Mittwoch, 15. Juli 2020

Hello again!

Da bin ich wieder. Und wie immer, nach längerer Pause, fällt mir das Blogschreiben schwer.  Ich möchte so gerne tiefe und kluge Wahrheiten mitbringen, die ich in der Zeit vom Still-sein und Nichts-tun gewonnen habe. Nur leider war die Stille nicht ganz so still. Und irgendwie gab es immer was zu tun. Aber ein paar Dinge habe ich in den letzten Wochen entdeckt, die ich euch einfach, völlig unsortiert, aufschreiben will:

  • Loslassen ist am Anfang schwierig. Und dann ist es erleichternd.

Es ist interessant was alles in mir hochkommt wenn ich loslasse: Ängste, Neid, Selbstzweifel bis hin zur Verdammnis (und dem Wunsch alles hinzuschmeißen, weil ja sowieso nicht gut genug...). Wenn diese stürmischen Gäste sich ausgetobt haben und wieder abgezogen sind, setzt sich still und leise der Friede  neben mich aufs Sofa. Und wir lächeln uns an.

Ein Tagebucheintrag:
Die Welt sagt mir: Du musst sichbar bleiben, um wichtig zu sein.
Jesus sagt mir: Du musst dich anschauen lassen, um zu erkennen wir wichtig ich Dir bin.




  • Es gibt viele Wege das zu tun, was wir lieben

Das ist wie beim Staudamm bauen: Wenn man eine Stelle dicht macht, findet der Strom einen anderen Weg. Man kann ein Cafe eröffnen oder - wenn sich der Traum etwas verzögert -  für Freunde Kuchen backen. In meinem Fall: Wenn ich nicht mehr öffentlich schreibe, schreibe  ich mal wieder echte Briefe, entwerfe Postkarten oder laufe  mit Samuel über die Felder und erzähle ihm Geschichten. Ich kritzle mein Tagebuch voll. Korrigiere mich nicht. Scheiß auf Satzzeichen, Ausdrucksweisen, Grammatik und Außenwirkung. Ich lerne, die Dinge wieder mehr direkt vom Herzen fließen zu lassen. Manchmal braucht es dazu Stift und Papier, statt klackernde Computertasten.



  • So groß bist du gar nicht!

Das sagte mir eine kluge Freundin: Die korrekte Antwort auf den Satz "Ich will mich nicht so groß machen!"  ist: "So groß bist du doch gar nicht!" Klingt erstmal hart, aber ist so wahr. Es  macht Mut, sich aufzurichten zu der Größe die Gott geschenkt hat. Mutig den Platz einzunehmen, den man ausfüllen kann. Und gleichzeitig ist es die Erinnerung: Ich bin nur eine kleine Blume in Gottes großem, wunderbaren Garten. Mein Einfluß ist begrenzt. Die Welt kann auch ganz gut ohne mich. Ich muß mich nicht zu allem äußern und erst recht nicht bei jedem Trend mitmachen. Karl Lagerfeld hat irgendwann in einem Interview mal erwähnt, dass er davon ausgeht, dass die Welt aufhört, wenn sein Leben hier aufhört. Nun, so kann man sich täuschen. Es geht auch ohne uns. Aber wie schön, dass wir heute dabei sein dürfen!



  • Corona macht dick

Eine Erkenntnis die vielleicht der eine oder andere von euch auch gewonnen hat. Was tut man wenn man Zuhause ist und die Neven oft blank liegen? Richtig: Kuchen backen. Kaffee trinken. Oder den Grill anwerfen. Die Waage blickt verstaubt und vorwurfsvoll aus ihrer Ecke. Ich versuche sie zu igorieren und mir beim Blick in den Spiegel zu sagen: Es gibt wichtigere Probleme im Leben. Die Kilos tanzen wir uns wieder von den Rippen, wenn die Krise vorbei ist!




  • Eine kleine Gemeinde ist etwas wunderbares!

In diesen Zeiten feiere ich, dass wir eine kleine Gemeinde sind. Ach, wie oft hätte ich uns gerne größer und eindrucksvoller gehabt! Stattdessen blieben wir immer eine überschaubare Gruppe von Menschen, die irgendwie versuchen Jesus hinterherzustolpern.  Und nun ist es so herrlich unkompliziert: Wir treffen uns mal in einer Tiefgarage, mal im Garten von Freunden. Immer schön auf Abstand. Aber innerlich stehen wir zusammen.  In den gottesdienstfreien Zeiten lag das süße Nichts-tun, Ausschlafen und Sonntage vertrödeln. Das war ehrlich schön. Eigentlich hat mir nichts gefehlt. Jetzt aber, wenn ich diese vertrauten Menschen sehe, dann weiß ich wieder was gefehlt hat. Und ich bin von Herzen dankbar, dass wir durch dieses stürmische Leben nicht alleine gehen müssen.




  •  Bücher sind gut für die Seele

Wir lesen . Fast alles was uns unter die Finger kommt! Samuel hat in seinen Rekordzeiten fünf Bücher die Woche gelesen (von wem er das wohl hat? :-)).


Hier sind unsere derzeitigen Favoriten:
Ein kleines Skizzen-Buch von dem Künstler Charlie Mackenzie
(gibt es inzwischen auch auf deutsch!):



Eine wunderbare Liebesgeschichte, in unserer Bücherei entdeckt:


Und ein Bilderbuch, das Kinder und Erwachsene gleichermassen zum Staunen bringt:



  •  Zeit haben wir alle.  Zeit nehmen ist die Kunst des Lebens!

So viele Termine sind in den letzten Wochen ausgefallen sind. Ach, was könnte man nicht alles machen! Die Baumärkte waren voller Menschen die endlich ihre Hausverschönerungsprojekte umsetzten wollten. Die Wertstoffhöfe waren überfordert und mussten zeitweise sogar schließen. Schön, wenn man sich´s schön macht! Aber mindestens so schön: Wenn man sich die Zeit nimmt um es schön zu haben! Ich bin dankbar für die Extra-Luxuszeit die ich (manchmal mit sehr angeschlagenen Nerven) mit den Menschen verbringen konnnte, die ich lieb habe. Fürs Ausschlafen anstatt das Kind zur Schue anzutreiben. Für tausend Entschuldigungen und gepflückte Blumensträuße und Spaziergänge zum Einkaufen und neue Schleichwege entdecken und Stockbrot übers Feuer halten und lange Kapitel vor dem Einschlafen vorlesen und um 9 Uhr ins Bett fallen oder staunend beobachten wie über den Nachbarhäusern der Mond aufgeht. Zeit nehmen. Jetzt und hier sein. In diesen Stunden und Tagen, die in ihrer Summe mein Leben sein werden. Wie es Tomas Sjödin so wunderbar schreibt:
Heute sind wir noch hier. Morgen vielleicht nicht mehr. Wie soll man mit dieser Einsicht umgehen? Vielleicht einfach dadurch, dass wir das Leben wählen. Immer und immer wieder. Auf das setzen, was bleibt. Uns weigern mit Liebe und Barmherzigkeit zu geizen. Großzügig sein in er Begegnung mit anderen, aber auch uns selbst gegenüber. Achtsam werden. Das tun was man liebt und wofür man brennt.
Und deshalb schreibe ich wieder. Ein bisschen zaghaft, so kurz vor den Sommerferien. Vielleicht werden es in den nächsten Wochen nur kurze Urlaubsgrüße. Oder kleine Geschichten. ...achtsam werden. Tun was man liebt und wofür man brennt.

