Dienstag, 10. Januar 2017

Schatzkiste 2016

Dieses Jahr habe ich es noch nicht geschafft einen ausführlichen Jahresrückblick zu machen. Mal schauen ob es mir noch gelingt. Trotzdem will ich hier nochmal ein paar Schätze anschauen die ich im vergangenen Jahr gefunden habe (völlig unvollständig, einfach das was mir gerade einfällt! )

Teelicht sein

Eine Buchveröffentlichung, Lesungen....viele aufregend neue Dinge sind passiert. Mehr als ich mir erträumt hab, mehr als ich manchmal bin...  Ich schwanke oft zwischen Selbstzweifeln und Selbstüberschätzung. (letzteres besonders was meine Kraft angeht) Da hilft mir der Satz, den mir neulich eine Freundin sagte: "Christina, es gibt zwei gute Nachrichten: Es gibt einen Messias und du bist es nicht.“ Ach ja. Gut zu wissen dass ich einfach jemand bin der mit Jesus unterwegs ist. Mehr muß ich nicht sein. Zeuge von dem Licht, aber nicht das Licht (Joh.1 ) Und mit ihm verwechselt zu werden ist dann doch so unwahrscheinlich wie ein Teelicht für die Sonne zu halten. Mich immer wieder in die Sonne zu legen und mich von Jesus lieben zu lassen und dann mein kleines Licht mutig leuchten zu lassen - das war immer wieder Herausforderung und Schatz im letzten Jahr.



 

 

Just a kiss - liebste Urlaubsgeschichte

Ich bin dankbar für viele wunderbare, blogschreibende Frauen. So viele Schätze im letzten Jahr! Danke euch allen! Ein  kleines Urlaubserlebnis auf Sonjas schönem Blog ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Vielleicht hat mich gerade das Einfache daran berührt. Gott kümmert sich um den Ferienbatzen eines kleinen schweizer Buben - das zeigt mal wieder seine Größe! (und mit „Batzen“ hab ich auch ein neues schweizerisches Wort gelernt! Grüezi ihr lieben Schweizer!!!)


 

 

Bester Sommerabend

Und das war unser Batzen: Wir wussten, dass ein finanzieller Engpass auf uns zukommt. Ich machte mir natürlich ein wenig Sorgen, betete und notierte mir in meinem Tagebuch einen Zuspruch von Gott, dass er uns versorgen würde. Ich schreibe solche Dinge immer mit dem leisen Zweifel auf ob Gott das wirklich sagt oder ich mir das nur wünsche. Ein paar Tage später: Freunde drücken uns, nach ihrem Besuch in unserem Garten, einen Briefumschlag in die Hand mit den Worten: "Wir haben gebetet und wollen euch das von Gott geben." Der Umschlag war voller Geldscheine - mehr als genug um das finanzielle Loch zu stopfen!!! An diesem Abend erlebte ich eine feste Umarmung Gottes der mir durch unsere großzügigen Freunde sagt: "Ich sehe euch. Ich vergesse euch nicht! Und was ich verspreche, das halte ich auch ein." Ich saß lange Zeit einfach fassungslos und voller Staunen über Gott auf unserem Sofa. Definitiv mein bester Sommerabend. 



 

 Beste Version von mir

Es waren immer noch so viele Tage mit wenig Kraft. Das mag an der Migräne liegen, an jahrelangem „über die Grenzen gehen“ oder einfach auch daran, dass ich älter werde. Ich versuche langsam nicht mehr auf den Moment zu warten in dem ich kraftvoll und stark aufwache und Bäume ausreissen könnte. Stattdessen versuche mich damit zu versöhnen, dass ich keine "Power-Frau" bin. Dass ich nicht immer die beste Version abliefern muß - eine blank geputzte Wohnung, engagierte Mama,  aufmerksame Freundin... Manchmal steht das Supereffektive dem Eigentlichen im Weg, schreibt Tomas Sjödin. Ach ja, das Eigentliche. Langsamer werden, empfangen, sich lieben lassen, lieb haben, anschauen was uns froh und lebendig macht. Und manche Dinge blühen erst auf  wenn wir ein paar Zeichen leer lassen. Wer wir einfach nur sind.  Und vielleicht wächst genau da die beste Version von uns....



