbar will ich es glauben!
 
 
Karte von Himmel im Herzen

 
Best story ever...

 
...und wir dabei! (vorne links ist Samuel:-))

I
 
 
Ihr Lieben, ich wünsche euch von ganzem Herzen gesegnete Weihnachten, mit diesem Gott der uns so nah ist. Und ein zuversichtlicher Start ins neue Jahr, mit erhobenem Blick, auf den, der das gute Ende schon längst vorgeschrieben hat!
 
An dieser Stelle auch wieder ein ganz herzliches DANKE 💓
 
DANKE EUCH! 
 
Danke an die stillen Leser!
 
Und danke für jede ermutigende Rückmeldung!
 
Ihr habt mir mit eurer Zeit viele reiche Stunden im Jahr 2022 beschert, einfach weil ich hier vor dem Computer sitzen durfte und an euch schreiben.  

Wir lesen uns wieder im neuen Jahr! 
 



Mittwoch, 22. Dezember 2021

Fürchtet euch nicht!

Wir sind mitten im weihnachtlichen Endspurt. Samuels Adventskalender zufolge müsste es seit gestern schon Weihnachten sein, aber wir haben zum Glück noch zwei Tage. Heute Nacht lag ich um drei Uhr wach, um mir über das Weihnachtsessen klar zu werden und eine Einkaufsliste aufzustellen. Da Heio glücklicherweise auch nicht schlafen konnte, haben wir gleich den Gottesdienst für Heiligabend besprochen (warum habe ich nur die Verantwortung dafür übernommen?).  Und in der noch verbleibenden Zeit bis zum Morgen bin ich immer wieder aus Albträumen hochgeschreckt in denen ich in einer großen Halle, vor vielen  Menschen - die zu dicht beieinander saßen und keinen Mundschutz trugen! - etwas vorführen sollte und ich hatte keine Ahnung, was es war. Bevor ich nun müde die letzten Erledigungen mache und versuchen werde unser Chaos in der Wohnung wenigstens oberflächlich zu beseitigen, will ich euch noch einen Weihnachtsgruß schicken; mit ganz viel Dankbarkeit im Herzen, für euer treues Mitlesen, auch in diesem Jahr! Dass ihr euch immer wieder die Zeit dafür nehmt hier vorbeizuschauen, das ist ein großes Geschenk für mich! Als kleines Dankeschön schicke ich euch einen Weihnachtstext, den ich im letzten Jahr für den lebendigen Adventskalender hier am Ort geschrieben habe. Ich  musste ihn kaum umändern, damit er in diesem Jahr nun auch wieder passt. Leider. Vielleicht könnt ihr ihn in einem ruhigen Moment lesen - falls es sowas bei euch in diesen Tagen gibt ;-)

 

 

Fürchtet euch nicht.

Stand der Dinge, kurz vor Weihnachten:

  • Besinnliche Abende bei Kerzenlicht.
    Gelang auch in diesem Jahr leider oft nicht.
     
  • gerissener Geduldsfaden mit Mann, Kind undsoweiter: 
    Unzählige Male. Leider.
     
  • Müde Tage: Zu viele davon.
    Geschenke: leider doch wieder welche von Amazon. 

  • Weltlage und Situation im Land:
    weiterhin sehr angespannt. 

  • so viel: Bange machen 
    und: trotzdem weitermachen!
  • So viel: Fahren auf Sicht.

    So wenig: Fürchte dich nicht. 

Jetzt aber! Kurz vor Weihnachten!  Eine andere Geschichte: Dunkles Feld. Hirten bei der Arbeit. Systemrelevant. Zumindest für ihre Schafe. Nachtwache. Zusammen mit allen, die nicht schlafen können. Schwierige politische Lage. Grübeln in Dunkel. Glut die langsam verlöscht. Kälte die unter die Haut kriecht. Brennende Augen. Pflichterfüllung. Weitermachen.

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Hinter den Kulissen: Ein Engelsheer nimmt Aufstellung. Räuspern. Kichern. Vorfreude. Gottes Lächeln: JETZT! Vorhang auf. Warmes Licht. Ganz warm. Unter die Haut, bis ins Herz. Glucksendes Lachen: Wir verkünden euch große Freude!

UNS?

Ehrlich?

Ihr werdet finden.

Ein Kind. In der Krippe.

Ach und, vergessen am Anfang: Fürchtet euch nicht!

SIEHE!

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Und die Hirten: Plötzlich hellwach. Machen sich auf.  Stolpern im Dunkel mit dreckverkrusteten Schuhen. Schafe blöckend hinterher. Wissen nicht wirklich wohin. An die erste Tür geklopft. „Aber das ist doch ein Stall!“ Fragen können wir. Und dann: Dampfender Tieratem. Petroleumduft. Windelgeruch. Und mittendrin:

Ein schlafendes Baby.