Ich schicke euch liebe Grüße, in den Urlaub oder mitten in den Alltag. Egal wo ihr seid. Ich hoffe ihr nehmt euch Zeit zum Leben! 💓



Donnerstag, 7. Mai 2020

Ich bin dann mal still.

Jetzt versuche ich mich schon den ganzen Vormittag an einem neuen Blogeintrag. Ich habe auch einen langen Artikel fertig geschrieben. Über ein Thema über das ich eigentlich gar nicht schreiben wollte. Und oft ist das genau richtig: Mich beim Schreiben leiten lassen und mich nicht wehren wenn das Ganze plötzlich eine völlig andere Richtung nimmt als geplant. Meistens lande ich dann nicht da wo ich eigentlich hinwollte, aber genau am richtigen Ort. Heute nicht. Heute sollte ich genau da landen wo ich eigentlich schon mit dem ersten Satz hinwollte. Aber es fällt mir schwer. Also bin ich nach langem im Kreis laufen (und vielem Mal das Kind vertrösten, dass ich gleich fertig bin) wieder am Ausgangspunkt. Und damit ich mich nicht wieder verlaufe, beginne ich da wo ich auch enden will: Ich habe mich entschieden still zu werden. Ein kleiner, etwas verzögerter, persönlicher Shutdown, wenn man so will.
Vieles ist ja schon still geworden. Die Treffen mit meiner Gemeinde. Der sonst so rege Kontakt zu den Freunden. Das Feiern und die Lesungen und geplante Projekte. Und ich frage mich: Was bleibt wenn ich jetzt auch noch den "Stift aus der Hand lege" und einfach alles einmal ruhen lasse? Der Gedanke macht mir Angst und gleichzeitig hört er nicht auf an meinem Herz zu zupfen. Dahinter warten geduldig ein paar Fragen, die ab und zu gestellt werden wollen:

Wer bin ich, ohne das alles?
Was gibt mir Wert? 

Was ist meine wahre Identität?
Was ist auf dem Grund meines Herzens was mutig angeschaut werden will?
Was treibt mich an?
Was ist meine tiefste Sehnsucht? Wohin zieht sie mich?

Ich könnte jetzt versuchen ganz schnell hinter alles eine (richtige?) Antwort zu setzten. Aber ich spüre wie die Fragen ernst den Kopf schütteln. Man kann sie nicht so im vorbeigehen abhandeln. Man muß sie ein bisschen aushalten. Ihnen einen Platz anbieten, sie zum Frühstück einladen, an den chaotischen Mittagstisch und auf eine kleine Spazierrunde am Abend.  Sie setzen sich auch in der Nacht gerne an die Bettkante. Sie verwurzeln sich in stillen Momenten und wachsen langsam zu den Antworten die uns Richtung Leben führen.

Also will ich still werden.

Loslassen und mich halten lassen.

Anschauen was ich bin und was Jesus für mich sein will. 

Und dann will ich mich neu leiten lassen.
 
Betet ihr für mich? Ich bete auch für euch. Für uns. Dass wir gemeinsam näher ans Leben rücken. 

Seine Liebe wird uns leiten. Das glaube ich. Vielleicht landen wir nicht immer da wo wir hinwollten, aber genau am richtigen Ort.




Und während ich mich dazu entschieden habe eine Weile zu schweigen ist eine wunderbare Stimme in der Blogwelt wieder zurück:  Tine, deren Blog vor einigen Wochen abgestürzt war,  ist nun wieder am Start. Darauf freue ich mich schon! Ihr müsst nur diese Adresse nochmal neu eingeben: http://nurheute.net/

Mittwoch, 29. April 2020

Rettungsgasse freihalten

So, jetzt haben wir den ersten Einkauf mit Mundschutz hinter uns. Samu hat ein wenig gejammert weil er dachte, dass er gleich erstickt, aber am Ende haben wir tatsächlich überlebt und ganz glücklich das Auto mit Lebensmittel vollgeladen.

Suchbild: zwei Lächeln versteckt!
Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl nun immer mehr Menschen so vermummt zu sehen. Damit will ich die Entscheidung zur Mundschutzpflicht nicht in Frage stellen - es kann ja nur helfen. Aber mich beschleicht ein wenig die Sorge, dass wir uns daran gewöhnen könnten. An das Abstand halten. Das Schützen voreinander. Und die vielen zurückgehaltenen Umarmungen machen es uns vielleicht schwer irgendwann wieder mit dem Umarmen anzufangen. Oder was meint ihr?
Vor einigen Tagen ist vor unserem Supermarkt ein Mann kollabiert. Ich kam etwas später dazu, ein paar Helfer hatten bereits den Krankenwagen gerufen. Keiner hat dem schwer atmenden alten Menschen die Hand gehalten. Ich habe es auch nicht getan. Danach meinte Samuel: "Mama, du hast aber nicht gut Abstand gehalten!" Und ich habe ihm gesagt: "Es gibt Situationen da dürfen wir keinen Abstand zueinander halten. Das eben war so eine!" (und ich wünschte ich hätte dem Mann die Hand gehalten bis der Krankenwagen kam!) Es gibt Momente in denen die Liebe  unsere Furcht sanft aber bestimmt zur Seite drängen sollte mit den Hinweis, dass die Rettungsgasse immer frei bleiben muss! 
Während ich das hier schreibe schaue ich mir selbst stirnunzelnd über die Schulter. Ist das nicht zu missverständlich? Rufe ich damit auf die Vorsicht fahren zu lassen? Ist nicht genau das die Befürchtung, dass wir zu unbekümmert werden und nicht mehr an die gefährdeten Menschen denken sondern an unser eigenes Wohlbefinden? All das will ich nicht! Da ist nur die leichte Sorge in mir, dass wir vielleicht auch von der anderen Seite vom Pferd fallen könnten: Dass wir nämlich so vorsichtig werden könnten, dass uns das Menschliche verloren geht. Dass wir wichtige Impulse zurückhalten, und das Richtige und Angebrachte in einer Situation nicht mehr tun, weil wir fürchten etwas falsch zu machen.
EIne Lehrerin sagte mir neulich: "Wenn in dieser Zeit eins unsere kleinen Schulkinder weinend in der Pause zusammenbricht (was an einer Schwerpunktschule nicht selten vorkommt), dann werde ich mir in der Situation auch das Recht vorbehalten dieses Kind in den Arm zu nehmen!" Und genau das macht sie in meinen Augen zu so einer wunderbaren Lehrerin.  Nochmal: Halten wir uns an die Regeln! Aber behalten wir uns das Recht vor ein weinendes Kind in den Arm zu nehmen, wenn die Situation das erfordert!  Behalten wir uns das Recht vor einem Fremden in Not die Hand zu halten, ein vereinsamtes Kind in die Familie zu integrieren, eine Single Freundin zu drücken, einen Sterbenden zu besuchen und gemeinsam zu singen, wenn die Situation das erfordert!
Ach, ich weiß nicht wie wir diese Zeit schaffen würden, wären da nicht die Freunde, die für uns die Regeln ein bisschen weiter ausgelegt haben, nämlich genau so weit, dass wir auch noch in ihre Familie reinpassen. Das ist in diesen Wochen sowas von meine Rettungsgasse! Ich kann euch nicht sagen wie dankbar ich dafür bin!
Ich zögere immer noch ob ich diesen Beitrag abschicke oder ob ich ihn nicht doch löschen soll. Man könnte es so falsch verstehen. Aber manchmal muß man das Risiko wohl in Kauf nehmen.
 Am Ende dürfen wir uns nicht von der Furcht bestimmen lassen! 


