Samstag, 30. November 2013

Politische Früherziehung!


Gestern sah der kleine Sohn unsere Bundeskanzlerin im Fernsehen und war ganz begeistert von ihrer grünen Jacke (Samu liebt grün!): 
„Grün! Grüüün!" und Freunde! Freunde!", rief er und zeigte aufgeregt auf die nette Dame in grünem Kostüm.
„Angela", sagte ich erklärend.
Heute sah er das obige Bild in der Zeitung. 
"Angela!", rief er freudig. Sogar ohne Kopf erkannt!
 Also wenn sie weiterhin öfters grün trägt, hat sie einen Wähler in 16 Jahre sicher...

 Wünsche Euch allen einen schönes und gesegnetes
1.Adventswochenende!


  Winterstimmung im Schwarzwald und staunen auf dem Schlossplatz:




 

Donnerstag, 14. November 2013

Schmerz lass nach!!!

Heio hat mir einen Gutschein für eine „Thai-Massage“ geschenkt. 
Das ist nichts sexuelles, wie ich mit Erleichterung feststellen konnte, sondern angeblich eine
„ganz entspannte Rückenmassage“, laut meinem Mann- dem Thailandexperten;-).
Also gut, trotz innerer Vorbehalte, ließ ich mich darauf ein (ich bin nicht so der Massagetyp!).
Heute also Samu schnell in der KiTa abgegeben und pünktlich zum Termin erschienen.
Entspannungsmusik empfing mich im Eingangsbereich, der Duft von ätherischen Ölen in der Luft, ich legte mich voller Vorfreude auf die Massageliege, bereit mich richtig zu entspannen.

Es verwirrte mich etwas, dass die Massage an den Füßen begann, aber wahrscheinlich gehört das zur thailändischen Rückenmassage, dachte ich mir.
Da durchzog mich ein stechender Schmerz - WHAT THE F****!!! Die Frau lief über mein Bein und dann den Rücken hinauf!!! Und es war keineswegs eine zierliche Thailänderin, sondern eine muskelbepackte asiatische Kampfmasseurin. Zuletzt hatte ich solche Schmerzen kurz vor Samus Geburt.

 Ich stöhnte schmerzerfüllt auf und es war mir total egal. Es knackte in meinem Rücken und ich sah es schon vor mir: gebrochene Rippen, eingeklemmte Nerven, Lähmungserscheinungen...Ich wollte gerade „aufhören!!!“ schreien, da stieg sie wieder von mir runter.
Jetzt fing sie an mit ihren muskulösen Händen meinen Rücken zu bearbeiten. Nun kommt also die „entspannte Rückenmassage“, dachte ich. 
Ich hatte aber jegliche Entspannung verloren. Die gute Frau saß auf mir und arbeitete sich tief in die Schmerzpunkte meines Rückens. Sie holte Schmerzen hervor an Stellen, die ich bisher noch nie gespürt hatte. Mein gesamter Rücken brannte. Ich dachte daran zu beten, für Thailand, für die Frau auf mir....
„Nicht kämpfen, loslassen!“ befahl sie. Das sagt mir Gott auf ganz oft, aber er rammt mir dabei nicht den Ellenbogen in den Rücken!!! Tränen brannten in meinen Augen. Ich bin eine verweichlichte Europäerin, ich sollte nicht zu Thailändern in Behandlung gehen, die sind doch ein viel härteres Leben gewohnt, so viel Leid und Schmerz was die schon erlebt haben müssen...ich versuche weiter zu beten. 
Dann endlich, nach einer kräftigen Gesichtsmassage und nach mehreren extremen Verrenkungen meines Oberkörpers war es vorbei.
Sie lachte!!! Wirklich! Sie lachte mich aus, glaube ich! „Müssen viel locker sein!“ sagte sie mir, „viel Schmerz!“
„Ja, viel Schmerz!“, sagte ich und musste dann doch auch lachen.
 „Es ist schwer, locker zu sein, wenn ich Angst haben muss, dass sie mir vielleicht wieder auf den Rücken steigen“, wagte ich anzumerken.
 „Jetzt 3 Tage vielleicht Muskelkater und Schmerz, dann besser!“, ermutigte sie mich, meine Bemerkung ignorierend.
Danke. Toll, dann bin ich also in 3 Tagen wieder schmerzfrei, so wie vor der Massage? 
Ich gebe ihr ein reichliches Trinkgeld. Es ist die Dankbarkeit, dass ich überlebt habe. Heimlich teste ich sämtliche Gelenke. Stelle erleichtert fest dass ich mich noch einigermassen bewegen kann. Nur die Fingerspitzen fühlen sich betäubt an. Das kann aber auch psychosomatisch sein.
„In 2 Wochen wiederkommen!“, befahl sie mir. „Ja“, sagte ich und ich hoffe, Gott verzeiht mir die Lüge. Ich konnte dieser Frau nicht wiedersprechen.  Sie kann bestimmt auch Kung-Fu!
Vor der Praxis klingelt mein Telefon. „Und, war`s schön?“, fragt der Mann.
„Erzähle ich dir zuhause“, sage ich mit drohender Stimme bevor mir das Hany aus den tauben Fingern fällt.

