Unser wahres Sesshaftwerden besteht darin,immer tiefer in dem Herzen Jesu zu ruhen.
Dienstag, 25. Januar 2022
Heimatboden
Donnerstag, 20. Januar 2022
5000 Gründe
Du hast ein reiches Leben!Reich an Menschen, Farben und Begegnungen.Und auch in schweren Zeiten gibt es Lebensreichtum!Es muß nicht immer Frühling sein und nicht jeder Traum wird wahr.Du bist aber immer umgeben von Liebe.Gott hat immer Lebensreichtum für dich.
5001. Morgenhimmel
5002. die Männer von der Müllabfuhr
5003. Präsenzunterricht. Zeit zum Schreiben.
5004. Ein Stück Himmel in der Post!
5005. Einladung zum Freundinnenfrühstück. Dass ich Freundin sein darf.
5006. Sonnenstrahlen auf dem Mittagstisch
5007. Winterbäume. Knorrig und wunderschön. (so altert man in Würde)
5008. erste Weidenkätzchen
5009. Ein Naturfilm über die Nordsee, der uns zum Staunen bringt, mit launigem Kommentator (über einen Hummer: "Diesen Kollegen kennt man sonst nur auf Eis, am Galabüffet!")
5010. Tolle Kinderbücher zum Vorlesen, die einen lebendigen, fragenden Glauben vermitteln
5011. Der Herrnhuter Stern, der uns abends leuchtet
5012. EIn "Ich hab dich lieb" am Ende des Tages.
Mittwoch, 12. Januar 2022
Mach langsam.
Ein neues Jahr hat begonnen und es klingt ganz beschwingt: 2022! Ich muß zugeben, dass ich mich nicht ganz so beschwingt fühle. Geht es euch auch so? Der Neustart fällt mir in diesen Tagen so richtig schwer. Nicht nur die ersten Sätze beim Schreiben. Auch das Aufstehen am Morgen nach den Ferien. Oh, wie haben wir an das schöne Ausschlafen und die langsamen Tage gewöhnt! Und nun soll alles schon vorbei sein? Auch mein digitales Fasten geht nun ganz plötzlich zu Ende. Die 4-wöchige Pause hat gut getan. Die Erkenntnis, dass es so gut ohne mich geht. Dass viele Informationen, Kontakte und Gruppenmitgliedschaften nicht nur belebend und gut sind, sondern manches auch zu viel für die Kapazität meiner Seele geworden ist. Jetzt bin ich vorsichtig wieder eingestiegen und es fühlt sich an wie mit dem ganzen Rest meines derzeitigen Lebens: Am liebsten würde ich mich noch eine ganze Weile unbemerkt in die letzte Reihe setzen und langsam zu mir kommen.
Gestern, auf dem Weg zur Post, ist mir eine Freundin begegnet, die gerade ihr Sabbatjahr macht. Wir haben uns kurz unterhalten und ich habe etwas von ihrer frischen Freude eingeatmet, dass noch einige weitere Monaten vor ihr liegen, in denen sie sich ausgiebig Zeit gönnen kann. Auch Heio ist dabei eine längere Sabbatzeit für die zweite Hälfte dieses Jahres zu planen und ich kann spüren, wie ihm das jetzt schon eine leichtere Gangart gibt. Ach, wir brauchen Pausen! Nicht nur die kurzen sondern gerade auch die ausgiebigen Ruhezeiten, die uns nicht nur ein paar Tage Unterbrechung vom Alltag sondern "Rekreation" schenkt - dieses alte Wort für Ruhe. Tomas Sjödin schreibt so gut darüber:
Rekreation bedeutet wörtlich "neu schaffen", "noch einmal schaffen"...und genau wie die Erschaffung der Erde nicht nach einer Woche abgeschlossen war, so müssen auch unser inneres Leben und unsere Gedanken umgestaltet und erneuert werden, immer und immer wieder. Genau das ist Re-kreation. Wir entscheiden uns für das Nichtstun und lassen das, was dann geschieht, mit uns geschehen. Wir ruhen vom Fortschritt, von allen Verbesserungen und Veränderungen und lasssen alles für eine Weile so wie es ist. Und verrückterweise kann daraus etwas wachsen, ganz unverkrampft. Wir lassen uns selbst, unsere Wege und Entscheidungen in gewissem Maße neu schaffen.