(und wenn irgendjemand von euch begabten Menschen einen Mundschutz nähen könnte auf dem kleingedruckt "fear not!" aufgenäht ist - gebt mir Bescheid! Ich würde ihn euch sofort abkaufen! :-))

Mittwoch, 22. April 2020

Herz an der Hand

Heute hat der Tag ruckelig begonnen. Beim Homeschooling habe ich schon nach wenigen Minuten völlig die Nerven verloren, habe Samuel durch Deutschaufgaben und die Entstehung vom Regenbogen gehetzt und nebenher nach einer penetranten Wespe geschlagen, die uns einfach nicht in Ruhe gelassen hat. Als wir uns endlich durch die Arbeitsblätter gearbeitet haben und gegenseitige Entschuldigungen ausgesprochen und angenommen haben wurde es etwas besser.  Ach, es gibt so einges mehr was gerade ruckelt. Die Buchveröffentlichung zum Beispiel. Kurz vor dem Erscheinungstermin wurde entschieden das Projekt erstmal zurückzustellen - die Coronakrise trifft eben auch die Bücherbranche. Nach der ersten großen Enttäuschung bin ich einfach nur traurig und versuche den Gedanken an das fertige Manuskript zu verdrängen. Und während ich Lesungen absage (und keine Ahnung habe wann ich wieder welche zusagen kann) versuche ich der Tatsache ins Auge zu schauen, dass die Grundschüler noch so lange Zuhause bleiben bis sie zur Abiturprüfung zugelassen werden. Eine Freundin sagte mir: "Wenn das so weitergeht werden wir Eltern einen Impfstoff auf den Markt bringen!" Und ich weiß genau was sie meint. Ich fühle mich zurückversetzt in die Zeit in der ein Kleinkind an meiner Klotür gerüttelt hat und ich einfach nicht dazu kam IRGENDETWAS zu erledigen weil ich so erledigt war. Zugegeben, es ist natürlich anders als vor ein paar Jahren: Jetzt weiß das Kind, dass man mit einem Eurostück eine verschlossene Klotür aufbekommt!
Oh mann. Wie schafft ihr Alleinerziehende das alles? Ihr Menschen ohne Garten? Mit Homeoffice und Kindern die man fürs Matheabi vorbereiten muß? Ich bin mir bewusst: Es kann immer schlimmer kommen!
Und an den meisten Tagen bin  ich auch wirklich dankbar. Für den Garten. Für die alte Tischtennisplatte die Heio angeschleppt hat. Für wunderbare Freunde hier am Ort. Für eine tolle Ärztin zu der wir mit dem kranken Kind gehen konnten und für das Penicillin das die Entzündung in seinem Knie nun jeden Tag besser werden lässt. Für unser Gesundheitssystem. Für Politiker die um gute Entscheidungen in dieser Zeit ringen und für Büchereien die nun endlich wieder öffnen (ich habe mich in den letzten Wochen wie auf Entzug gefühlt: ich brauche DRINGEND wieder Stoff zum Lesen!).
Aber so Tage wie heute sind schwierig. Da spüre ich: Die Krise knabbert an der Kraft. Ich habe das Gefühl, dass ich mit jeder Woche ein bisschen müder werde. Zu müde um mit Jesus noch ein bisschen wach zu bleiben. Zu müde um Freunde anzurufen oder auch nur die Sommerklamotten aus dem Keller zu holen. Und immer wenn ich höre wie einer der Virologen im Radio betont, dass wir erst am Anfang der Pandemie sind, dann fühle ich mich wie der Boden in unserem Garten, der jetzt schon völlig augetrocknet ist, aber den heißen Sommer erst noch vor sich hat.
Alles was ich dann tun kann ist in einem stillen Moment - wann immer er überraschend aufaucht - mein  unruhiges  Herz an der Hand zu nehmen, und ihm ein bisschen Mut zuzusprechen. Vielleicht mit den Worten von C.S. Lewis:  Courage, dear heart! Mut, mein Herz! Nur Mut. (danke Anne!)
Oder mit dem was Paulus an die Korinther geschrieben hat:
 
In allem sind wir bedrängt aber nicht erdrückt. Keinen Ausweg sehend aber nicht ohne Ausweg (2.Korinther 4,8).
Für mich liegt etwas tröstliches in diesen Sätzen. Paulus, der heldenhafte Jesusnachfolger  schreibt hier: Es gibt diese Momente, in denen uns die Verzweiflung packt und wir einfach nicht wissen wie wir es weiter schaffen sollen. Und doch: Da ist ein sanfter Widerspruch. Ja, so ist es. Aber so ist es nicht ganz. Ja, das ist wahr. Aber es ist nicht die ganze Wahrheit.  Bedrängt, aber nicht erdrückt. Keinen Ausweg sehend aber niemals ohne Ausweg... Das könnte in diesen Tagen vielleicht so klingen:

Wir sind müde, aber nicht ohne Aussicht auf Schlaf.
Am Ende der Nerven, aber am Ende nie ohne Gnade.

Wir sind sorgenvoll, aber einer sorgt für uns.
Keinen Urlaub sehend, aber nicht ohne Erholungsmomente.
  
Wir sind auf Abstand, aber nicht alleine.
Ohne Gelegenheit zu Gemeindetreffen, aber nie ohne Gelegenheit Jesus zu treffen.
 
Wir tragen Masken und waren uns vielleicht noch nie näher.
Wir fürchten uns, aber wissen um die Liebe, die unsere Furcht vertreibt.

Wir erleben Tage die uns bedrücken
und wir erleben Momente die uns beleben.

Wir sind verletzlich und doch nicht schutzlos,
wir sind ohne Plan, aber niemals ohne Hoffnung.

Deshalb werden wir nicht mutlos
auch wenn wir äußerlich aufgerieben werden, 
so werden wir innerlich doch auch gestärkt.
Diese Tage, die bald hinter uns liegen, sind wie Pfandscheine 
mit denen wir die leeren Versprechungen 
der sichtbaren und vergänglichen Dinge eintauschen, 
in eine ewige, unzerstörbare Hoffnung
die niemand von uns nehmen kann.  

Corona 4, 7 ff


Mut mein Herz, nur Mut!




Mittwoch, 8. April 2020

Der erste Tag

Die Karwoche hat begonnnen. Ein alter Ausdruck, der mich an meine Oma erinnert. In der Karwoche ging sie, immer schwarz angezogen, jeden Abend zur Andacht in die Kirche. Ab und zu durfte ich auch mit. Ich saß dann neben Oma auf der knarrenden Kirchenbank und lutschte eins ihrer Eukalyptus-Bonbons während ich die leidenden Jesusfigur betrachtete, die am Kreuz, über dem Altar hing. 


