Dienstag, 18. Februar 2014

"Du machst es gut - gib nicht auf!"

Dieser Tag hatte es in sich-  hier die Kurzfassung meines Vormittags:
Nach sehr unruhiger Nacht total müde und viel zu früh in den Tag gestartet. Im Spiegel mit Schrecken festgestellt, dass der Haarausfall schlimmer wird und die kahle Stelle größer - unterdrücke die aufsteigende Panik und mache den Sohn für die KiTa fertig. Nehme ausnahmsweise das Auto und stecke im Stau fest. Samu endlich in der KiTa abgeliefert und beobachtet, wie ihn sein geliebter Spielkamerad einfach stehenlässt. Mit dem traurigem Blick vom Sohn im Kopf zurückgefahren- wieder Stau. Muss noch dringend ein Päckchen abgeben, aber vor der Post ist kein Parkplatz. Nach längerer Suche weit weg geparkt, zur Post geeilt um dort festzustellen, dass jetzt alle Parkplätze davor frei sind.  Direkt vor mir betreten 6 Leute die Post (ehrlich, hab sie gezählt!), am Schalter sitzt nur eine Frau, die sich viel Zeit lässt. Bin schon kurz davor in Tränen auszubrechen. Das Päckchen wird nicht pünktlich zum Geburtstag der Freundin ankommen. Auf dem Rückweg kommt mir die Müllabfuhr entgegen (in einer Einbahnstraße!) , ich muss kompliziert ausweichen, mit schimpfenden Müllmännern vor mir und hupenden Autos hinter mir (und das alles ohne Servo-Lenkung!). Irgendwie gibt mir das den Rest. Nach mühevoller Parkplatzsuche komme ich weinend Zuhause an. Und der Tag hat erst angefangen!!! Wie finde ich die Kraft für die restlichen 12-14 Stunden?

Kennt ihr das? Keine großen Katastrophen, alles kleine Dinge die einem aber in ihrer Summe den Boden unter den Füßen wegziehen können.
Ich sitze müde im Sessel, will mit Gott reden, aber es fällt mir schwer. Und wenn ich in so einer Situation die Bibel aufschlage, dann scheinen mich die vorwurfvollen Stellen regelrecht anzuspringen. Deshalb lese ich heute lieber nicht viel.
Stattdessen öffne ich mein e-mail Postfach. Darin finde ich eine unerwartete mail: aufbauend und mutmachend - genau das was ich jetzt brauche. Ich will schon verächtlich über mich denken: wie sehr brauchst du Zuspruch und Anerkennung von anderen, aber ich stoppe mich rechtzeitig und danke Gott für diese Ermutigung, die mir einfach gut tut.

Später, mit beginnender Migräne, schalte ich den Fernseher ein. Ich schaue ein Skirennen, das mich nicht wirklich interessiert, aber es ermöglicht mir für einen Moment tatenlos auf dem Sofa zu sitzen und auf einen Fleck zu starren :-).
Ich verfolge das Rennen und sehe wie die Sportler begeistert angefeuert werden. Der deutsche Trainer steht an der steilen Bergsteigung und ruft seinem Schützling, der schon etwas zurückliegt, zu : "Du machst es gut!!! Konzentrier` dich einfach auf dein Rennen!"
Dieser Satz leuchtet plötzlich in mir auf. Ich ahne warum mir die mail am morgen so gutgetan hat. Es war der Anfeuerungsruf an einer steilen Steigung: "Du machst es gut!"


Wie gut wäre es solche Streckenposten über den Tag verteilt zu haben. Menschen die uns  zujubeln wenn wir morgens aufstehen, die an den schwierigen Tagesabschnitten warten und uns anfeuern. Unterstützer die uns - wenn wir uns zu sehr mit anderen vergleichen die schneller, weiter und leichtfüssiger sind wie wir -  zurufen: "Konzentriere dich auf DEIN Rennen! Du musst nicht Erster sein, gib das was du kannst! Finde deinen Rhythmus...jawohl, so ist es gut..."
 Und abends würden sie an der Ziellinie stehen und uns zujubeln und hochwerfen, weil wir durchgehalten und den Tag geschafft haben. Das wäre doch toll!!!