 

Weggefährten

Ich schreibe in den letzten Monaten an einem Buch über Gemeinde (Arbeitstitel: Warum ich da noch hingehe. Die Kirche, Jesus und ich) und während die Seiten sich füllen, füllt sich mein Herz mit Dankbarkeit für meine Weggefährten. In einem meiner Lieblingsbücher des Jahres (Danke Veronika!) lässt Wendell Berry die Protagonistin HannahCoulter sagen:  

Die Liebe die wir in dieser Welt erleben, wächst nicht aus der dünnen Luft. Es ist nichts was wir uns einfach überlegen. Wie wir selbst wächst sie aus dem Boden. Sie hat einen Körper und einen Ort.    

In meiner kleinen (und im letzten Jahr noch kleiner gewordenen) Gemeinschaft erlebe ich genau das: Liebe die einen Körper und einen Ort hat. Manchmal anstrengend und herausfordernd und doch etwas vom Besten was mir passieren konnte.
Dazu passt auch eins meiner liebstes Bilder vom letzten Jahr: Eine Taufe für die mit ich ins Wasser der kalten Rems (war es die Rems?!)  gestiegen bin. Wenn ich in dieses strahlende Gesicht meiner Weggefährtin schaue, dann höre ich Gottes Wort über uns: „Du sollst leben!“ und ich erkenne zunehmend kleine Zeichen der Auferstehung unter uns.



 

Eine Schatzkiste als Weihnachtsmail

Zu Weihnachten bekam ich eine Rundmail von Travis, die er auch auf seine homepage the work of the people gestellt hat. Es ist seine Schatzkiste aus seinen vielen Inteviews im letzten Jahr. Wer englisch kann dem empfehle ich sich in Ruhe ein viertel Stunde Zeit zu nehmen, seinen Text zu lesen und sich diese kleine Filmmontage anzuschauen  (you can`t duct fake fruit to a tree). Danke Gott für Menschen die einfach anderen zuhören und uns damit segnen.


 

Ein Wort wie ein Felshaken

2016 war auch ein Jahr voll mit vielen schlimmen Nachrichten aus der Welt. Ein tröstliches Wort im Blick auf die großen Krisen und für meine kleinen  "Furchtmacher" im Alltag ist das was Jesus zu Jairus sagt, der fürchtet, dass er gerade die schlimmmste Nachricht seines Lebens erhalten hat. Einfach diese zwei Sätze: 

Fürchte dich nicht. Glaube nur. (Markus 5,37) 

Frederick Buechner schreibt darüber, dass Jesus ihm vielleicht damit vor allem sagen will: 

Glaube nur, dass du dich nicht fürchten musst! 

Dieser Satz, von Jesus, in den verzagten Stunden, in unsere Selbstzweifel und Fragen, finde ich unglaublich tröstlich. Ein Satz wie ein Felshaken, den ich an Jesus festmachen kann. - mein Fels in der Brandung.
So. Das war meine kleine, völlig unvollständige Schatzsammlung 2016. 

Jetzt geht die Suche weiter im neuen Jahr. Unsere Schätze liegen meistens oft ganz versteckt, mitten im Acker. Wir graben auf dem Boden auf den Gott uns gestellt hat, wir machen uns die Hände dreckig und immer mal wieder halten wir einen Tag, einen Moment ein Wort, eine Begegnung... jubelnd in den Händen und rufen: "Her mit der Schatzkiste! Ich hab etwas gefunden!" Bewahren wir die kostbaren Funde und graben wir weiter. Im Vertrauen dass der Boden auf dem wir stehen gutes Land ist.  





Und dass du dir die Zeit nimmst hier zu lesen - das gehört auch zu meinem Schatz. Danke!  

Dienstag, 3. Januar 2017

Mein Wort für 2017

In den letzten Tagen vom alten Jahr habe ich es noch geschafft an meinem Ort der Stille zu fahren. Auch wenn es nur kurz war und die schöne Landschaft im Nebel lag (wie im letzten Jahr auch). Es hat gut getan noch einmal alles runterfahren und tief Luft zu holen bevor es weiter geht.