(T.Sjödin in: Warum Ruhe unsere Rettung ist)
Während ich das hier aufschreibe spüre ich diese Sehnsucht in mir nach Rekreation. Nicht nur ein paar Ferientage zu haben, in denen wir mal wieder ein bisschen aufatmen können, um dann genauso weiterzumachen wie vor der Pause, sondern noch ein wenig länger still zu halten, damit etwas in mir umgestaltet werden kann und vielleicht etwas ganz neues aufwächst. Nun kann ich natürlich nicht einfach die Ferien für mich und das Kind noch ein paar Wochen verlängern. Leider. Aber ich könnte in einem ruhigen Tempo beginnen und auf meinen Körper hören, der seit einigen Tagen ganz laut "Mach langsam! Bitte!" ruft. Zu oft in meinem Leben habe ich alles
in mir ignoriert und bin losgespurtet, nur um dann hinter der ersten Kurve wieder erschöpft zusammenzubrechen.
Über der Schöpfung liegt in diesen Tagen eine Ruhe, die auch noch einige Wochen anhalten wird. Es ist eine Einladung, an alle Geschöpfe dieser Erde, noch ein bisschen dabei zu sein. Kerzen anzünden. Wintertee trinken. Gedanken aufschreiben. Hinhören. Unserer Sehnsucht nachspüren. Kleine Spaziergänge am Abend machen. Die Stille und das Warten das noch über der Natur liegt, aufnehmen. Nicht zu früh mit dem Frühjahrsputz starten oder die Dinge schnell aufholen wollen, die liegengeblieben sind. Vielleicht können wir einfach alles noch für eine Weile so lassen wie es ist. Die Sterne am Fenster und das Laub auf den Blumenbeeten, wo sich unter der Stille schon neues Leben formt.
Re-kreation.
Ganz still fängt Gott neu mit uns an.
Mittwoch, 22. Dezember 2021
Fürchtet euch nicht!
Wir sind mitten im weihnachtlichen Endspurt. Samuels Adventskalender zufolge müsste es seit gestern schon Weihnachten sein, aber wir haben zum Glück noch zwei Tage. Heute Nacht lag ich um drei Uhr wach, um mir über das Weihnachtsessen klar zu werden und eine Einkaufsliste aufzustellen. Da Heio glücklicherweise auch nicht schlafen konnte, haben wir gleich den Gottesdienst für Heiligabend besprochen (warum habe ich nur die Verantwortung dafür übernommen?). Und in der noch verbleibenden Zeit bis zum Morgen bin ich immer wieder aus Albträumen hochgeschreckt in denen ich in einer großen Halle, vor vielen Menschen - die zu dicht beieinander saßen und keinen Mundschutz trugen! - etwas vorführen sollte und ich hatte keine Ahnung, was es war. Bevor ich nun müde die letzten Erledigungen mache und versuchen werde unser Chaos in der Wohnung wenigstens oberflächlich zu beseitigen, will ich euch noch einen Weihnachtsgruß schicken; mit ganz viel Dankbarkeit im Herzen, für euer treues Mitlesen, auch in diesem Jahr! Dass ihr euch immer wieder die Zeit dafür nehmt hier vorbeizuschauen, das ist ein großes Geschenk für mich! Als kleines Dankeschön schicke ich euch einen Weihnachtstext, den ich im letzten Jahr für den lebendigen Adventskalender hier am Ort geschrieben habe. Ich musste ihn kaum umändern, damit er in diesem Jahr nun auch wieder passt. Leider. Vielleicht könnt ihr ihn in einem ruhigen Moment lesen - falls es sowas bei euch in diesen Tagen gibt ;-)
Fürchtet euch nicht.
Stand der Dinge, kurz vor Weihnachten:
- Besinnliche Abende bei Kerzenlicht.Gelang auch in diesem Jahr leider oft nicht.