Und wenn ich so darüber nachdenke dann sehe ich, dass tatsächlich Streckenposten bei mir stehen: der Anfeuerungsruf aus der mail, mein Mann, der sieht wie abgekämpft ich bin und mich in der Arm nimmt und mir eine Wegstrecke abnimmt, das freundliche Lächeln einer Fremden auf dem Weg zur U-Bahn, Freunde die für uns beten, die Erzieherin die mir das übrige Mittagessen mitgibt- wie gut tut das heute, und - JA: ich brauche es!!! Gott weiß es. Auch wenn ich heute seine Gegenwart nur erahnen kann - ich meine hinter meinen Streckenposten sein aufmunterndes Lächeln zu erkennen.

Und wenn du es heute auch brauchen kannst und gerade niemand an deiner Strecke steht um dich anzufeuern, dann lass mich dir zurufen:
"Du machst es gut! Weiter so! Gib nicht auf! Lauf einfach DEIN Rennen.  Egal wie oft dich andere schon "überrundet" haben, du läufst dein Rennen nach Hause!
Und du bleibst nicht liegen, auch wenn du hinfällst. Hörst du den Jubel der dich begleitet? Gut gemacht! Bleib dran!"
 
Vor einigen Jahren stand ich tatsächlich an einer Rennstrecke im Schnee, um die Sportler anzufeuern. Es war die WM der "Special Olympics" bei uns im Schwarzwald. 
Was war das für ein Erlebnis! Wie die ersten Sportler an mir vorbeikamen, kamen mir die Tränen. Nicht aus Mitleid, sondern aus Respekt! Jeder hat ein Handicap und ist damit trotzdem in die Strecke gestiegen. Was für Vorbilder, was für Überwinder! 
Gerade diejenigen, die sich als letzte über die Ziellinien gekämpft haben sind mir noch gut in Erinnerung.  Eine junge Frau aus China war darunter in ihrem Rolli auf Skiern, mehrfach überrundet. Ich sehe ihr stolzes Strahlen noch vor mir -  was für ein Zieleinlauf! Sie hat ihr Rennen beendet. Wir haben ihr zugejubelt, als hätte sie das Rennen gewonnen.
Der Blick ist nicht immer nur auf den Besten und Tollsten. Wir bewundern sie vielleicht. Aber es sind die Gebrochenen, die Abgekämpften, die Überwinder, die sich trotz allem in´s Ziel retten, die uns Mut machen und unser Herz berühren. Dein Lauf kann anderen Mut machen, auch wenn er dir oft so jämmerlich vorkommt, wie mir mein Tag heute.

Und manchmal sind es auch die schönen Momente, die uns wieder Kraft geben...und sei es nur die Erinnerung daran.
So wie unser gestriger Ausflug. Beim Hochladen der Bilder muss ich einfach lächeln und kann spüren wie es am Ende dieses Tages in mir etwas leichter wird:





 

Trainingsplan vom Mann, wie ich den Tag überstehen kann:-)

staunen über den  vorbeifahrenden Zug!

der Frühling kommt!!!

Samstag, 8. Februar 2014

Welt-Schmerz.

Gestern war ich- seit langer Zeit mal wieder- im Kino. Nach drei verschobenen Terminen wegen Krankheit und Müdigkeit, hat es- dank der Ausdauer meines lieben Freundes - endlich geklappt.
Wir waren in "12 years a slave"-  eine wahre Geschichte über einen Afro-Amerikaner, der um 1850 als freier Mann mit seiner Familie in New York lebte, entführt wurde, und 12 Jahre in der schlimmsten Sklaverei in den Südstaaten lebte. Ich weiß, wenn man so selten in`s Kino geht könnte man sich leichtere Kost aussuchen. Ich saß öfters  mit geschlossenen Augen da, weil das Leid so drastisch dargestellt wurde. Und ich muss feststellen, dass ich einfach viel sensibler und empfindlicher auf maches reagiere seit ich Mutter bin (die Szene auf dem Sklavenmarkt in der eine Mutter von ihren Kindern getrennt wurde wird mir noch lange nachgehen).

Aufgewühlt kam ich nach Hause und hab mich neben meinen kleinen Sohn gelegt. Sein ruhiger Atem, sein kleiner Körper, der sich ganz eng an mich geschmiegt hat, hat mein Mutterherz etwas ruhiger gemacht. Ich lag neben ihm und habe gebetet, dass er behütet wird in seinem Leben und doch weiß ich, dass ich ihn nicht vor allem bewahren kann. Es wird so viel gelitten auf unserer Welt...

