Montag, 9. Juli 2018

Was mein Leben reicher macht

Jetzt ist es schon wieder ein bisschen her seit ihr hier geschrieben habe. Wir hatten Besuch vom Magen-Darm-Virus, zuerst Samu und danach ich. Echt ein penetranter Gast! Ich hatte ja schon befürchtet, dass wir ihn zur Hochzeit meiner Schwägerin nicht los werden und ich keinen Kuchen essen könnte - das wäre mal ne Katastrophe!  Aber am Samstag war ich dann wieder aufnahmebereit. Gott sei Dank! Und das Festkleid saß nicht ganz so eng.  Auch ne prima Sache. Und auf der schönen Hochzeit konnte ich auch ein kleinen Plausch mit der tollen Fotografin halten. Manche von euch werden sie erkennen:-))


Neben Hühner-Wunsch-Gesprächen mit Heio (Armin, falls du das liest, wir müssen zusammenhalten - sonst putzen wir bald das Kackbrett im Geflügelstall!) haben wir uns natürlich auch übers Schreiben ausgetauscht. Ich habe festgestellt, dass ich einen Schreib-Stau habe, nicht im Sinne von: "Hilfe, ich weiß nicht was ich schreiben soll!" sondern: "Es gibt so vieles was ich gerne schreiben würde!"  Und damit sich der Stau mal etwas auflöst möchte ich euch diese Woche einfach mal über die Dinge schreiben, die gerade mein Leben bereichern. Es könnte ein bisschen länger werden. Vielleicht gießt ihr euch einfach eine Tasse Kaffee ein, oder eisgekühltes Zitronenwasser, und macht es euch gemütlich. Ich hoffe es wird eine erholsame kleine Pause. Und danach packen wir den Rest des Tages wieder an. Apropos Pause, da bin ich schon bei dem was gerade meine Tage bereichert: 

Die Ausruhzeit

Ich bin dankbar, dass es Samu tatsächlich schafft, nach dem Mittagessen und vor den Hausaufgaben, eine Ausruhzeit zu machen. Er legt sich ein Hörspiel ein und ich kann mich in der Zeit nochmal kurz aufs Ohr legen. VIVA LA SIESTA! Freunde aus Südamerika, ihr habt uns so vieles voraus!  Wie gut tut uns eine kleine Pause in der Hitze des Tages! Und die neu entdeckten Hörspiele in unserer Bücherei vom Franz (gelesen von Christine Nöstlinger in ihrem wunderbar, leicht schleppenden bayrisch- oder österreicher? -Dialekt) sind so toll, dass ich sie am liebsten auch immer mithören will. Und sind Büchereien nicht auch eine einfach wunderbare Sache die das Leben reich machen?!



Liebesbezeugungen von einem 7-jährigen

Zwischen Streit und Wutanfällen: Eine verschwitzte Kinderhand die sich unerwartet in meine Hand schiebt, eine stürmische Umarmung, ein Luftkuss über den Schulhof in meine Richtung geschickt - all diese wunderbaren, kleinen Dinge, für die er sich vielleicht schon ganz bald "zu groß" oder zu cool fühlen wird (zumindest was die unbekümmerten Liebesbezeugungen in der Öffentlichkeit angehen). Bis dahin will ich es noch richtig genießen! 

meine diesjährige Geburtstagskarte:-)
Au dem Weg zu den Pfadfindern, mit Übernachtung. Oh weh, bald wird er ausziehen!


Gebetsfreunde

Ich bin dankbar, dass ich Menschen in meinem Leben habe, denen ich früh am Morgen und auch noch spät in der Nacht ein Gebetsanliegen schicken kann und ich weiß, dass sie beten werden. Und andersrum gilt das auch. Was für ein Geschenk!  Glaube schreibt sich als großes WIR. Zusammen beten wir für die Bewahrung einer langersehnte Schwangerschaft; für eine positive Gewebeprobe; für die schwere Operation des kleinen Jungen von Freunden unserer Freunde. Und immer wieder erleben wir kleine und größere Wunder!
Manchmal überfordern mich die vielen Nöte und Anliegen auch ein wenig. Dann erinnert mich Jesus, dass nicht alles in meine Umarmung passt. Das ist in Ordnung. Ich bin Teil eines Teams. Und den Rest überlassen wir dem, der die ganze Welt umarmt.



Strahlende Kinderaugen

Ach ja, und das Bild erinnert mich an das Stadtteilfest auf dem ich vor einigen Tagen war, um Fotos zu machen. Meine Freundin Tanja hat dort mit geflüchteten und deutschen Kindern ein Tanz-Theater-Projekt aufgeführt. Ich bin Mitglied in diesem tollen Verein und immer wenn ich bei einer ihrer Aufführungen dabei bin und die strahlenden Kindergesichter nach dem Stück betrachte denke ich: Genau so; so kommt Gottes Reich! Unter Applaus und Umarmungen und dem freundlichen Zuspruch, dass wir Gottes geliebte Menschenkinder sind. 
(Und wer Lust hat mitzuhelfen: Mitarbeiter für Projekte sind immer herzlich willkommen!!!) 