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Manchmal, wenn die Angst mich packt, mitten in der Nacht, lege ich mich neben mein schlafendes Kind. Ich höre auf seinen ruhigen Atem. Sehe sein entspanntes Gesicht. Es gibt wenige Dinge, die mich so zur Ruhe bringen und meine Angst besänftigen können wie dieser Anblick. 

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In der Weihnachtskrippe meiner Kindheit knien die Hirten ehrfürchtig neben der Krippe. Es mag so gewesen sein. Wir wissen es nicht genau. In jeder Geschichte gibt es Platz für unsere eigene Vorstellung.
In meiner Vorstellung sehe ich einen Hirten der unsicher an der Tür steht. Sich wie ein Eindringling fühlt. Mit Kindern auch nicht so gut kann. Die Hände schwielig und noch dreckig vom Feuer machen und dann winkt ihn Maria lächelnd zu sich und legt ihm vorsichtig das Neugeborene in den Arm.  Unbeholfen nimmt er es - so zerbrechlich, so unvorstellbar klein! - versucht es im Arm zu wiegen und da steigt ein Lachen in ihm auf, eine so wilde Freude, von der er gar nicht weiß, wo sie herkommt. Und er versucht sich zu fassen und macht "Shhh" zum Kind und meint eigentlich sich selbst und er will dieses Kind nicht mehr hergeben. Bis sein Kumpel sich neben ihm räuspert und sagt: „Darf ich auch mal?“ Ein widerstrebendes: „Aber sei vorsichtig! Und knie dich hin, so kannst du es am besten halten..“und: „Achtung das Köpfchen!“ und dann kniet er sich daneben und lässt das Kind nicht mehr aus den Augen wie ein stolzer Vater, der ahnt: ab jetzt wird alles anders. Das ist ein Neuanfang. Die Wendung der Geschichte.

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Uns wird ein Kind geboren.

Uns, die wir stolpernd am Ende dieses Jahres landen. Die wir zu viele Nächte unruhig waren. Die wir an vielen Tagen müde waren, und änglich und ungeduldig. Wir, mit unseren gerissenen Geduldsfäden und schlecht eingefädelten Gesprächen und zu vielen losen Enden und dem Wunsch manches nochmal aufzutrennen und neu anzufangen.

Shhh, fasse neuen Mut.

schau auf das Kind.

Wendung der Geschichte.

Wendung in unseren Geschichten.

Neues Leben.

Neuanfang. Immer wieder.

Auch für mich.

Auch für dich.

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So wird es Weihnachten.

Mit einem Aufatmen.

Einem Alles-wird-gut in unseren Händen.

So unerwartet in unsere Nächte,

so tröstlich und sanft in unsere Tage gelegt.

So zum Niederknien nah.

Jesus ist da.

Damals wie heute.

Kein Dunkel vertreibt dieses Licht.

Deshalb: Fürchtet euch nicht!

 



Von Herzen wünsche ich euch frohe und gesegnete Weihnachstage und ein zuversichtliches Zugehen aufs neue Jahr! Wie gut, dass Jesus in die Nachbarschaft gezogen ist.....

Mittwoch, 23. Dezember 2020

Stern auf den ich schaue.

Habt ihr das Überholmanöver gesehen? Am Montag ist Jupiter am Saturn vorbeigerauscht. Wie alle Planeten unsere Sonnensystems umkreisen die Beiden die Sonne  (was mir ehrlich gesagt bisher gar nicht so klar war!). Saturn benötigt dafür 30 Jahre während Jupiter die Strecke in schlappen 12 Jahren zurücklegt. Und da begegnen sie sich eben, so alle 20 Jahre. So nah wie an diesem Montag waren sie sich allerdings lang nicht mehr. Nah ist natürlich relativ- es liegen immer noch 700 Millionen Kilometer zwischen den Beiden. Aber im den Dimensionen des Weltalls ist das schon ziemlich nah. Und von unserer Erde aus kann man dieses Ereignis  sogar verfolgen, wenn der Himmel nicht bewölkt ist. Für einige Stunden formieren sich dann zwei Lichtpunkte zu einem besonders hellen Stern.  Alles das erfuhr ich am Montag aus einem klugen Zeitungsartikel. Darin stand auch, dass Experten ausgerechnet haben,  dass es zu so einem "nahen" Überholmanöver auch im errechneten Zeitraum der Geburt Jesu gekommen ist und vermutlich das Himmelsereignis war, das die drei Weisen auf ihren Weg Richtung Betlehem geschickt hat. Wie cool ist das denn?