- gerissener Geduldsfaden mit Mann, Kind undsoweiter:Unzählige Male. Leider.
- Müde Tage: Zu viele davon.Geschenke: leider doch wieder welche von Amazon.
- Weltlage und Situation im Land:weiterhin sehr angespannt.
- so viel: Bange machenund: trotzdem weitermachen!
So viel: Fahren auf Sicht.
So wenig: Fürchte dich nicht.
Jetzt aber! Kurz vor Weihnachten! Eine andere Geschichte: Dunkles Feld. Hirten bei der Arbeit. Systemrelevant. Zumindest für ihre Schafe. Nachtwache. Zusammen mit allen, die nicht schlafen können. Schwierige politische Lage. Grübeln in Dunkel. Glut die langsam verlöscht. Kälte die unter die Haut kriecht. Brennende Augen. Pflichterfüllung. Weitermachen.
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Hinter den Kulissen: Ein Engelsheer nimmt Aufstellung. Räuspern. Kichern. Vorfreude. Gottes Lächeln: JETZT! Vorhang auf. Warmes Licht. Ganz warm. Unter die Haut, bis ins Herz. Glucksendes Lachen: Wir verkünden euch große Freude!UNS?
Ehrlich?
Ihr werdet finden.
Ein Kind. In der Krippe.
Ach und, vergessen am Anfang: Fürchtet euch nicht!
SIEHE!
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Und die Hirten: Plötzlich hellwach. Machen sich auf. Stolpern im Dunkel mit dreckverkrusteten Schuhen. Schafe blöckend hinterher. Wissen nicht wirklich wohin. An die erste Tür geklopft. „Aber das ist doch ein Stall!“ Fragen können wir. Und dann: Dampfender Tieratem. Petroleumduft. Windelgeruch. Und mittendrin:
Ein schlafendes Baby.
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Manchmal, wenn die Angst mich packt, mitten in der Nacht, lege ich mich neben mein schlafendes Kind. Ich höre auf seinen ruhigen Atem. Sehe sein entspanntes Gesicht. Es gibt wenige Dinge, die mich so zur Ruhe bringen und meine Angst besänftigen können wie dieser Anblick.
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Uns wird ein Kind geboren.
Uns, die wir stolpernd am Ende dieses Jahres landen. Die wir zu viele Nächte unruhig waren. Die wir an vielen Tagen müde waren, und änglich und ungeduldig. Wir, mit unseren gerissenen Geduldsfäden und schlecht eingefädelten Gesprächen und zu vielen losen Enden und dem Wunsch manches nochmal aufzutrennen und neu anzufangen.
Shhh, fasse neuen Mut.
schau auf das Kind.
Wendung der Geschichte.
Wendung in unseren Geschichten.
Neues Leben.
Neuanfang. Immer wieder.
Auch für mich.
Auch für dich.
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So wird es Weihnachten.
Mit einem Aufatmen.
Einem Alles-wird-gut in unseren Händen.
So unerwartet in unsere Nächte,
so tröstlich und sanft in unsere Tage gelegt.
So zum Niederknien nah.
Jesus ist da.
Damals wie heute.
Kein Dunkel vertreibt dieses Licht.
Deshalb: Fürchtet euch nicht!
Von Herzen wünsche ich euch frohe und gesegnete Weihnachstage und ein zuversichtliches Zugehen aufs neue
Jahr! Wie gut, dass Jesus in die Nachbarschaft gezogen ist.....
Donnerstag, 16. Dezember 2021
Was ich dir wünsche
"Ich hoffe, du hast eine gute Zeit auf deinem Adventsboot!", schrieb mir gestern eine Freundin, die meinen letzten Blogeintrag gelesen hat. Sagen wir mal so: Auch wenn ich immer noch sehr dankbar für diese ruhige Adventszeit bin - es ist nicht ganz dieses entspannte Dahingleiten geworden, das ich mir vorgestellt hatte. Die Realität ähnelt eher ein bisschen dem was Charlie Mackenzie in seinem wunderbaren Buch so treffend darstellt:
| (aus: der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd) |
Hab keine Angst und fürchte dich nicht,
denn die Herrschaft des Bösen zerbricht.An der Liebe, die selbst noch den Tod überlebt.
