Donnerstag, 10. Februar 2022

What's your season?

Gestern war ich bei meiner Schwester zum Kaffeetrinken. Sie ist nur knapp zwei Jahre älter als ich und doch schon in einer ganz anderen Lebensphase. Vor kurzem sind ihre beiden Kinder ausgezogen. Mein Schwager hat kurzerhand eine Wand eingerissen und zwei ehemalige Jugendzimmer in einen großen gemütlichen Aufenthaltsraum verwandelt - viel Platz, um ihre neue Zweisamkeit zu genießen! Aber nicht nur an der Raumaufteilung ist erkennbar, dass ein anderes Kapitel in ihrem Leben aufgeschlagen wurde. Meine Schwester hat eine Leitungsaufgabe in einer neugegründeten Gemeinde übernommen und  gerade ihre erste kleine Predigt seit ganz langer Zeit gehalten. "Mir kommt es vor als hätte ich nach vielen Jahren  meine Stimme wiedergefunden!", sagt sie, selbst noch ganz erstaunt. Ich staune auch. Und freue mich mit ihr.  Es ist als hätte Gott ein paar längst vergessene Dinge und verloren geglaubte Projekte für sie aus der Ecke gezogen, den Staub abgeklopft und fröhlich gesagt:  "Wie sieht's aus, sollen wir hier vielleicht mal weitermachen?"

Noch ein paar Tage zurück: Ich sitze mit einer Freundin aus Berlin im Cafe. Sie ist gerade mittendrin in der Kleinkindphase.  Erzählt von ihrer quirligen Dreijährigen und einem nachtaktiven Einjährigen. Ich sehe wie tapfer sie sich durchkämpft ("spätestens nach zwei schlaflosen Nächten fange ich an genervt zu werden!") und das Mama-Strahlen in ihren Augen. Denke zurück wie das bei uns war und bin ganz dankbar für das, was jetzt ist (nie hätte ich gedacht, dass unser Kind mal länger als bis 6 Uhr morgens schläft - aber das Wunder geschah und geschieht weiter!). Wir reden auch ein wenig von unseren Träumen. Von dem was gerade liegenbleibt, was alles nicht möglich ist, weil einfach wenig Raum und Kraft dafür ist. Und nach einem kurzen, innigen Gebet füreinander sprintet die Freundin zurück zu ihrem kleinen Jungen, der gestillt werden will. Atemlos und wundervoll ist sie, diese Lebensphase.

Know your season!, dieser Satz fiel mir in letzter Zeit immer mal wieder ins Herz. Ich glaube es ist so wichtig für ein gutes Leben die Lebensphasen zu erkennen, in denen wir uns befinden. Manche Zeiten sind nicht so klar und offensichtlich wie bei meiner Schwester oder der Freundin. Ich stecke irgendwo zwischendrin. Vieles ist nicht mehr und anderes ist noch nicht.  Gerade habe ich ein längeres Schreibprojekt abgeschlossen und da steigt die leichte Panik auf: Was soll ich denn jetzt TUN? Da ist etwas, was mich innerlich antreibt und mich mehrmals am Tag meine mails checken lässt - nur für den Fall, dass ich die Welt retten müsste... Nach einer vollen Zeit zur Ruhe zu kommen fällt mir wirklich schwer. Heute habe ich diese Worte neu entdeckt, in einer Erklärung zu der Jesusgeschichte, als er seinen Jüngern, nach einem aufregenden Einsatz für den Herrn, ins Boot verfrachtete und sie an einen einsamen Ort brachte:

Das Herz der Jünger Jesu war voll von dem, was sie für ihren Herrn getan und gesagt hatten. Nun sollte es wieder voll werden von dem was er ihnen sein wollte.   
(aus: Hanspeter Wolfsberger & Evelyn Hause: Stille suchen - im Schweigen hören)
Das will ich - that's my season! Zurückkommen zu dieser tiefsten Berufung: Bei Jesus sein. Nur ihn haben. Auf ihn hören. Meine Identität nicht in dem suchen, was ich tue, sondern darin wer ich bin und was Jesus mir sein will. (deshalb laufe ich gerade ziemlich oft mit diesem tollen Lied auf den Ohren über die Felder). 
Und nebenher will ich immer mal wieder leise und neugierig fragen: Was hast du als nächstes mit mir vor? Soll ich weiter meine Stimme erheben? Willst du ein altes Projekt aus der Ecke ziehen bei dem du mit mir weitermachen willst wo wir aufgehört haben? Oder wollen wir vielleicht zusammen die eine oder andere Wand einreißen und Platz für etwas neues schaffen, was mir eventuell den Schlaf rauben und meine Augen zum Strahlen bringen wird? 
Ich habe keine Ahnung was als nächste dran ist. Oder vielleicht doch: Mittagessen kochen. Hausaufgaben betreuen. Arzttermine ausmachen, die ich lange vor mir hergeschoben habe. Spaziergang und Einkauf verbinden. Schönheit betrachten. Ein Geburtstagspäckchen zur Post bringen. Zweisamkeit mit Jesus genießen.  My season.  Frühjahr 2022.  Alles andere wird sich finden.


Mittwoch, 2. Februar 2022

Hard to say I'm sorry

Gestern kam ein bedrücktes Kind nach Hause. Nach einem recht schweigsamen Mittagessen und sehr zähen Versuchen Englisch zu lernen, bricht es aus ihm heraus: "Ich habe keinen Freund mehr!" Nach einigem vorsichtigen Nachfragen kommt die Geschichte ans Licht. Er hat seinen besten Freund verletzt und ihm wehgetan. Stumm sind sie danach nebeneinander im Bus gesessen und ohne ein Abschiedswort auseinandergegangen. Nun leidet der Übeltäter. Zusammen überlegen wir, was er tun könnte, um sich wieder zu versöhnen. Aber egal was ich vorschlage - er traut sich nicht. Unglücklich verzieht er sich an seinen Schreibtisch. Nach  einiger Zeit taucht er wieder auf, ein Papierherz in der Hand. Darin eine Süßigkeit und ein hangeschriebenes: Es tut mir leid! Das wollte ich nicht. In Begleitung seines Vaters, macht er sich mit  schweren Schritten auf den Weg zum Haus des Freundes. Minutenlang stehen sie vor der Haustür bevor er klingelt. Der Freund, der nun vielleicht für immer keiner mehr ist, macht auf. Bekommt das Herz überreicht. Mit einem zaghaften: "Es tut mir leid!" Die Antwort kommt prompt: "Ist schon ok. War doch nicht so schlimm." Die Mutter ruft "Komm doch noch rein!" und die Welt ist wieder in Ordnung.