Ich habe mich dann auch gleich am Montagabend auf den Weg gemacht um das Schauspiel am Himmel zu verfolgen. Ich verabschiedete mich von Heio mit den Worten: "Nenn mich Baltasar! Ich suche jetzt den Stern am Himmel!"  Der Mann erwiderte wenig beeindruckt, dass ich doch bitte meine Brille mitnehmen möge (nachdem ich kurz vorher schon gerufen habe: "Da ist der Stern!" und der herbeieilende Gatte mich aufgeklärt hat, dass es die Straßenlaterne am Dorfrand ist!). Also setzte ich mein Weltraumteleskop auf die Nase und stolpere Richtung Feld. Mit Adleraugen blickte ich aufmerksam Richtung Westen, um das Schauspiel ja nicht zu verpassen. Aber leider war der Himmel bewölkt und es fing immer stärker an zu regnen. Trotzdem blieb ich einfach stehen und schaute in den dunklen Nachthimmel. Mit verregneten Brillengläsern.  Und plötzlich überkam mich eine so große Sehnsucht nach Jesus! Dass er uns nah kommt! Nicht weltraum-nah, sondern menschlich-nah. Dass wir ihn sehen und anfassen dürfen und über sein Licht staunen können. Und während ich das hier aufschreibe kommt mir natürlich auch das Offensichtliche: Das ist an Weihnachten ja passiert! Und doch: es bleibt immer noch so viel Sehnsucht in unseren Herzen. Zumindest in meinem. Es ist immer noch so viel Warten im Dunkel. Manchmal fühle ich mich wie einer der drei Weisen der seit Jahren den Himmel absucht und die kleinsten Veränderungen in sein Logbuch einträgt und sich fragt ob das jetzt echt war, oder ob es vielleicht doch eher Richtung Straßenlaterne ging und das wahre Ereignis noch aussteht. Und manchmal fühle ich mich wie einer der Hirten, der einfach müde seiner Pflicht nachgeht und den Blick so gar nicht erwartungvoll Richtung Himmel gerichtet hatte.

Heute, ein Tag vor heilig Abend, bete ich für uns alle. Ich bete für diejenigen von uns, die voller Sehnsucht im Dunkel stehen und den Himmel absuchen. Und auch für diejenigen, die mit großer Erwartunge losgezogen sind und müde geworden sind auf dem Weg. Mögen wir kleine Zeichen im Dunkel finden, die uns Mut machen auf Spurensuche des fernen und nahen Gottes zu bleiben. Ich bete für die, die in diesen Tagen müde ihren Pflichten nachgehen, als Mütter und Väter, als Krankenpfleger, Kassiererinnen, Politiker oder Postboten. Und ich bete für alle die sich in diesen Tagen nach Heil sehnen. Möge ein offener Himmel und ein gewaltiges "Fürchtet euch nicht!" unsere Welt erleuchten.

Ach, komm Herr Jesus. Komm immer wieder. Erobere unsere Herzen, dass wir zu Jupiter und Saturn werden und auf unseren Bahnen nur noch um dich kreisen. Egal in welcher Geschwindigkeit. Egal ob wir das Gefühl haben dabei überholt zu werden. Vielleicht ist ja das der Moment in dem wir am hellsten zusammen strahlen können....

Treffen wir uns an der Krippe?

Platz ist genug. 

Gesegneten Weihnachen uns allen!!!!

Und DANKE! DANKE für euer Mitlesen💖 Für eure lieben Kommentare und mails💖Für die Zeit die ihr hier neben mir verbringt, um zusammen Richtung Himmel zu schauen💖 Eure Nähe macht es immer wieder ganz hell in mir. Was für ein Segen, dass wir zusammen unterwegs sein dürfen. Richtung Heimat.🌟



 

Dienstag, 24. Dezember 2019

Happy Birthday!

