Montag, 8. Juli 2019

Sturmstillung (ein Gastbeitrag)


Vor einiger Zeit habe ich ein Interview mit dem Schriftsteller Eugene Peterson gehört. Auf die Frage was er Menschen sagen möchte die gerne schreiben würden, antwortete er (frei übersetzt): Mach es einfach! Schreib so wahrhaftig wie möglich. Erzähle deine Geschichte einem Menschen oder vielen. Wir können niemals genug Geschichten hören!  Das finde ich auch. 
 Und neulich, beim Kaffeetrinken mit meiner Freundin Chrissi musste ich genau daran denken. Sie ist Grundschullehrerin, mit so viel Herz, dass ich jedes Kind beneide, das in ihre Klasse gehen darf (und sie hat mich schon oft in Erziehungsfragen beruhigt - ich bin NICHT die bescheuertste Mama von allen und das Verhalten vom Kind ist auch ziemlich  normal ;-)). Sie ist lustig und ehrlich und klug - wenn ich sie anrufe dann habe ich immer ein bisschen das Gefühl ich würde gerade mit C.S: Lewis telefonieren. Als sie mir gesagt hat, dass sie gerne mal etwas aufschreibe würde, war ich total begeistert! Ich habe Eugene Peterson zitiert und gesagt: "Chrissi, mach es einfach!"  Und sie hat es tatsächlich gemacht. Wahrhaftig und ehrlich. Es ist kein leichter Text. Aber er ist so tröstlich für alle, denen das Leben Wunden schlägt, die um Menschen weinen die sie lieb haben und die an manchen Tagen in dunkle Verzweiflung geschleudert werden (und auf dieser wunderbaren und kaputten Erde kann ja keiner von uns solche Zeiten umgehen). Lesen wir es als Trost für uns, oder für unsere Freunde, die gerade schweres erleben. Wir schreiben um einander zu sagen: Wir sind nicht alleine! Hab leider vergessen wer das mal gesagt hat - aber es trifft es so gut...
Aber genug meiner Worte: Es ist mir eine Ehre  diesen Text veröffentlichen zu dürfen!  Gönnt euch eine Tasse Kaffee, oder ein Glas kaltes Wasser - gönnt euch Zeit, und setzt euch zu Chrissi an den Tisch.




Sturmstillung


Müde und erschöpft sitze ich im Abendgottesdienst. Meine Gemeinde singt eines meiner Lieblingslieder:


You are a good good father

Schwarze Wolken ballen sich am Horizont auf.

I've heard a thousand stories of what they think you're like
But I've heard the tender whispers of love in the dead of night.
And you tell me that you're pleased
And that I'm never alone

Hmpf.
Ein 40. Geburtstag eines Freundes mit lauter Verheirateten, Familien und Gesprächsrunden mit „Wie hast du deinen Ehemann getroffen?“ „Noch nicht… (vielleicht.. nie)“ hatten ihre Spuren hinterlassen. „Du bist falsch, komisch, gestört, zu kaputt. Du wirst immer alleine bleiben.“ Altbekannte Lügen und Ängste hatten in der „dead of night“ gelauert und mich die ganze Nacht hindurch angegriffen….


Starker Wind kommt auf. Donnergrollen in der Ferne.

You're a good good father
It's who you are, it's who you are, it's who you are


Wirklich? Ernsthaft jetzt? Das ist gut?!

Drei Todesfälle in der letzten Woche. Ein Bruder eines Schülers war mit nur fünf Jahren gestorben. Eine 37 jährige Mutter von zwei kleinen Kindern ebenso. Ein Freund meiner Eltern. Krebs. 
Erste Blitze zucken. Die Wellen werden aufgepeitscht.

'Cause you know just what we need
Before we say a word.

Und warum tust du dann nichts?! Wenn du es doch weißt?!

Gespräche voller Tränen mit Freundinnen, die an ihrem unerfüllten Kinderwunsch zu zerbrechen drohen. Menschen— geliebte, bekannte und unbekannte -, die mit psychischen Krankheiten ringen und nach ihrem Herrn schreien. Die oft keinen Ausweg mehr sehen…

Der Sturm bricht mit aller Gewalt los.

Because you are perfect in all of your ways
You are perfect in all of your ways
You are perfect in all of your ways to us


Was bedeutet das überhaupt?!!
Wie Bilder erscheinen Menschen vor meinem inneren Auge: Viele meiner Schüler, die Lasten tragen, die für mehrere Erwachsene zu schwer wären. Gefangene in Teufelskreisen. Freundinnen, die schon jahrelang mit den Folgen von Missbrauch und Vergewaltigung versuchen zu überleben.
Der Sturm in mir verwandelt sich in einen vollständigen Tornado. Ich verlasse den Gottesdienstraum.


Der Tornado aus Fragen, Angst und Zweifel tobt die nächsten Wochen weiter und reist so vieles mit sich…Glaube…Trost…Sicherheit….Gottes Stimme.

Ich kenne ihn schon. Er fegt nicht zum ersten Mal durch mein Leben. Wie gesagt, ich hätte es wissen können.