Abends spielen wir mit dem erleichterten Kind noch eine Runde Karten. Heio ist wie immer nicht nur Mitspieler sondern auch Schiedsrichter und als solcher legt er die Regeln mehr als korrekt aus. Eine Eigenschaft, die mich auf die Palme bringen kann! (oder wie die Psychologen so schön sagen: Es triggert mich!) An diesem Abend eskaliert das Ganze. Ich sage Dinge, die ich besser nicht gesagt hätte, schmeiße die Karten wütend auf den Tisch und verlasse das Zimmer, ein bekümmertes Kind und einen verblüfften Spielleiter zurücklassend (hat er sich aus seiner Sicht doch nur völlig korrekt verhalten!). Es dauert länger bis wir wieder zusammen finden. Auch heute morgen spüre ich, dass unsere kleine Welt noch nicht ganz in Ordnung ist. Und wie schwer mir das "Entschuldige bitte!" fällt. Weil da ein Teil in mir sich gar nicht entschuldigen will! Weil ich immer noch davon überzeugt ist, dass ICH doch Recht habe! Und es irgendwie auch um mehr geht als um dieses blöde Spiel. Und überhaupt: Ich entschuldige mich doch immer! Und Heio enschuldigt sich nie! (Merke: Immer und Nie sind zwei unversöhnliche Freunde, die nie die Wahrheit sagen!) Ich ringe mit mir. Bringe ein halbherziges Enschuldigung hin, das ich bei meinem Kind nur augenrollend akzeptieren würde, und verkrieche mich vor den Computer. Schreiben ist manchmal eine hervorragende Tätigkeit, um sich vor wichtigen Dingen zu drücken (auch gut: bei Google-Earth alle Häuser, in denen man jemals gewohnt hat über Streetview betrachten). Aber ich drücke mich nur so halb. Ich schreibe ja schließlich darüber! Und ich frage mich ob es als Kind leichter war, sich zu entschuldigen? Nicht einfacher. Einfach ist es nie. Aber es gehörte einfach dazu!  Man streitet und dann versöhnt man sich wieder. Immer mal wieder beobachte ich staunend wie ein kindlich zerknirschtes und halb verschlucktes "Tschuldi...!" ein strahlendes "Angenommen!" auslöst und Zwei, die sich eben noch geschworen haben NIE WIEDER miteinander zu spielen, Arm in Arm abziehen, als wäre niemals was gewesen. 

Nun bin ich weit davon entfernt, kindliches Verhalten zu idealisieren - weiß ich doch von mir selbst, wie grausam und gemein Kinder auch sein können. Aber das mit dem versöhnen und vergessen - das können sie wirklich gut. Mensch, was wäre das, wenn wir Erwachsene das wieder lernen könnten?! Wenn ein Staatsoberhaupt sagen wurde: "Tschuldigung, war blöd, was wir da gemacht haben!" Und der andere ihm mit einem erleichterten "Angenommen!" ins Wort fällt. Und dann fängt man wieder zusammen von vorne an. Ja, ich weiß, so einfach ist es nicht.  Das sagt mir mein Schiedsrichter von gestern abend. Über den eigene Schatten springen ist echt schwer! Und seine eigenen Wunden anschauen (lassen) ist auch nicht einfach. Und die Welt ist komplex und die Schuldgeschichten oft sehr verstrickt. Das ist alles wahr. Und doch. Ich glaube es ist das, was es so dringend braucht: Dass da einer Mal sagt: "Entschuldigung, vielleicht habe ich dich einfach falsch verstanden! Erklärst du mir's nochmal?"  Dass da einer die Waffen sinken lässt und den ersten Schritt macht, auch wenn er das Gefühl hat, der andere hat auch ganz schön viel kaputt gemacht. Dass jemand mal einen Kniefall macht wo andere in Verteidigungsstellung gehen. Dass  sich einer mit einem roten Papierherz zaghaft auf den Weg macht. Und dass da jemand die Tür aufmacht anstatt sich zu verbarrikadieren und "Angenommen!" sagt. Dass da einer den Groll und die stillen Vorhaltungen in dieTonne klopft und Seelenschmerz zu Kompost verwandeln lässt. Dass jemand noch eine zweite und dritte Chance verteilt mit einer Großzügigkeit, als hätte er noch eine ganze Kiste davon im Keller. Und dass einer die Regeln und wer jetzt eigentlich dran wäre  mal unter den Tisch fallen lässt - ach, all das braucht unsere Welt so sehr! 

Und jetzt drücke ich mich nicht länger. Manchmal bringt mich das Schreiben nämlich auch dazu, etwas anzugehen. Ich werde einen Kaffee kochen und mich entschuldigen. Und eine Sache kann Heio Gott sei Dank richtig gut: "Angenommen!" sagen. Und dann fangen wir mal wieder von vorne an. 


Dienstag, 25. Januar 2022

Heimatboden

Es ist ein wiederkehrender Traum der letzten Wochen: Ich bin in meinem Elternhaus. Meine Mutter, mein Vater oder mein Onkel sind auch da. Wir sitzen am Wohnzimmertisch und plötzlich durchfährt mich der Schreck: Wir dürfen doch gar nicht mehr hier sein! Das Haus gehört uns nicht mehr! Und das muss ich den anderen möglichst schonend beibringen und uns dann alle schnell und unauffällig aus der Wohnung lotsen. An der Stelle wache ich meistens erhitzt und mit klopfendem Herzen auf.
 
Ich muss keinen Therapeuten aufsuchen, der mir erklärt, was das bedeutet. Die Sache ist ziemlich offensichtlich. Mein Unterbewusstsein versucht die Tatsache zu verarbeiten, dass ich auf dieser Erde nun keinen Heimatort mehr habe.  Natürlich habe ich ein Zuhause - wofür ich wirklich dankbar bin! - aber der Ort an dem ich mich zutiefst verwurzelt habe, den meine Familie seit drei Generationen mit Leben gefüllt hat , steht mir nicht mehr als Zufluchtsort zur Verfügung. 
Kurz vor Weihnachten haben wir die Schlüssel abgegeben und es ist wahrscheinlich die Endgültigkeit daran, die es zu verarbeiten gilt. Da ist plötzlich ein Stück Trauerarbeit, mit dem  ich so gar nicht gerechnet hätte. Schließlich ist es ja nur ein Haus! Und doch eben so viel mehr als nur ein Haus. Es war im besten Sinn ein Heimatort. So ein Ort entsteht über viele Jahre an denen wir, so wie wir sind, auftauchen können und willkommen geheißen werden; weit über unsere Kindheit hinaus! Wir oft bin ich als junge Erwachsene, nach anstrengenden Dienstwochenenden, heimgefahren, habe mich, ohne große Erklärungen aufs Sofa geworfen und konnte einfach da sein. Wie sehr habe ich es dann genossen,  an der Seite meiner Mutter, meinem Kind die Orte zu zeigen, die ich als Kind entdeckt und geliebt habe. Und mitten in der Coronazeit, als nur noch das Haus da war, wurde es uns nochmal zum Zufluchts- und Segensort. 
 