Ich bin da, darum fürchte dich nicht.
Und wenn du morgen wieder zweifelst,
ob es wahr ist, dass Jesus Christus hier unter uns lebt,
gibt es Menschen, durch die er dir nah ist...
Menschen, durch die er dir nah ist - das brauche ich so sehr! Menschen, die unter die Oberfläche meines Lebens sehen, mit denen ich die guten Momente, aber auch das verzweifelte Paddeln unter der Oberfläche, teilen kann und mit denen ich gemeinsam ansingen kann, gegen alle Zweifel und alles, was mir Angst macht. Solche Menschen zu haben, ist einer der größten Segen meines Lebens! Und wenn ich dir was zu Weihnachten wünschen darf, dann ist es genau das: Menschen, durch die er dir nah ist! Vielleicht hast du sie schon gefunden. Oder du suchst noch nach ihnen. Dann gib nicht auf! Man findet sie nicht immer auf Anhieb. Aber es lohnt sich, weiter nach ihnen Ausschau zu halten. Vielleicht findest du sie im neuen Jahr. Kann sein sie verstecken sich ganz in deiner Nähe. Und alles könnte mit der schlichten Frage beginnen: "Sollen wir uns einmal die Woche zusammen zum Abendbrot treffen?" Und die einfach gedeckte Tafel könnte zu dem werden, worüber Frank und Peter Hübner im letzten Vers singen:
Durch einen Türspalt dringt Licht aus dem Festsaal,in unsre Zimmer der Diesseitigkeit.... *
Diesen Lichtstrahl in dein Zuhause, das wünsche ich dir.
Mittwoch, 8. Dezember 2021
Paddelnd durch die Adventszeit
Heute morgen fiel mir wieder eine bestimmte Formulierung in den Schoß, die ich in diesem Jahr gelesen und nach der ich seit einiger Zeit vergeblich gesucht habe (das passiert wenn man zu viele Bücher liest!). Nun habe ich es wiedergefunden - direkt neben diesen einleitenden Worten im Johannesevangelium:
Das Wort wurde Fleisch und Blut und zog in unsere Nachbarschaft. (Johannes1,14, the message).
Donnerstag, 2. Dezember 2021
Zuversicht!
Heute morgen krabbelt im Dunkel jemand neben mich unter die Bettdecke. Ein leises Schluchzen: "Ich hab Angst, Mama!". "Wovor denn?", murmle ich müde. Ach, der kleine Sohn hat vor so vielem Angst in diesen Tagen: Dass der Schulbus nicht kommt. Dass der Schulbus ohne ihn abfährt. Dass sein Freund nicht im Bus sitzt. Dass ich nicht rangehe, falls er von der Schule aus anrufen müsste. Dass ich nicht da bin, wenn er wieder kommt. Zum Beispiel. "Die Angst ist eine blöde Kuh!", flüstere ich ihm ins Ohr. "Die schicken wir jetzt mal weg. Und dann nehmen wir uns stattdessen....hmmm, lass mal schauen, wer noch so alles in der Reihe steht: Die dahinten, die uns so anstrahlt! Wie heisst du denn? Zuversicht?! Prima. Dich nehmen wir." Das Kind muss jetzt doch ein bisschen lachen und wir werfen die warme Bettdecke ab und machen uns Frühstück. Und wie er kurz darauf im Dunkel Richtung Bushaltestelle läuft, kann ich sie fast neben ihm herhüpfen sehen, die Zuversicht. Und damit habe ich euch auch schon mein Wort für 2022 verraten. Ihr ahnt es:
Ich weiß, es sind noch ein paar Wochen bis zum neuen Jahr, aber ich durfte ganz spontan diese Woche noch an einem meiner Lieblingsorte vorbeischauen. Und dort, bei einem ausgedehnten Spaziergang durch die Weinberge, ist mit das Wort über den Weg gelaufen, hat mich an der Hand genommen und nicht mehr losgelassen.