PS: schönen Gruß auch an die lieben Freunde für diesen tollen Tip! ;-) 




Samu hat es nach meinem Bericht gleich nachgespielt.
Und wenn er auf meinem Rücken hängt, tut es schon nicht mehr so weh!
 

Mittwoch, 6. November 2013

Unterwegs...

Vergangenes Wochenende war ich mit dem Zug unterwegs, nach Holland, zur Hochzeit einer Freundin.

Mein immer positiv denkender Mann (wenn es um öffentliche Verkehrsmittel geht!) meinte: „Na, freust du dich schon auf die entspannte Fahrt?“
„Mal schauen“, war meine eher skeptische Antwort. Meine bisherigen Bahnfahrten sind mir in keiner guter Erinnerung.

Bereits auf der Hinfahrt wurde klar, dass meine Sitzplatzreservierungen falsch ausgestellt waren (auf 1. Klasse) und ich somit erst mal auf Platzsuche gehen musste. Aber das war OK, sonst lief alles ganz gut.
Am fremden, dunklen Bahnhof wurde ich tatsächlich von Freunden der Braut abgeholt. Ich hatte sie vorher noch nie gesehen, als Erkennungszeichen hielten sie die Hochzeitseinladung hoch.

Die Trauung war dann sehr bewegend:
Meine Freundin gab ein „Bekenntnis“ ab, über ihre Beziehung. Sie sprach unter Tränen von ihrem Wunsch ihr Mann würde Jesus kennenlernen und von ihrer große Freude darüber, dass sie sich nun heute gemeinsam mit ihren zwei Kindern unter den Segen Gottes stellen wollen.
Dann folgte ein fröhliches Fest mit Bergen von Essen, Musik und Tanz.

Nach einer kurzen Nacht lag nun die Rückfahrt vor mir.
In Arnheim konnte ich mit größter Mühe noch einen kleinen Stehplatz im Gang ergattern.
Die Luft war stickig, mir wurde immer schlechter und ich hatte Angst die 2 Jungs, die mir gegenüberstanden, vollzukotzen.
Kurz vor Duisburg wurde ich von dem Gedanken etwas abgelenkt, weil die ältere Frau neben mir kollabierte.
Wieder bei Bewusstsein zeigte sie Herzinfarktsymptome.
Das Durchkommen zum Schaffner war unmöglich- ich war kurz davor, die Notbremse zu ziehen.Nach 1. Hilfe Maßnahmen meinerseits, dem endlich heran eilenden Schaffner und der Suche nach einem Arzt im Abteil, wurde der Notarzt gerufen.
Mit einiger Verspätung ging es nun weiter.
In Köln mussten dann alle Fahrgäste den Zug verlassen - aus technischen Gründen.
Endlich die Weiterfahrt nach Frankfurt und dann - wieder mit Verspätung die letzte Strecke nach Hause.
Meine Verzweiflungs-SMS an Heio wurde mit „WIR WARTEN AUF DICH AM BAHNHOF! FREUEN UNS SEHR!“ beantwortet. Was für ein Hoffnungsstrahl!!!
Die letzten Kilometer konnte ich dann sogar problemlos im Gang auf meiner Tasche sitzen (ein Luxus!), und zwar direkt vor dem Abteil „Kids on tour“(kein Luxus!).
Eigentlich wollte ich auf der Rückfahrt ein Buch weiterlesen.
Aber passend zu allem gab es nur eins: die Tote Hosen, GANZ LAUT.

Mit dröhnendem Kopf stieg ich am hell erleuchteten Heimatbahnhof aus.
Da standen meine zwei Männer und umarmten mich. Samu hat bei meinem Anblick: „GRÜN!GRÜN!GRÜN!“ geschrien.
Denke mal weil es seine Lieblingsfarbe ist (und hoffentlich nicht meine Gesichtsfarbe war) und er seiner Wiedersehensfreude damit Ausdruck geben konnte.

Die letzten Tage habe ich mich in Gedanken mit einer bevorstehenden Predigt befasst.
Ich dachte darüber nach, wie toll es ist zu wissen, dass am Ende unseres Lebens jemand auf uns wartet. 
Kein Fremder am dunklen Bahnhof, der die Hochzeitseinladung hochhält, damit wir ihn erkennen, sondern unser geliebter Freund und König wird mit offenen Armen auf uns warten.
Wahrscheinlich werde ich so etwas sinnloses wie „GRÜN!GRÜN! RÜN!“ rufen, wenn ich ihn sehe, aber das ist dann nicht wichtig.
Die Beschwerlichkeit der Reise wird im Rückblick kaum in`s Gewicht fallen, auch nicht für das schwerste Leben.
Ja, es werden noch liebevoll Tränen abgewischt - und dann werden segnende Hände auf uns gelegt, es wird ein Hochzeitsfest geben, Berge von Essen (hoffe ich), Musik und Tanz.

Helmut Thielecke schreibt:
Das ist das Wunder des Evangeliums: Nicht nur wir sind auf dem Weg.
Es kommt uns auch einer entgegen, der uns kennt.
Das letzte Geheimnis der Geschichte heißt:
Es gibt für uns alle eine Heimkehr, weil es eine Heimat gibt.