Dienstag, 8. Dezember 2015

Die Freude im Auge des Betrachters.

Dieses Jahr wollte ich mich nicht durch die Adventszeit hetzen lassen. Kein Jammern über zu wenig Zeit und dass die Geschenke noch nicht eingekauft sind. Ich habe nämlich tatsächlich Zeit. Muß nicht früh morgens zur Arbeit hetzen und habe keine Kinderhorde (= zwei und mehr Kinder:-)) zu versorgen. Und trotzdem werde ich langsam innerlich hektisch, stelle erschrocken fest, dass es nicht mehr so viele Tage bis Weihnachten sind und ich  noch so vieles erledigen wollte. Mein Grundmodus schaltet auf "leicht gestresst". Das merke ich dann ganz besonders, wenn ich bei Jesus zur Ruhe kommen will. Meine Gedanken schlagen Purzelbäume und wie ein Ringer versuche ich sie wenigstens für einige Momente zu Boden zu zwingen und still zu halten.
Was ich in diesen Tagen so dringend brauche ist die Fähigkeit langsamer zu werden und Dinge zu BETRACHTEN.  Die Personen in der Weihnachtsgeschichte zeichnet genau das aus: dass sie sich (im hektischen Bethlehem!) in ihrem Alltag unterbrechen ließen um vor einem kleinen Baby auf die Knie zu gehen und es staunend zu betrachten. Ein Neugeborenes kann man nicht kurz anklicken wie eine Facebookseite  oder mit einem schnellen Blick streifen, wie ich das (leider) oft bei der Kassiererin im Aldi tue.  Es geht eher um die Art von anschauen wie man ein geliebtes Gesicht betrachtet. Oder ein beeindruckendes Gemälde im Museum. Oder eine stillen Landschaft, die einem mit ihrer Schönheit fast den Atem nimmt. 
Veronika hat auf ihrem Blog geschrieben, dass sie morgens versucht 5 Minuten einfach still zu halten und nichts zu tun. Sie bezeichnet es als "einen kleinen  Akt der Rebellion in der Zeit des größten Lärms still zu werden und sich kurz auszuklinken". Ich glaube dass ich genau das brauche.  Innehalten. Und richtig hinschauen lernen. 
Tagsüber hilft mir oft meine Kamera dabei. Ich nehme Dinge wahr, die ich sonst vielleicht übersehen hätte. Wie vergangenen Samstag, bei einem kleinen Ausflug mit Samu in die Stadt: 
 
ein strahlender Stern am Fenster

unser wunderschöner kleiner Schleichweg neben der Bundesstraße

Lieblingshaus
An diesem Haus, am Rande der Weinberge, fahre ich täglich vorbei und muß es immer mal wieder still betrachten. Ich frage mich was für Geschichten darin gelebt wurden und wer wohl heute die hellen Räume mit Leben füllt. Manchmal stelle ich mir vor wir würden hier wohnen. Aber ich glaube es ist wichtig für mich Dinge zu betrachten ohne sie haben zu wollen. Etwas anschauen und mich einfach daran freuen (komisch- seit ich denken kann schaue ich mir gerne schöne Häuser an:-)). 

Entdeckungen auf der Rolltreppe





und neben dem Weihnachtsmarkt:


manche werden überhört....

...und andere erreichen, dass man bewußt hinhört



Beim Hinschauen auf der kleinen Eiskunstbahn muß ich nicht nur über die stolpernden Kinder lachen, sondern ich betrachte die strahlenden und gelösten Gesichter der wenigen Erwachsenen. Sie haben es geschafft sich aus der Weihnachtshektik auszuklinken. Einfach ein bisschen auf den alten Schlittschuhen im Kreis fahren, weil es Freude macht. Und mir macht es Freude ihnen dabei zuzuschauen (und vielleicht schaffe ich es noch, meine rostigen Schlittschuhe rauszukramen, sie über meine Schultern zu werfen und die Eisbahn anzusteuern...)

Abends betrachten wir fast jeden Abend das schönste Weihnachtskinderbuch, in dem ich je gelesen habe. (Samu liebt es auch!)


Und zwischendurch höre ich immer mal wieder meine derzeitige Weihnacht-Lieblings-CD. Nicht als Hintergrundmusik, sondern tanzend (d.h. unkoordiniert hüpfend:-)) - alleine oder mit Samu. Und an der Stelle: "THE HEAVENS ROAR, the angels sing: Glory to the newborn king".... möchte ich am liebsten zu einem dreifachen Rittberger abheben - was für eine Beschreibung? Ein brüllender Jubelschrei im Himmel. Whow. Da wurde wohl richtig darauf gewartet und genau hingeschaut was da auf der Erde passiert ist!



Und hier noch ein kleiner Film mit Samu, den ich mir immer wieder anschaue, weil er mich einfach  zum Lachen bringt. Der Sohn war auf einem Kindergeburtstag bei seinem besten Freund eingeladen. Es wurde in der afrikanischen Gemeinde gefeiert. Leider ist der Film von Heio ziemlich verwackelt. Das (einzig) weiße Kind ist Samu. (und da heisst es immer wir  hätten keinen Rhythmus im Blut, haha).




Vielleicht gehört zur wichtigsten Weihnachtsvorbereitung weniger das Plätzchen backen, Geschenke besorgen, Besuche und Festessen planen sondern das hinschauen lernen. Ein wenig Zeit dafür nehmen um die (oft kleinen) Dinge zu betrachten die uns Freude machen und uns zum Staunen bringen.  
Das hüpfende Kind. Ein Lächeln zwischen zwei Menschen. Ein Sonnenstrahl der sich neben meinem Schreibtisch spiegelt. Eine blühende Rose im Nachbargarten. Wann immer mich das Leben  zum Staunen einlädt: einfach mal ein bisschen hinschauen.
Dann finden wir uns vielleicht auch am heiligen Abend als stillen Betrachter. Wenn wir eingeladen werden über ein kleines Kind zu staunen, das gekommen ist um unser Herz froh zu machen.


Kommentare:

  1. Leider kann man das Video nicht anklicken, mit dem Hinweis : privat :-(
    Ganz liebe Grüße, ich liebe deine ehrlichen Beiträge,
    Ursula

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    1. danke Ursula! Auch für den Hinweis mit dem Videon. Werde versuchen das zu ändern. LG!

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  2. leider ist das verlinkte Video privat.
    ich kanns nicht angucken.
    könntest du es in den Beitrag einbauen?

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    1. oh MIst, immer diese Technik... hab es freigeschaltet von privat - Geht es jetzt? Hoffentlich:-)

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  3. Hallo Christina,

    hab das Video ja schon mal gesehen. Soo lustig!
    Du kannst das Video auch direkt hier einbetten.
    Schau mal hier: https://www.youtube.com/watch?v=ICvjwbGaoB0.
    LG Nic




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    1. Mensch Nicola, wenn ich dich nicht hätte! DANKE:-)
      Liebste Grüße und hoffentl. bis morgen!!!

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  4. Haha, Daumen hoch für Samuel.

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    1. ja, wenn ihr mal einen weißen Clown für einen Nigerianischen Kindergeburtstag engagieren wollt- schickt ein Ticket :-) LG!!!

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