Montag, 11. Februar 2019

*Blumen* für Burundi!

(Blogpost enthält externe links und NICHT beauftragte Werbung.)

Diese Woche ist Valentinstag. An dem Tag werde ich, wie die Jahre zuvor, keinen Strauß bekommen. Das ist so, wenn man einen Mann heiratet, der konsum-geputschte amerikanische Feiertage nicht leiden kann. Auch wenn der heilige Valentin kein Amerikaner war - in den Staaten versteht man es eben die romantische Liebe zu feiern :-).Für mich ist der Boykott des Mannes völlig in Ordnung.  Andererseits finde ich es auch toll einen Tag im Jahr zu haben, an dem man daran erinnernt wird, wie schön es ist, jemand eine Freude machen kann. 
Nun habe ich im shelovesmagazine (eine Plattform für Frauen aus aller Welt, die Jesus lieb haben) eine wunderbare Valentins-Idee gefunden. Zugegeben sind es keine echten Blumen, die man verschicken kann, aber es kostet ungefähr so viel wie ein Blumenstrauß und ist mindestens so farbenfroh. Schaut mal, ist das nicht schön?!:

 

Für 15 Dollar (also 13,68 Euro) bekommt ein Schulkind in Burundi eine dieser wunderbar handgefertigeten Taschen und die tollen Schuhe dazu! 
Die Autorin und Theologin Kelley Nikondeha lebt ihrem Mann Claude in Burundi. Ich habe schon einige ihrer bewegenden Geschichten von dort gelesen. Unter anderem haben sie eine Schule gegründet. Am Anfang waren es nur 15 Schüler, inzwischen kommen über 600 Schulkinder regelmässig zum Unterricht.

hier sehr ihr Claude in dem Schulzentrum Kwizera Academy
Viele Kinder kommen barfuss, den oft weiten Weg, zur die Schule. Dabei kommt  es häufig zu Verletzungen und Parasitenbefall. Claude, der selbst auch aus Burundi kommt, hat mit lokalen Künstlern die Idee entwickelt Schuhe und passend Taschen für die Schüle zu entwerfen. Sie werden von Handwerkern vor Ort hergestellt. Könnt ihr euch vorstellen wie stolz die Kinder diese Sachen tragen werden? Auf diesem kleinen Film könnt ihr es euch auch anschauen: 

(Hier könnt ihr aucheinen ausführlicheren Text dazu auf englisch lesen)

Normalerweise mache ich solche Aufrufe über meinen Blog nicht. Weil ich alles immer so überfrachtet finde mit Aufforderungen etwas anzuklicken, zu geben, zu unterstützen, wo mitzumachen... Aber dieses Mal konnte ich einfach nicht widerstehen. Ich finde die Sache so wunderbar, dass ich euch die Gelegenheit geben wollte dabei zu sein, falls ihr das wollt. Wäre es nicht klasse, wenn am Valentinstag alle 600 Kinder ihren "Blumenstrauß" überreicht bekämen?
Es geht ganz einfach, wenn ihr Paypal habt (oder eine Kreditkarte):  Auf die Seite von shelovesmagazine.com, das Foto rechts (von Tasche und Schuhe) anklicken, dann werdet ihr weitergeleitet.

Ein bisschen Liebe nach Burundi schicken.
Eine Umarmung. 
Ein: Wir gehören zusammen! 
Happy Valentines Day!!!
💖💖💖  

(und es macht so viel mehr Freude so einen "Strauß" zu verschicken, als auf eigene Blumen zu warten, finde ich :-)).

Dienstag, 5. Februar 2019

Jesus ist nicht in der Steckdose.