Anstatt gute Vorsätze fürs neue Jahr zu fassen habe ich Gott wieder um ein Wort für das neue Jahr gebeten: Ein Wort das mich begleitet und sich wie ein kleiner leuchtender Faden durch die Tage zieht. Ein Wort das mich fokusiert auf das was mir wichig ist das ich tiefer begreifen möchte. Letztes Jahr war es  "Geführt leben". Ich habe versucht mich immer wieder daran zu erinnern, dass ich mich, mitten in meiner Schwachheit, von Jesus führen lassen will. Nicht zu schnell losrennen und JA sagen sondern spüren wohin mich mein Innerstes führt.(und das will ich auch im neuen Jahr weiter lernen) Und dann habe ich auf den nebligen Wegen im Marktgräflerland mein neues Wort gefunden:

Hoffnungsvoll.  



Im Rückblick auf das alte Jahr habe ich festgestellt, dass ich oft dort am meisten beschenkt wurde wo ich ohne feste Vorstellungen und Erwartungen war sondern einfach gespannt war was Gott tunrde. Und die Weihnachtsgeschichte hat mir wieder vor Augen geführt, dass hoffnungsvolle Menschen sehend sind und Gottes Handeln wahrnehmen, auch wenn sie alt und fast blind sind, wie Hanna und Simeon im Tempel. Ich wünsche mir ihren hoffnungsvollen Blick im neuen Jahr.
Hier sind ein paar Gedanken - vielleicht machen sie euch ein wenig Mut im Blick auf die unbekannte Strecke die noch im Nebel vor uns liegt:

Hoffnung ist kein blinder Optimismus, im Sinne von: hoffen wir halt, dass alles gut geht. Hoffnung ist verwurzelt in Gottes Charakter und seinen Verheissungen.
Gottes Worte über Abraham und allen seinen Nachkommen im Glauben sind großer Grund zur Hoffnung:  Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein! (1.Mose12,2)
Wie sieht so ein Segen aus?  Vielleicht so:

 Segen wartet auf mich.   

Segen könnte kommen wie erwartet: fünf Meter die Straße runter und ein gebahnter Weg dahin. Aber vielleicht kommt er auch ganz anders. Vielleicht ist es der Trampelpfad den ich fast übersehen hätte und der mir den schönsten Ausblick meines Lebens geschenkt hat.
Der Segen könnte die Sonne sein die meinen Weg erleuchtet oder es ist der Wind der mir ins Gesicht weht und mich weiter drängt. 
Vielleicht segnet mich eine erhoffte ebene Wegstrecke oder ein Gefährte der mir beim steilen Anstieg zur Seite steht.
Vielleicht ist mein Segen die Bewahrung vor dem Sturz oder es ist die Heilung nach dem Sturz oder das Getragen werden mit kaputtem Knöchel.
Vielleicht segnet mich eine Abkürzung oder der Umweg der meine Kraft übersteigt und mich zur Pause an einem Ort der Gnade zwingt.
Vielleicht ist der Segen ein neues Land das vor mir liegt oder er wächst aus dem Boden auf dem ich jetzt schon stehe.
Vielleicht ist der Segen so wie erwartet, oder ganz anders - die gegenwärtige Gnade führt mich immer zum Segen und lässt mich ein Segen sein.



Hoffnung lebt aus der tiefen Zuversicht, dass Gott mir segnend auf meinem Weg entgegenkommt. Oder, wie Barbara Brown Taylor es sagt:

Faith believes: everything that comes my way is for me, and not against me. 
(Glaube erkennt: alles was auf meinem Weg liegt ist für mich und nicht gegen mich) 




In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesegnetes, hoffnungsvolles 2017 !








Römer 15,13 (the message)