Mit Gott zu leben ist für mich wie ein unsicheres Gehen auf dem Wasser an der Hand meines Herrn.  Und jetzt stehe ich auf dem Wasser, ein bescheuerter Tornado tobt mal wieder und ich sehe meinen Herrn nicht mehr.
Ich vermisse ihn.

„Ich habe Angst, Herr.“ „Siehst du den Schmerz? Die Verzweiflung der Menschen?“ „Wo bist du?“ „ Wie bist du?“ Tränen werden in den nächsten Wochen alltäglich.

Dann immer und immer wieder der Satz:
Der Herr ist denen nahe, die zerbrochenen Herzens sind.(Psalm 34,19)

Ich bemerke aber seine Nähe nicht. Ich verstehe ihn nicht. Ich sehe ihn nicht.

Ein Gedankenblitz. Ein Lichtstrahl.Was wenn Gott sich mir nahe fühlt, wenn ich ein zerbrochenens Herz habe?

Was wenn er mich versteht, wenn Leid, Schmerz und Dunkelheit mein Herz zerbrechen, weil sie auch seines brechen? Was wenn wir gerade gemeinsam weinen?


Der Tornado verliert an Gewalt. Das Toben wird leiser. Schemenhaft erkenne ich im Sturm wieder meinen Herrn.

Zwei Tage später höre ich seine immer lauter werdende Stimme wieder- im Gedicht von Nell Goddard:

Lay it down, my child
it was never yours to carry
set it down my love
it isn`t your to bear

You find me in the stillness
as you surrender all
Sit quietly at my feet again
for I won`t let you fall

Stop trying to rescue
when all you need is love
Cease your endless striving
know life can be tough

Lay it down my child
it was never yours to carry 
set it dowm my love
it isn`t yours to bear.

(Lege es ab mein Kind.
Du solltest es niemals tragen müssen.
Setze es ab, mein Liebes.
Es ist nicht deine Last zu tragen.

Du wirst mich in der Stille finden
beim Loslassen.
Setze dich wieder zu meinen Füßen.
Denn ich werde dich nicht fallen lassen.

Hör mit dem Retten wollen auf
Wenn alles was du brauchst Liebe ist
Hör mit dem Erreichen wollen auf, 
wisse, dass das Leben hart sein kann.

Lege es ab mein Kind
du solltest es niemals tragen müssen
Setze es ab, mein Liebes
es ist nicht deine Last zu tragen.)

So sitze ich Tränen überströmt zu den Füßen meines gekreuzigten und missbrauchten Gottes, der Leid und Dunkelheit trägt und lege es ab und lasse los.

Und der Sturm verstummt.
 
Stille.

Was ist das nur für ein Gott?

Montag, 1. Juli 2019

Ankommen

Wir sind angekommen. Erschöpft, verschwitzt (kein Wunder bei diesen Temperaturen!), glücklich und dankbar für so viele wunderbare Menschen die in den letzten zwei Wochen mit angepackt haben! DANKE mal an dieser Stelle an euch alle, die ihr mitgeholfen habt: Kind abgenommen, Böden rausgerissen,  Umzugskisten geschleppt, Autos geliehen, Wände gestrichen, Kuchen gebacken, Essen und Blumen vorbeigebracht und aus der Ferne für uns gebetet. IHR SEID UNGLAUBLICH!!! (und wenn man nicht mehr als 5 Kilo tragen darf, dann lernt man angebotene Hilfe auch anzunehmen ;-)). Und ach- es gibt immer noch SOOO VIEL zu tun! Links von mir stapeln unausgepackten Umzugskartons, rechts liegt Bauschutt vom Durchbruch ins nächste Zimmer und die To-do-Liste habe ich noch nicht mal richtig angefangen zu schreiben! Trotzdem will ich mich kurz hier melden. Das Schreiben hilft mir ein bisschen langsamer zu atmen und mich ein wenig hier umzuschauen. Auch wenn es noch eine ganze Weile dauern wird bis wir so richtig ankommen und Wurzeln schlagen werden. Aber wir stehen wirklich und tatsächlich auf neuem Boden!
Samuel hat schon die erste Schulwoche hinter sich. Mutig hat er sich an meiner Hand auf den Weg zu der kleinen Dorfschule gemacht. Und er hat sich vom ersten Tag an richtig wohlgefühlt! Eine Lehrerin die ihn herzlich willkommmen geheissen hat und Mitschüler die freundlich auf ihn zugehen - "Mama, ich hab schon drei Freunde!": Unendliche Erleicherung und Dankbarkeit bei der Mama!!! 

auf dem Weg zur Schule - zuerst durch unseren Garten


vorbei an Nachbars Hühner

bis zur Schule, wo alle Kinder schon 10 min. vor Schulbeginn da sind!