 


Und nun ist das Kapitel beendet. Arm in Arm mit meiner Schwester bin ich noch einmal durch die Räume gegangen. So viele Bilder, so viele gemeinsam erlebte Geschichten tauchten vor uns auf. Ein letztes Mal standen wir dann, gemeinsam mit unseren Männern, im Wohnzimmer. Wir haben Gott für die Menschen gedankt, die diesen Ort für uns zur Heimat gemacht haben und für alles was wir hier von ihnen empfangen haben (da ist ein Erbe, das so viel mehr Wert hat, als irgendeine Zahl auf dem Bankkonto!). Dann haben wir uns spontan an den Händen gefasst und gemeinsam das Vaterunser gebetet. Es war ein Moment, in dem die Wand zur unsichtbaren, ewigen Welt durchlässig schien. Als hätten sich noch diejenigen dazugestellt, die vor uns gewesen sind und uns mit diesen Worten und dem Glauben gesegnet haben. Als wir dann tränenblind die Treppen hinunterstolperten, dachte ich: Was für ein guter Abschied!
Aber nun fühlt es sich trotzdem noch nicht abgeschlossen an. Es ist als wäre da ein wichtiger Teil von mir entwurzelt und ich trage ihn schutzlos durch die Gegend. Heute, nachdem ich eine kleine Runde über den Boden gelaufen bin, der wahrscheinlich für unser Kind die Heimaterde werden wird, saß ich für eine Weile still auf einer Bank. Im Rücken die Wintersonne. Vor mir mein langer Schatten und ein umgegrabener Acker. Und da war diese sanfte Frage von Jesus:  Willst du deine Wurzeln bei mir einpflanzen? Darf ich dir Heimatboden sein? Darf ich genug für dich sein? Ich höre hin. Spüre wie meine Seele zögert. Ob Jesus wirklich genug ist. Ob ich nicht auch handfesten Boden brauche. Aber ich ahne, dass es hier um mehr geht. Um etwas, was den Nährstoffgehalt jedes Bodens dieser Welt weit übersteigt. Es geht um den Ort, wo wir immer willkommen sind. Zufluchtsort. Wo wir sein dürfen. Mit Licht und Schatten. Wo wir vorbehaltlos und immer geliebt werden. Wo alle unsere Geschichten erwartet, gesehen und vollendet werden. Wieder kommt mir das Zitat von Henry Nouwen in den Sinn, das ich schon öfters zitiert habe:
Unser wahres Sesshaftwerden besteht darin, 
immer tiefer in dem Herzen Jesu zu ruhen.
Nun hat ein neues Kapitel und ein neues Jahr begonnen. Und in dieser Winterruhe, in der Zeit in denen die Ackerböden noch einmal ganz tief umgegraben werden, will ich mein Herz ganz  neu Jesus hinhalten. Ich hoffe, dass er mich einpflanzt und verwurzelt und ich neu aufblühen kann in dieser Liebe, die mir genug sein will. Und dass hier langsam die Frucht aufwachsen kann, nach der ich mich so sehne: Dass auch ich genug bin. Dass ich sein darf. Weil mein unruhiges Herz seinen Heimatboden gefunden hat. In Jesus.
 
 

Donnerstag, 20. Januar 2022

5000 Gründe

Heute feiere ich ein kleines Jubiläum:  Ich bin beim 5000. Grund in meinem Danke-Buch angekommen! (hier habe ich über den 1000.  geschrieben) Es ist so etwas wie eine Halbzeitpause, einfach weil so gerne dieses Lied mal von ganzem Herzen mitsingen will: Von deiner Güte will ich immer singen, 10 000 Gründe gibst du mir dafür :-). 
Aber wahrscheinlich schreibe ich auch nach dem 10 000 Grund noch weiter. Weil ich merke, dass mir das Aufschreiben so gut tut. Es ist nämlich keine große Leistung und ich will hier nicht wirklich mit irgendwelchen Zahlen prahlen. Als ich vor drei Jahren das erste schöne Notizheft gekauft, hat es zwar ein paar Wochen gedauert bis die Dankesliste zur festen Gewohnheit wurde, aber nun ist es immer ein echter Segensmoment des Tages, auf den ich  mich freue. Egal wie es mir geht und wie wenig dankbar ich mich gerade fühle: Spätestens wenn ich beim dritten Punkt angelangt bin, merke ich wie reich mein Leben ist. Und gleichzeitig denke ich dann auch, dass es ja kein Wunder ist, dass ich dankbar bin, und ach ja, warte nur mal ab wenn die richtig harten Zeiten kommen, was dann passiert.... und ein Teil von mir muß dem auch kleinlaut zustimmen. Aber nun, in dieser kleinen Halbzeitpause, kommt mir noch ein ganz anderer, und viel hellerer Gedanke: Vielleicht bin ich nicht (nur) deshalb dankbar weil mein Leben so reich ist, sondern vielleicht empfinde ich mein Leben so reich, weil ich der Dankbarkeit Raum gebe. Langsam wird sie eine vertraute Mitbewohnerin, die immer wieder ihren Teil zu einer guten Atmosphäre in unserem Haus beiträgt - was mir mein Mann tatsächlich auch bestätigt! Natürlich ist da noch ganz viel Platz nach oben (was mein Mann ebenfalls bestätigt ;-)) aber ich bin ja erst mittendrin und  wie mir gestern ein trauriger Fussbalfan erklärt hat, der bereits in der ersten Halbzeit ins Bett musste: "In der zweite Halbzeit passieren immer die besten Sachen, Mama!" Da bin ich ja mal gespannt.
Und für diese latente Angst, die immer wieder wie ein miesepetriger Nachbar neben mir auftaucht, dass um die Ecke schon die schweren Zeiten warten - und  warte nur ab, das dicke Ende wird schon noch kommen! - habe ich diese Worte ganz persönlich genommen, die ich kürzlich in einer Predigt von Johannes Hartl gehört habe:
Du hast ein reiches Leben!
Reich an Menschen, Farben und Begegnungen.
Und auch in schweren Zeiten gibt es Lebensreichtum!
Es muß nicht immer Frühling sein und nicht jeder Traum wird wahr.
Du bist aber immer umgeben von Liebe.
Gott hat immer Lebensreichtum für dich.  
Das will ich glauben. Und ich erlebe es ja jetzt schon, auch an den weniger guten Tagen: Ich bin immer umgeben von Gottes Liebe.  Und: Er hat immer Lebensreichtum für mich! Manchmal muss ich danach graben - mit meinem Stift als Spaten! - und machmal liegt der Reichtum so offensichtlich vor meiner Nase, dass ich gar nicht lange danach suchen muß:

5001. Morgenhimmel


5002. die Männer von der Müllabfuhr


5003. Präsenzunterricht. Zeit zum Schreiben.

5004. Ein Stück Himmel in der Post! 


5005. Einladung zum Freundinnenfrühstück. Dass ich Freundin sein darf.

5006. Sonnenstrahlen auf dem Mittagstisch 


 

5007. Winterbäume. Knorrig und wunderschön. (so altert man in Würde)


5008. erste Weidenkätzchen 



5009. Ein Naturfilm über die Nordsee, der uns zum Staunen bringt, mit launigem Kommentator (über einen Hummer: "Diesen Kollegen kennt man sonst nur auf Eis, am Galabüffet!")

5010. Tolle Kinderbücher zum Vorlesen, die einen lebendigen, fragenden Glauben vermitteln


5011. Der Herrnhuter Stern, der uns abends leuchtet

 

5012. EIn "Ich hab dich lieb" am Ende des Tages.

Mittwoch, 12. Januar 2022

Mach langsam.