Heute ist Heilig Abend - und bestimmt sind die meisten von euch nicht besinnlich vor dem Computer. Ich fühle mich gerade auch nicht so besinnlich. Verschwitzt und müde vom Putzen, Packen, Kind zurechtweisen und Geburtstagskuchen backen (Backmischung versteht sich). Es kam mir fast ein bisschen albern vor, diesen Kuchen für Jesus zu backen. Aber während ich so mit rühren und Sahne schlagen beschäftigt war  überkam mich das Staunen: Gott hat tatsächlich Geburtstag! Der Schöpfer der Welt nahm den menschlichsten aller Wege! Es gibt ein Datum  an dem Gott unter Schmerzen und Schreie einer jungen Mutter zur Welt kam.  Was ist das nur für eine unfassbare Geschichte?
Wahrscheinlich war es nicht der 24. Dezember. Ich glaube ja, dass es die Nacht vom 20. auf den 21. Dezember. Einfach weil das die längste Nacht im Jahr ist. Das scheint mir passend für die Ankunft eines Retters. Vom letzten Buch der Bibel bis zur Geburt Jesu vergingen ungefähr 400 Jahre. Ich habe gelesen, dass sie auch als die "400 stummen Jahre" gelten. 400 Jahre in denen Gott geschwiegen hat. Was für ein langer Zeitraum! Fast 14 Generationen ohne ein Wort von Gott! Kein Prophetenwort. Keine Zeichen. Kein Einziger der mit dem Geist Gottes erfüllt wurde. Da war nur schweigen. 400 Jahre lang. Das ist eine wirklich lange Nacht. Wenn meine Mutter, als ich Kind war, einen Nachmittag lang geschwiegen hat (was sie ab und zu getan hat, wenn sie richtig Grund dazu hatte sauer auf mich zu sein!) dann war das richtig schlimm für mich! Ich habe alles mögliche versucht um sie wieder zum Reden zu bringen. Und wie erleichtert war ich dann, wenn sie am Abend ihr Schweigen gebrochen hat und ich wusste: sie hat mich noch lieb! Und ich frage mich wie man 400 Jahre Schweigen aushält? Was man sich in der Zeit für düstere Gedanken macht.  Da könnte man schon verzweifeln. Da könnte man schon denken, dass Gott sich von uns Menschen abgewandt hat. 
Aber dann: ENDLICH! EIN WORT!!!! Kein Machtwort. Kein Schlusswort. Ein Baby!
Das Wort wurde Fleisch und Blut, und zog in unsere Nachbarschaft. Wir sahen die Herrlichkeit mit eigenen Augen - wie der Vater so der Sohn. (Johannes 1,14, the message)
Gott hat seine Menschen nicht vergessen! Er hat nur seine große Rettungsaktion vorbereitet! Damit wir wieder richtig gut miteinander sein können!  Mit der Geburt Jesu sind die Nächte nicht verschwunden. Wahrlich nicht. Aber die längste Nacht hat die Welt hinter sich. Das große Schweigen ist vorbei. Fürchtet euch nicht - Ihr Menschen seines Wohlgefallens!   Das ist tatsächlich ein richtig guter Grund um heute die Kerzen anzuzünden,  Jubellieder zu singen, einander erleichtert in die Arme zu fallen und jedem der es noch nicht gehört hat diese gute Nachricht zuzurufen: Christ der Retter ist da! Gott sei Dank für Jesus!  (und wirklich: Er ist ganz der Vater!)

Happy Birthday, Jesus! 
Happy Birthday to you! 
and Happy Birthday to me!  



Frohe und gesegnete Weihnachten euch allen!
Und DANKE für euer Mitlesen in diesem Jahr❢❣❣

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Heilige Nacht

Nun sind wir tatsächlich schon kurz vor Weihnachten! Wir haben den ersten Schnee gefeiert. Zuerst  bei einem Kurzbesuch im Schwarzwald und dann sogar vor der eigenen Haustür!






Leider schmilzt in der Stadt die weiße Pracht so schnell dahin. Inzwischen erinnert nur noch ein blauer Eimer und ein rotes Halstuch daran, dass da mal ein Schneemann stand. 
Heute morgen schaue ich nochmal auf die Liste der DInge die vor Weihnachten noch erledigt werden sollten. Sie ist beruhigend klein geworden. Die Geschenke warten noch darauf verpackt zu werden. Trotzdem sitzt die Festfreude noch nicht wirklich in den Startlöchern.  Ich sage müde zu Heio: "Ich bin jetzt schon froh, wenn Weihnachten vorbei ist!"  Wir feiern den heiligen Abend zusammen im Schwarzwald. Mit meiner Schwester und dem Onkel, der jetzt noch alleine in meinem Elternhaus wohnt. Bei dem Besuch letzten Woche habe ich versucht die Wohnung dort ein klein wenig weihnachtlich zu schmücken. Aber es wird nicht über die leeren Regale hinwegtäuschen. Und die leeren Plätze am Tisch.





Meine Gedanken sind bei all denjenigen, die dieses Jahr auch Lücken aushalten müssen. Leere Räume. Weil da jemand fehlt. Jemand der letztes Jahr noch da war. Oder jemand dessen Existenz im eigenen Leben seit Jahren schmerzlich vermisst wird. 
Ich denke an  eine Bekannte deren Mann in diesem Jahr ganz plötzlich verstorben ist. Wieviel Tapferkeit braucht es für sie und ihre Kinder, diese Tage durchzustehen! 
Ich denke an die Freundin deren Hoffnung auf einen Gegenüber mit dem sie durch dick und dünn gehen kann, sich auch in diesem Jahr nicht erfüllt hat. 
Ich denke an meine Weggefährtin die, auch dieses Jahr, Päckchen für die Kinder anderer Leute packen und dabei den Schmerz über die eigene Kinderlosigkeit als Kloß im Hals spüren wird. Du wirst es ihr nicht anmerken. Sie wird deinem Kind über den Kopf streicheln und dir frohe Weihnachten wünschen. Ich werde sie dieses Jahr ein bisschen länger drücken...
Ich denke an all die Menschen, die ihr Weihnachten weit weg von ihrer Heimat feiern, in einem Land wo man in kühlen Amtsstuben seine Geschichte erzählen muß; schlimmste Erlebnisse unter deren Schutt die Seele kaum noch atmen kann. Aber sie werden weiteratmen. Sie werden ihre Kinder ins Bett bringen und im Dunkel  Handybilder von der Heimat betrachten. Damals. Als alles noch gut war.
Und ich denke an die Freundin mit der ich zusammen auf eine Diagnose warte. Ab und zu werden an Weihnachten unsere Gedanken zu dem Arztbrief wandern, zu dem Verdacht auf und dahinter ein Schreckenswort. Und ich werde hoffe und beten, dass wir diese Verdachtsworte im neuen Jahr erleichert streichen können.