Rückweg zu unserem Haus
Am Wochenende haben wir uns bei unseren Nachbarn vorgestellt. Ich hoffe ja immer, dass uns alle mögen und wir uns mit allen ganz wunderbar verstehen werden :-).  Bis jetzt sieht es auch ganz gut aus. Aber ich weiß natürlich auch, dass wir hier nicht in der heilen Welt gelandet sind. Und es gibt auch die Momente wo ich kurz auf den Sofa sinke und mich ganz verloren fühle. Dann erinnere ich mich an die wunderbaren Worte die Henry Noewen einer Freundin geschrieben hat, die auch gerade an einem neuen Wohnort angekommen ist (aus dem Buch: Dear Henry) Ihre Frage an ihn war folgende: Dear Henry, how can I settle here, in my new town? (wie kann ich mich hier, in der neuen Stadt, ansiedeln/verwurzeln), verbunden mit dem Wunsch, dass sie Menschen und Umstände vorfindet, die sie willkommen heissen und sie ihren Platz finden kann.  Henry schrieb diese weisen Worte zurück: 
That`s not the kind of settling that gives you a home. My prayer for you ist that you settle more and more in the heart of Jesus! And THAT will be your home.
(Das ist nicht die Art von "ansiedeln" das dir ein Zuhause geben wird. Mein Gebet für dich ist, dass du mehr und mehr im Herzen Jesus ankommen wirst. DAS wird dir dein Zuhause sein).
Es ist dieses "settle in the heart of Jesus" woran ich in diesen Tagen immer wieder denken muß. Bei aller Freude über diesen neuen Ort und auch bei den leisen Befürchtungen die sich in stillen Momenten einschleichen: Der Boden der mir Zuhause gibt, der mich erdet und zum Aufblühen bringt, ist kein äußerer Ort. Auch wenn uns äußere Orte unglaublich gut tun können! Dieser abendliche Blick über die Felder! Die Obstbäume in unserem Garten! Die schattige Laube! Die sanften Hügel! Und das kalte Radler, das im Kühlschrank wartet! Doch. Das hat schon was vom Aufatmen. Aber der Boden der mich wirklich ankommen lässt, liegt ein paar Schichten tiefer. Er ist nicht von wechselnden Jahreszeiten beeinflusst. Er ist auch nicht durch Austrockung, Erdrutsch und Schädlinge gefährdet. Der Boden der uns festhält und aus dem wir unsere tiefste Lebenskraft ziehen können, ist  im Herzen Jesu. Satte, reiche Erde. Willkommensort. Dort will ich immer mehr mein Zuhause finden. Ankommen. Sein. Daran will ich mich erinnern, in diesen spannenden, aufwühlenden Anfangstagen auf diesem neuen Stück Erde.


Mittwoch, 5. Juni 2019

Gesegnet

Es sind die letzten Schultage vor den Pfingstferien. Dann geht es, wie jedes Jahr, auf die Gemeindefreizeit und danach steigt der Umzug. Auf einmal geht alles ganz schnell. Eigentlich wollte ich noch einige "Dankbarkeitsrunden" machen: Ein letztes Mal auf meine Lieblingsbank im Killesbergpark. Nochmal zur Lieblingspizzeria und zur Eisdiele. Eine Abschlußrunde über "meine" Felder, vertraute Wege nochmal gehen. In den Weinberg radeln und nach dem kleinen Kreuz suchen das ich dort immer wieder in schwierigen Momenten aufgestellt habe  und dann dankbar wieder zurückgekommen bin, weil Jesus so wunderbar durchgeholfen hat. Aber weil das Knie gerade nicht mitmacht, und die Zeit dafür wahrscheinlich sowieso zu knapp wäre, mache ich stattdessen heute mit euch meine  kleine "Dankbarkeitsrunde" durch unsere Wohnung:

Vor 10 Jahren kam ich hier mit Heio an. Aufgeregt. Unsicher ob ich es mit meinem 40 Jahren als Single aushalte, einem anderen Menschen so nah zu sein. Schlafen können wenn etwas neben mir atmet...Und: Wird er es mit mir aushalten? Er hält es aus. Gott sei Dank!  Was für ein Geschenk ist dieser Mann für mich! Auch Herausforderung. Aber vor allem ganz viel Segen!



Und vor acht Jahren haben wir dieses großes Geschenk vorsichtig auf unserem Sofa abgelegt - das nun bald auch ausgedient hat und ein neues Zuhause bei einem Freund findet (also das Sofa, nicht das Kind!).


Auch hier: Herausforderung. Nächtliches auf und ab laufen im Schlafzimmer mit schreiendem Kind (und wenn er dann  zwischendurch mal kurz ruhig war konnte ich nicht schlafen weil ich dachte es atmet nicht mehr! ;-) Gruß an alle jungen Mamas- die Zeit geht vorbei!!!!).  Müde Mamatage und so viel Segen! Ich weiß nicht mehr in welchem Buch ich diesen Satz gelesen habe, aber er drückt meine Überwältigung in diesen ersten Jahren mit Samuel am besten aus:
Manchmal schaue ich mir selbst beim Mama sein zu wie durch ein beleuchtetes Fenster von der Straße aus und kann es kaum fassen, dass ich es bin!
Die Freude darüber hält bis heute an (auch wenn ich am Anfang NIE gedacht hätte, dass mich dieser kleine Mensch auch mal so zur Weißglut bringen kann! )








Und in dieser Wohnung bin ich nicht nur Mutter geworden sondern auch Autorin. Beides ist gleichermassen unfassbar für mich. In meiner kleinen Ecke im Wohnzimmer durfte ich viele Vormittage damit verbringen Geschichten aufzuschreiben. Und da gibt es tatsächlicih Menschen die sich Zeit nehmen um sie zu lesen - was bitte ist das für ein Segen!