Der Weltschmerz steckt heute noch in mir. 
Man kann den Film ja leider nicht als erfunden abtun. Es war damals so schrecklich wie heute, nur dass eben alles viel komplexer geworden ist. Wir haben keine Sklaven im Garten, aber für unsere Schokolade oder unsere Klamotten arbeiten Menschen unter schlimmsten Bedingungen, auch Kindersklaven. Wir leben nicht auf einem tollen Farmhaus auf einer Plantage neben den Sklavenhütten, aber wir leben im reichen Europa und jährlich ertrinken viele arme Menschen bei dem Versuch sich in unsere Wohlstandsfestung zu retten. 

Das ist natürlich alles vereinfacht dargestellt - es ist ja, wie gesagt alles sehr komplex. Und ich stehe einfach oft so hilflos vor den Herausforderungen und der Not der Welt. Ich bin mit  meinem kleinen Leben oft so beschäftigt, dass mir der Blick und auch die Kraft fehlt etwas anzupacken. Allein der Gedanke wo man anpacken könnte überfordert mich schon. 
Klar, ich versuche"fair-trade" zu kaufen wo es geht. Ich will vermeiden, dass in meinen Klamotten "made in bangladesh" steht (wenn es um große Markenketten geht) und wir essen wenig Fleisch. Aber viel mehr tue ich leider nicht.

Heute kam ein Brief von Compassion. Wir unterstützen seit ein paar Jahre ein Patenkind in Uganda: Amon, ein 8-jähriger Junge. Es ist wirklich nichts großes. Wir schicken monatlich etwas Geld, versuchen regelmässig für ihn zu beten und ihm zu schreiben und freuen uns immer über seine Briefe. 
Heute schreibt uns die Organisation, dass Langzeitstudien den Weg der "Compassionkinder" verfolgt haben und diese sehr ermutigend sind. Sie erlangen eine gute Ausbildung und wählen oft dienende Berufe und finden einen guten Platz im Leben. 
Amon hat uns geschrieben, dass er Arzt werden will, wenn er groß ist. Das hat mich berührt. Eigentlich ist es mir völlig egal ob er nun Arzt oder Schreiner oder sonstwas wird, aber da ist ein kleiner Junge, der einen Traum hat. Er ist nicht resigniert, er will Menschen helfen wenn er groß ist. Er schreibt uns von der Schule, seiner Ziege die der Familie Milch gibt und der Ernte, die dieses Jahr gut war. Er berichtet genau wofür er das Geld ausgegeben hat, das wir ihm zum Geburtstag schicken (meistens Schulkleidung und Hefte). Ein kleiner Junge, der gerne Fußball spielt, der schwitzt und weint und Unsinn macht und sich freut und der abends auch in seinem Bett liegt wie mein kleiner Sohn, ruhig atmend, eine Mutter neben ihm, die ihn vor dem Leid beschützen will und es noch schmerzlicher wie ich spüren wird, dass sie es nicht kann.


der zukünftige Arzt an unserer Kühlschranktür :-)

Vielleicht ist es genau da, wo wir der Not der Welt etwas entgegensetzen können: eine Mutter kann einer anderen Mutter ein wenig Mut machen. Ein Leben können wir vielleicht so begleiten, dass jemand von etwas träumen kann, was vorher unmöglich schien. Und Dank der globalisierten Welt kann es jemand in meiner Straße sein oder eine Familie in Uganda. Wir gehören zusammen. Wir leiden zusammen und wir können gemeinsam hoffen.

Letztendlich aber liegt meine Hoffnung  vor allem darin, dass ich an einen Gott glaube der gerecht ist und am Ende für Gerechtigkeit sorgen wird. Für jedes Leben. So jedenfalls steht es in der Bibel. Die Situation der Schöpfung wird als sehnsüchtig, auf Erlösung hoffend beschrieben. Sie wird verglichen mit einer in den Wehen liegenden Frau die um Atem ringt und schreit ( oh Mann, hab ich geschrien - aber das ist ein anderes Thema:-)).
Wenn man mit verbundenen Augen in Kreissaal steht, dann könnte man meinen, man ist in einer Folterkammer. Aber der Schmerz ist hier angefüllt mit Hoffnung. Die Erlösung wird kommen. Wie Samu in meinen Armen lag, war jeder Schmerz vergessen. Alles war voll Staunen und Glück.