Wir sangen aus Omas abgegriffenem Gesangbuch vom Lämmlein das geht und die Schuld der Welt und ihrer Sünden trägt während ich das Blut betrachtete, das aus den Wunden von Jesus floß. Ich spürte, dass über diesen Tagen etwas Geheimnisvolles und Ernstes lag. Die Erwachsenen mahnten mich und meine Schwester in dieser Woche doch bitte nicht so viel zu streiten. Die Folge davon war, dass wir uns in der Woche heftiger stritten als in allen anderen Wochen. Und der Gedanken, dass ich dem Lämmlein, dass doch schon so viel zu tragen hat, nun noch mehr Schmerzen zufügte, bedrückte mich. Der einzige Trost war, dass am Ende der Woche, nach langen Tagen des Scheiterns und Klagens (da passt es ja auch dass das Wort Kar in Karfreitag vom Klagen und Jammern kommt!) , der Ostersonntag kommen würde. Der Tag an dem wir mit einem Glöckle geweckt wurden, um den Has` im Garten zu suchen. Und dann legte mein Papa eine leiernde Kasette in den Rekorder und es dröhnte durch unser Wohnzimmer: Deeeeeer .... (lange Pause) Herr ist auferstanden, ist das nicht wunderbar! Beim "Auferstanden"  warf er uns mit Schwung an die Zimmerdecke (das eine oder andere Mal stieß auch gewaltig unser Kopf dagegen, was so einiges erklären könnte) und dann tanzten wir zusammen durchs Wohnzimmer.  Im Anschluß hüpften wir Richtung Kirche. In meiner Erinnerung war an Karfreitag immer Regen und an Ostern Sonnenschein. Das Licht fiel an diesem Tag durch das Mosaikfenster warm in die Kirche und ich betrachtete voller Freude den Auferstandenen in der Mitte, der mit Waschbrettbauch und einer weißen Leggins aus einem steinernen Becken stieg.


Mit einer neuen Ausgabe des Jugendfreunds (dem spannenden Kinderkirchblättle) und einer großen Osterbrezel in der Hand traten wir dann wieder ins warme Sonnenlicht, um Zuhause weiterzufeiern. Die bedrückten Tage waren vorbei - was für eine Erleichterung! Jetzt durften wir auch endlich wieder, ohne schlechtes Gewissen, nach Herzenslust streiten. Aber das hatten wir ja schon die Tage vorher ausgiebig erledigt.
Wenn ich heute daran zurückdenke muß ich lächeln. Ich bin dankbar für meine Kindheit und meine wunderbaren Eltern. Aber ich weiß auch, dass manche Tage ihre Schatten geworfen haben. Die Tage in denen ich es so sehr für Jesus recht machen wollte und so kläglich daran gescheitert bin. Auch wenn ich heute weiß, dass Jesus genau dafür gestorben ist - weil wir es eben nicht recht machen können! - da ist diese kleine dunkle Ecke in mir geblieben in die ich mich zurückziehe wenn ich scheitere und versage. Mit demselben Gefühl dieses kleinen Mädchens in der Karwoche rede ich mir dann ein, dass ich doch eine  ziemliche Enttäuschung für Jesus sein muß. Vielleicht kann ich deshalb nicht genug über diese Gnade Gottes hören. Vielleicht rede ich deshalb so viel davon wie geliebt wir sind, weil ich dieses kleine schuldbeladene Mädchen immer wieder aus der Ecke ziehen muß, um ihr zu versichern, dass es tatsächlich gut ist! Gerade an den dunklen Tagen. Ostern steht nicht als Belohnung am Ende der Geschichte! Ostern steht am Anfang.
Deshalb feiern wir Christen den Sonntag als ersten Tag der Woche. Für jeden folgenden Tag gilt, auch wenn er noch so voll mit Jammer ist: Gott hat das Dunkel überwunden! Das Dunkel in mir und in dieser Welt. Er hat den Feind besiegt, wenn er auch noch tobt und brüllt- es ist sein Abgesang! Das kommende Reich lässt sich nicht mehr verhindern. Der Auferstandene kommt uns immer, an allen Tagen unseres Lebens, mit offenen Armen entgegen! 
Deshalb esse ich meine Osterbrezel auch schon mal am Karfreitag. Auch wenn Heio kopfschüttelnd dabei zuschaut. Und wenn Samuel in diesen Tagen streitet oder ich mal wieder grandios als liebevolle Mama versage (was durchaus mehrfach am Tag vorkommen kann!) dann sage ich es mir und meinem Kind: Genau dafür haben wir Jesus!

Wie gut! Ach, wie gut ist es NACH Ostern  zu leben!


Mittwoch, 1. April 2020

Er hält auch dich und mich!

Wie geht es euch, ihr Lieben? Eine Frage mit der ich gerne jeden Blogeintrag beginnen würde, die ich aber meistens zurückhalte, weil ihr mir ja nicht direkt darauf antworten könnt (und ich mag keine rhetorische Fragen).  Aber in diesen Tagen würde ich am liebsten diese Trennung zwischen unseren Bildschirmen durchbrechen, um zu wissen wie es euch wirklich geht, während ihr hier diese Zeilen lest. Mein Gebet ist, dass ihr immer wieder Gottes trostvolle Nähe erlebt, mitten in diesen ungewissen und gefährlichen Zeiten.
Samuel hat seine Matratze, mit unserer Erlaubnis, vor unser Bett gelegt. Wie ein kleiner Hund liegt er nun abends zu unseren Füßen und versucht im Licht meiner Nachttischlampe, sein spannendes Buch weiterzulesen. Vor einigen Tagen hat er sich dabei kriechend über meine Bettkante geschoben, in seine Bettdecke eingehüllt wie eine Raupe in ihren Kokon, bis er ganz eng neben mir lag. "Ist es denn so unheimlich?", fragte ich ihn. Worauf er meinte:" Noch nicht. Aber es könnte gleich unheimlich werden!" 
Und wenn er dann endlich eingeschlafen ist, schleiche ich mich noch einmal kurz in unser Wohnzimmer und zünde unsere Sabbatkerze an. Ich will noch ein wenig mit Jesus wachbleiben. Manchmal bete ich. Für Ärzte, Pfleger und Politiker. Für Kranke, Sterbende und die Schwachen. Manchmal sitze ich einfach nur da und denke an den Gott, der den Verzweifelten und Zerbrochenen nahe ist.(Psalm 34,19) Ich versuche ein bisschen auf seinen Herzschlag zu hören. Gestern las ich in meinem Trostbuch von Adrian Plass ,im Nebel auf dem Wasser gehen:
Gott liebt Menschen. Gott liebt diese Welt. Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er in menschlicher Gestalt in sie hineinkam, um möglichst vielen Menschen die Chance zu geben, für immer bei ihm in Sicherheit zu leben.
Gott liebt Menschen. Gott liebt diese Welt! Eine so einfache Wahrheit. Aber vielleicht ist es genau das, was wir in diesen Tagen in den Sturm schreien müssen, der uns sagen will, dass Gott unser Schiff verlassen hat. Er hat es nicht! Er steigt aus unserer Menschheitsgeschichte nicht aus! Er bleibt uns treu. Seine Hand ist immer griffbereit für alle, die einen Retter brauchen. Er ist ganz in unserer Nähe. Mir geht es wie Samuel: Ich versuche einfach im Kerzenschein ein bisschen näher an ihn ranzurücken, falls es mir unheimlich wird (was zur Zeit nicht selten geschieht). 
Ich verrate euch ein kleines Geheimnis: Seit ich denken kann strecke ich beim Einschlafen meine Hand ins Dunkel neben mir. Ich lasse sie mit geöffneter Fläche nach oben auf der Matratze liegen. Dann stelle ich mir vor wie Gottes große Hand nach meiner kleinen Hand greift. Und wenn ich mal im Himmel ankomme dann warte ich auf den Moment an dem dieser unfassbar wunderbare Gott mich  kurz zur Seite zieht, um mir ins Ohr zu flüstern was ich die ganze Zeit über wusste: "Jeden Abend habe ich deine Hand in meine genommen. In keiner Nacht habe ich sie losgelassen." 
So kommt man durch unheimliche Kapitel die - wie wir Jesusnachfolger nicht vergessen sollten! - niemals das Ende der Geschichte sind. Unsere Hände greifen nicht ins Leere. Auch wenn sich das manchmal so anfühlt. Gott liebt Menschen! Er ergreift jede Hand die im Dunkel nach ihm tastet. (und meine Hoffnung ist, dass sich in diesen Tagen ganz viele Hände in seine Richtung ausstrecken und möglichst viele Menschen die Chance bekommen, für immer bei ihm in Sicherheit zu leben!)