An der Haustür habe ich das Kind zum ersten Mal zur Schule verabschiedet und hier hat mich auch Heios Umarmung empfangen nachdem mein Papa nach schwerer Krankheit zu Jesus gehen konnte; und auch nachdem ihm meine Mama im letzten Jahr gefolgt ist. Und ich habe meinen Mann gehalten als sein Vater ganz plötzlich gestorben ist. Verabschieden. Tränen. Einander festhalten, trösten und loslassen. Das gehört auch zu dem vollen Leben, das wir hier hatten. Auch die Streitigkeiten über die meist kleinen Dinge und das Versöhnen und sich gegenseitig etwas von der Gnade schenken, die einem selbst ständig gewährt wird.


In unserem Wohnzimmer haben wir ganz viel miteinander gespielt. Wie dankbar bin ich, dass wir so viel Zeit zusammen hatten! Ein alter amerikanischer Pastor sagte mir einmal den Satz: "The familiy that plays together, stays together." Ob das immer so stimmt weiß ich nicht. Aber das gemeinsame Spielen ist etwas, was unseren Alltag auf jeden Fall bereichert und ganz bestimmt ein Teil von Samuels Kindheitserinnerungen sein wird.

 
Vielleicht wird er sich auch daran erinnern wie wir zusammen durch die Küche getanzt sind, in der wir viele Gläser verschüttet und  Geschichten erzählt haben und wo ich tatsächlich kochen gelernt habe! Bis zu meinem 40.Lebensjahr konnte ich ungefähr drei Gerichte (Fertiggerichte). Heio hat mir gezeigt, dass kochen tatsächlich auch Freude machen kann. Und essen sowieso! (aber das wusste ich vorher schon)



Immer wieder hat uns auch unser Garten versorgt. Das lag vor allem an den Männern des Hauses, die gepflanzt und gegossen haben. Und Gott hat wachsen lassen.



Kartoffelernte aus der Wäschetrommel!

Und wie viele Feste durften wir in unserem Garten feiern, wie viele wunderbare Menschen bewirten!
 






Unsere Wohnung.  Zuhause in den letzten Jahren. Am Ende der Pfingstferien werden wir unserem Nachmieter die Schlüssel überreichen. Wir werden mit ihm noch einmal einen letzten Rundgang durch Zimmer machen. Er wird nur leeren Räume sehen. Ich sehe unser Leben. Zehn Jahre für die ich so unglaublich dankbar bin.
Den Schlüssel zu unserer neuen Wohnung bekommen wir schon nächste Woche. Wir wollen dort mit der Familie noch zusammen in den leeren Räumen frühstücken. Auch sie haben dort ihre Geschichten gelebt. Zum Abschied wollen wir noch bitten, dass sie uns segnen (wie schön wenn man in die Wohnung einer wunderbaren Pastorenfamilie ziehen darf!). Und wir wollen sie segnen, bevor sie in den Umzugswagen steigen und sich auf den Weg in ihr neues Zuhause machen.
Abschiede und Neuanfang. Blick zurück, auf das was war, und nach vorn, auf das was wohl noch vor uns liegt. Alles das liegt in diesen Tagen. Und das Bewusstsein, dass unsere Geschichten verwoben sind in die eine große Geschichte eines Gottes der sich entschieden hat bei uns zu wohnen und mit seinen Menschen unterwegs zu sein. Dass ER da war, da ist, mitgeht, uns entgegenkommt und dabei bleibt, in all den Jahren die noch vor uns liegen -  DAS ist wohl der allergrößte Segen!


Mittwoch, 29. Mai 2019

Günstige Zeit

Unser Alltag fühlt sich im Moment so richtig provisorisch an. Wir sitzen beim Frühstück am wackligen Plastiktisch, stolpern über die Umzugskisten ins Bad, waschen uns mit diesen lächerlich kleinen Urlaubsversionen von Duschgel und Shampoo und ich staune wie viel größer die Räume wirken wenn die Bilder von den Wänden sind. Und wie viel Staub sich in den Ecken so ansammelt, über die Jahre.
Samuel ist krank Zuhause und ich habe mir mein Kreuzband gerissen. Das ist ein ziemlich ungünstiger Zeitpunkt. Andererseits gibt es wohl nie ein günstiger Zeitpunkt für solche Dinge, oder? Wo ich mal wieder an die Bibelstelle denken muß wie Paulus uns auffordert die Zeit auszukaufen - sprich, zu erkennen was JETZT, in dieser Zeit meines Lebens günstig ist.  Da fallen mir spontan diese Dinge ein:

  • Bein hochlegen und dem kranken Kind Geschichten vorlesen




  • Lieblingsessen kochen. Stärkende Mahlzeiten mitten im Chaos




  • Abschiede bewusst feiern und Nachbarn dankbar verabschieden

egal welches Wetter!