Zuversicht. Laut Wortherkunft weit mehr als nur Optimismus. Vielmehr: Ehrfurchtsvolles Aufschauen. Begründete Hoffnung! Sie begegnete mir wieder beim Abendgebet, in der alten Kirche. In die Stille hinein wurden Worte von Jesus gelesen. Seine Beschreibung von den schweren Tagen, die in den letzten Zeiten der Erde kommen werden. Von großer Angst, bedrohlichen Wellen, von Kriegen und einer Natur die aus dem Gleichgewicht gerät. Ehrlich, ich mag es nicht so sehr wenn Christen mit bedrohlicher Stimme von den "letzten Tagen der Welt" reden. Das hat mir in meiner Kindheit große Angst gemacht. Wenn ich nach Hause kam und meine Eltern nicht da waren dachte ich, dass nun die erste Auferstehung geschehen war und ich, wie befürchtet, zurückgelassen wurde (alle Pietistenkinder wissen wovon ich rede). Sagen wir so: Ich habe genug Endzeitptredigten gehört, dass es bis zur Wiederkunft Jesus reicht! Aber als ich nun in dieser Kirche saß, die nur von flackernden Kerzen erhellt war, und der Wind an der alten Holztür rüttelte, da fühlten sich die Worte nicht wie eine Drohung an, sondern wie eine nüchterne Zustandsbeschreibung unserer Welt. Das hat mich kurz etwas erschreckt. Aber dann - wie eine feste Umarmung - fügt Jesus diese Worte hinzu:
Wenn ihr die ersten Anzeichen davon mitbekommt, dann richtet euch auf und erhebt eure Köpfe. Denn eure Erlösung naht! (Lukas21, 28).
Zuversicht! Das ruft Jesus seinen erschreckten Jüngern entgegen. Zuversicht! Es erinnert mich an etwas, was die Soziologin und Autorin Brene Brown einmal ungefähr so beschrieben hat: Wenn man Schreie aus den Kreissaal hört, dann ist das etwas ganz anderes, wie die Schmerzensschreie von anderen Stationen. Da weiß man: Jetzt ist das neue Leben auf dem Weg! Mir scheint unsere Welt liegt in den Wehen. Vielleicht nicht so, dass man alles zusammenpacken und ins Krankenhaus rasen müßte. Aber doch so, dass man einmal die Hand auf den Bauch legen - ein paar mal in den Schmerz atmen - und mit einem Lächeln spüren könnte, dass das neue Leben auf dem Weg ist.
Zuversicht, ihr Lieben!
Zuversicht.
Montag, 22. November 2021
Jetzt doch mal - das heiße Thema!
Gestern saßen noch wir noch mit Freunden nach dem Gottesdienst zusammen. Es dauert nicht lange und wir landeten bei DEM heißen Thema, bei dem man in diesen Tagen ganz oft landet - ihr wisst schon: Corona. Meine erste Reaktion war: "Bitte nicht! Bitte lasst uns darüber nicht reden." Auch weil ich wusste, dass in unserer kleinen Runde Nichtgeimpfte - frisch getestet! - neben Geimpften saßen. Leider ist das Thema mindestens so emotional besetzt, als würde man über unterschiedliche Kindererziehung diskutieren (alle Eltern wissen wovon ich rede). Mein Harmoniebedürfnis war größer, wie der Mut dieses Thema anzupacken. Vielleicht habe ich bisher auch deshalb auf diesem Blog wenig darüber geschrieben. Weil ich finde unsere Gesellschaft ist schon gespalten genug! Und egal was man sagt - man landet am Ende irgendwie doch im Schützengraben. Und geschossen wird in diesen Tagen schon genug: Auf dumme Politiker. Auf egoistische Nichtgeimpfte. Auf einseitige Berichterstattung. Auf Fussballer. Also vor allem: Auf die anderen! Die anders denken und handeln als ich. Schwierig wird es, wenn der Andersdenkende ein Freund von mir ist. Oder - noch schlimmer: Mein Ehemann! Ich darf euch das an dieser Stelle sagen: Ich bin geimpft. Dankbar und erleichert und - wie ich finde - auch aus vielen guten Gründen. Mein Mann ist noch nicht geimpft - und er hat auch ein paar nachdenkenswerte Gründe dafür (wenn ich auch finde, dass meine besser sind!). Wir diskutieren. Wir ringen zusammen, was das Beste ist. Wir versuchen einander zuzuhören. Es gibt Vorwürfe (vor allem von meiner Seite!) und am Ende des Gesprächs haben wir keine einheitliche Lösung, aber wir haben uns immer noch lieb. Vielleicht haben uns manche unterschiedliche theologische Ansichten und die Diskussionen darüber in den letzten Ehejahren darauf vorbereitet. Vielleicht wächst unter meiner ganzen Rechthaberei doch ganz langsam das demütige Wissen, dass die Wahrheit oft vielschichtiger ist und es verschiedene Perspektiven braucht, um sie ansatzweise zu erfassen.