der zukünftige Zugfahrer :-)
Es kommt der Tag, an dem der Schmerz dieser Welt seine Erlösung findet. An dem die "Leiden nicht mehr in`s Gewicht fallen, verglichen mit der Herrlichkeit die offenbar wird."
Der Feind dieser Welt wird endgültig besiegt sein und Jesus wird alles gut machen. 
Auf diesen Tag hoffe ich und bis dahin werde ich versuchen, wie ein Geburtshelfer dabeizustehen und den Entmutigten zuflüstern: gib nicht auf! Der Schmerz geht vorbei! Wir gehen einer Zukunft entgegen in der Gerechtigkeit regieren wird. Halten wir noch ein wenig zusammen aus, lindern wir noch ein wenig die Schmerzen wo wir können
Die Welt schmerzt, ich weiß -  aber am Ende, so glaube ich, wird alles gut. 

Dienstag, 4. Februar 2014

Feiertag!

Heute habe ich von einer Freundin gehört, dass ihre Tochter jetzt "schnullerfrei" ist- und das ohne große Probleme. Ich habe mich mitgefreut (wirklich!) und gleichzeitig gedacht: das klappt bei Samu bestimmt nie. Mein kleiner Sohn, ohne seine geliebten Schnuller- das ist ein fast unvorstellbarer Gedanke für mich. Ich meine vom Verstand her weiß ich, dass es irgendwann (hoffentlich bald!) mal so sein wird, aber gefühlsmässig scheint es unmöglich. Und doch hoffe ich und weiß ich, irgendwo tief in meinem Herzen: der Tag wird kommen! Und wenn es dann soweit ist werden wir feiern!!!
Wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, dann ist das etwas was mir in Erinnerung geblieben ist: meine Mutter hat sämtliche Anlässe dazu genommen um mit uns zu feiern. Meine erste Kindheitserinnerung  ist, dass wir die Mondlandung vor unserem kleinen schwarz- weiss Fernseher mit Eis und Wunderkerzen gefeiert haben (ich muss dazu sagen, dass diese Erinnerung von meinem Lieblingsmann sehr angezweifelt wird. Gut, ich war erst 3 Monate alt, aber ich bin mir so sicher mich zu erinnern!!! Vielleicht ist es aber auch nur das erste Dia an das ich mich erinnere).  Aber es waren auch kleinere Ereignisse die wir gefeiert haben- ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer Schritt für uns: 
das erste Mal alleine zur Schule gelaufen,  eine überwundene Erkrankung, eine unerwartet gute Note in der Schule, ein Sieg von Rosi Mittermeier (heute Neureuther- meine Mama ist großer Skifan!), unerwartet ein Geldschein im Kleiderschrank gefunden, oder die Oma wiedergefunden (sie war sehr früh dement und ging uns ab und zu mal verloren). 
Egal was es war: es gab genügend Anlässe für meine Mutter zu sagen: "Das wird jetzt gefeiert!"
Und meine Schwester und ich sind voller Freude zum Bäcker marschiert, ein paar Münzen in den verschwitzten Händen, um Kuchen oder Eis zu kaufen. Dann sind wir am blumengeschmückten Küchentisch gesessen,  haben feierlich eine Kerze angezündet und gefeiert. Diese kleinen, warmen Momente im Kerzenschein, zählen für mich zu den kostbarsten Erinnerungen meiner Kindheit.


Solche Momente will ich auch in unserem Alltag schaffen. Unsere ganz persönlichen "Feiertage". Ob es die großen unübersehbaren Ereignisse sind (Hochzeitstage, Geburtstage und besondere "Gedenktage"), oder die kleinen Dinge die uns passieren und die es  Wert sind gefeiert zu werden:
eine Versöhnung nach erbittertem Streit, ein klärendes Gespräch mit einer Freundin, eine Angst die überwunden wurde,  eine Befürchtung die nicht eingetroffen ist oder etwas fast unmögliches was endlich geschafft wurde - z.B  so etwas wie ein "Schnuller- weg- Tag" .
Das Leben, bietet viele Gründe um zu feiern, und DU bist einer davon! :-)