  • Sich segnend veraschieden lassen.


  • Ein bisschen näher zusammenrücken



  • Im "Provisorischen", den kleinen Übergangslösungen von wackligem Tisch und Klappstühlen, von nicht mehr so richtig  hier aber auch noch nicht dort , mich daran erinnern lassen, dass wir unterwegs sind und bleiben und dass unsere Wohnungen nur Gasthäuser auf dem Weg zur Heimat sind. 


 Habt gesegnete Tage! Schön, dass wir zusammen auf der Reise bleiben!

Dienstag, 21. Mai 2019

Roter Teppich

( Blogpot enthält links und nicht beauftragte Werbung)

Das vergangene Wochenende wurde, völlig ungeplant, zu einem kleinen Fan-Wochenende.
Am Freitag war ich auf der CD-Release Party meiner Freundin Sally. Ich musste zwar etwas schlucken als sie mir sagte, dass sie erst kurz vor Zehn ihren Auftritt hat - ich konnte die Frage: "Morgens oder Abends?" noch rechtzeitig zurückhalten. Ich hab mich also recht müde auf den Weg gemacht (und NICHT den Schlafanzug schon drunter gezogen) und es war ein tolles Erlebnis. Es ist schön die Freundin so lebendig zu sehen! Auf der Bühen sieht das alles so einfach aus.  Aber ich weiß, dass der Preis den sie dafür zahlt, auch ziemlich hoch ist. An diesem Abend feiere ich meine Freundin und ihre Gabe, Menschen zum Tanzen zu bringen.


Am nächsten Morgen ging es gleich weiter zu einer Lesung von Veronika. Wie schön war das, mit Kaffetasse und Brezel in der ersten Reihe zu sitzen, und die Freundin anzustrahlen. Ich liebe ihre Art Geschichten zu erzählen. Ehrlich, lustig und so, dass sie ins Herz sprechen. Das hat mich vor Jahren damit ermutigt, meine eigenen Geschichten zaghaft aufzuschreiben.


Und dann habe ich am Sonntag noch meine Freundin Tanja dabei beobachten können wie sie den roten Teppich ausgerollt hat. Es gibt Menschen die können das: Andere groß machen! Das Scheinwerferlicht auf die lenken, die am Rand stehen. Auf diejenigen, die heute noch nicht wissen dass sie morgen wunderbare Lieder schreiben,  Geschichten erzählen oder tanzen werden oder irgendetwas anderes finden, was sie innerlich ganz lebendig macht. Ihnen heute eine Bühne zu geben, das ist Tanjas Anliegen mit ihrem Verein Props. Und jedes Mal wenn ich sie dabei beobachte, treibt es mir die Tränen in die Augen. Es ist als würde Gott ein wenig an meiner Seele zupfen (danke für dieser schöne Ausdruck, Vroni!). Er erinnert mich daran, dass es Teil von dem ist, was wir Jesusliebhaber machen dürfen: Ein bisschen Raum schaffen. Für erste schräge Töne. Für holprige Tanzschritte. Für Bilder mit Farbkleksen am Rand und zaghaft erzählte Geschichten. 
Wir dürfen den roten Teppich ausrollen und zusammen Jesus willkommen heißen. Und wenn er dann tatsächlich auftaucht, mitten unter uns, manchmal gerade im Stolpern und Stammeln und unbeabsichtigten Farbkleksen, dann merke ich:  DAS ist es, was MICH lebendig macht!!!


 

Mittwoch, 15. Mai 2019

Du schaffst das!

Heute morgen reibe ich mir die müden Augen und hoffe ich kann in der kurzen Zeit in der Samuel heute in der Schule ist etwas sinnvolles schreiben (die letzten zwei Stunden fallen leider aus  ;-)) . Das Leben ist gerade etwas überwäligend. In fünf Wochen steht unser Umzugstermin an. Das bedeutet: Ich sortiere seit Tagen unsere Sachen aus - und versuche mich auch brav, Marie-Kondo-mässig, bei jedem Gegenstand zu bedanken, bevor er wegkommt.  Langsam verschwinden auch schon größere Möbelstücke aus der Wohnung - Ebay sei Dank.  Gestern wurde unser wunderbarer Ofen weggetragen. Und in den nächsten Tagen wird auch die Küchenbank samt Tisch verschwinden. (ähh, wo werden wir dann eigentlich essen?) Ich finde den Gedanken schön, dass unsere alten Möbel nicht auf dem Sperrmüll landen, sondern in andere Wohnungen ein neues Zuhause finde. Und da sind ja auch die Dinge die wir aufbewahren und mitnehmen werden, die nun nach und nach in bereitstehenden Bananenkisten verschwinden. 
Samuel wird kommende Woche in der neuen Schule angemeldet. Er hat natürlich Angst. Und ich bin mit ihm aufgeregt. Aber ich will an das denken was mir meine kluge Freundin, die Grundschullehrerin, gesagt hat: "Es ist so wichtig, dass ihr Eltern euren Kindern auch etwas zutraut!"  Und das will ich. Ich will, dass Samuel das, bei allem Mitfühlen, aus meinen Worten hört:  Du schaffst das! Das weiß ich! Vielleicht nicht auf Anhieb. Und bestimmt werden Angstanfälle und Tränen mit im Programm sein. Manches wird schwierig. Manches wird anders. Und vieles wird auch so viel besser. Zum Beispiel wird sein bisheriges Problem, dass er seine Klassenkameraden in der Pause unter den vielen Kindern nicht finden kann, an der neuen Schule verschwunden sein. Es ist eine SEHR KLEINE Schule! Die neue Klassenlehrerin war ganz glücklich, dass noch ein Kind dazu kommt. :-)

