Montag, 16. Mai 2016

Ein Spatz in unsrer Hand!

Schaut mal was Heio mit nach Hause gebracht hat:


Ein kleiner verängstigter Spatz! (zumindest wollen wir glauben, dass es einer ist :-)). Er lag neben der Straße und hat sich kaum mehr bewegt. Heios Diagnose: wahrscheinlich ist er gegen eine Fensterscheibe gedonnert. Und der Mann wird zum Spatzenpapa: er macht ihm ein kleines Nest , holt eine Schnecke und Würmer aus dem Garten, versucht ihn vorsichtig zu füttern und er lässt den kleinen Kerl nicht mehr aus den Augen. Der wird langsam wieder ein bisschen munter, flattert ein wenig, fällt um und versucht es nochmal. Wir entscheiden: noch zu früh um ihn in`s wilde Leben entlassen zu werden  - außerdem kommt Samu gleich von der Kita und er soll unseren neuen Freund auch noch bewundern. 
Dann stehen wir zu dritt auf der Terasse. Der kleine Spatz schaut uns erwartungsvoll an. Wir heben den Deckel und er hüpft vorsichtig zum Balkongeländer. Hier bleibt er noch ein wenig sitzen. Schaut zu uns. Schaut zu den Bäumen. Ein kleiner Windstoß und er fliegt los. Ganz unbeschwert, hinauf in die Baumkronen. Wir jubeln und freuen uns. Ich setzte mich mit Samu an`s offene Fenster und wir hören immer wieder sein Piepsen. Er hat nämlich eine ganz besondere Art zu piepsen und in unseren Ohren klingt es als wolle er sich bei uns bedanken.










Als kleines Kind habe ich das Lied in der Kinderkirche gelernt: 

Ein kleiner Spatz zur Erde fällt, und Gott entgeht das nicht. 
Weil er die Vögelein so liebt weiß ich er liebt auch mich.

Irgendwie hatte ich dabei die kindliche Vorstellung, dass Gott die Spatzen vor dem Fallen bewahrt - und mich auch. Aber das sagt das  Lied nicht (und auch nicht die Bibelstelle, die dahinter steht). Die Vögel fallen zur Erde. Ja. Auch wenn Gott sie liebt. Wir Menschenkinder fallen. Verletzen uns. Manche von uns sogar richtig heftig. Und Gott verhindert das Fallen nicht. Zumindest nicht immer. Das ist eine Wahrheit an der der Glaube auch zerbrechen kann.  
Aber hier ist mein Trost. (und keine Erklärung!): Gott entgeht das nicht. 
Nichts entgeht ihm. Kein Flüchtling. Keine Mama in Afrika die um ihre verschleppte Tochter weint (und deren Schicksal die schnelle Medienwelt kaum mehr interessiert). Kein Kind das fällt und sich davon die Knie aufschürft. Nicht der allerkleinste Schmerz entgeht ihm.
Er kniet sich neben jedes Leben das verletzt am Straßenrand liegt. Er umschließt unser Herz. Er versorgt unsere Wunden Er hält uns still in seiner Hand.  Nährt unsere Seele. Wartet mit uns. So lange wie wir brauchen um heil zu werden. Dann schickt er den Wind unter unsere Flügel. Er liebt uns zurück in`s Leben.

Er liebt auch mich, er liebt auch dich, ich weiß er liebt auch mich.
Weil er die kleinen Dinge sieht, weiß ich: er liebt auch mich.

Kommentare:

  1. Psst, eine Meise! Egal. Wunderschön geschrieben. Und wie immer Christina-Fotos.

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    1. Ahhh, danke Julia!Auch wenn damit die Überschrift nicht mehr passt- eine Meise gehabt zu haben ist auch wunderbar :-).

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  2. Wir wussten schon immer, dass du eine Meise hast. Es grüßen zwei Vögelchen aus Japan.

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    1. haha, das war ja klar! Gibt`s auch Meisen in Japan? BItte ein Bild! Schönen Urlaubxxx

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    2. Die meisten Vögel hier schmecken ganz gut. Gerade haben wir einen in Reis gegessen. Beim Shinkansenfahren denken wir immer an Samu und beim Aufzugfahren natürlich immer an dich.

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  3. Ob Spatz oder Meise- total schön und herzerwärmend, Euer Erlebnis! Wenn ich meinen Blog jetzt umbenenne, vielleicht schickt Gott mir ja dann auch das passende Tier vorbei: www.der-hund-auf-der-terrasse.de oder so...Liebste Grüße, Barbara

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    1. haha, das ist nicht schlecht Barbara. Wenn sich Blognamen im Leben erfüllen dann wechsle ich zu: das brave Kind an der Hand, oder das geschenkte Haus :-) LG zurück zu dir (und Mutterherz finde ich ein wunderschöner Name!)

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  4. Wie lieb von euch, den Vogel zu retten (: und dann so eine schöne Lektion dazu. Ich habe als Jugendliche mal eine schwache Katze mit nach Hause genommen und mit einer Freundin zusammen aufgepäppelt, bis sie dann Teil unseres Alltags wurde. Toll, wie bildlich sowas zeigt, wie Gott zu uns steht.

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    1. ach wie schön, das mit der Katze. Und wie gut, dass die nicht auf unsere Meise am Wegesrand getroffen ist:-). LG zurück!

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  5. So eine schöne Erfahrung für euch als Familie und vor allem für deinen Sohn. Gott kennt all die kleinen Dinge und ihm entgeht nichts. Auch das Fallen gehört zum Leben- aber ER ist immer da. Schön, dass im Fall von dem kleinen Vögelchen ihr als Familie helfen konntet, es wieder auf die Beine zu bringen.
    Glg Lena

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    1. "auch das Fallen gehört zum Leben" - wie wahr, liebe Lena. Liebste Grüße zu Euch!!!

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  6. WOW!! Ein unvergessliches Erlebnis :-) Genauso prägend ist auch das eigene Fallen meistens, wenn man dann merkt, dass man in der Hand des Schöpfers gelandet ist...

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    1. ..und wie ich auf deinem tollen Blog lesen konnte hast du das auch ganz persönlich (und auch schmerzhaft und tröstlich)erlebt. Danke, dass du das mit uns teilst. Segen und liebeste Grüße zurück!

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