Donnerstag, 22. Dezember 2016

für alle, die einen Retter brauchen

Stand der Dinge, zwei Tage vor Weihnachten: 
  • Vorsätze im Advent weniger Worte zu machen: Nicht wirklich gelungen.
  • gerissener Geduldsfaden im Umgang mit Samuel: Unzählige Male. Leider.
  • Migränetage in dieser Woche: Vier. (bis jetzt)
  • Weltsituation: Traurig. Verwirrend. 
  • geschriebene Weihnachtskarten: Null.
  • gelöschte Worte am Computer: Viel mehr als geschriebene.
  • Aufreger des Tages: Energiesparender Duschkopf, den der Mann einfach angebracht hat und mit dem man eine halbe Stunde braucht um das Shampoo aus dem Haar zu bekommen. (und dass das mein Aufreger des Tages war lässt auch tief blicken!)
  • ruhige Abende bei Kerzenschein: Überschaubar. (ähm, wann genau war dieser Abend noch?)
  • Körpergewicht: Lange Zeit nicht kontrolliert weil ich sonst nur schlecht gelaunt werde.
  • Gründe zur Dankbarkeit: Unzählige.
  • Grundstimmung: Unzufrieden mit der Gesamtsituation.
  • Weihnachtsgeschenke: Wie? Wir wollten uns doch nichts schenken!!!
  • Kraftreserven von Weihnachten: Im roten Bereich.
So ungefähr ist der Stand der Dinge. Schön war Samuels Auftritt als Weihnachtsengel. Er war zuerst nicht so glücklich damit ein Engel zu sein weil er dachte das ist was für Mädchen. Dann habe ich ihm mal ein bisschen was über die echten Engel erzählt. Die flammenden Boten Gottes. Kämpfer des Himmels. Danach war er beruhigt und wollte gerne ein Schwert für seinen Auftritt, was ihm aber die Erzieher verwehrt haben. Sein Text hat er fleissig geübt: "Habt keine Angst. Jesus ist geboren. Der Retter ist da." Kurz vorher hat aber den Engel dermassen die Angst gepackt, dass er die Worte nur zitternd und leise und fast unter Tränen herauskamen (Heio meinte danach : ich hab noch nie einen Engel gesehen vor dem man sich so wenig fürchten musste!). Und Samu? Er war traurig, weil er fand dass er seine Sache nicht gut gemacht hat. Ach, mein lieber Sohn: Manchmal redet Gott gerade durch ängstliche Engel die allen Mut zusammennehmen um zitternd ihre Sätze zu sagen und durch müde Mamas die ihre besten Vorsätze nicht einhalten können und deren Kopf und Seele schmerzt und er sagt durch uns:

Habt keine Angst! Jesus ist geboren. Der Retter ist da."

Weihnachten ist gute Nachricht für alle die einen Retter brauchen.

Frohe Weihnachten uns allen!!!!




Freitag, 16. Dezember 2016

der Beste

Heute morgen war bei uns alles etwas hektisch: Heio musste ziemlich früh zu einer Besprechung und auf dem Weg dorthin wollte er Samu in der Kita vorbeibringen. 
Ich versuche also den kleinen Sohn zum anziehen zu motivieren und nebenher noch die restlichen Sachen in seinen Koffer zu räumen, weil er nach der Kita bis morgen zur Oma geht.  Es geht mir wie immer wenn er mal eine Nacht weg ist: ich bin wehmütig weil ich weiß, dass ich ihn vermissen werde und gleichzeitig freue ich mich auf die Zeit die ich habe (und die ich gerade ganz dringend zum Schreiben brauche!) Also drücke ich ihn noch einmal fest an mich und verspreche aus dem Fenster zu schauen und ihm zu winken. Und im Winken bin ich ja ziemlich gut, wie ihr wisst. Er geht also jammernd zu Tür und versichert mir immer wieder, dass er mich eigentlich nicht alleine lassen will. Heio drängt und klappert mit dem Autoschlüssel. Ich schaue also aus Fenster, es ist noch dunkel. Samu steht mit seinem kleinen Rollkoffer auf dem Gehweg und ich merke, dass er mir noch was wichtiges sagen muss. Er sucht die Worte. „Mama, ich weiß Gott ist der Beste...aber... du... bist auch....richtig gut!“ Er strahlt mich an und steigt dann widerwillig ins Auto. Hach, was braucht man zu Weihnachten wenn man solche Sätze hört.


Bevor ich mich in die Arbeit stürze, zünde ich die Adventskerzen an. Ich bin dankbar für so viel Gutes. Und gleichzeitg denke ich daran wie dunkel es gerade für viele Menschen ist. Ich hole das Gesangbuch weil ich irgendwie die alten Adventslieder vermisse die wir früher immer gesungen habe. Ich lese laut meinen liebsten Satz. Es kommt mir vor als hallt meine Stimme ein bisschen, weil die Wohnung sich leer anfühlt:



Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt.
Als wollte er belohnen so richtet er die Welt.
 Jochen Klepper




Ich schaue in die stille Flammen der Kerzen und ahne etwas von der Liebe eines Gottes der sein Liebstes gegeben hat. Einfach deshalb weil er uns im Dunkel nicht allein lassen will. 
Es stimmt: Er ist der Beste.