Eine Freundin hat mir erzählt, dass ihr Vater einen "Unabhängigkeitstag" für sich einberufen hat an dem er jedes Jahr feiert, dass seine erwachsenen Kinder unabhängig geworden sind (und sie damit auch innerlich immer wieder loslässt, ihre eigenen Wege zu gehen!). Das gefällt mir!Bis zum 1. Unabhängigkeitstag von Samu vergehen zwar noch ein paar Jahre, aber ich bin sicher, dass wir dazwischen genügend Anlässe finden einen Kuchen zu backen (oder Samu zum Bäcker zu schicken), eine Kerze anzuzünden und zu feiern. Ich will diese guten Momente nicht übersehen und "ungefeiert" vorbeiziehen lassen. Ich will sie festhalten und so zaghafte Gäste wie die Dankbarkeit und das Staunen an unserem Küchentisch willkommen heissen. Vielleicht ist es mit diesem Festhalten und Erinnern  so, als würden wir kleine Samen in die Erde geben. Sie können zu einer starken Hoffnung in uns aufwachsen und dem Vertrauen, an den dunkleren Tagen ,  dass uns  Gottes Güte und Treue ein Leben lang folgen wird.



Samstag, 1. Februar 2014

Nicht genug !?

Heute morgen habe ich, anstatt liegengebliebenes zu erledigen, im Internet gesurft. Ich habe auf verschiedenen Blogs gelesen und wie ich den Computer ausgeschaltet habe war ich völlig niedergeschlagen. Manchmal frustiert es mich andere Blogs zu lesen, weil ich innerlich mein Leben damit vergleichen und ich mich danach klein und unbedeutend und "nicht genug" fühle:
Ich lese auf einem meiner Lieblingsblogs wie eine Mutter ihren Alltag mit ihren zwei autistischen Jungs bewältigt und ich denke: das würde ich nie so schaffen - was für eine Heldin! Oft begeistert und ermutigt mich ihr Leben einfach, aber heute beneide ich sie um ihre Leichtigkeit zu schreiben und um ihre zwei Jungs und ein kleiner Schmerz drängt nach oben, dass Samu aller Wahrscheinlichkeit nach ein Einzelkind bleibt und unsere Familie mir deshalb manchmal so unkomplett erscheint.

Auf einem anderen Blog sehe ich die wunderbaren Bilder einer Mutter mit ihren 3 Kindern (eines davon behindert). Anstatt mich, wie sonst, einfach an den tollen Fotos zu freuen frage ich mich wie sie es nur schafft, dass ihre drei Kinder immer wie kleine Models aussehen, ohne Rotznase oder Flecken auf der Hose (ich bin schon froh wenn ich morgens für Samu eine Hose finde die kein zu großes Loch hat). 

Dann lese ich auf einem anderen Blog eine wunderschöne Geschichte. Anstatt mein Herz davon berühren zu lassen denke ich nur: so gut kann ich einfach nicht schreiben und so tolle Geschichten habe ich auch nicht zu erzählen.

Mist. Ich verlasse die virtuelle Welt und sitze in meinem (noch unaufgeräumten!) Wohnzimmer. Innerlich versuche ich zur Ruhe zu kommen und bitte Gott um Hilfe. Ich schreibe in mein Tagebuch für was ich alles dankbar bin, was mein Leben so reich und wunderbar macht - die Liste wird lang! Count your blessings...
Trotzdem ist das Gefühl der Unzufriedenheit nicht ganz verschwunden. Es gibt solche Tage.

"Zufriedenheit bedeutet, das zu wollen, was man hat." 
Das habe ich irgendwann einmal gelesen. Heute ist das meine Herausforderung: Ja  zu meinem Leben zu sagen, so wie es jetzt gerade ist. Ich will mich nicht vergleichen mit dem Leben oder den Gaben der Anderen.  Wir sehen ja nur auf das was glänzt und vergleichen uns immer "nach oben". Ich sehe dann nicht auf die, die viel mehr zu kämpfen haben als ich: Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch, ohne Lebenspartner, mit gesundheitlichen Einschränkungen und anderen Nöten.

Mir ist mit meinem Leben etwas kostbares anvertraut, was nur ich leben kann. 
Mag sein, dass andere gerade tolle Geschichten leben, aber ich kann nur meine kleine Geschichte erzählen, auch wenn sie sich gerade oft etwas armselig und unfertig anfühlt. Aber das ist es worüber ich schreiben kann und ich hoffe es macht jemand Mut, der heute diesen Blog liest und denkt: bei den anderen ist alles ganz toll - bei mir ist vieles so dermassen unfertig: Hallo, willkommen in meinem Leben, ich hinke neben dir her :-).

