Dienstag, 27. September 2016

Heiliger Alltag und eine Einladung



Sie hat es wieder mal geschafft! Veronika - "die Mamaflüsterin", die Mut-mach-Frau, die ehemalige Weltenbummlerin, die Fotografin, die Geschichtenerzählerin, die Freundin und Weggefährtin die uns ihren Alltag zum Geschenk macht. Sie hat wieder ein wunderbares Buch geschrieben!
 Als sie mir am Samtagabend das Buch heiliger Alltag in die Hand gedrückt hat, habe ich mir fest vorgenommen: ich werde es nicht schnell durchlesen sondern ganz langsam genießen. Jeden Abend ein Kapitel. Aber leider bin ich ungefähr so diszipliniert wie ein dreijähriger vor dem Süßwarenregal wenn es darum geht gute Bücher langsam zu lesen. Ich kann einfach nicht damit aufhören die Seiten umzublättern. Und das obwohl ich seit Montag morgen "einäugig" unterwegs bin. Irgendein fieses Tier hat mich nachst gestochen und langsam schwillt nicht nur mein Auge sondern meine ganze linke Gesichtshälfte an. Trotzdem halte ich mir das Buch dicht vor die Nase und lese Geschichten die mich berühren und trösten und zum Lachen bringen und mir Mut machen: Gott ist da. Mitten im Chaos, mitten in unserem gewöhnlichen Alltag.


Wie Kettfäden in einem Teppich ist Gott in unserem Alltag gegenwärtig - darüber schreibt Veronika im ersten Kapitel. In unserem "Lebensteppich" gibt es keinen Bereich der außerhab dieser Kettfäden liegt. Sie halten alles zusammen und durchdringen alles. 

Gottes Kettfäden durchdringen mein Morgen, meinen Mittag, mein Abend, mein Reden und mein Schweigen. Sie durchdringen mein Pflanzen, Pflegen, Putzen. SIe durchdringen die letzten Minuten am Tag, wenn ich meine Kinder zudecke, und die ersten Minuten am Morgen wenn ich schlatrunken Frühstück zubereite und die Katzen füttere. Nichts ist unwichtig. Alles ist von seiner Heiligkeit erfüllt.


Was für ein schönes Bild! Und was für eine wichtig Erinnerung: Wir müssen unser Leben nicht unterteilen in geistliche (und "wichtige") Dinge und das "Ungeistliche" (Alltägliche). Diese Unterscheidung gibt es nämlich bei Gott überhaupt nicht. Im Gegenteil. Seine Gegenwart macht ALLES in unserem Leben zu heiligem Boden.
Wie oft vergesse ich das. Vor allem wenn mein eigenes Versagen und meine Ungeduld so viel Dreck und Staub aufwirbeln. Dann bin ich auf dem Auge blind, dass mein Alltag irgendwie heilig sein sollte. Dann brauche ich die Erinnerung von Veronika, dass Gott sich herabbeugt in  alle Winkel unseres Alltags um uns Gnade und Leben einzuhauchen.

mein Alltag: NOCHMAL eine Runde Stau...
...noch ein Berg Wäsche
und auf dem Frühtückstisch gemalte Herzen. Obwohl ich den Tag davor so genervt war! Gnade:-)

Nadja Bolz Weber, eine ziemlich ungewöhnliche lutherische Pastorin, erzählt in ihrem Buch davon, dass sie als Teil ihres Theologiestudiums ein Praktikum in der Klinikseelsorge absolvieren musste. Sie hatte ziemlich wenig Ahnung davon was genau sie da machen sollte. Als sie in den ersten Tagen von der Notaufnahme angepiepst wurde, traf sie dort recht unsicher ein. Ein schwerer Notfall wurde im Schockraum versorgt. Sie fragte leise eine der Schwestern: "Hier scheint jeder etwas zu tun zu haben, aber was habe ich hier verloren?" Sie warf einen Blick auf Nadjas Namensschild und erwiderte: "Ihre Aufgabe ist es, sich der Gegenwart Gottes in diesem Raum bewusst zu sein, während wir unsere Arbeit machen." Und genau das tat sie dann für die nächsten Monate. Sie suchte Gott und lernte ihn wahrzunehmen, in allen Räumen des Krankenhauses. 
Ein bisschen so verstehen ich  das Buch Heiliger Alltag:
Veronika kommt an unsere Seite, während wir uns durch den Alltag kämpfen und manchmal sind ihre Worte so dicht dran, dass wir fast ihren Händedruck spüren können. Sie macht sich der Gegenwart Gottes bewusst. Und während sie das tun, während wir sie Seite für Seite dabei beobachten, wächst eine Ahnung, dass Gott in jedem Raum unseres Lebens am Werk ist. Dass er seine Kettfäden spannt, durch alle Erfahrungen, durch das Gute ebenso wie durch unseren Mangel, den Schmerz und das Scheitern. Und das macht so viel Mut.
Also, hiermit meine herzlichste Empfehlung (!) dieses kleine Buch in die Hand zu nehmen. Am besten ein Kapitel am Tag - als Belohnung, dass man den Alltag bewältigt hat. (vielleicht schafft ihr das ja besser als ich :-))

Und hier noch eine Einladung
Am kommenden Freitag den 30.Oktober, gibt es eine Lesung aus meinem Buch im wunderschönen Mühlrad, bei Herbrechtingen (Nähe Heidenheim).Es beginnt um 19:30. Das Besondere an dem Abend ist, dass mich Heio musikalisch begleitet :-). Falls ihr in der Nähe seid: Ich freue mich über jeden der Lust hat vorbeizuschauen!

und ich hoffe dass mein Auge besser ist, ansonsten gibts Piratengeschichten!

Kommentare:

  1. Ich muss mir eure Bücher noch zulegen. Ob ich das jetzt mal mache? Es wäre gerade sehr passend.

    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. hach …
    als Frau Smoor die drei Bücher verlost hat im Blog und wissen wollte, was an unserem Alltag heilig ist (ich krieg die Frage nicht mehr zusammen), da hatte ich einen ganz und gar mutlosen Tag. Und es waren schon 43 Kommentare wahrscheinlich voller Heiliger-Alltag-schick-mir-das-Buch-Geschichten und da bin ich noch ein bisschen mutloser geworden, weil gegen 43 Leute wollte ich da auch nicht antreten. Und jetzt schreibst du so begeistert.
    Ich will das auch haben.
    :-(

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    1. Liebe Julia! Verrat mir doch mal wann du Geburtstag hast? Und Weihnachten ist ja auch bald :-). (haha, heiliger-Alltag-schick-mir-das-Buch-Geschichten -klingt toll! Ich hatte auch ne Geschichte und NICHT gewonnen. Ich gewinne bei sowas eigentlich NIE. Und jetzt hab ich`s einfach so bekommen. Die Wege des Herrn..)

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    2. Du GUTE!!!
      Weihnachten wird dieses Jahr am 24.12. sein, bis zu meinem Geburtstag dauert es noch 248 Tage. Da ist erstgenanntes Datum schneller erreicht.
      Sei umarmt.

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