Ein neues Jahr hat begonnen und es klingt ganz beschwingt: 2022! Ich muß zugeben, dass ich mich  nicht ganz so beschwingt fühle. Geht es euch auch so? Der Neustart fällt mir in diesen Tagen so richtig schwer. Nicht nur die ersten Sätze beim Schreiben. Auch das Aufstehen am Morgen nach den Ferien. Oh, wie haben wir an das schöne Ausschlafen und die langsamen Tage gewöhnt! Und nun soll alles schon vorbei sein? Auch mein digitales Fasten geht nun ganz plötzlich zu Ende. Die 4-wöchige Pause hat gut getan. Die Erkenntnis, dass es so gut ohne mich geht. Dass viele Informationen, Kontakte und Gruppenmitgliedschaften nicht nur belebend und gut sind, sondern manches auch zu viel für die Kapazität meiner Seele geworden ist. Jetzt bin ich vorsichtig wieder eingestiegen und es fühlt sich an wie mit dem ganzen Rest meines derzeitigen Lebens: Am liebsten würde ich mich noch eine ganze Weile unbemerkt in die letzte Reihe setzen und langsam zu mir kommen.

Gestern, auf dem Weg zur Post, ist mir eine Freundin begegnet, die gerade ihr Sabbatjahr macht. Wir haben uns kurz unterhalten und ich habe etwas von ihrer frischen Freude eingeatmet, dass noch einige weitere Monaten vor ihr liegen, in denen sie sich ausgiebig Zeit gönnen kann. Auch Heio ist dabei eine längere Sabbatzeit für die zweite Hälfte dieses Jahres zu planen und ich kann spüren, wie ihm das jetzt schon eine leichtere Gangart gibt. Ach, wir brauchen Pausen! Nicht nur die kurzen sondern gerade auch die ausgiebigen Ruhezeiten, die uns nicht nur ein paar Tage Unterbrechung vom Alltag sondern "Rekreation" schenkt - dieses alte Wort für Ruhe. Tomas Sjödin schreibt so gut darüber:

Rekreation bedeutet wörtlich "neu schaffen", "noch einmal schaffen"...und genau wie die Erschaffung der Erde nicht nach einer Woche abgeschlossen war, so müssen auch unser inneres Leben und unsere Gedanken umgestaltet und erneuert werden, immer und immer wieder.  Genau das ist Re-kreation. Wir entscheiden uns für das Nichtstun und lassen das, was dann geschieht, mit uns geschehen. Wir ruhen vom Fortschritt, von allen Verbesserungen und Veränderungen und lasssen alles für eine Weile so wie es ist. Und verrückterweise kann daraus etwas wachsen, ganz  unverkrampft. Wir lassen uns selbst, unsere Wege und Entscheidungen in gewissem Maße neu schaffen.

 (T.Sjödin in: Warum Ruhe unsere Rettung ist) 

Während ich das hier aufschreibe spüre ich diese Sehnsucht in mir nach Rekreation. Nicht nur ein paar Ferientage zu haben, in denen wir mal wieder ein bisschen aufatmen können, um dann genauso weiterzumachen wie vor der Pause, sondern noch ein wenig länger still zu halten, damit etwas in mir umgestaltet werden kann und vielleicht etwas ganz  neues aufwächst.  Nun kann ich natürlich nicht einfach die Ferien für mich und das Kind noch ein paar Wochen verlängern. Leider. Aber ich könnte in einem ruhigen Tempo beginnen und auf meinen Körper hören, der seit einigen Tagen ganz laut "Mach langsam! Bitte!" ruft.  Zu oft in meinem Leben habe ich alles in mir ignoriert und bin losgespurtet, nur um dann hinter der ersten Kurve wieder erschöpft zusammenzubrechen.

Über der Schöpfung liegt in diesen Tagen eine Ruhe, die auch noch einige Wochen anhalten wird. Es ist eine Einladung, an alle Geschöpfe dieser Erde, noch ein bisschen dabei zu sein. Kerzen anzünden. Wintertee trinken. Gedanken aufschreiben. Hinhören. Unserer Sehnsucht nachspüren. Kleine Spaziergänge am Abend machen. Die Stille und das Warten das  noch über der Natur liegt, aufnehmen. Nicht zu früh mit dem Frühjahrsputz starten oder die Dinge schnell aufholen wollen, die liegengeblieben sind.  Vielleicht können wir einfach alles noch für eine Weile so lassen wie es ist. Die Sterne am Fenster und das Laub auf den Blumenbeeten, wo sich unter der Stille schon neues Leben formt. 

Re-kreation.

Ganz still fängt Gott neu mit uns an. 


Mittwoch, 22. Dezember 2021

Fürchtet euch nicht!

Wir sind mitten im weihnachtlichen Endspurt. Samuels Adventskalender zufolge müsste es seit gestern schon Weihnachten sein, aber wir haben zum Glück noch zwei Tage. Heute Nacht lag ich um drei Uhr wach, um mir über das Weihnachtsessen klar zu werden und eine Einkaufsliste aufzustellen. Da Heio glücklicherweise auch nicht schlafen konnte, haben wir gleich den Gottesdienst für Heiligabend besprochen (warum habe ich nur die Verantwortung dafür übernommen?).  Und in der noch verbleibenden Zeit bis zum Morgen bin ich immer wieder aus Albträumen hochgeschreckt in denen ich in einer großen Halle, vor vielen  Menschen - die zu dicht beieinander saßen und keinen Mundschutz trugen! - etwas vorführen sollte und ich hatte keine Ahnung, was es war. Bevor ich nun müde die letzten Erledigungen mache und versuchen werde unser Chaos in der Wohnung wenigstens oberflächlich zu beseitigen, will ich euch noch einen Weihnachtsgruß schicken; mit ganz viel Dankbarkeit im Herzen, für euer treues Mitlesen, auch in diesem Jahr! Dass ihr euch immer wieder die Zeit dafür nehmt hier vorbeizuschauen, das ist ein großes Geschenk für mich! Als kleines Dankeschön schicke ich euch einen Weihnachtstext, den ich im letzten Jahr für den lebendigen Adventskalender hier am Ort geschrieben habe. Ich  musste ihn kaum umändern, damit er in diesem Jahr nun auch wieder passt. Leider. Vielleicht könnt ihr ihn in einem ruhigen Moment lesen - falls es sowas bei euch in diesen Tagen gibt ;-)

 

 

Fürchtet euch nicht.

Stand der Dinge, kurz vor Weihnachten:

  • Besinnliche Abende bei Kerzenlicht.
    Gelang auch in diesem Jahr leider oft nicht.
     
  • gerissener Geduldsfaden mit Mann, Kind undsoweiter: 
    Unzählige Male. Leider.
     
  • Müde Tage: Zu viele davon.
    Geschenke: leider doch wieder welche von Amazon. 

  • Weltlage und Situation im Land:
    weiterhin sehr angespannt. 

  • so viel: Bange machen 
    und: trotzdem weitermachen!
  • So viel: Fahren auf Sicht.

    So wenig: Fürchte dich nicht. 

Jetzt aber! Kurz vor Weihnachten!  Eine andere Geschichte: Dunkles Feld. Hirten bei der Arbeit. Systemrelevant. Zumindest für ihre Schafe. Nachtwache. Zusammen mit allen, die nicht schlafen können. Schwierige politische Lage. Grübeln in Dunkel. Glut die langsam verlöscht. Kälte die unter die Haut kriecht. Brennende Augen. Pflichterfüllung. Weitermachen.

