Der April ist (wie manche von euch schon wissen) unser Feiermonat. Ein Geburtstag reiht sich an den anderen. Freunde. Familie. Und dazwischen auch mein eigener. In dem ganzen Trubel versuche ich mir immer auch ein bisschen Zeit zu nehmen, um über das vergangene Jahr nachzudenken. Vor ein paar Jahren habe ich schonmal über 12 Dinge geschrieben, die ich gelernt habe (hier zu lesen). Aber man lernt ja wirklich nie, nie aus! Deshalb hier die Neuauflage:
12. Dinge, die ich im vergangenen Lebensjahr gelernt habe:
1. Das Leben mit einem pubertierenden Sohn ist ein bisschen wie eine Kleinkindmama zu sein: Man kann unmöglich den ganzen Tag genießen, dafür aber die guten Momente. Wie die Schrifstellerin Glennon Doyle es sagte: Nicht "carpe diem" sondern: "carpe momentum." Ich will die - nicht allzu häufigen! - guten Momenten genießen. Sie stärken mich für die nächste hitzige Auseinandersetzung ;-).
2. Nicht meine Baustelle = nicht mein Problem. Birgit Schilling schrieb in einem Artikel in der Joyce: Stell dir die Frage nach der (dem?) "Problem-Ownership?" Wem gehört das Problem? Wenn es nicht deins ist, dann nimm es auch nicht an Board. Zum Beispiel: Die (nicht gemachten) Hausaufgaben von meinem Kind sind NICHT mein Problem! Die Stimmung unseres Nachbarn ist NICHT mein Problem! Die Probleme anderer sind grundsätzlich eigentlich NICHT meine Probleme (ich habe schon genug eigene;-)). Dazu gehört auch das:
3. In einer Freundschaft müssen wir den anderen nicht in Ordnung bringen. Ich kann meine Freunde nicht heilen (und sie mich auch nicht!.) Jesus kann es. wir können da sein. Zuhören. Die Kämpfe des anderen wahrnehmen. Kate Bowler drückt das so gut aus: Friends are not just friends, they are witnesses. (Freunde sind nicht einfach nur Freunde, sie sind auch Zeugen).
4. Hitzewallungen kommen immer gerade dann, wenn du denkst: Ach, ich hatte ja schon länger keine Hitzewallung mehr. Jetzt zum Beispiel. Und es macht in dieser Lebensphase durchaus Sinn mit einer Wärmflasche ins Bett zu gehen, nur um sie Sekunden später, mitsamt der Bettdecke, wieder von sich zu werfen. (das verstehst du nicht, Heio!)
5. Ein Oberbauch lässt sich in den Wechseljahren (und danach) nicht länger vermeiden. Es sei den man macht diszipliniert Bauchmuskeltraining. (Ich scheitere schon an dem Satz: "Spannen sie ihren Bauch an!" Was genau ich da anspannen soll, ist mir völlig schleierhaft!) Die Fettzellen des weiblichen Körpers scheinen das Bedürfnis zu haben, sich nach über 50 Jahren in der Körpermitte zu einer Party zu versammeln. Ich versuche es als meinen Reiseproviant zu sehen, für die Jahre die noch kommen. Anne Lamott drückt es noch schöner aus: Es ist als würde sich im Bett eine kleine Katze an deinen Bauch kuscheln. So be it.
6. Ein bisschen Gymnastik schadet auch nicht. In dem Buch von Johannes Hartl (die Kraft eines fokusierten Lebens) las ich den einfachen und so wahren Satz: Was in deiner Woche nicht vorkommt, kommt sehr wahrscheinlich auch nicht in deinem Leben vor. Ich würde wirklich gerne ein wenig Sport machen, weil ich glaube,dass es mir (und vor allem meinem Rücken!) guttut. Also plane ich es seit einiger Monaten in meine Woche ein. 10 Minuten Gymnastik für Anfänger mit Knieproblemen. (Youtube und Tina Halder sei Dank!). Das ändert zwar nichts an meinem Bauch, aber mein Rücken ist viel entspannter! Aprops Entspannung:
7. Abendspaziergänge sind eine ganz wunderbare Sache. Wenn "alle Felder ruhen" und die Raben sich sammeln und zu ihrem Schlafplatz fliegen, lohnt es sich wirklich sich nochmal aufzuraffen und nach draußen zu gehen. Nie - gar nie! - komme ich danach zurück und denke: Wäre ich doch lieber auf dem Sofa geblieben! Was mich zum nächsten Punkt bringt:
Die folgenden drei Punkte habe ich bei den Lesungen im letzten Jahr gelernt (gemeinsam mit Christina Stöhr - ich bin so gerne mit dir unterwegs! 💛):
9. Teile deine Perlen nicht wie Schweinefutter aus. Entschuldige dich nicht für das was du hast (oder nicht hast). Denke nicht, es ist eine Zumutung dir zuzuhören! Teile deine Schätze angemessen. Ansonsten wundere dich nicht, wenn sie nicht wertgeschätzt werde.
10. Resonanz kann man nicht erzeugen - sie ist unverfügbar. (Danke Hartmut Rosa, für diese Erkenntnis! ) Wir können Menschen nicht vereinnahmen und nichts erzwingen. Auch Gott ist in dem Sinne nicht verfügbar. Was wir tun können ist: Wir stellen uns zur Verfügung, lassen das Gottesgeschehen zu, ohne es bestimmen zu wollen. (Martin Schleske). Und auch das:
11. Jesus ist nicht immer der Brotvermehrer. Manchmal bleiben 5 Brote und 2 Fische auch genau das: 5 Brote und 2 Fische. Vielleicht ist es oft nötiger unseren Hunger zu spüren, unserer Sehnsucht nachzugehehn, als gesättigt zu werden.
12. Den letzten Punkt zu finden ist immer am schwierigsten, weil man noch etwas sehr beeindruckendes sagen möchte. Aber ich bin nicht durchgehend beeindruckend (eher sehr selten;-)). Und eine Liste ist halt nur eine Liste. Meine 5 Brote und 2 Fische. Deshalb zum Schluß meine Lieblingssätze von Eugene Peterson:

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