Und  falls ihr nach Geschichten sucht die uns sagen, dass wir nicht allein sind und dass am Ende alles gut wird, als kleine Einschlaflektüre für euch selbst (die Kapitel sind kurz genug und auch nicht unheimlich!) oder als Ostergeschenk: Mein Buch "Vom Stolpern und Tanzen" ist nun vergriffen und es wird keine 3.Auflage mehr geben.  Aber ich habe noch einige davon. (Gut wenn man kleine Vorräte anlegt :-)). Wenn ihr also gerne noch eins kaufen wollt, dann schreibt mir (chris.f@freenet.de). Ich schicke es dann an eure gewünschte Adresse, gern auch mit Widmung und einer Gratispostkarte. 

Montag, 23. März 2020

Er hält die ganze Welt

Heute morgen musste ich mich in aller Eile anziehen, weil Samuel mit der Kuhglocke läutend die "Lehrerin" zum Unterricht rief (vielleicht sollten wir doch noch ein bisschen später mit der Schule beginnen?). Die erste Woche Homeschooling liegt nun hinter uns. Wir beginnen jede Stunde mit einem innigen Gebet um gute Nerven für die Lehrerin (was Samuel einen tiefen Seufzer entlockt) und um Konzentration für den Schüler (unruhiges Beineschlenkern neben mir). Wie gut, dass zwischendurch auch mal der geduldige Mathelehrer übernimmt!


Langsam kommt eine neue Routine in unseren Alltag. Wir grüßen Freunde nur noch von weitem und stellen uns im  Zwei-Meter-Abstand vor den Läden an.

So merkwürdig es ist: Man gewöhnt sich irgendwie an die Lage - auch wenn ich mich beim Einkauf doch erschreckt habe, als plötzlich ein Mann mit Tarnanzug und Gasmaske neben mir auftauchte! Ich vermisse zwar meine "Allein-Zeit" und das ruhige Arbeiten vor dem Computer, aber es ist trotzdem spürbar: Die Krise verlangsamt unser Leben. Am Sonntagvormittag sind wir ganz entspannt zu einem kleinen Ausflug aufgebrochen:

Ziel: Die Burg auf dem Hügel

schwerer Anstieg: "Wie weit noch Mama?"
Eisschollen...
...und Frühlingserwachen
Pause genießen...
und weiter geht`s , mit leichterem Gepäck!
Wenn man unser persönliches Leben anschaut könnte man meinen die Welt sei ganz in Ordnung. Aber das ist sie natürlich ganz und gar nicht. Das sehe ich an dem ängstlichen Blick unser alten Nachbarin und an dem erschöpften Mann einer Freundin, der mit seinen Kollegen im Altenheim zur Zeit weit über seine Grenzen geht. Ich lese es in sorgenvollen mails von Bekannten die ihren Laden schließen mussten und nun um ihre Existenz fürchten. Ich sehe es Abend für Abend in den Nachrichten: Lastwagen voller Särge in Italien. Ein Erdbeben in Kroatien und verzweifelte Menschen, die sich in so einer Situation nicht mal in den Arm nehmen dürfen. Abgekämpfte Ärzte in Spanien, ernste Politiker und die Sorge, dass sich der Virus in Flüchtlingslagern und in Ländern ausbreiten könnte, deren Gesundheitssysteme so eine Krise in keinster Weise auffangen könnte.
Ich stelle, zusammen mit vielen anderen, eine Kerze ins Fenster und versuche in diesen Tagen ein bisschen länger mit Jesus wachzubleiben.
Gestern hatte eine Freundin dieses Foto, das mich sehr berührt hat, auf ihrem WhatsApp Status:

@arte_carde

Jesus, der unsere Welt in seinen Armen hält. Der Tröster. Der Heiland. Der am Kreuz nicht nur für unsere Sünden starb, sondern auch für das Leid der ganze  Welt. Unsere Leiden - er hat sie getragen. (Jes.53,4). Ich glaube gerade in diesen Zeiten - wenn uns die Not der Welt überwältigen und mutlos machen kann -  ist es gut sich daran  zu erinnern. Henri Nouwen schreibt dazu (in: Jesus. Eine Botschaft die Liebe ist):
Wenn wir sagen "Christus ist gestorben", bringen wir die Wahrheit zum Ausdruck, dass alles menschliche Leiden aller Zeiten und Räume, vom Sohn Gottes erlitten und damit ins innerste Leben Gottes aufgehoben wurde... und solange es noch eine Menschheitsgeschichte gibt, ist die Geschichte des Leidens Christi noch nicht vollständig erzählt. 
Ich merke, dass mir dieser Gedanke neu ist, dass ich ihn in der Tiefe nicht verstehe, aber dass er etwas tröstliches hat: Alles Leiden der Welt ist im Innersten bei Gott aufgehoben. Und, so fügt Nouwen hinzu, durch den gekreuzigten Jesus offenbart sich Gott jedem Leidenden mit seiner unermesslichen Liebe. 
Das erfordert meinen ganzen Glauben  - und auch mein Ich glaube, hilf meinem Unglauben!  Alle Leidenden werden in diesem Moment gehalten. Jesus hält keinen Maximalabstand ein. Er nimmt seine Welt in die Arme. Er ist dabei. Mittendrin. Er leidet und stirbt mit uns. So lange bis die Geschichte vollständig erzählt wurde und ein neues Kapitel mit den Worten beginnt: In der Morgendämmerung des ersten Tages kamen sie zum Grab...(Luk.24,1)
Bis dahin sind es noch ein paar Tage. Tage an denen wir die ersten Frühlingszeichen begrüßen und uns fragen, ob die Kraft für den Anstieg reicht.  Tage an denen wir den aufziehenden Sturm von Ängsten und Sorgen bei Jesus - Burg und Zufluchtsort - ablegen und uns kleine Pausen gönnen, um dann mit leichterem Gepäck weiterzugehen. Tage an denen wir Tische und Tränen abwischen und abends müde eine Kerze ins Fenster stellen und versuchen ein bisschen mit Jesus wach zu bleiben.Und wenn wir dann ins Bett fallen dürfen wir eins wissen:  

Er hält die ganze Welt in seinen Armen. 