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Hinter den Kulissen: Ein Engelsheer nimmt Aufstellung. Räuspern. Kichern. Vorfreude. Gottes Lächeln: JETZT! Vorhang auf. Warmes Licht. Ganz warm. Unter die Haut, bis ins Herz. Glucksendes Lachen: Wir verkünden euch große Freude!

UNS?

Ehrlich?

Ihr werdet finden.

Ein Kind. In der Krippe.

Ach und, vergessen am Anfang: Fürchtet euch nicht!

SIEHE!

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Und die Hirten: Plötzlich hellwach. Machen sich auf.  Stolpern im Dunkel mit dreckverkrusteten Schuhen. Schafe blöckend hinterher. Wissen nicht wirklich wohin. An die erste Tür geklopft. „Aber das ist doch ein Stall!“ Fragen können wir. Und dann: Dampfender Tieratem. Petroleumduft. Windelgeruch. Und mittendrin:

Ein schlafendes Baby.

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Manchmal, wenn die Angst mich packt, mitten in der Nacht, lege ich mich neben mein schlafendes Kind. Ich höre auf seinen ruhigen Atem. Sehe sein entspanntes Gesicht. Es gibt wenige Dinge, die mich so zur Ruhe bringen und meine Angst besänftigen können wie dieser Anblick. 

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In der Weihnachtskrippe meiner Kindheit knien die Hirten ehrfürchtig neben der Krippe. Es mag so gewesen sein. Wir wissen es nicht genau. In jeder Geschichte gibt es Platz für unsere eigene Vorstellung.
In meiner Vorstellung sehe ich einen Hirten der unsicher an der Tür steht. Sich wie ein Eindringling fühlt. Mit Kindern auch nicht so gut kann. Die Hände schwielig und noch dreckig vom Feuer machen und dann winkt ihn Maria lächelnd zu sich und legt ihm vorsichtig das Neugeborene in den Arm.  Unbeholfen nimmt er es - so zerbrechlich, so unvorstellbar klein! - versucht es im Arm zu wiegen und da steigt ein Lachen in ihm auf, eine so wilde Freude, von der er gar nicht weiß, wo sie herkommt. Und er versucht sich zu fassen und macht "Shhh" zum Kind und meint eigentlich sich selbst und er will dieses Kind nicht mehr hergeben. Bis sein Kumpel sich neben ihm räuspert und sagt: „Darf ich auch mal?“ Ein widerstrebendes: „Aber sei vorsichtig! Und knie dich hin, so kannst du es am besten halten..“und: „Achtung das Köpfchen!“ und dann kniet er sich daneben und lässt das Kind nicht mehr aus den Augen wie ein stolzer Vater, der ahnt: ab jetzt wird alles anders. Das ist ein Neuanfang. Die Wendung der Geschichte.

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Uns wird ein Kind geboren.

Uns, die wir stolpernd am Ende dieses Jahres landen. Die wir zu viele Nächte unruhig waren. Die wir an vielen Tagen müde waren, und änglich und ungeduldig. Wir, mit unseren gerissenen Geduldsfäden und schlecht eingefädelten Gesprächen und zu vielen losen Enden und dem Wunsch manches nochmal aufzutrennen und neu anzufangen.

Shhh, fasse neuen Mut.

schau auf das Kind.

Wendung der Geschichte.

Wendung in unseren Geschichten.

Neues Leben.

Neuanfang. Immer wieder.

Auch für mich.

Auch für dich.

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So wird es Weihnachten.

Mit einem Aufatmen.

Einem Alles-wird-gut in unseren Händen.

So unerwartet in unsere Nächte,

so tröstlich und sanft in unsere Tage gelegt.

So zum Niederknien nah.

Jesus ist da.

Damals wie heute.

Kein Dunkel vertreibt dieses Licht.

Deshalb: Fürchtet euch nicht!

 



Von Herzen wünsche ich euch frohe und gesegnete Weihnachstage und ein zuversichtliches Zugehen aufs neue Jahr! Wie gut, dass Jesus in die Nachbarschaft gezogen ist.....

Donnerstag, 16. Dezember 2021

Was ich dir wünsche

 "Ich hoffe, du hast eine gute Zeit auf deinem Adventsboot!", schrieb mir gestern eine Freundin, die meinen letzten Blogeintrag gelesen hat. Sagen wir mal so: Auch wenn ich immer noch sehr dankbar für diese ruhige Adventszeit bin - es ist  nicht ganz dieses entspannte Dahingleiten geworden, das ich mir vorgestellt hatte. Die Realität ähnelt eher ein bisschen dem was Charlie Mackenzie in seinem wunderbaren Buch so treffend darstellt: 

(aus: der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd)

Es wird immer wieder ganz schön wild gepaddelt unter der Oberfläche. Leider. Die erste Hälfte dieser Woche war angefüllt mit viel Streit und Ungeduld. Und dann: kam die Halbzeitpause! Ich weiß gar nicht, ob ich euch davon schon erzählt habe - von unserer Vorfreude auf den Mittwochabend? Da treffen wir uns, nun schon seit bald zwei Jahren, mit Freunden, die hier am Ort mit uns wohnen. Und weil wir zusammen vier fußballbegeisterte Jungs im Alter zwischen 6 und 11 Jahren haben war der Name schnell gefunden: Halbzeitpause! 
Der Ablauf ist immer derselbe: Zu Beginn zünden wir eine Kerze an und laden Gott in unserer Mitte ein. Einer der Erwachsenen erzählt etwas, was ihn gerade im Blick auf Gott und die Welt bewegt. Einfach und ehrlich. Inklusive das Paddeln unter der Oberfläche. Dann überlegen wir was seit der letzten Pause alles passiert ist. Für jede gute Sache zündet wir ein Teelicht an und danken Gott dafür. Für die schwierigen Dinge die wir mitbringen, legen wir einen kleinen Stein neben die Kerze.  Dann reden wir noch kurz mit Gott darüber, bevor alles Richtung gedeckter Tisch stürmt (also vor allem die jüngeren Jahrgänge). Während die Kinder dann nach dem Essen eine Runde spielen, können wir Erwachsene noch miteinander reden und meistens beten wir noch kurz zusammen, bevor wir uns wieder voneinander verabschieden. "Spätestens bis zur nächsten Halbzeit!", sagen wir, schon wieder voller Vorfreude. 
 

 
In den wilden Coronazeiten wurde mir die kleine gemeinsame Pause unter der Woche zu einer wahren Rettungsinsel. Und dieses abendliche Treffen hat einfach genau die richtige Form für diese Zeit in unserem Leben. Keine Ahnung wie lange wir das noch miteinander machen. Aber mir gefällt die Vorstellung, dass in ein paar Jahren vier Teenagerjungs auf dem Sofa sitzen und ein bisschen peinlich berührt zuhören - ich vermute mal das Drängeln wer zuerst eine Kerze anzünden darf fällt dann eher weg - und nach dem Essen schnell zusammen auf einem Zimmer verschwinden, um dort zu tun was auch immer Teenagerjungs so tun. An unhurried Gospel ... über viele Jahre und viele gemeinsame Abendessen hinweg - das würde mir gefallen.