Wir sind heute vielleicht weit von unserer Vorstellung vom perfekten Leben entfernt, aber es ist unser Leben, heute- und es will gelebt werden! Wir haben vielleicht heute nicht die besten Geschichten zu erzählen, aber es sind die unseren. Erzähl deine Geschichte, ich bin mir sicher sie ist unendlich wertvoll! Und wenn wir unsere paar Brotkrümmel teilen, wer weiß ob sie uns nicht satt und zufrieden machen können. 

Das sind meine Krümmel für heute, es ist alles was ich zu geben habe, also ist es genug. 
Seid gesegnet und umarmt!
Eure hinkende Weggefährtin, Christina

P.s.: und dann sind es die kleinen Dinge, die mich am Ende des Tages wieder freundlich daran erinnern, dass ich umgeben sind von so viel Gutem und dass das Leben selbst Gnade ist. 







Montag, 27. Januar 2014

ein bisschen Frieden...

Eigentlich habe ich damit gerechnet, dass Samu während der Anfangszeit in der KiTa ständig krank ist. Mit was ich nicht gerechnet habe ist, dass ICH ständig krank bin. Meinen kleinen Sohn streifen die Viren bisher nur leicht (Gott sei Dank!), um mich dann mit voller Breitseite zu treffen: Samu hat ein wenig Husten - ich bekomme eine Lungenentzündung. Samu hat einmal kurz "Aua im Bauch" und ich hänge zwei Tage über der Kloschüssel.
Dieses Wochenende hat mich bereits zum 2. Mal innnerhalb kürzester Zeit der Magen- Darm-Virus erwischt. Ich war total ausgeschaltet und wir mussten leider einen lang ersehnten Besuch mal wieder verschieben.

Heute morgen saß ich mit Heio am Früstückstisch und trank meinen Fencheltee (Igitt!)
Er blickte mich aufmunternd an: "Und, was hast du heute vor?"
"Überleben", war meine düstere Antwort. 
"Und wie willst du das machen", fragt er geduldig nach. 
"Keine Ahnung", meine ich einsilbig, vor dem nächsten Schluck Fencheltee. "Und was hast du so vor?", versuche ich interessiert zu fragen.  
"Kuchen essen!", antwortet der Mann (diese Woche ist sein Abschied von der Arbeitsstelle im CVJM und heute bringt er seinen Kollegen Kuchen mit). 
Schweigen in der Küche. 
Plötzlich müssen wir Beide lachen. Was für ein Dialog! Das lässt schon tief blicken.

Nachdem ich Samu in die KiTa gebracht habe, sitze ich erschöpft in der Küche.  Meine Mutter ist am Telefon und ich höre ihr zu, während mein Blick magisch von dem Dreck unter unserem Herd angezogen wird. Ich beende das Telefonat und versuche den Berg Wäsche neben mir zu ignorieren. Soll halt alles noch einen Tag liegenbleiben. Lieber will ich hier etwas schreiben. Vielleicht ist es eine Flucht, die Hoffnung etwas sinnvolles zu schaffen oder einfach gerade der einzige Weg um nicht völlig durchzudrehen.

Ich muss heute morgen an etwas denken, was ich vor einiger Zeit bei Shauna Niequist gelesen habe. Es ging dabei um die verschiedenen Lebensphasen. In meinem Tagebuch habe ich diesen Satz von ihr festgehalten:

Es ist nicht so schwer herauszufinden womit du dein Leben gerne füllen willst.
Viel schwieriger ist es herauszufinden was du bereit bist dafür aufzugeben, damit du das tun kannst was dir wichtig sind.

Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht. Ich habe mir damals einige Tage Zeit genommen um mir darüber klar zu werden, was die Herausforderungen meiner derzeitigen Lebensphase sind.  Und ich habe gemerkt, dass ich einiges aufgeben muss und innerlich loslassen, damit ich das festhalten kann, was mein Leben jetzt gerade füllen soll. Und dieses loslassen fällt mir so schwer. Beispiele?

Ich will Zeit und Kraft für Saum und meinen Mann haben. Das ist mir wichig (und noch einiges andere, aber das steht im Moment ganz vorne).
Das heisst dann aber: ich kann nicht mehr ständig bei der Arbeit einspringen, weil ich dann danach oft total kaputt und genervt bin meiner Familie gegenüber. Also muss ich es loslassen, die "tolle Christina" zu sein, die immer für ihre Kollegen da ist wenn sie gebraucht wird.