Oh weh. DAS soll jetzt eine Weihnachtspost sein?, denke ich beim Schreiben. Soll ich nicht ein paar heitere Worte vor den Weihnachtstagen finden? Und frohe, dankbare Worte gäbe es auch genug zu schreiben. Wirklich.  Es gibt so viel sichtbare Freundlichkeit Gottes die mich lächeln lässt. So viel Gutes was ich betrachten kann, am Ende dieses Jahres (der Jahresrückblick folgt noch). Aber hier und heute soll Platz sein für die leeren Räume. Für das Vermissen. Für die dunklen Nächte in denen wir uns sorgenvoll fragen wie alles werden wird. Wir brauchen das alles nicht an die Seite zu räumen. Im Gegenteil! In eine dieser Nächte wurde Jesus hineingeboren. Ich sehe Maria vor mir. In einer Notunterkunft. In der fremden Stadt. Erschöpft von den Geburtsschmerzen hält sie das kleine wimmernde Wesen in ihren Armen und flüstert: Schön, dass Du da bist Jesus! 
Schön, dass Du da bist Jesus! Auch in unseren Nächten. Du hältst uns alle. ALLE Menschenkinder. Hältst Schmerz und Trauer und Wut. Und dann wischt du die Tränen ab. Eine nach der anderen. Das kannst du so gut: Aus den Nächten eine Heilige Nacht machen. Einfach deshalb weil du da bist!

Ich stell mich ans Fenster, neben all diejenigen, die sich nach dir sehnen. Heiland der Welt. Wir warten auf dich!


GESEGNETE WEIHNACHTEN EUCH ALLEN!!!!

Montag, 21. Dezember 2015

Am Ende wird es hell.

Wie froh bin ich, dass die letzte Nacht vorbei ist. Lange konnte ich nicht einschlafen, hab mich im Dunkel in meinem Bett hin und hergewälzt. Mich quälte meine Schuld. 
Am Abend kam Heio nach dem Gottesdienst müde und erschöpft nach Hause. Er hat tagelang die Predigt vorbereitet, mit unglaublicher Mühe und betendem Herzen. Und dann waren so wenig Leute im Gottesdienst, niemand der hätte Lobpreis machen können, der Kinderraum war von einer anderen Gruppe belegt  und zu allem Übel war auch noch ein Neuer da, der sich nach jahrelanger Pause mal wieder einen Gottesdienst antun wollte. Ausgerechnet bei uns. Ausgerechnet an diesem Sonntag.  Nach dem Schlußgebet hat er fluchtartig unsere Räume verlassen und ich bin auch kurz darauf frustriert abgezogen. Wieso konnten wir nichts besseres "bieten"?! Wieso ist es manchmal  so armselig bei uns? Wo sind die ganzen Leute? Wo ist Gott? 
Ihr merkt: ich war in keiner guten Verfassung.  Heio hätte abends dringend einen warmen Ort und ein bisschen Ermutigung gebraucht - stattdessen habe ihn mit dem ganzen Frust beworfen der sich in meinem Herz angesammelt hat. Es war nicht schön. Samu hat mich immer wieder am Ärmel gezupft und gesagt: "Mama, sag zum Papa: Freund!". Ich sagte ihm: "Ich bin mit Papa nicht sauer, ich bin nur unzufrieden! Manchmal braucht es heilige Unzufriedenheit!"
Oh Mann! Meine Unzufriedenheit war alles andere als heilig. Sie war gemein. Lieblos. Voller Schuldzuweisungen. Irgendwann hab ich Heio angesehen und gemerkt was ich hier eigentlich mache. Ich glaube so etwas kann man auch "Blütenfrevel" nennen: wenn man über zarte Hoffnung trampelt, die Gott im Herz des anderen gepflanzt hat. Ich habe meine Hand ausgestreckt und bittend "Freund" gesagt und mich entschuldigt. Heio hat meine Hand genommen, aber ich habe ihm angesehen, dass meine Worte ihren Schaden angerichtet haben.
Ich konnte lange nicht einschlafen. Meine Schuld lag wie eine dunkle, schwere Decke auf meinem Herz. Ich hatte Heio unrecht getan, hab schlecht über meine - und vor allem Gottes(!!!) - geliebte Gemeinde geredet. Ich habe gebetet dass Gott mir vergibt. Mehrmals. Aber es kam kein Friede. Irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen, aber jedes Mal wenn ich in der Nacht wach wurde, lag die schwere Decke noch auf mir.
Müde bin ich morgens aufgewacht. Der Mann saß schon am Küchentisch und die vier Kerzen vom Adventskranz warfen ihr warmes Licht in den Raum. Ich hab mich zu  ihm gesetzt und gesagt: "Heio, ich weiß, du hast mir vergeben, aber die Schuld bedrückt mich immer noch." Und dann hab ich vor ihm und vor Gott die Dinge nochmal beim Namen genannnt. Meine Schuld bekannt. Und mein Mann - nein mein Bruder in Jesus- hat mir in die Augen geschaut und gesagt: "Christina, ich vergebe dir- und im Namen Jesu: diese deine Schuld ist dir vergeben."
Ich hörte Samuel im Flur singen: "Jesus kommt als Baby, für uns in unsere Welt, Jesus kam in`s Dunkel und macht das Dunkel hell." Und in mir wurde es wieder hell.