Ein gesegnetes Adventswochenende euch allen!!!

Montag, 12. Dezember 2016

Wir winken.


Direkt neben unserer täglichen Strecke zur Kita wurde ein großes Flüchtlingsheim gebaut. Endlich ist es fertig geworden. Samu und ich freuen uns schon seit Wochen darauf, dass hier Kinder mit ihren Eltern einziehen. Jetzt tummeln sich schon ein paar kleine Menschen im Hof. Wir flitzen mit dem Fahrrad vorbei, wir winken uns gegenseitig zu, wir lachen und rufen: "Hallo!!!" und "Schön, dass ihr da seid!" und ernten die schönsten Kinderlächeln. 

Der regelssige Leser weiß, dass ich gerne etwas für die Flüchtlinge in unserem Land tun würde, aber ich bin mit meinem Engagement schon kläglich gescheitert. Die Kraft hat einfach nicht gereicht. Jetzt also winke ich. Ok, zugegeben: Das ist so wenig, dass es schon irgendwie peinlich ist (wie gut, dass nicht jeder winkend vorbeifährt!) Aber wer weiß: Vielleicht könnte das ein neuer, wichtiger Dienstzweig sein den auch erschöpfte Menschen ausüben können: Wir schauen den Menschen die direkt auf unserem Weg liegen freundlich in die Augen und winken ihnen zu. 

Vielleicht ist das auch etwas was ich in der Adventszeit lernen kann: Ich muß nicht immer selbst die Dinge tun und schaffen. Manchmal vollbringen es andere. Anstatt frustriert zu denken: "Mist, warum schaffe ich das alles nicht!" kann ich winken und jubeln und andere anfeuern. Anstatt mich mit anderen zu vergleichen und mich dabei ganz schlecht zu fühlen kann ich stolz auf Freunde und Bekannte zeigen und sagen: "Schaut mal, wie toll sie (oder er) das hinbekommt! Sind sie nicht einfach wunderbar?!" 

Für alle die sich auch in der Weihnachtszeit ehrenamtlich engagieren (oft neben den vielen Aufgaben in der eigenen Familie)

Für alle diejenigen die es schaffen mehr als eine Sorte Plätzchen zu backen - und sie nicht gleich aufessen

Für alle die ihre Kinder und Nachbarskinder pünktlich und festlich gekleidet zur Weihnachtsfeier bringen

Für alle die Obdachlosen in der kalten Jahreszeit Tee bringen und diejenigen zu sich einladen an die sonst keiner denkt

 
Für alle die keine Weihnachtsfeier vergessen und sämtliche Zettel die man unterschreiben muß den Erziehern, oder Lehrern, unterschrieben zurückbringen

Für alle Erzieher und Lehrer die den Überblick über die ganze Zettel behalten

Für alle die tolle Dinge basteln können und damit andere eine Freude machen

Für alle die mit ihren Kindern backen ohne dabei durchzudrehen  
 
Für alle die Weihnachtskarten verschicken

Für alle die mitten im stressige Alltag noch wunderbare, ermutigende Blogeinträge schreiben

Für alle die am 23. Dezember die Geschenke schon gekauft und niemand vergessen haben:

Wir winken und jubeln und sind stolz auf euch!



Und für alle von uns die das nicht ganz so hinbekommen: Eine dicke Umarmung! Wir sind geliebt - und vielleicht dabei weise zu werden: Wie deine Kraft so deine Tage.

Dieses Jahr  tun wir einfach das was uns möglich ist: winken und jubeln.

Donnerstag, 8. Dezember 2016

wie Schwangere um die Ecke gehen


Heute ein kleines Adventstürchen mit einem Zitat das ich am Wochenende gelesen habe und das mir so gut gefallen hat:

WIr müssen immer wie die schwangeren Frauen 
vorsichtig um die Ecke gehen und leiden
dass Bilder plötzlich in unser Werden sinken,-
um immer mehr von denen uns zu scheiden
die bei dem vielen In-die-Bücher-schauen
gewohnt sind, alles aufgelöst zu trinken
anstatt den Kern der Wirklichkeit zu kauen.

Rainer Maria Rilke

Ich versuche ein bisschen öfters den Kern der Wirklichkeit zu kauen in dem ich  immer mal wieder alles stehen und liegen lasse, den Computer ausschalte oder das Buch aus der Hand lege und meinen Fuß vor die Tür setze. Ich hoffe dabei innerlich ruhiger zu werden und die echten Bilder in mein Werden sinken lassen. Und jedes Mal merke ich wie gut mir das tut!