Und ich kann aus unserem Garten zur Zeit leider keine wunderbar blühenden "Ich- ernte- mal- unser- Mittagessen- Garten" machen, sondern ich versuche ab und zu das Gras zu mähen, damit ich Samu wiederfinde wenn er dort spielt. Heios kleiner Garten ist schon so verwildert, dass er bestimmt schon als Naturpark gilt und sich vielleicht bald wilde Tiere bei uns ansiedeln.

Unsere Wohnung kann ich einigermassen so im Griff halten, dass wir uns darin wohlfühlen, aber sie ist einfach nie wirklich sauber und in welchem Jahr ich den gründlichen Frühjahrsputz schaffe weiß ich noch nicht.

Es macht mir Spaß Leute zu uns einzuladen und sie zu bekochen. Aber das ist gerade leider auch nur in einem sehr kleinen Rahmen möglich (und nur mit Leuten die den Dreck unterm Herd nicht stört:-)).

Ich kann Freunde, die eine schwere Zeit durchmachen nicht so unterstützen wie ich es gerne tun würde. Statt einem Besuch oder langem Telefonat schicke ich oft nur eine kurze SMS, damit sie wissen, dass ich an sie denke.

Das sind jetzt nur ein paar Beispiele die mir spontan einfallen. Da ist noch viel mehr was ich aufgeben und loslassen muss. Loslassen um das fassen zu können, was mir vielleicht nur in dieser Lebensphase geschenkt und anvertraut wird. Und manches von dem was ich jetzt nicht tun kann,  kann ich vielleicht zu einer anderen Zeit in meinem Leben mit offenen Armen begrüßen. Man kann ja auch noch mit 60  für Flüchtlinge Kuchen backen:-).
Ich bin am lernen und fühle mich dabei wie ein Analphabet der sich Tolstois "Krieg und Frieden" vorgenommen hat.  Frieden.  Das ist es was ich brauche. 
Das hebräische Wort für Frieden heisst Schalom  und bedeutet in etwa:
Frieden ist der Zustand, der uns versöhnt und unser Gesicht aufhellt und uns Heil und Ruhe bringt.  
Diesen Frieden wünsche ich uns allen, egal in welcher Lebensphase wir auch sind.
Versöhnt mit dem zu leben was ist und mit dem was gerade nicht sein kann.

So, jetzt gehe ich meinen Sohn geniessen und werde mit ihm zum (gefühlt!) 1000. Mal eine Eisenbahnstrecke bauen.  Lieber einen Berg Wäsche im Keller und Dreck unterm Herd als das zu verpassen:-).

Und wenn ich mit ihm Schiene für Schiene zusammenstecke und nicht mit dem Kopf woanders bin, dann hellt sich mein Gesicht auf und ich ahne etwas von diesem Schalom.
Das ist doch ein guter Anfang um heute zu überleben.
 

Donnerstag, 23. Januar 2014

Versteckspiel

Die Lieblingsbeschäftigung von Samu ist seit einiger Zeit das Versteckspiel. Fast jeden Abend tönt es fröhlich durch unsere Wohnung: "Mama, stecken!!!" Und dann geht es los. Zuerst "stecke" ich, dann er: "7 - 8 - 9 - komme!" (wer hat gesagt, dass man bei Eins anfangen muss wenn man bis 10 zählt?).
Ich stürze mich in eine Ecke um dann von ihm gefunden zu werden. Da so wenig Zeit bleibt, um in mein Versteck zu flüchten,  ist dieser Teil meist schnell erledigt.
"Jetzt ich", ruft er freudig und rennt vor meinen Augen in sein Versteck. Ich zähle langsam und fange an zu suchen. Ich versuche ihn zu ignorieren, weil ich weiß wie sehr er es liebt wenn ich überall nach ihm suche. Es ist gar nicht so einfach dabei nicht über ihn zu stolpern. Hier seht ihr sein derzeitiges Lieblingsversteck:


Vielleicht hat er ja etwas von meiner alten Angst geerbt, beim Verstecken nicht gefunden zu werden?
Ich erinnere mich noch gut daran, wie wir früher, auf dem Land, mit den Nachbarskindern  Verstecken gespielt haben. Das Gelände war riesig und ich saß nicht selten lange Zeit mit klopfendem Herzen hinter einem Busch, oder in einem alten Schuppen, in der wilden Hoffnung gefunden zu werden. Immer war in mir die leise Angst, dass die Anderen ohne mich nach Hause gehen und niemand mehr nach mir sucht. Ich glaube nicht, dass diese Befürchtung jemals eintraf, aber sie war immer da.