Doch, es gibt Dinge die sind erschreckend und sie sind definitiv kein Beitrag zur gemeinsamen Wahrheitsfindung: Querdenker, die ohne Masken aggressiv die Stimmung aufheizen und Polizisten angreifen, unterstützt von einem randalierenden Mob, der sich aus Prinizip allem verweigert, was von oben kommt. Geht GAR NICHT!!! Christen, die Freundschaften kündigen, weil sich der Andere impfen lässt (und vielleicht damit ein Chip eingepflanzt hat, der den Heiligen Geist vertreibt). HALLO???? Jemand Zuhause? Aber auch das geht nicht: Ungeimpfte anprangern und grundsätzlich mal als egoistisch und unsozial hinzustellen (wie schön solidarisch kann man sich in diesen Tagen doch fühlen, nur weil man sich geimpft hat!) und sie sogar noch als die Schuldigen hinzustellen! Ganz ehrlich: Es gibt durchgeknallte und verantwortungslose Menschen. Aber die Ungeimpften in meinem näheren Umfeld gehören definitiv nicht dazu!
Wer also ist Schuld an diesem derzeitigen Ausbruch? Wer ist Schuld an den knappen Intensivbetten? Die Ungeimpften oder ein Gesundheitsystem, das kaputtgespart und auf Gewinn (!) ausgerichtet wurde, in dem auch die motiviertesten Pflegekräfte seit vielen Jahren erschöpft ausbrennen? Allein schon hier ist die Wahrheitsfindung vielschichtiger. Finde ich. Und vielleicht können wir uns darauf einigen, dass vor allem einer Schuld ist: Ein kleiner runder Virus mit Saugpfropfen, der Menschen krank machen und töten kann und sich für seine Verbreitung perfiderweise das ausgesucht hat, was uns ganz menschlich macht - und worauf wir auf Dauer auch nicht verzichten können: Das Umarmen. Das Berühren. Das gemeinsame Beisammensitzen. Womit ich wieder beim Anfang des Beitrags wäre. Wir saßen also gestern zusammen. Und - gegen meine Bedenken - haben wir uns ein wenig darüber ausgetauscht, was wir gerade so denken. Wir haben einander zugehört. Wir haben unsere eigene Argumente vorgetragen und versucht die Argumente des anderen zu verstehen. Und dann sind wir noch eine Runde zusammen spazieren gelaufen, als Freunde und Weggefährten. Das ist eine Momentaufnahme, ich weiß. Aber es zeigt, dass wir das können! Dass wir gemeinsam unterwegs sein können. Liebevoll und verantwortlich. Mit unterschiedlichen Meinungen.
Und darf ich das auch noch sagen an diejenigen, die mit mir gemeinsam Jesus nachfolgen wollen (An dieser Stelle schon mal: DANKE an alle fürs Lesen und "Zuhören"!!!!): Vielleicht könnten wir - bei allen berechtigten Sorgen über die momentane Lage - uns nicht so sehr der Angst zuwenden, sondern uns ein wenig mehr in die Richtung neigen, von der unser Hoffnung kommt. Das wäre auch ein wichtiger Beitrag für unsere Gesellschaft! Mein Weggefährte Achim hat gestern seine Predigt mit diesen Worten abgeschlossen: "Freunde, da kommt noch was auf uns zu! OH JA, da kommt noch was! DER KÖNIG KOMMT!!!!" Und dabei hat er so breit gestrahlt, dass wir in spontanes Gelächter ausgebrochen sind (Gott sei Dank für ansteckendes Lachen!). Der König kommt! Da wird es mir gleich ganz feierlich, froh adventlich. Nein, wir Christen sind keine Realitätsverweigerer (zumindest rechtfertigt dieses Verhalten nichts, was wir auf unseren Glauben beziehen könnten!). Wir schauen nur weiter! Über die Pandemie hinaus und alles was uns gerade so bange machen möchte.