Gestern, während die Kinder eine Zugstrecke durchs Wohnzimmer gebaut haben, sind  wir nach Gesprächen über Corona, Schule und Ehestreit bei unseren ersten Konzertbesuchen gelandet. Wir haben die alten Schallplatten rausgekramt und sind in Erinnerungen geschwelgt. Whitecross und Charotte Höglund. Arno und Andreas und Ararat (alle frommen Kinder der 80-er Jahre werden sich erinnern!). Wir entdeckten auch dieses Lied, das wir bei Frank und Peter Hübner gehört hatten (kennt die noch irgendjemand?). Laut klangen ihre Stimmen, mit den typischen Keybordklängen dieser Zeit, durch das Wohnzimmer und wir sangen inbrünstig beim Refrain mit:
Hab keine Angst und fürchte dich nicht,
denn die Herrschaft des Bösen zerbricht.
 
An der Liebe, die selbst noch den Tod überlebt.
Ich bin da, darum fürchte dich nicht.
 
Es war wie ein Abschlußsegen, unter dem wir uns voneinander verabschiedeten. Hab keine Angst! Und der Vers hallt heute morgen in mir, wie ein sanftes Echo:

Und wenn du morgen wieder zweifelst,
ob es wahr ist, dass Jesus Christus hier unter uns lebt,
gibt es Menschen, durch die er dir nah ist...

Menschen, durch die er dir nah ist - das brauche ich so sehr! Menschen, die unter die Oberfläche meines Lebens sehen, mit denen ich die guten Momente, aber auch das verzweifelte Paddeln unter der Oberfläche, teilen kann und mit denen ich gemeinsam ansingen kann, gegen alle Zweifel und alles, was mir Angst macht.  Solche Menschen zu haben, ist einer der größten Segen meines Lebens!  Und wenn ich dir was zu Weihnachten wünschen darf, dann ist es genau das: Menschen, durch die er dir nah ist! Vielleicht hast du sie schon gefunden. Oder du suchst noch nach ihnen. Dann gib nicht auf! Man findet sie nicht immer auf Anhieb. Aber es lohnt sich, weiter nach ihnen Ausschau zu halten. Vielleicht findest du sie im neuen Jahr. Kann sein sie verstecken sich ganz in deiner Nähe. Und alles könnte mit der schlichten Frage beginnen: "Sollen wir uns einmal die Woche zusammen zum Abendbrot treffen?" Und die einfach gedeckte Tafel könnte zu dem werden, worüber Frank und Peter Hübner im letzten Vers singen: 

Durch einen Türspalt dringt Licht aus dem Festsaal,
in unsre Zimmer der Diesseitigkeit.... *

Diesen Lichtstrahl in dein Zuhause, das wünsche ich dir.


 
* Liedtext von Andreas Malessa.

Mittwoch, 8. Dezember 2021

Paddelnd durch die Adventszeit

Heute morgen fiel mir wieder eine bestimmte Formulierung in den Schoß, die ich in diesem Jahr gelesen und nach der ich seit einiger Zeit vergeblich gesucht habe (das passiert wenn man zu viele Bücher liest!). Nun habe ich es wiedergefunden - direkt neben diesen einleitenden Worten im Johannesevangelium:

Das Wort wurde Fleisch und Blut und zog in unsere Nachbarschaft. (Johannes1,14, the message). 

Der Theologe Eugene Peterson hat diesen Bericht von Johannes über das Leben von Jesus, so überschrieben: An unhurried gospel.  Was soviel bedeutet wie: ein geruhsames, ein gelassenes, ein gemächliches Evangelium.  Peterson erklärt dazu, dass er die  Berichte von Matthäus, Markus und Lukas wie schnell fließende Gebirgsbäche empfindet, während Johannes so erzählt, als würde er mit einem Kanu über einen ruhigen See paddeln und immer wieder innehalten und die atemberaubende Aussicht genießen. An unhurried Gospel. Mir gefällt dieser Ausdruck so sehr! Und auch dieses Bild, vom Fischer Johannes, der ganz gemächlich, Zug um Zug, seine Paddel ins spiegelglatte Wasser taucht.  Genau so fühlen sich meine Tage gerade an. Ich habe mein Manuskript fertig gestellt, mein WhatsApp-Konto bis Ende des Jahres deinstalliert und mich dazu entschieden die geliebte Tagesschau-Tradition am Abend ausfallen zu lassen (die Kurznachrichten im Radio reichen auch). Die Stromschnellen liegen erstmal gefühlt hinter mir und ich paddle gemütlich durch diese Adventszeit. Und immer wieder lasse ich die Ruder sinken. Ich habe Zeit. Für ein gemütliches Frühstück mit einer Freundin. Für Abendspaziergänge mit dem Kind, bei denen wir die weihnachtlich geschmückten Häuser bewundern- bzw.  benoten (Zehnjährige Jungs machen aus allem einen Wettkampf!). Für die dicken Biographien auf meinem Nachttisch. Für Blogeinträge. Sogar für Weihnachtskarten (hoffe ich!) und für Momente in denen ich einfach ins Kerzenlicht starre und GAR NICHTS tue. Ich weiß - was für ein Luxus! Und ich weiß auch: an den meisten Tagen fühlt sich das Leben eher wie eine wilde Fahrt an, bei der man sich am Bootsrand festklammert und hofft nicht schreiend über Bord zu gehen. (Wie sollte man dabei Weihnachtskarten schreiben! Oder gemächliche Abendspaziergänge machen?!). Und trotzdem: Ich glaube die Adventszeit ist eine Einladung. Sie breitet sich Jahr für Jahr vor uns aus; wie ein ruhiger Bergsee. Sie lädt uns ein den Paddelschlag zu verlangsamen, die Aussicht zu genießen und über dieses geruhsame Evangelium zu staunen. Über einen Gott der still und leise ankommt. Der sich ganz klein macht und über viele Jahre neben uns aufwächst. Wie ein Nachbarskind, mit dem wir uns anfreunden, mit dem wir die Gegend erkunden, das mit uns am Tisch sitzt und Abendbrot isst, mit dem wir schwimmen lernen und paddeln und gemeinsam die Schulbank drücken. Er wird uns vertraut und gleichzeitg ertappen wir uns vielleicht immer mehr dabei wie wir ihn scheu betrachten. Vielleicht weil ihn auch etwas Geheimnisvolles umgibt und er kommt und geht wie er will. Oder weil er ab und zu die erstaunlichsten Dinge macht. Oder weil wir uns ganz langsam immer mehr verliebt haben. In ihn. In seine Art mit uns. Mit dieser Welt. Wie er uns mit hineinnimmt in eine große Geschichte, die Zeit schenkt und sich Zeit lässt und sich über viele Jahre ganz langsam ausbreitet.
Manchmal denke ich, alles müsste schneller voran gehen und die Dinge entwickeln sich viel zu langsam.  ICH bin zu langsam. Und ICH tue zu wenig. Ich mache Spaziergänge und gehe früh ins Bett, während die Welt in Flammen liegt! Wir brauchen Schnellboote - kein Kanus! Lasst uns die Armel hochkrempeln und die Welt retten! Und dann erinnnere ich mich an dieses geruhsame Evangelium, auf das ich vertrauen will. Auf einen Gott der bei seinen Menschen ankommt. Der uns rettet. Immer wieder. Und der dafür viel Zeit mitbringt...
 