Ja, es geht wirklich von der Stadt aufs Land. Und ich bin mehr als bereit dafür. Immer mal wieder schaue ich auf dem Handy das Foto an, das ich von unserem zukünftigen Balkon aus gemacht habe. Ach, ich freue mich schon so auf die Abende wo wir einfach dort sitzen und über die Felder schauen werden. (und keine laute Bundesstraße weit und breit!)


und die gemütliche Gartenlaube wird auch zu uns gehören!

Aber bis wir dort entspannt sitzen werden, gibt es hier noch einiges zu tun. Deshalb kann ich mich in den nächsten Wochen wahrscheinlich hier nur kurz melden. Ich werde versuchen meine - leider etwas kleine - Kraft gut einzuteilen, an den richtigen Stellen Nein zu sagen und nicht alles auf einmal erledigen zu wollen. Ich werde mir vornehmen barmherzig mit dem Mann zu sein, dem das weggeben von Dingen sehr schwerfällt (der sich aber die größte Mühe gibt!). Ich werde versuchen, meine Gedanken nicht nur mit Umzug und Pinterest-Bildern von Wohnungseinrichtungen zu füllen und bei IKEA keinen Kundenrekord aufzustellen. Ich nehme mir vor geduldig mit Samuel zu sein und ich will wenigstens einmal am Tag alles stehen und liegen lassen und gemeinsam mit ihm  auf den Fahrrädern ziellos durch die Gegend fahren. Einfach weil es wichtig ist, dass wir nicht nur effektiv unsere Tage verbringen. Zeit verschwenden ist ein ein völlig unterschätzter Bestandteil des Lebens. Finde ich.
Ja. Alles das will ich versuchen. Und ich weiß jetzt schon, dass ich in jedem dieser Bereichen auch grandios scheitern werde. Aber dann will ich daran denken was die Freundin zu ihren entmutigten Schülern sagt, wenn sie etwas nicht auf Anhieb hinbekommen: Sag nicht: Ich kann das nicht. Sag: Ich kann das noch nicht! (und mit so einer tollen Lehrerin an der Seite kann ich das auch tatsächlich glauben!) Das scheint mir ein wunderbarer Rat fürs Leben zu sein. Ein Satz der Mut macht Dinge weiter zu versuchen, auch wenn sie uns oft schwerfallen. Der selbstgesteckte Grenzen freundlich zur Seite räumt und uns Zeit zum Lernen gibt. (Angstanfälle und Tränen inbegriffen).  Ein Satz aus dem Barmherzigkeit tropft, der Raum für zweite Versuche gibt, für Versöhnungskuchen, heilige Bitte-hilf-mir-Gebete und für einen Neustart in der zweiten Hälfte unserer Tage. Es ist ein Satz hinter dem ich das Flüstern eines liebenden Gottes höre, für mich, für Heio und Samuel, für jeden von uns, der gerade vor Herausforderungen steht :

Ich trau dir das zu!  

Du schaffst das!  

Ein Tag nach dem andern. Eine Kiste nach der anderen. Ein Schritt vor den nächsten. MIt Gott an unserer Seite. Und dann, plötzlich, ist es geschafft.


Bewahren. 
Aussortieren. 
Loslassen.
Und danach 
den Staub aus den Kleindern schütteln,
den freien Raum betrachten,
und das Lächeln von den auffangen 
der Neuanfänge liebt.

(aus: Warum ich da noch hingehe)

 



Montag, 6. Mai 2019

Danke Rachel!