Freunde, der König kommt!!!
Gehen wir ihm gemeinsam entgegen.
Donnerstag, 11. November 2021
Ich darf dabei sein!
Jetzt liegen die Herbstferien auch schon wieder hinter uns. Ich vergrabe mich in den Tiefen meines Manuskripts, das ich bis Ende des Monats abgeben muß. Ab und zu schaue ich auch aus dem Fenster. Und wenn der Morgennebel sich verzogen hat, dann staune ich über die Herbstwälder. Ihre bunten Blätter sind gestern wie Graffitiregen vom Himmel gefallen, als ich - in einer kleinen Schreibpause - mit meinem E-Bike zum Bäcker gebraust bin.
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| Ehrlich: Das ist mein Weg zum Bäcker! Unfassbar, oder? |
Wie sagte es Annie Dillard so wunderbar: Wir sind hier um aufmerksam zu sein, damit die Schöpfung nicht vor leerem Haus spielen muß. Also versuche ich mich, mindestens einmal am Tag, ins Publikum zu setzen und zu staunen!
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| Hier läuft mein Heimatfilm (Schwarwaldhochebene in den Herbstferien) |
Am Wochenende saß ich auch im Publikum - bei einer wunderbaren Lesung von Titus Müller. Ach, was ist das für ein begnadeter und so nahbarer Schriftsteller! Als ich mich verschämt als Autorin geoutet habe (bzw.geoutet wurde ;-)), und ihm im Gespräch gestand, dass ich mich mit dieser Bezeichnung als Hochstaplerin fühle, meinte er lachend, dass ihm das ab und zu auch so geht (was ich nun wirklich nicht verstehen kann!). Ich musste mal wieder an die Worte von Liz Gilbert denken, dass wir uns einfach mutig dazuzählen dürfen! Wir müssen uns nicht runtermachen und auch nicht für die Größten halten, sondern wir können einfach fröhlich sagen: Ich bin dabei! Das ich das sagen darf (auch wenn ich dabei noch lachen muß!), dass ich meine paar Worte beitragen darf und ein paar Menschen im Publikum sitzen und zuhören (DANKE EUCH!!!) - was ist das für ein Glück!!!
| Bücherglück! |
| Und das Glück dabei zu sein! |
Und dann stolpere ich immer wieder über das Alltagsglück! Gestern fand ich es auf dem Boden, nachdem ich sämtliche staubige Schlafanzugshosen unterm Kinderbett gefunden habe. Ich musste einfach über diese kleine Versammlung von Räubern lachen. Was die wohl aushecken???
Manche Schätze entdeckt man eben nur wenn man auf die Knie geht..
Ich hoffe ihr stolpert heute auch über das eine oder andere Alltagsglück oder könnt euch ein wenig ins Publikum setzen und staunend den letzten Akt von Bruder Herbst verfolgen. Wir dürfen dabei sein!
So, jetzt muß ich an mein Manuskript. In zwei Wochen tauche ich hier wieder auf. Und dann können wir schon die Tage bis Weihnachten zählen. Und das ist auch wieder ein großes Glück!
Dienstag, 26. Oktober 2021
Vergleichen wir uns!
Dienstag, 19. Oktober 2021
Der Specht an der Wand (Eine Kampfschrift)
Du kannst nicht verhindern, dass die Vögel um dein Haupt fliegen,aber du kannst verhindern dass sie sich darin einnisten.
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| Hier sitzt er so unschuldig, der Punk! (Foto: Canva design) |