 

Die Müllabfuhr

Ich weiß, das klingt jetzt vielleicht nicht so spektakulär, aber ich bin jedes Mal so dankbar wenn ich morgens vom piependen Geräusch unserer Müllabführ geweckt werde. Da kommen doch tatsächlich wöchentlich Menschen bei uns vorbei um UNSEREN Müll zu beseitigen! Danach fühle ich mich immer ein bisschen leichter. OK, Müllvermeidung ist natürlich auch ein wichtiges Thema. Aber hier mal ein hoch auf die Menschen die sich um den Müll kümmern, der sich, trotz allem guten Bemühen meinerseits, täglich ansammelt. DANKE ihr Helden. Ein wenig erinnert ihr mich an Jesus. Und das liegt nicht am orangenen Aufzug ;-)

 

Post aus der Ockermark

Unsere Küche muß DRINGEND gestrichen werden! Nein, wir haben keine gemusterte Tapete, das sind die Überreste der Motten, deren Abenspaziergang zwischen Apfelbaum und unserem Obst hier tödlich endet. Und dazwischen ist die Samuels Wandmalerei der letzten sieben Jahre. (sponsored by Nutella) Nachdem nun auch schwächere Glühbirnen nicht mehr wirklich helfen, planen wir in den Sommerferien zu streichen. Zur Motivation habe ich mir ein paar wunderbare Drucke von Silke Schmidt bestellt von ihrer Serie: #100daysoutofberlin (von der wilden Großstadt in die beschauliche Ockermark). Ich liebe ihre Kunst!!! Und die Drucke werden auf den frisch gestrichenen Wänden hervorragend aussehen!

Genau so einen Drache hatte ich auch als Kind!



Malprojekte

Und die Serie von Silke über die Dinge die sie liebt hat Samu und mich zu unserem eigenen Malprojekt inspiriert. Vielleicht nicht ganz so gekonnt, aber es kommt von Herzen (und das gemeinsame Malen gehört zu den Dingen die ich richtig gerne mit dem Sohn mache - im Gegensatz zu, na ja, Stau spielen)

was Samu mag
was ich mag

Unser Platz unterm Apfelbaum

Ich liebe diesen Ort in unserem Garten! Egal ob  spontanes Kaffeetrinken mit den Nachbarn, Feste die einfach gefeiert werden müssen oder auf ein kurzes Gespräch mit Heio: Der schattige Platz unterm Apfelbaum lädt uns ein, alles mal stehen und liegen zu lassen und sich Zeit zu nehmen um einfach DA zu sein und das was uns umgibt zu betrachten. Ich wünsche jedem von euch, dass er so einen Platz hat und ihr euch die Zeit nehmen könnt, ihn zu genießen (und wenn es die Fensterbank ist, auf der man sich in die Sonne setzen kann).



In der Erde wühlen

Auch wenn das merkwürdig klingt und ich mir das selbst nicht richtig erklären kann: es tut mir gut mit den Händen in der dunklen Erde zu stecken. Unkraut rupfen. Zweige zurückschneiden. Sogar den Hasenstall misten. Wenn ich traurig bin und meine Mutter vermisse, dann gehe ich  in den Garten und wühle im Boden. In den Händen die Erde aus der wir kommen. Auf der wir leben. Zu der wir zurückkehren. Wir sind Geschöpfe. Das alles hat etwas unerklärlich tröstliches für mich.(und einer muß ja schließlich das Dickicht im Garten bekämpfen, bevor sich große, wilde Tiere ansiedeln!)



Unsere super Supermarkt-Verkäuferin

Bis vor einigen Monaten war unser Supermarkt ein eher trostloser Ort. Oder sagen wir einfach: es war ein ganz gewöhnlicher, seelenloser Supermarkt. Einladen, zügig abgefertigt, man hat die Dinge die man braucht. Passt. Aber mit der Ankunft dieser Frau hat sich alles verändert! Sie sitzt an der Kasse und strahlt ihren Kunden entgegen. Sie verfällt nicht in ungeduldiges Drängeln wenn die Schlange wieder mal extrem lang ist. Sie gibt jedem die Zeit die er braucht. Auch der alten Frau, die dreimal ihr Kleingeld abzählen muss. Sie erkundigt sich wie es einem geht und erzählt ein wenig von sich. Alles während sie PIEP-PIEP effektiv die Waren übers Band zieht. Man spürt es: Sie liebt das, was sie tut. Und ich LIEBE sie. Und Samu liebt sie. Weil sie ihn sieht. Er jubelt immer schon beim Reinkommen: "Mama, unsere Lieblingsverkäuferin ist wieder da!" Ich staune wie EIN Mensch eine Atmosphäre verändern kann. Plötzlich wird der kleiner Laden zu einem strahlenden Ort. Man geht nicht nur mit vollen Taschen, sondern auch mit einem Lächeln. Ach, könnten unsere Kirchen nicht ein bisschen mehr wie mein Supermarkt sein!