Auch durch diese Nacht.

So lange bis der erste Tag anbricht.
 

Montag, 16. März 2020

Kleine Lichter

Es war ein merkwürdiges Gefühl, heute morgen Samuel nachzuwinken, auf seinem Weg zur Schule - zum letzten Mal für die nächsten 5 Wochen (mindestens). "Was machen wir heute mittag, Mama? Und morgen?" Er spürt die Unsicherheit dieser Tage und will so vieles wissen. Und ich kann ihm so wenig klare Antworten geben. Am Samstagnachmittag standen wir erstaunt vor dem leeren Regalen in unserem Supermarkt. Seither steigt nun doch etwas die Sorge in unserem Haushalt, wie lange unser Klopapier noch reicht. Heio hat schon Alternativen parat (fragt nicht!). Kinderbibelwoche, Lesungen und sämtliche andere geplante Treffen sind abgesagt. Was gut und richtig ist. Es geht darum Verantwortung füreinander zu übernehmen. Deshalb kann Samuel in den nächsten Wochen auch nicht für ein paar Tage zur Oma (Gott schenke uns Kraft!). 
Am Sonntag haben wir uns, zum vorerst letzten Mal offiziell (und in kleinem Kreis) als ganze Jesusfreaks-Gemeinde getroffen. Lange wurde von unseren Leitern überlegt wie wir es machen sollen. Am Ende saßen ein Dutzend Leute in einem Stadtgarten - mit ausreichend Abstand zueinander und ohne unsere üblichen Umarmungen zur Begrüßung. Heio hat eine mutmachende Predigt gehalten die aufgezeichnet wurde, für alle diejenigen, die sich aus guten Gründen schon dazu entschlossen hatten nicht mehr zu kommen. Eine Freundin zum Beispiel, die für ihre zwei älteren Nachbarn einkaufen geht und sich um ihretwillen keinem Risiko aussetzen will. Als wir in einem weiten Kreis saßen und anfingen zu singen, geschah etwas ungewöhnliches: Die Balkontüren gingen auf (normalerweise gehen die Türen eher zu!). Leute lächelten in unsere Richtung, eine Frau werkelte an den leeren Blumenkästen und Spaziergänger untersuchten Pflanzen die in unserer Nähe wuchsen. Es war ziemlich erstaunlich. Wie auch die SMS am Abend von einer Kneipenwirtin die uns schrieb: Wann kommt ihr hier wieder einmal vorbei? Wir könnten ein bisschen Gott hier gebrauchen!  
Was ich damit NICHT sagen will ist: Umgehen wir die Anweisungen unserer Regierung und ignorieren die Gefahren und machen wir weiter wie bisher! Ganz bestimmt nicht. Achten wir aufeinander. Und tun wir alles was in unserer eigenen Macht steht, dass sich der Virus nicht weiter ausbreitet. Und doch ist es gut, dass wir als Jesusnachfolger in irgendeiner Weise sichtbar bleiben! Jesus sagt: Ihr seid das Licht der Welt! Und in dunklen Zeiten ist Licht doch so nötig! 
Im Moment fühle ich mich ehrlich gesagt eher wir ein kleine flackernde Funzel als Licht der Welt. Wenn ich die Nachrichten angeschaut habe brauche ich erstmal eine Lobpreiszeit oder mindestens fünf Minuten Jesus-Atmen, damit ich innerlich wieder ruhiger werde. Und wenn ich  Nachts aufwache fliegen mich angstvolle Gedanken an, die nur schwer zu verscheuchen sind (heute Nacht war Psalm 25 die "Fliegenklatsche"!). Doch, es trifft auch auf uns Jesusnachfolger zu: In der Welt habt ihr Angst! Das ist wahr. Aber vergessen wir den zweiten Teil der Wahrheit nicht: Wir folgen dem, der die Welt überwunden hat! (Johannes16,33)
Was mich in diesen Tagen erstaunt und auch traurig macht ist, wie wenig wir von den Kirchen im Land hören - außer den offiziellen Statements die man von überall her bekommt.  Aber vielleicht ist es die Zeit in der unser Land, unsere Welt, einfach viele kleine Lichter braucht! Menschen wie du und ich. Die selbst ziemlich flackerndes Licht werfen und fürchten, dass der nächste Windstoß sie auspusten könnte.  Aber viele kleine Lichter können es ganz schön hell machen! Jesus sagte schließlich nicht zu EINEM seiner Nachfolger: Du bist das Licht der Welt, sondern er sagt: IHR - wir alle zusammen - IHR sind das Licht der Welt!(Matthäus5,13) Wie dieses Leuchten aussieht wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Aber wir werden Licht sein! Das glaube ich! Weil Jesus es sagt. Weil er selbst, Licht der Welt, in uns lebt. Und er, der Überwinder, hat genügend Hoffnung für die ganze Welt!
Jeder von uns leuchtet ein wenig anders. Manche von uns werden im Garten - oder bei offenem Fenster - singen und damit den Nachbarn ein wenig Mut machen. Manche werden für gefährdete Menschen in ihrem Umfeld einkaufen. Manche von uns werden müde unseren Kindern Mathe beibringen und versuchen dabei geduldig zu bleiben. Jeder leuchtet auf seine Art! Und gemeinsam können wir Gebete sprechen, für Kranke, Angstbefallene, Einsame (die nun nicht Familienzeit verbringen können - einfach weil sie keine Familie haben)  und für unsere Politiker, die schwierige Entscheidungen treffen müssen. Unterschätzen wir die Strahlkraft unserer Gebete nicht! 
Ich würde Gott am liebsten auch mit Fragen löchern: "Was machen wir heute? Was machen wir morgen? Wie wird es weitergehen?" Aber es gibt keine Klarheit. Nur ein ruhiges Vertrau mirWas ich sehe ist, dass ein paar Türen aufgehen. Und dass Menschen nach kleinen Lichtquellen suchen, weil sie ein bisschen Gott gebrauchen könnten. 
Alles was ich Gott heute geben kann ist mein JA. Ja, ich will mein kleines Licht nicht unter den Scheffel stellen (und auch nicht unter den Schöffler, haha). Und dann gebe ich ihm meine Hand und bitte ihn: Führe mich! Führe uns alle.  Schritt für Schritt. Ein Tag nach dem anderen.
Von unserem letzten Spaziergang haben wir wunderschöne Kirschblütenzweige mitgebracht und ins Küchenfenster gestellt. Es wird tatsächlich Frühling! Mitten in dieser schwierigen Zeit.




Donnerstag, 12. März 2020

Heute.