 
 
 


 
Ach, und vielleicht möchtet ihr meine längeren Geschichten lesen oder verschenken? Wenn ihr bald bestellt - über chris.f@freenet.de - kommen sie garaniert noch in der Adventszeit an.  Und wer möchte bekommt das Postkartenset gesegnet (12 Karten) für 2 Euro dazu!
(Für meine schweizer Leser: Ein paar "Heimatbücher" kann ich euch auch direkt aus der Schweiz schicken, da fällt dann kein teures Porto aus Deutschland an).
 

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Zuversicht!

Heute morgen krabbelt im Dunkel jemand neben mich unter die Bettdecke. Ein leises Schluchzen: "Ich hab Angst, Mama!".  "Wovor denn?", murmle ich müde. Ach, der kleine Sohn hat vor so vielem Angst in diesen Tagen: Dass der Schulbus nicht kommt. Dass der Schulbus ohne ihn abfährt. Dass sein Freund nicht im Bus sitzt. Dass ich nicht rangehe, falls er von der Schule aus anrufen müsste. Dass ich nicht da bin, wenn er wieder kommt. Zum Beispiel. "Die Angst ist eine blöde Kuh!", flüstere ich ihm ins Ohr. "Die schicken wir jetzt mal weg. Und dann nehmen wir uns stattdessen....hmmm, lass mal schauen, wer noch so alles in der Reihe steht: Die dahinten, die uns so anstrahlt! Wie heisst du denn? Zuversicht?! Prima. Dich nehmen wir." Das Kind muss jetzt doch ein bisschen lachen und wir werfen die warme Bettdecke ab und machen uns Frühstück. Und wie er kurz darauf im Dunkel  Richtung Bushaltestelle läuft, kann ich sie fast neben ihm herhüpfen sehen, die Zuversicht. Und damit habe ich euch auch schon mein Wort für 2022 verraten. Ihr ahnt es: 

 


 

Ich weiß, es sind noch ein paar Wochen bis zum neuen Jahr, aber ich durfte ganz spontan diese Woche noch an einem meiner Lieblingsorte vorbeischauen. Und dort, bei einem ausgedehnten Spaziergang durch die Weinberge, ist mit das Wort über den Weg gelaufen, hat mich an der Hand genommen und nicht mehr losgelassen. 



 

Zuversicht. Laut Wortherkunft weit mehr als nur Optimismus. Vielmehr: Ehrfurchtsvolles Aufschauen. Begründete Hoffnung!  Sie begegnete mir wieder beim Abendgebet, in der alten Kirche. In die Stille hinein wurden Worte von Jesus gelesen. Seine Beschreibung von den schweren Tagen, die in den letzten Zeiten der Erde kommen werden. Von großer Angst, bedrohlichen Wellen, von Kriegen und einer Natur die aus dem Gleichgewicht gerät. Ehrlich, ich mag es nicht so sehr wenn Christen mit bedrohlicher Stimme von den "letzten Tagen der Welt" reden. Das hat mir in meiner Kindheit große Angst gemacht. Wenn ich nach Hause kam und meine Eltern nicht da waren dachte ich, dass nun die erste Auferstehung geschehen war und ich, wie befürchtet, zurückgelassen wurde (alle Pietistenkinder wissen wovon ich rede). Sagen wir so: Ich habe genug Endzeitptredigten gehört, dass es bis zur Wiederkunft Jesus reicht! Aber als ich nun in dieser Kirche saß, die nur von flackernden Kerzen erhellt war, und der Wind an der alten Holztür rüttelte, da fühlten sich die Worte nicht wie eine Drohung an, sondern wie eine nüchterne Zustandsbeschreibung unserer Welt. Das hat mich kurz etwas erschreckt. Aber dann - wie eine feste Umarmung - fügt Jesus diese Worte hinzu:

Wenn ihr die ersten Anzeichen davon mitbekommt, dann richtet euch auf und erhebt eure Köpfe. Denn eure Erlösung naht! (Lukas21, 28).

Zuversicht! Das ruft Jesus seinen erschreckten Jüngern entgegen. Zuversicht! Es erinnert mich an etwas, was die Soziologin und Autorin Brene Brown einmal ungefähr so beschrieben hat: Wenn man Schreie aus den Kreissaal hört, dann ist das etwas ganz anderes, wie die Schmerzensschreie von anderen Stationen.  Da weiß man: Jetzt ist das neue Leben auf dem Weg!  Mir scheint unsere Welt liegt in den Wehen. Vielleicht nicht so, dass man alles zusammenpacken und ins Krankenhaus rasen müßte. Aber doch so, dass man einmal die Hand auf den Bauch legen - ein paar mal in den Schmerz atmen - und mit einem Lächeln spüren könnte, dass das neue Leben auf dem Weg ist. 

Zuversicht, ihr Lieben! 

Zuversicht.



Montag, 22. November 2021

Jetzt doch mal - das heiße Thema!

Gestern saßen noch wir noch mit Freunden nach dem Gottesdienst zusammen. Es dauert nicht lange und wir landeten bei DEM heißen Thema, bei dem man in diesen Tagen ganz oft landet - ihr wisst schon: Corona. Meine erste Reaktion war: "Bitte nicht! Bitte lasst uns darüber nicht reden." Auch weil ich wusste, dass in unserer kleinen Runde Nichtgeimpfte - frisch getestet! - neben Geimpften saßen. Leider ist das Thema mindestens so emotional besetzt, als würde man über unterschiedliche Kindererziehung diskutieren (alle Eltern wissen wovon ich rede). Mein Harmoniebedürfnis war größer, wie der Mut dieses Thema anzupacken. Vielleicht habe ich bisher auch deshalb auf diesem Blog wenig darüber geschrieben. Weil ich finde unsere Gesellschaft ist schon gespalten genug! Und egal was man sagt - man landet am Ende irgendwie doch im Schützengraben. Und geschossen wird in diesen Tagen schon genug: Auf dumme Politiker. Auf egoistische Nichtgeimpfte. Auf einseitige Berichterstattung. Auf Fussballer. Also vor allem: Auf die anderen! Die anders denken und handeln als ich. Schwierig wird es, wenn der Andersdenkende ein Freund von mir ist. Oder - noch schlimmer: Mein Ehemann! Ich darf euch das an dieser Stelle sagen: Ich bin geimpft. Dankbar und erleichert und - wie ich finde - auch aus vielen guten Gründen. Mein Mann ist noch nicht geimpft - und er hat auch ein paar nachdenkenswerte Gründe dafür (wenn ich auch finde, dass meine besser sind!). Wir diskutieren. Wir ringen zusammen, was das Beste ist. Wir versuchen einander zuzuhören. Es gibt Vorwürfe (vor allem von meiner Seite!) und am Ende des Gesprächs haben wir keine einheitliche Lösung, aber wir haben uns immer noch lieb. Vielleicht haben uns manche unterschiedliche theologische Ansichten und die Diskussionen darüber in den letzten Ehejahren darauf vorbereitet. Vielleicht wächst unter meiner ganzen Rechthaberei doch ganz langsam das demütige Wissen, dass die Wahrheit oft vielschichtiger ist und es verschiedene Perspektiven braucht, um sie ansatzweise zu erfassen. 