Manchmal finde ich es schade, dass wir die Beichte in vielen Kirchen einfach abgeschafft haben. Weil ich glaube, dass manchmal die Schuld so dunkel und erdrückend sein kann, dass ich es nicht mit mir alleine ausmachen sollte- dass es einen Menschen braucht der mir gegenübersitzt, mir liebevoll in die Augen schaut, und mir sagt: "Diese Schuld ist dir vergeben. Auch dafür ist Jesus gestorben."

Und das ist auch die gute Nachricht die wir anderen zusprechen können.
In die Nacht von Bethlehem ist er gekommen und seither ist er in jeder menschlichen Nacht, auch wenn es sie noch so dunkel ist. Dieses Baby in der Krippe wird zu einem Mann aufwachsen der den Menschen, die über ihr Dunkel verzweifeln, liebevoll in die Augen schaut und ihnen Vergebung zuspricht. 

Umso älter ich werde umso mehr merke ich, dass ich nicht nur eine Spur von Segen hinterlasse. Da ist auch eine ganze Menge an Versagen, an versäumten Gelegenheiten, an verletzenden Worte, ja- an Schuld, die mit den Jahren zusammenkommt. Ich brauche einen Erlöser. Und immer wieder Menschen die mir im Namen von Jesus zusprechen dass auch DIESE meine Sünde, vergeben ist.

Und wenn es an`s Sterben geht -die letzte Nacht durch die wir gehen müssen- dann hoffe ich dass  jemand neben meinem Bett sitzt der mir die letzte Beichte abnimmt und mir ganz fest die Hand hält wenn ich meine Schuld in`s Dunkle flüstere und mir zuspricht: "Christina, dir ist vergeben. Auch für diese, deine Schuld hat Jesus bezahlt." Und dann werden auch die Schatten der letzten Nacht weichen und es wird für immer hell.


Jesus, wie froh bin ich, dass du vor über 2000 Jahren in unser Dunkel gekommen bist und heute immer noch in jedes Dunkel kommst. Danke.


 Frohe Weihnachten Euch allen!!!!

Dienstag, 23. Dezember 2014

ein besonderer Gutschein.


Unsere Wochenende haben es in sich. Oft erwarte ich, dass wir als Familie eine schöne Zeit verbringen können und dann bin ich unzufrieden und enttäuscht, wenn es nicht so klappt, wie ich mir das vorstelle. So wie vergangenen Sonntag.

Samu ist mal wieder viel zu früh aufgewacht und wir sitzen müde im Dunkel vor dem Adventskranz, während, gefühlt, ganz Stuttgart noch friedlich schläft. "Ich muss noch ein bisschen was arbeiten", kündigt der Mann an und dieses "bisschen was" zog sich über den ganzen, langen Vormittag. Meine Laune wurde immer schlechter. Ich war enttäuscht und sauer. Der Streit war vorprogrammiert und zog sich über den ganzen Tag.

Abends kam dann Heios Frage: "Beten wir noch zusammen?" Unser Abendgebet ist ihm wichtig (und mir eigentlich auch). Sonntagabend wollte ich es lieber ausfallen lassen. Ich erteile ihm aber großzügig die Erlaubnis, dass er beten darf. Seine Worte waren voll von Dankbarkeit und auch mit der Bitte um Versöhnung. Ich muss ihm widerwillig zustimmen und murmle ein leises "AMEN" unter der Decke. 
Bevor wir einschliefen wollte ich dann doch noch ein bisschen versöhnlich zu sein.  Ich entschuldigte mit halbherzig und fügte seufzend hinzu: "Warum kannst du nicht ein bisschen mehr so sein wie ich?" (Unter uns gesagt: ein schlimmer Gedanke! ;-)).