 

Herzklopfen in der Gemeinde

Und wo wir schon bei der Kirche: In unserere Gemeinde geschieht auch einiges. Eine kleine Gruppe von Leuten macht ihr Herz ein bisschen weiter, lässt sich herausfordern mit klopfendem Herzen etwas zu tun, was man sich bisher noch nie getraut hat.  Und wenn ich eine Sache in meinem bisherigen Leben gelernt habe: Die Dinge die ich total aufgeregt und ängstlich tue, mit Herzklopfen bis zum Hals, sind meistens die allerbesten Dinge! Wenn wir neues erleben wollen, müssen wir neue Dinge tun. Wie wahr. Also trauen wir uns ein bisschen mehr. Erwarten ein bisschen mehr. Auch wenn wir die Netze noch fast leer aus dem Wasser ziehen. Wir machen weiter. Und sind gespannt wann Gott sie mit Leben füllen wird.




Geschichten, die eine wunderbare Wendung nehmen

Und da sind wir wieder bei der Hochzeit angelangt. Es passiert mir nicht oft, dass mir die Freudentränen übers Gesicht laufen, wenn das Brautpaar in die Kirche einläuft. Am Samstag war das so. Weil ich die Geschichte dahinter kenne.  Nicht immer läuft das Leben so wie wir uns das erträumen. Oft genug halten wir einander in den Armen und versuchen uns zu trösten, dass auch besser Zeiten kommen. Und manchmal sind sie dann einfach da. Die besseren Zeiten. Und man kann nur staunend daneben stehen und sich einfach nur mitfreuen.  

Freunde, die guten Tage werden kommen. Auch wenn sie manchmal ganz schön lange auf sich warten lassen!


nach wenigen Minuten im besten Anzug: Freimachen zum Mitfeiern:-)


Wo immer ihr gerade seid, lasst die Sonne ein wenig auf euch scheinen! 
Jesus sieht uns an.  Mit strahlenden Augen. Und wild klopfendem Herzen. 
Wir sind unendlich geliebt. 
Und: die besten Tage liegen noch vor uns! (alle irdischen Apfelbaumplätze und Hochzeitsfeste sind nur ein kleiner Vorgeschmack)

Kommentare:

  1. Liebe Christina!
    Ja, die guten Tage, die wir hier immer wieder mal erleben, sind wohl ein Vorgeschmack auf die Ewigkeit bei Gott. Ein schöner Gedanke! Manchmal bin ich etwas traurig, dass sie gar zu schnell zu Ende sind. Grad jetzt am Wochenende hatte ich 2 so herrlich schöne Tage. Seelenbegegnungen, ein rundum Wohlgefühl beim Treffen mit Freunden. Und jetzt, wieder zu Hause, ist halt Alltag. Wäsche waschen, Ablage sortieren, Einkaufen......aber, wie schreibt deine Lieblingsfotografin so schön.....HEILIGER ALLTAG!
    Ich liebe es, von dir zu lesen!! Schreib ganz bald wieder ein Buch!!! Herzliche Grüße von deinem "Fan" Petra ;-)!!

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    1. Liebe Petra! Danke für deine lieben Worte! Und JA: der heilige Alltag. Die Zeiten um wunderbaren Begegnungen nochmal nachzuhängen während man Wäsche falten und Ablagen sortiert...
      Segen zu Dir nach Heidelberg und herzlichste Grüße von einer Weggefährtin:-)

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  2. Danke, liebe Christina, für dein Erzählen, dein mit-teilen, deine Erlebnisse mit Jesus. Ja, ich habe mir tatsächlich eine Tasse Kaffee an den PC geholt, um deinen aktuellen Blogeintrag zu lesen ;-)
    Ich schliesse mich Petra an: schreib bald wieder ein Buch, bitte.
    Liebe Grüsse aus der Schweiz, Marianne T-M

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    1. Ach wie schön, liebe Marianne, dass Du Dir tatsächlich die Zeit genommen hast mit einer Tasse Kaffee meinen Alltagsgeschichten "zuzuhören". Das ist so ein schönes Bild, das werde ich mir beim Weiterschreiben immer mal wieder vor Augen halten (und wer weiß, vielleicht wird ja mal wieder ein Buch daraus, die Ideen wirbeln schon durch meinen Kopf:-))Herzlichste Segensgrüße zu Dir in die Schweiz!!!!

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  3. Es ist immer wieder sooo schön, von Dir zu lesen😁! ich habe deinen Blog heute in der Mittagspause genossen (mit Holunderblütenwasseringwerstückcheneiswürfeldrink)schreib unbedingt weiter!!

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    1. DAnke liebe Tina! Das freut mich so sehr! Was für eine Ehre, dass ich Deine MIttagspause ein bisschen erfrischen konnte (neben dem Hollunderbluttenwasseringwerdrink - der kligt ja lecker!) Wurde erst vor ein paar Tagen wieder von einem deiner kleinen Kärtchen ermutigt die du mir bei der Lesung gegeben hast. DANKE! So gehen die Worte weiter zwischen uns hin uns her:-) Liebste Grüße zu Dir und Segen von Jesus!!!

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    2. Das freut mich liebe Christina, dass ermutigende Worte zwischen uns hin und her wandern😁.... Dir auch liebste Grüße zurück und eine schöne Woche mit Händen in der Erde und auch sonstigem geerdet sein...

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