Gestern Abend habe ich nicht, wie sonst so oft, den Tatort eingeschaltet um entspannt den Sonntag ausklingen zu lassen.  Auf Heios erstaunte Frage was denn mit den heutigen Krimi los ist, habe ich nur geantwortet: "Ich glaube meine Seele braucht jetzt etwas anderes!" und schon bin ich draußen, um zügig eine Runde über die Felder zu drehen. Es ist der Tod einer meiner Lieblingsschrifstellerinen, Rachel Held Evans, der mich erschüttert und wegen dem ich nicht zu meiner Sonntagabend-Routine übergehen will. 
Erst in den letzten Wochen habe ich ihr neustes Buch Inspired gelesen. Darin schreibt sie über  ihr, oft etwas kompliziertes, Verhältnis zur Bibel und wie sie gelernt hat dieses Buch ganz neu zu lieben.  Bewegend, aufrüttelnd, teilweise unbequem, an manchen Stellen auch  anders als ich das sehe, und zwischendrin kamen mir immer wieder die Tränen weil ich den Eindruck hatte, Gott redet mir direkt ins Herz. Ein typisches Held Evans Buch eben.  Ich musste Sätze dick unterstreichen - obwohl ich das Buch doch verschenken wollte, ahh!
Und dann, Mitte April, schreibt ihr Ehemann Dan auf Rachels Blog, dass sie an einer unklaren Infektion erkrankt ist und man sie wegen ständiger Krampfanfälle ins künstliche Koma versetzt hat. Jetzt war es weniger die faszinierende Schriftstellerin, die ich manches Mal um ihre Gabe beneidet habe.  Jetzt war es einfach meine Schwester, und 37-jährige Mama mit zwei ganz kleinen Kindern, für die ich gebetet habe. Und am Sonntagmorgen postet ihr Mann die Nachricht, dass Rachel verstorben ist. So unfassbar. Wie ein Lauffeuer ging es durch die sozialen Medien. Es wird klar, wie vielen Menschen diese Frau, mit ihren Worten Mut gemacht hat. Heimatlosen und Suchenden im Glauben hat sie eine Stimme gegeben. Sie hat mit ihren eigenen Fragen und Geschichten ihre Arme so weit es ging ausgebreitet und ganz vielen von uns damit etwas von Gottes großem Herz gezeigt. 
Während ich gestern über die Felder lief, habe ich für Dan gebetet und die zwei kleinen Kinder, die ihre geliebte Mama auf dieser Erde nur noch in verschwommenen ersten Kinheitserinnerungen und aus Erzählungen kennen werden. Und ich sagte Gott wie verwirrend ich das alles finde und dass es mir Angst macht wie zerbrechlich unser Leben hier ist. (und wie sehr mir die Stimme dieser mutigen Frau fehlen wird!) Und ich stellte mir die Frage, was mein "Erbe" sein wird und was die Dinge sind die am Ende wirklich zählen. Ich ahne, dass es nicht so sehr die großen Dinge sind, die manchmal so erstrebenswert scheinen. Es sind eher die unscheinbaren, kleinen Saatkörner die wir treu und liebevoll in den Boden pflanzen auf dem wir stehen. Und am Ende ist es vielleicht einfach nur wichtig in wessen Umarmung wir uns flüchten.

Einer der Sätze aus Rachels letztem Buch der mich berührt hat ist folgender:
Die Kirche besteht nicht aus Menschen die alle das Richtige glauben. Sie besteht aus Menschen, die alle in die gleiche Geschichte verwickelt sind, mit Jesus im Mittelpunkt.
https://images-na.ssl-images-amazon.com/images/I/31TVyZwYrTL._SY200_.jpgDanke Rachel, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast! Mit ehrlicher Stimme. Drängend. Poetisch. Schön und aufwühlend. Zum Lachen und Weinen. Texte mit vielen Schlupflöchern für die Gnade. Du hast mich immer wieder daran erinnert, dass am Ende die Liebe zählt und wem wir die verwirrenden Passagen anvertrauen können; auch  die Kapitel die auf der Erde viel zu früh enden!
Deine Worte werden in mir nachhallen. Sie bleiben ständige Einladung sich in Gottes Arme zu werfen. Arme, in denen so viel Platz ist! Und sie erinnern mich daran, dass wir in eine Geschichte verwickelt sind, die so viel größer ist als unsere Eigene. Dafür bin ich von Herzen dankbar.



reposted von Rachelheldevans.com


Montag, 29. April 2019

Celebrate good times!!!

Montagmorgen. Eine volle Waschmaschine und ein Kopf voll mit Dingen die ich noch erledigen sollte und Gedanken und Geschichten die ich mit euch teilen will,  bevor Samuel wieder ungeduldig an der Haustüre klingelt um in die Küche zu stürmen, in der Erwartung auf ein Teller voller Essen (Kinder können so anspruchsvoll sein!). VOLL - so fühlt es sich gerade an. Prall und voll ist mein Herz. Ein Luftballon kurz vor den Platzen. Egal an welcher Seite man ihn ansticht: Es wird zischend eine große Menge Dankbarkeit entweichen. Darf ich ein bisschen Luft bei euch ablassen?
Ich bin so dankbar für den schönsten Geburtstag, den ich jemals hatte! VIelleicht musste ich 50 Jahre alt werden um ihn so genießen zu können. Um all das Gute anzunehmen, und den Segen aufzufangen. Vor einigen Tage habe ich einen kleinen Zettel entdeckt, auf dem ich vor längerer Zeit diesen Satz aus einer Predigt notiert habe, den Jesus vielleicht genau so an uns richten könnte:
Mein Kind, es fällt Dir so schwer dich von mir beschenken zu lassen. Darum fällt es mir so schwer durch dich zu handeln.
Diesen Gedanken finde ich spannend. Das beschenken lassen und das Handeln Gottes durch uns hängt miteinander zusammenhängt! Das konnte ich nicht immer so sehen. Andere beschenken ja. Gerne. Das ist schließlich Teil meiner Berufung als Jesusnachfolgerin. Schwere Zeiten geduldig zu ertragen - die Krisen, die mich in die Arme von Jesus treiben - das wurde mir schon früh beigebracht. Aber dieses beschenken lassen fiel mir immer schwer. (Besonders wenn ich nicht gleichzeitig etwas zurückgeben kann!) Und die gute Zeiten habe ich immer ein wenig misstrauisch in Empfang genommen, als hätte sich der Postbote in der Adresse geirrt. Lustigerweise hat es gerade an der Tür geklingelt. Ein Päckchen. Für mich! Doch. Da steht tatsächlich mein Name drauf!