Was sind das für unruhige Zeiten! Immer wenn ich morgens in der Küche unser kleines Radio anschalte klingen die Nachrichten noch ein bisschen bedrohlicher als am Tag zuvor. Ab heute ist es nun offiziell: die WHO hat erklärt, was wir alle längst ahnen,  dass wir eine Pandemie haben und unser - oft so verschontes! -  Europa mittendrin. Es ist merkwürdig. EInerseits geht das Leben weiter wie bisher: Samuel geht in die Schule, die Vögel pfeifen fröhlich und ich freue mich über einen wunderbaren Sonnenaufgang. Andererseits ist die Stimmung beim Einkaufen spürbar gedrückt, man versucht vorsichtig Abstand zu halten und wirft misstrauische Blicke auf hustende Menschen. Langsam schränkt der Virus unser Leben ein. Verwandte können den geplanten Urlaub nach Israel nicht antreten, der Kinderkleidermarkt im Nachbarort wurde abgesagt und unsere Freunde haben eben angerufen und uns mitgeteilt, dass sie sich entschieden haben nicht auf das geplante Kinderkonzert zu gehen. Keine einfachen Entscheidungen die es in diesen Tagen zu treffen gilt: Risiken abwägen. Verantwortlich sein ohne in Panik zu verfallen.
Nächstes Wochenende ist eine Lesung bei einer Freundin in Nürnberg geplant und ich habe schon vorsichtig angefragt ob sie denkt wir sollten es verschieben. Sie schreibt zuversichtlich zurück, bis jetzt laufen die Vorbereitungen weiter (wir sind ja weit unter der 1000-Leute-Grenze, zum Glück! ;-)). Wir einigen uns darauf, dass wir einfach kurzfristig schauen. Die Vorgaben ändern sich im  Moment fast täglich.  Also: Ein Tag nach dem anderen! So meistern Menschen ihr Leben, die mit ihren Problemen oft überfordert sind. Und so können wir durch unsichere Zeiten gehen, die uns im Blick auf den nächsten Tag große Angst machen können.
Es gibt ein Gebet im Book of common prayer: a liturgy for ordinary radicals das mir Worte gibt,wenn mir das Beten schwerfällt:
Eine Bekräftigung des Glaubens
Herr, du hast mir immer genug Brot gegeben für den kommenden Tag
auch wenn ich arm bin: heute vertraue ich dir.

Herr, du hast mir immer genug Kraft für den kommenden Tag gegeben,
auch wenn ich schwach bin: Heute vertraue ich dir.

Herr, du hast mir immer Frieden für den kommenden Tag gegeben,
auch wenn mein Herz ängstlich ist: Heute vertraue ich.

Herr, du hast mich in Kämpfen und Anfechtungen bewahrt,
versucht wie ich bin: Heute vertraue ich dir.

Herr, du hast immer den Weg gezeigt,
auch wenn die Strecke für morgen im Dunkel liegt: Heute vertraue ich dir.

(Shane Claiborne und Jonathan Wilson-Hartgrove, frei übersetzt)
Heute. Heute will ich den Sonnenaufgang bewundern und dankbar das Gute wahrnehmen. Heute will ich meine Sorgen zu Gott bringen und die Vögel unter dem Himmel betrachten und meinen vollen Kühlschrank. Heute ist genug!    Heute vertraue ich auf IHN,  meine Zuflucht, meine Burg, mein Gott auf den ich hoffe! (Ps,91,1)
Vergangenes Wochenende waren wir tatsächlich auf einer Burg. Oder vielmehr auf  einem Schloß! Samuel war ganz aufgeregt, dass wir dort übernachten durften. Es fühlte sich sehr sicher an, hinter den hohen Mauern! Und es war kein abgeschotteter Ort, sondern mit Menschen deren Herzen so weit waren, dass die ganze Welt darin Platz hat!

Schloss Hurlach. Segensort!


aufgetischt wie für Königskinder! (DANKE EUCH!!!)

treue Begleitung
wunderbare Frauen!

Darauf hoffe ich: Dass Gott uns allen ein Zufluchtsort ist, bei dem wir Frieden finden - mitten in stürmischen Zeiten!  Dass wir im Angesicht sämtlicher Feinde ein Festmahl genießen können und unseren Glauben bekräftigen und uns gegenseitig Mut machen! Dass wir uns nicht ängstlich abschotten sondern unsere Herzen ganz  weit werden, für den Nachbarn und für eine ganze Welt die so unendlich geliebt ist!   Heute. Ordinary radicals.

He carries the weight of the world...He carries you!

Dienstag, 3. März 2020

Mut statt Klopapier!

Gestern Abend bin ich ziemlich spät neben Heio ins Bett gekrochen und hab vor mich hingemurmelt: "Also im Moment kann man wirklich Angst bekommen, was die Gesamtsituation angeht!" Heio hat nur etwas zurück gemurmelt was wie: "Bitte lass mich weiter schlafen und morgen früh über die Gesamtsituation reden" klang. Also habe ich seufzend das Licht ausgemacht und meine Gedanken für mich behalten. 
Aber jetzt können sie raus - was für ein Glück wenn man einen Blog hat, und auch noch wunderbare Menschen die hier mitlesen! Darf ich euch kurz die etwas beängstigende Gesamtsituation aus meiner Sicht darlegen? Aber sicher wisst ihr selbst was ich meine: Zum einen ist da natürlich die Situation unserer Erde! Schmelzende Pole und Klimaveränderungen die man nun  auch bei uns immer mehr wahrnimmt. Fehlender Schnee (Oh mein geliebter Winter, wie vermisse ich dich!!!), dafür Stürme die Nachts an unserem Haus rütteln, mit einer Wucht die mir manchmal wirklich Angst macht. Und da sind die vielen Menschen die, vertrieben aus ihrer Heimat, verzweifelt vor Angst an der "Festung Europa" rütteln. Überfüllte Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln - unvorsellbare Lebensbedingungen an Orten, an denen sonst Urlauber die Strände bevölkern. Die ganze Tragödie wird bei uns allerdings mehr aus den Augenwinkeln wahrgenommen. Wir haben schließlich andere Probleme: Wir bringen unseren Kindern bei in die Armbeuge zu husten und versuchen weniger Menschen die Hände zu schütteln. Manche verfallen in kopflose Panik und kaufen die Läden leer. Tatsächlich war hier in der Nähe in einem Supermarkt kurzzeitig das ganze Toilettenpapier ausverkauft (was die Leute allerdings mit dem ganzen Klopapier anfangen wollen ist mir schleierhaft!).  Samuel saß gestern neben mir während ich im Fernseher eine Diskussion über die Gefahren des Corona-Virus verfolgte. Ich weiß, nicht gerade kindgerechte Unterhaltung, aber ich war mir ziemlich sicher, dass er in sein Autoquartett vertieft war. Bis er plötzlich mit zittriger Stimme fragte: "Werden wir nun alle sterben, Mama?" Ich habe den Fernseher ausgemacht und versucht ihn zu beruhigen. Nein. Wir sterben nicht! Irgendwann, ja. Aber jetzt noch nicht. Oder doch? Langsam kriecht auch hier in mir die Angst hoch. Ich versuche mich zu beruhigen, wie ich auch das Kind beruhige. Aber die Gesamtsituation unserer Welt kann uns gerade wirklich unruhig schlafen lassen...
Heute morgen sitze ich deshalb ein bisschen länger als gewöhnlich still auf unserem alten Sofa. Ich suche Halt in meinem Glauben. Und merke, wie gesegnet ich bin! Ich schreibe in mein "Danke-Buch" unter der Nr.1713: In Krisenzeiten mit Jesus durchs Leben gehen dürfen.
Passend dazu lese ich die Sätze von König David, der durch ziemlich viele und sehr heftige Stürme gehen musste:
Ich aber, Herr, vertraue auf dich! Ich sage es und halte daran fest: Du bist mein Gott!
Alle Zeiten meines Lebens sind in deiner Hand!  (Psalm31,15-16)
Was für ein Satz! Und was für eine wichtige Erinnerung für mein sorgenvolles Herz: Wir sind in Gottes Hand! Zu allen Zeiten unseres Lebens! So wie es meine Cousine mir am Wochenende lachend sagte, als ich sie im Supermarkt gefragt habe (beim Anblick der 7 Sprudelkisten in ihrem Einkaufswagen!) ob sie Hamsterkäufe macht: "Ach was! Ich sterbe doch nicht an einem Virus! Ich sterbe an Gottes Willen!"  Ich musste lachen. Und natürlich kann man darüber theologisch diskutieren. Aber mich hat es beeindruckt, wie kindlich vertrauensvoll wir sein können und dürfen! Mittendrin. Wenn bei anderen die Panik hochkocht. Und sich auch die Angst ins eigene Herz schleicht. Es ist dieses Vertrauen auf einen Gott der Angesichts der Gesamtsituation nicht hektisch Krisenstäbe einberufen muß. Der unsere blutende und doch auch wunderbare Welt in seinen Händen hält und uns liebevoll zuflüstert: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost -  fürchte dich nicht! - Ich habe die Welt überwunden!(aus Johannes 16,33).
Und vielleicht ist es das, was unsere Welt gerade am allermeisten braucht: Menschen die entspannt lächelnd aus dem Supermarkt kommen und mit ihrem Vertrauen anderen Mut machen. Die in bangen Gesprächen etwas weitergeben von der Hoffnung, die in uns ist: "Wir sind doch nicht alleine! Gott ist auch noch da! Daran halte ich mich fest. Und wenn du Angst hast: greif doch einfach nach seiner Hand. Er ist auch für dich da!"