Heute morgen ruft Samuel: "Mama, ich glaub ich hab grade Jesus im Garten gesehen!" Wow. Wie cool! Ich schaue raus, sehe aber nur kahle Äste und schlammigen Boden. Kurze Zeit später öffne ich die Balkontür, um frische Luft ins Wohnzimmer zu lassen. "Lässt du jetzt Jesus rein?", fragt ein neugieriges Stimmchen hinter mir. "Klar, komm rein Jesus, herzlich willkommen!" Wir machen das "Spiel" ein bisschen weiter. Samu fragt mich was Jesus antwortet und in welchem Zimmer er jetzt ist. Ich versuche dem Kind die Allgegenwart Gottes zu erklären. Morgens um Sieben! (was mein Gehirn in ähnlichen Stress wie am Ende vom Campingurlaub wenn man ein Riesenzelt in die dafür vorgesehene Tasche packen soll, die plötzlich auf eine lächerliche Größe zusammengeschrumpft ist und es VÖLLIG UNMÖGLICH alles darin unterzubringen!). Samu versucht zu helfen: "Ich weiß, Gott ist überall, auch in der kleinen Steckdose hier!" Sein Finger fasst gefährlich tief in die Buchse. "Also, nicht wirklich in der Steckdose!" sage ich schwach, ziehe seinen FInger aus  diesem kleinen gottlosen Ort in der Wohnung. "Aber sonst überall." Hmm. Samu schaut sich interessiert um. Dann sagt er seufzend: "Wie gut, dass Gott nicht fest ist, sonst könnten wir hier gar nicht laufen." Ähh. Ja. Wir einigen uns darauf, dass Jesus jetzt mit ihm in die Schule geht (und dort auch schon auf ihn wartet) und das Kind zieht ausnahmsweise ganz zuversichtlich davon. Ich nehme erstmal eine Kopfwehtablette. Und dann denke ich noch ein bisschen über die Dinge nach, die viel zu groß für mich sind. Das tue ich gerade ziemlich oft (kein Wunder hab ich Kopfschmerzen!)
Vor genau einem Jahr wurde meine Mutter schwer krank und ein paar Wochen später starb sie, in meinen Armen. Das hat mich sehr erschüttert. Die kindliche Zuversicht die ich bis dahin hatte, dass das Beste noch vor uns liegt und dass SEINE Auferstehung unsere Auferstehung nach sich zieht, schien sich plötzlich erdrutschartig zu verabschieden. Ehrlich gesagt bin ich immer noch dabei festen Halt zu suchen. Ich lese viele Bücher über den Tod und was danach kommt. Ich lese was Jesus dazu gesagt hat. Satz für Satz. Ganz langsam. Ich kämpfe darum, dass die Hoffnung der Herrlichkeit mich wieder erfüllt. So wie vorher. Oder ganz neu. Wie gelassen könnte man leben. Wie wenig würde man die Welt überfordern. Was für eine Vorfreude wäre das... 
Wenn ich Samuel anschaue, dann staune ich wie sicher er in seinem Glauben ist. Oma ist im Himmel bei Jesus. Super. Dann ist alles gut. Jesus ist im Garten. Nicht in der Steckdose. Aber in der Schule. Cool. Und Tschüß. Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder. Der Zusammenhang zwischen Verstehen und Vertrauen scheint viel geringer zu sein, als wir Erwachsene das so denken. Ich lese in einem meiner "Trostbücher" von Adrian Plass :
Manche Dinge lassen sich viel müheloser Glauben wenn man noch klein ist. Habe ich immer noch dieses feste Vertrauen, auf dieselbe naiv optimistische Art? Nein. Ja. Manchmal. Absolut, ohne jede Frage. Nicht im mindesten. Nur Donnerstags. Ich arbeite daran, Kind zu sein, wie Jesus es möchte, und er hilft mir dabei.
Ach, ich liebe es einfach wie mich manche Sätze zum Lächeln und aufatmen bringen. Wie eine beruhigende Umarmung von Jesus. Wir kriegen das schon zusammen hin( und bis Donnerstag sind ja auch noch zwei Tage :-)).
Eigentlich wollte ich hier noch so vieles schreiben. Davon, dass wir gerade auf Wohnungssuchen sind und ich mich ständig bei Immowelt verlaufe und denke mein Glück hängt von einem neuen Zuhause ab. Wie ich immer wieder mein Herz beruhigen muss, HIER und JETZT zu sein. Tulpen pflanzen, und dankbar sein für das was HEUTE ist. Und ich wollte euch erzählen, dass ich seit einigen Wochen wieder an einem neuen Buchprojekt arbeite und mich total darüber freue und gleichzeitig überlegen wie ich das ganze Schreiben an den kurzen Vormittagen unterbringen soll (Stichwort: Zelttasche). Und das kreative Projekt, das ich euch vorstellen wollte. Und. Und. Und. Es geht mir wie beim Kaffetrinken mit der Freundin wo man noch so viel reden wollte, aber man muss leider los. Ihr müsst los. Ich muss los. Aber eigentlich ist das Allerwichtigste schon gesagt, was mich gerade (und vielleicht auch noch die restliche Jahre, die vor mir liegen) beschäftigt: 
Ich arbeite daran, Kind zu sein, wie Jesus es möchte, und er hilft mir dabei.