Mit den Jahren lerne ich langsam, dass das beschenken lassen eine unglaublich wichtige Sache im Reich Gottes ist! Und Bescheidenheit ist nicht wirklich angebracht, wenn Gott Segen austeilt! Bis heute muß ich an Jan, einen jungen Holländer denken, mit dem ich vor vielen Jahren in einem Missionsteam von jungen, begeisterten Jesusnachfolgern in Dänemark war.  In den 14 Tagen, in denen wir zusammen unterwegs waren, gab es immer mal wieder die Gelegenheit sich segnen zu lassen. Die meisten aus unserm Team waren da ziemlich zurückhaltend. Wir waren schließlich am Start um diesem Land zu dienen. Und zu segnen. Nicht umgekehrt. Jan sah das anders. Er war immer der Erste der sich strahlend auf einen bereitgestellten Stuhl setzte und den wunderbaren Satz wörtlich nahm: Wo immer es Segen gibt: Kopf hinhalten! Und in meiner Erinnerung war es auch genau dieser junge Holländer, der in diesen zwei Wochen der größte Segen für unser Team  und eine kleine Stadt in Dänemark war. Jan hat mir die kindliche Freude gezeigt, mit der wir in Gottes Reich empfangen dürfen und sollen: Mit vollen Händen zugreifen. Um dann lachend, mit vollen Händen weitergeben

An meiner Geburtstagsparty - die übrigens die aller, allerschönste Geburtstagsparty meines Lebens war (habe ich das schon erwähnt?) habe ich meine besten Geschenke umarmt und noch viele weitere nach Hause getragen. Ich habe Segen aufgefangen so viel ich konnte. Es war wie ein Platzregen! Unfassbar viel Gutes!!!

zusammengetragender Reichtum!

viele wunderbare Menschen zum Umarmen und Anstoßen!

Freunde, die Musik machen...
Sisteract mit Dancing Queen!
Genießen und Segen aufnehmen...
we still dance!
was für ein Geschenk: mein Nähprojekt fertiggestellt - jeder Flicken eine Erinnerung!
Und ein Buch das mich vor Freude zum Weinen brachte...
...voll mit gemeinsamen Segensgeschichten! Ihr seid die Besten!

So viele unvergessliche Szenen! Und die Geschenke (und das neue Sofa den wir jetzt kaufen können!) sind bleibende Erinnerungszeichen an Gottes Güte in meinem Leben.
Und das Gute hört in diesen Tagen nicht auf: Wir haben eine wunderbare Wohnung bekommen! Nicht das erträumte alte Häuschen mit wildem Garten. Ein bisschen anders und doch genau das Richtige! Ein riesengroßes Geschenk auf dem unser Name steht. Wir haben schon ein paar Mal ungläubig nachgeschaut - aber doch: Es ist tatsächlich für uns! Es ist einer dieser Zufälle von dem in unserem Hochzeitsspruch  die Rede ist: Trachtet zuerst nach Gottes Reich und alles andere wird euch zufallen (Matth.9,33) Nicht das wir den ersten Teil immer so wunderbar befolgen - es ist eher der Wunsch und die Erinnerung in welche Richtung wir gehen wollen. Den zweiten Teil erfüllt Gott trotzdem unglaublich treu! In den nächsten Wochen könnt ihr mich hier bestimmt noch weiter beim Geschenke auspacken und Sachen zusammenpacken beobachten. Heute will ich einfach nur dankbar ausatmen. Es ist wahr:
There may be pain in the night, but joy comes with the morning!
Gott schafft Auswege. Und er schenkt Feste mit verheissungsvollem Vorgeschmack auf die beste Party die noch vor uns liegt. Egal wie Dunkel die Nacht - der Auferstehungsmorgen kommt!
Manchmal könnte man denken, dass sich Situationen nicht verändern. Dass man auf ewig in ruhig, seichtem Gewässer dümpelt und jeden Abend mit der Chipstüte auf dem alten Sofa verbringen wird. Und dann kommen unerwartet die Stromschnellen, bei denen man nur die Augen zukneifen und  sich kreischend dem wilden Auf und Ab überlassen kann und man staunend und nach Luft ringend in völlig neuen Gegenden landet (und das in meinem Alter! - und während dem ganzen Gewackel soll man auch noch ein Buch schreiben ;-)). 
Die ruhigen Sofazeiten sind hier erstmal vorbei. Gott hat ein bisschen Fahrtwind in unsere Richtung geblasen. Ich staune. Ich fange an zu packen. Ziemlich müde. Aber durchnässt mit Segen - von Kopf bis Fuß.