Am vergangenen Wochenende waren wir im Schwarzwald. Und da hat es doch tatsächlich geschneit!!! Und der Schnee blieb liegen! Einen ganzen Tag lang! Während Heio krank im Bett lag bin ich, selbst etwas angeschlagen, mit Samuel auf die Piste gegangen. Und ganz im Sinne von Martin Luther, der sagte, dass wir heute noch Bäumchen pflanzen sollen, wenn auch morgen die Welt untergeht, haben wir einen Schneemann gebaut.



 Fürchten wir uns nicht! 
Alle Zeiten unseres Lebens sind in seiner Hand!

Freitag, 21. Februar 2020

Helau und Hurra!

Heute ging Samuel, etwas widerwillig, mit seinem Müllmannkostüm in die Schule. Vor ein paar Jahren gekauft, fängt es langsam an ihm zu passen - nur noch zweimal umschlagen: Das reicht für die nächsten Jahre, bis er keinen Bock mehr auf das Ganze hat (hoffentlich!). 
 
Faschingsumzug der Grundschule...
 
inklusive Polonaise in der Turnhalle.

An Fasching geht`s mir wie Atheisten an Weihnachten: Ich bin froh um die freien Tage, kann aber nicht wirklich was mit dem Ganzen anfangen. Dazu müsste man wohl in Rheinland  oder wenigstens in einem katholischen Dorf im Schwarzwald aufgewachsen sein. Unser Dorf war evangelisch. Und unser Fasching beschränkte sich auf Fasnetsküchle essen (eine wichtige Tradition die wir bis heute pflegen!) und die jährliche Verkleidung zur Zigeunerin - zusammen mit meiner Schwester. Heute politisch völlig unkorrekt, wie auch das Kostüm unseres Nachbarjungen!

(die Freundin auf Rollschuhen durfte sich  nicht verkleiden)
 An alle die diese jecke Zeit gerne feiern: VIEL SPAß! :-) Dem Rest von uns: Gute Nerven- wenn ihr mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs seid - und wenn ihr frei habt: eine schöne Urlaubswoche!

Und um an das HELAU noch ein HURRA anzuschließen:
Auf der Joyce-Redaktionssitzung lag ein druckfrisches Buch auf unseren Plätzen:


 Das neue Buch von Veronika Smoor: Hoffnung leuchtet. Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

letzte Woche bei uns zum Frühstück: Zwei tolle Frauen und ein Buch!
Die Freundin rechts hat mich daran erinnert, dass sie tatsächlich vor ein paar Jahren dachte ich fahre auf Autorenn-Treffen! Sie hatte es fälschlicherweise hier auf dem Blog gelesen. (da stand: Autoren-Treffen! :-)). Die Vorstellung, dass ich Autorennen fahre ist wirklich unglaublich lustig und sehr weit hergeholt - fast so weit, wie die Vorstellung, dass ich eine Autorin bin! Veronika ist auf jeden Fall eine, und ich bin stolz auf sie -  auf ihr neues Buch und ihre Gabe mit ihren Geschichten Hoffnungsstrahlen in diese Welt zu schicken!




Ich musste mich zwingen das Buch nicht an einem Abend durchzulesen, sondern die einzelnen Kapitel zu genießen. Sie sind ein bunter Mix aus Alltagsgeschichten: vom Kirschbaum der im Garten wächst, von täglichen Reibereien, von der Unsicherheit an einem neue Ort anzukommen, von dem „Glas Wein am Abend“ und unserer löchrigen Seele, von Trichterjahren (die Jahre, in denen uns das volle Leben um die Ohren fliegt), vom Älter werden und Schönheitskuren. Aber auch Geschichten über Menschen die Widerstand geleistet haben, Menschen die auf Hass mit Vergebung reagieren und die an Gräbern ihrer Kinder nicht zerbrechen sondern der Blick auf eine Hoffnung über den Tod hinaus richten. Hoffnungsträger, nennt Veronika diese Menschen. Und macht Mut, dass wir selbst zu solchen werden. Dass wir die Stimme erheben wo immer wir Ungerechtigkeit wahrnehmen und unseren kleinen Teil leisten um ein bisschen mehr Hoffnung in die Welt zu bringen. 
Und immer wieder ist da beim Lesen in mir dieses erleichterte: "Wie gut, es geht nicht nur mir so!". Denn im Gegensatz zur Faschingszeit ist  hier ganz wenig Verkleidung sondern viel Mut sich zu zeigen wie man ist!  
Veronika schreibt:  Lass es dir gesagt sein: Wir sind alle nur Hinkende zu Christus hin!
Und dass gerade dieses Hinken anderen am meisten Mut machen kann - das finde ich wirklich sehr hoffnungsvoll!!!


Helau und Hurra - auf Müllmänner und Zigeunermädchen, auf Autorennfahrer und Autorinnen und auf einen Gott der mit uns, so wie wir sind, seine Geschichten schreibt!