Doch, es gibt Dinge die sind erschreckend und sie sind definitiv kein Beitrag zur gemeinsamen Wahrheitsfindung: Querdenker, die ohne Masken aggressiv die Stimmung aufheizen und Polizisten angreifen, unterstützt von einem randalierenden Mob, der sich aus Prinizip allem verweigert, was von oben kommt. Geht GAR NICHT!!! Christen, die Freundschaften kündigen, weil sich der Andere impfen lässt (und vielleicht damit ein Chip eingepflanzt hat, der den Heiligen Geist vertreibt). HALLO???? Jemand Zuhause? Aber auch das geht nicht: Ungeimpfte anprangern und grundsätzlich mal als egoistisch und unsozial hinzustellen (wie schön solidarisch kann man sich in diesen Tagen doch fühlen, nur weil man sich  geimpft hat!) und sie sogar noch als die Schuldigen hinzustellen! Ganz ehrlich: Es gibt durchgeknallte und verantwortungslose Menschen. Aber die Ungeimpften in meinem näheren Umfeld gehören definitiv nicht dazu!  

Wer also ist Schuld an diesem derzeitigen Ausbruch? Wer ist Schuld an den knappen Intensivbetten? Die Ungeimpften oder ein Gesundheitsystem, das kaputtgespart und auf Gewinn (!) ausgerichtet wurde, in dem auch die motiviertesten Pflegekräfte seit vielen Jahren erschöpft ausbrennen? Allein schon hier ist die Wahrheitsfindung vielschichtiger. Finde ich. Und vielleicht können wir uns darauf einigen, dass vor allem einer Schuld ist: Ein kleiner runder Virus mit Saugpfropfen, der Menschen krank machen und töten kann und sich für seine Verbreitung perfiderweise das ausgesucht hat, was uns ganz menschlich macht - und worauf wir auf Dauer auch nicht verzichten können: Das Umarmen. Das Berühren. Das gemeinsame Beisammensitzen. Womit ich wieder beim Anfang des Beitrags wäre. Wir saßen also gestern zusammen. Und - gegen meine Bedenken - haben wir uns ein wenig darüber ausgetauscht, was wir gerade so denken. Wir haben einander zugehört. Wir haben unsere eigene Argumente vorgetragen und versucht die Argumente des anderen zu verstehen. Und dann sind wir noch eine Runde zusammen spazieren gelaufen, als Freunde und Weggefährten. Das ist eine Momentaufnahme, ich weiß. Aber es zeigt, dass wir das können! Dass wir gemeinsam unterwegs sein können. Liebevoll und verantwortlich. Mit unterschiedlichen Meinungen.

Und darf ich das auch noch sagen an diejenigen, die mit mir gemeinsam Jesus nachfolgen wollen (An dieser Stelle schon mal: DANKE an alle fürs Lesen und "Zuhören"!!!!): Vielleicht könnten wir  - bei allen berechtigten Sorgen über die momentane Lage -  uns nicht so sehr der Angst zuwenden, sondern uns ein wenig mehr in die Richtung neigen, von der unser Hoffnung kommt. Das wäre auch ein wichtiger Beitrag für unsere Gesellschaft! Mein Weggefährte Achim hat gestern seine Predigt mit diesen Worten  abgeschlossen: "Freunde, da kommt noch was auf uns zu! OH JA, da kommt noch was! DER KÖNIG KOMMT!!!!" Und dabei hat er so breit gestrahlt, dass wir in spontanes Gelächter ausgebrochen sind (Gott sei Dank für ansteckendes Lachen!). Der König kommt! Da wird es mir gleich ganz feierlich, froh adventlich. Nein, wir Christen sind keine Realitätsverweigerer (zumindest rechtfertigt dieses Verhalten nichts, was wir auf unseren Glauben beziehen könnten!). Wir schauen nur weiter! Über die Pandemie hinaus und alles was uns gerade so bange machen möchte. 

Freunde, der König kommt!!! 

Gehen wir ihm gemeinsam entgegen.



Donnerstag, 11. November 2021

Ich darf dabei sein!

Jetzt liegen die Herbstferien auch schon wieder hinter uns. Ich vergrabe mich in den Tiefen meines Manuskripts, das ich bis Ende des Monats abgeben muß. Ab und zu schaue ich auch aus dem Fenster.  Und wenn der Morgennebel sich verzogen hat, dann staune ich über die Herbstwälder. Ihre bunten Blätter sind gestern wie Graffitiregen vom Himmel gefallen, als ich - in einer kleinen Schreibpause - mit meinem E-Bike zum Bäcker gebraust bin.

Ehrlich: Das ist mein Weg zum Bäcker! Unfassbar, oder?

Wie sagte es Annie Dillard so wunderbar: Wir sind hier um aufmerksam zu sein, damit die Schöpfung nicht vor leerem Haus spielen muß. Also versuche ich mich, mindestens einmal am Tag, ins Publikum zu setzen und zu staunen!

Hier läuft mein Heimatfilm (Schwarwaldhochebene in den Herbstferien)

Am Wochenende saß ich auch im Publikum - bei einer wunderbaren Lesung von Titus Müller. Ach, was ist das für ein begnadeter und so nahbarer Schriftsteller! Als ich mich verschämt als Autorin geoutet habe (bzw.geoutet wurde ;-)),   und ihm im Gespräch gestand, dass ich mich mit dieser Bezeichnung als Hochstaplerin fühle, meinte er lachend, dass ihm das ab und zu auch so geht (was ich nun wirklich nicht verstehen kann!). Ich musste mal wieder an die Worte von Liz Gilbert denken, dass  wir uns einfach mutig dazuzählen dürfen! Wir müssen uns nicht runtermachen und auch nicht für die Größten halten, sondern wir können einfach fröhlich sagen: Ich bin dabei!  Das ich das sagen darf (auch wenn ich dabei noch lachen muß!), dass ich meine paar Worte beitragen darf  und ein paar Menschen im Publikum sitzen und zuhören (DANKE EUCH!!!) - was ist das für ein Glück!!!

Bücherglück!

Und das Glück dabei zu sein!

Und dann stolpere ich immer wieder über das Alltagsglück! Gestern fand ich es auf dem Boden, nachdem ich sämtliche staubige Schlafanzugshosen unterm Kinderbett gefunden habe. Ich musste einfach über diese kleine Versammlung von Räubern lachen. Was die wohl aushecken???


 Manche Schätze entdeckt man eben nur wenn man auf die Knie geht..

Ich hoffe ihr stolpert heute auch über das eine oder andere Alltagsglück oder könnt euch ein wenig ins Publikum setzen und staunend den letzten Akt von Bruder Herbst verfolgen.  Wir dürfen dabei sein!

So, jetzt muß ich an mein Manuskript. In zwei Wochen tauche ich hier wieder auf. Und dann können wir schon die Tage bis Weihnachten zählen. Und das ist auch wieder ein großes Glück!