Montag, 5. Dezember 2016

Unser Baum

Jedes Jahr, wenn ich unseren kleinen Tannenbaum auf dem Balkon schmücke, sage ich zu Heio: "Unser Baum wächst überhaupt nicht!" Wir haben "unseren" Baum vor über 7 Jahren vom Standesbeamten überreicht bekommen. (sowas bekommt man wenn man im Schwarzwald heiratet!)
Ich hatte das Bild von damals nicht mehr vor Augen und mir kam es wirklich so vor als wäre er kaum gewachsen. Neulich habe ich in unserem alten Album geblättert und und darüber gestaunt wie klein er damals tatsächlich war. Schaut mal:


  Und so sieht das Bäumchen heute aus:



Im direkten Vergleich muß ich zugeben, dass ich unserer kleinen Tanne unrecht getan habe. Sie wächst tapfer, Jahr für Jahr. Ganz leise und unbemerkt von ihren Besitzern.
Und wenn ich jetzt abends auf dem Sofa sitze und mich an dem kleinen, geschmückten Baum freue, dann erinnert er mich an das Geheimnis des Wachstums. Wie oft geht es mir nämlich in meinem Leben genau so: Ich denke frustriert dass ich immer noch mit den gleichen Dingen kämpfe, dass ich nicht wirklich wachse, dass sich in manchen Lebensbereichen (oder in meiner Gemeinde) einfach überhaupt nichts tut. Aber die Sache mit dem Wachstum ist wahrscheinlich folgende: Es dauert. Es braucht Zeit. Man sieht es nicht wachsen, auch wenn man sich mal einen Tag lang Zeit nimmt um dabei zuzuschauen. Inneres Wachstum ist keine steile Gerade die beständig nach oben verläuft. Es ist langsam aber stetig. Vielleicht ist es vor allem ein Wachstum in Ringen, so wie die Jahresringe an unserem kleinen Baum. Und da kann man schon das Gefühl bekommen man kommt immer wieder an der gleichen Stelle vorbei und es tut sich nichts. 

Für mich ist unser kleiner Weihnachtsbaum dieses Jahr die Erinnerung daran, dass Gott Dinge wachsen lässt, oft ganz unbemerkt von uns. Mit dem flüchtigen Alltagsblick nehmen wir oft wenig davon wahr und es braucht einen weiten Blick zurück um zu erkennen was Gott in unserem Leben tut. 

Und auch Kinder wachsen, oft ganz unbemerkt. Gestern saß ich neben dem kleinen Sohn von Freunden auf dem Autorücksitz. Ein Auto mit Blaulicht für an uns vorbei uns ich sage: "Kuck mal, Tatü-tataa!" Er schaut mich ernst an und meint nur: "Notarzt!" Wow. Wann hat das Kind denn reden gelernt?! :-) 

Vielleicht ist der Advent ein guter Zeitpunkt um alte Fotos rauszukramen, verstaubte Tagebücher zu lesen, sich an alte Verheissungen zu erinnern und die lange Strecke zu betrachten, die schon hinter uns liegt. Es könnte uns zum Staunen bringen über die Dinge die ganz unbemerkt aufgewachsen sind. Vielleicht nicht so groß und glänzend wie wir uns das vorgestellt haben. Aber mit stetigem, beharrlichem Wachstum. Und mit Wurzeln bis in die Ewigkeit.


Und noch eine kleine Geschenkidee zu Weihnachten: Wer noch kein Buch hat oder es gerne verschenken will: ich schicke gerne ein schönes Päckchen los. Und in der Adventszeit geht pro Buch ein Euro an ein kleines Kinderheim in Myanmar, das unsere Gemeinde seit Jahren unterstützt. Jeder Euro bringt ein bisschen Wachstum.... (wer mehr geben will und Infos dazu möchte kann sich gerne auch an mich wenden. Spendenbescheinigungen sind möglich) Meine mail ist: chris.f@freenet.de

soviel zu Thema: kürzere Beiträge während der Adventszeit....aber ist ja erst der zweite Advent. Ich versuche es beim nächsten Mal. Langsam aber stetig geschieht Veränderung :-)