Ich muß an unsere Hochzeit denken  - auch so ein Tag überfrachtet mit Erwartungen. Während dem Gottesdienst hat uns, unter anderen, meine alte, weise Seelsorgerin gesegnet. Sie ist kurz darauf verstorben und ich bewahre ihre Gedanken wie ein Vermächtnis auf. Die Worte, mit denen sie uns gesegnet hat, habe ich genau aufgeschrieben:

Christina, ich segne deine Nöte und Schwierigkeiten, daß sie zur Herausforderung und zum Leben werden für Heio. Und Heio, ich segne deinen Mangel und Schwierigkeiten, dass sie zur Herausforderung und zum Segen werden für Christina.

Das ist ein ungewöhnlicher Segen. Eigentlich sind es doch vor allem unsere Stärken und Gaben, mit denen wir uns segnen wollen, oder?  Der Gedanke, dass das was mich an Heio nervt und ständig Reibefläche in unserer Beziehung ist, ein Segen für mich sein soll, kommt mir mir nicht sehr oft.

Dietrich Bonhoeffer drückt diesen Segen so aus, dass die Enttäuschung übereinander heilsam ist,  ja wir  sogar dankbar dafür sein können, weil es uns neu bewusst macht, dass wir alle von der Gnade und Vergebung von Jesus leben. 
Das sind krasse Aussagen, nicht wirklich angenehm . Und doch ahne ich, dass dahinter eine große Freiheit für unsere Beziehungen steht.  

Mein Lieblingsprediger Klaus Vollmer hat einmal über seine Gemeinschaft gesagt: "Bei und wird schon vergeben, bevor wir etwas falsch gemacht haben." Wie ein Gutschein, den man jederzeit einlösen kann. 
 In so einer Gemeinschaft würde ich gerne leben!  So eine Gnade würde ich gerne von anderen annehmen, wenn ich etwas falsch mache. 
In meinem letzten Blogbeitrag habe ich mich gefragt, ob ich meinem Herz Gnade schenke. Die andere Frage aber ist:  Bin ich auch bereit, anderen diese Gnade zu schenken, in ihren Schwächen, ihrer Zerrisenheit und Widersprüchlichkeit?

Ich merke oft schon bei den kleinsten Dingen wie "ungnädig" ich oft bin. 
Ich ärgere mich über Heio, der die Schuhe immer erst in der Wohnung auszieht (dass ich das auch oft mache, bemerke ich kaum. Ich bin ja gnädig mit mir!).
Ich bin ungeduldig und genervt, wenn meine Mutter mich nicht richtig versteht (und steif und fest behauptet, dass sie kein Hörgerät benötigt, wir würden alle nur zu leise reden!). 
Wie kann ich mich ärgern über verletzende Bemerkungen und halte es dem anderen innerlich noch vor, während ich Gottes Vergebung für mich gerne annehme!
Und wie enttäuscht kann ich sein, wenn der andere eben so anders ist als ich....

Gnade schenken. Mir selbst UND dem anderen.

Die Weihnachtswoche ist angebrochen. Tage die bei vielen von uns mit Erwartungen vollgepackt sind und bestimmt am Ende auch mit der einen oder anderen Enttäuschung.
Ich bin noch am Geschenke packen und habe doch, mal wieder, vieles nicht geschafft. Keine Weihnachtspost verschickt, nicht mehr geschafft meinen Freunden mit einem Geschenk zu zeigen, dass sie wertvoll für mich sind..

Aber vielleicht kann ich doch noch eine Sache schenken - den Gutschein in letzter Minute! Wenn Erwartungen enttäuscht werden, bei Verletzungen und kleinen Dingen die mich nerven: Gnade schenken. So wie ich auch hoffe, dass sie mit mir gnädig sind!  Zu vergeben, bevor etwas falsch gemacht wird. Ein Gutschein, der nicht verfällt, den man jederzeit einlösen kann.

Mein Herz flüstert mir zu: Christina, das schaffst du doch gar nicht. Mach keine falschen Versprechungen.  Es stimmt, ich habe das nicht in mir. Aber es gibt eine Quelle, von der ich es bekommen kann. Johannes schreibt im Weihnachtsbericht über Jesus:
"Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade um Gnade." 

Das hört sich an als hätten wir ein fettes Gutscheinheft.  Mal sehen, ob ich in den nächsten Tage etwas davon verteilen kann (und ich bin mir sicher, ich kann den einen oder anderen Gutschein für mich selbst gebrauchen!).

In diesem Sinne : frohe Weihnachten euch allen!!!!



Samu, der Hirte

ein tanzender Engel
und ein schwer beschenktes Flüchtlingskind.

Freitag, 27. Dezember 2013

"fröhliche Wut-Nacht"!

Weihnachten ist geschafft. 
Es waren schöne Momente und Begegnungen, es waren auch erinnerungsschwere Gedanken und angespannte Situationen. Meine Herkunftsfamilie, so wertvoll und lieb sie mir auch ist, ist auch ein Minenfeld an alten Geschichten und manchen Verletzungen (für uns alle, glaube ich). Ein falscher Tritt und es kann etwas in mir explodieren und eine Reihe von Gefühlen hochbringen, dass ich vor lauter Wut kaum noch atmen kann.Und manchmal bekommen dann die Leute die mir am nächsten sind und die ich wirklich von Herzen liebe am meisten davon ab.

Gestern saß ich mit Heio vor dem Fernseher und wollte eigentlich die Weihnachtstage entspannt mit dem "Tatort" ausklingen lassen.  Da fällt eine Bemerkung von meinem Mann und ich explodiere. Es ist als würde mich eine Welle von Wut überrollen und ich würde am liebsten irgendetwas zerschlagen (leider war nichts entsprechendes in der Nähe. Ich sollte für solche Fälle unser hässliches Geschirr bereitstellen!).
Vor Jahren hat an Silvester die Frau die über mir gewohnt hat in einem wütenden Moment die ganzen Klamotten und sonstige Dinge ihres Partners aus dem Fenster geworfen. Am nächsten Morgen hing einiges davon im Baum vor unserem Haus - ein interessanter Anblick.
Ich kann diese Frau gut verstehen. Gestern Abend hatte ich leider nur Heios Schlafanzug zum in`s Wohnzimmer schmeissen und die Schlafzimmertüre zum zuknallen. Davon ist Samu aufgewacht und er hat eine ganze Zeit lang wütend geweint. Im Dunkel lag ich neben ihm und habe mich gefragt was jetzt gerade eigentlich passiert ist. Ich habe versucht zu beten, die Gefühle in mir in den Griff zu bekommen.
Aber es war mir als würde mich Gott an der Hand nehmen und mit mir durch die Weihnachtstage gehen. Er hat mir einige Situationen gezeigt die mir wehgetan haben, über die ich aber achtlos hinweggegangen bin. Und irgendwie hat sich da etwas angesammelt was dann auf dem Sofa neben Heio explodiert ist. Es waren keine großen dramatischen Verletzungen die ich abbekommen habe. Ich glaube deshalb nehme ich die Dinge auch oft nicht so ernst und will am liebsten lächelnd darüber hinweggehen. Wer will schon so empfindlich sein? Ich will doch liebevoll und ausgeglichen leben. Aber ich merke, je älter ich werde, dass ich die Dinge nicht mehr einfach so wegdrücken kann und will.  Es gehört vielleicht zum Erwachsensein dazu mutiger sein eigenes Herz anzuschauen, mit dem was in mir ist und nicht mit dem was ich gerne darin hätte.
Meine Mutter war nie wütend, zumindest in meiner Erinnerung nicht. Ich glaube das ist vielleicht ein Grund dafür warum für mich das „wütend sein“ offiziell nicht in meine Welt gehört. Deshalb staut es sich in einem dunklen See tief in meiner Seele an und bricht dann wenn es nicht mehr anders geht an den schwächsten Stellen durch und überschwemmt mein Herz und meine Umgebung. Vielleicht ist es an der Zeit diesen Staudamm zu entlasten, mit Gottes Hilfe einen natürliche Fluss in meinem Leben zuzulassen wo auch Wut und Schmerz da sein darf. Wer weiß ob dieser Fluß nicht sogar Leben bringen könnte in manche trockenen Ecken meiner Seele.

Oh weh- das sind schwere Gedanken, die ich euch hier zumute. Aber ich habe mir fest vorgenommen auf diesem Blog das"ehrlich-sein" zu üben:-).
Eine liebe Freundin hat mir in einer e-mail folgendes geschrieben (nachdem sie mir etwas von ihrem Familienkrach vor Weihnachten und anschließender Versöhnung geschildert hat):

Unser Leben ist immer so unfertig. Nie ist alles toll, oft ahnt man nur, wie´s sein könnte. Es ist immer (wirklich immer) erlösungsbedürftig.

Dem kann ich nur aus vollen Herzen zustimmen.
Und doch, das gehört auch zum "ehrlich-sein" dazu: es waren auch viele schöne Momente in diesen Weihnachtstagen: 
mit "alten" Freunden auf den knarrenden Holzstufen der überfüllten Kirche zu sitzen und der Weihnachtsbotschaft zu lauschen, das Staunen auf dem Gesicht des kleinen Sohnes zu sehen beim Anblick der neuen Eisenbahn, vertraute Rituale aus meiner Kindheit die mich glücklich und wehmütig zugleich machen, Spaziergänge, spielen, Freunde treffen und unerwartete Geschenke dankbar annehmen, stille Freude im Herzen über so vieles was mir geschenkt ist.
 




Steinewerfen üben



Opa ist im Himmel. gell? Ja.



Kuchenklau!
lecker Essen!

schöne Bescherung!  

altes Spiel neu entdeckt




Zeit zum ausruhen und lesen

 

Rockin`around the christmastree


Fix und Fertig. :-)