Dann kommt der beste Moment in unserem abendlichen Versteckspiel: Nach längere Suche entdecke ich tatsächlich (erstaunlicherweise!) meinen Sohn.  Er schmeisst sich in meine Arme - oder reiße ich ihn an mich?! - und wir genießen diese Umarmung. Und dann geht das Suchen und Finden wieder von vorne los...

Ich spiele dieses Spiel gerne mit Samu, das Problem ist nur, dass ich auch die Erwachsenenversion davon beherrsche (die Fortgeschrittene Version - mindestens!).
Mit der Zeit habe ich die besten Verstecke gefunden:
Da gibt es ein freundliches Lächeln hinter dem ich meine Erschöpfung verstecken kann und da ist die Geschäftigkeit, hinter der ich meine innere Armut verstecke. Dann kann es mein Redeschwall sein, hinter dem sich meine Unsicherheit verbergen lässt, und ich verberge durch eine Decke aus Süßigkeiten oder Chips für eine sehr kurze Zeit ganz prima vor mir selbst, dass ich mich schlecht fühle. Sogar hinter meinem "Mama-sein" kann ich mich manchmal verstecken um Menschen auszuweichen oder Dinge nicht anzugehen, die wichtig wären.  Mist, ich verrate euch hier meine besten Verstecke!:-)

Aber eigentlich habe ich keine Lust mehr auf diese Spielchen, und deshalb verrate ich immer mehr davon meinem Mann und auch manchen Freunden. Denn mir geht es ja nicht anders wie Samu: Ich will gefunden werden!

Gestern habe ich eine neue Freundin besucht. Ich war ein bisschen aufgeregt weil wir uns vor allem von unsere Blogs kannten und von einem Fotoshooting. Ihr Bericht über unseren Besuch ist ein tolles Beispiel dafür, wie mutig und bereichernd es sein kann, kein Versteckspiel zu machen sondern ehrlich mit den eigenen Unsicherheiten zu sein.

Und für uns alle, die hoffen gefunden zu werden gibt es eine gute Nachricht:
Jemand ist auf der Suche.
Jemand sagt: die Party geht erst los, wenn du dabei bist. 
Jemand kann es kaum abwarten uns in die Arme zu schließen.
Jemand ruft:  " Ich komme!" 
Und er stolpert nicht eher über uns, bis wir bereit sind, von ihm gefunden zu werden!

So lasse ich mich von ihm finden, immer wieder - wahrscheinlich so lange bis er mich an der Hand nimmt und wir zusammen nach Hause gehen.

Gefunden!




Freitag, 17. Januar 2014

we`ll see.

Seit einiger Zeit merke ich, dass ich zunehmend schlechter sehe. Ich habe es lange verdrängt und  einfach Heios Brille für` s Autofahren aufgesetzt (viel besser!!!).
Aber nun beeinflusst es zunehmend meinen Alltag:
Ich winke  wildfremden Leuten von weitem zu, weil ich nicht sicher bin ob es Leute sind die ich kenne oder nicht (und ich winke lieber, weil ich nicht unfreundlich sein will).  
Ich renne zur Straßenbahn bis kurz vor die Anzeigetafel-  vorbei an erstaunten Wartenden- weil ich erst da erkennen kann, dass die Bahn in 10 Minuten kommt. 
Ich kann in der Bäckerei die Preisschilder an den Broten nicht mehr lesen und kann auch auf der Anzeige der Kasse nichts erkennen. Wie eine alte Frau bin ich geneigt der Bäckerin meinen Geldbeutel hinzuhalten und sie zu bitten den entsprechenden Betrag einfach zu nehmen

Wie mir dann eine Freundin erzählt sie hätte geträumt, dass ich erblinde  bin ich endlich in das Brillenfachgeschäft um die Ecke. Hier wurde bestätigt was ich befürchtet hatte: altersbedingt lässt meine Sehstärke langsam nach - das sagt mir so ein junger Brillenträger fröhlich in´s Gesicht. Ich denke entrüstet: so alt bin ich doch noch gar nicht und wie redet denn der mit mir - der könnte ja locker mein Sohn sein! ;-). Nun gut, ich lasse mich überzeugen und bestelle mir Kontaktlinsen. Mir steht keine Brille. Wirklich nicht!!!
Eine Freundin meinte aufmunternd: "Jedem steht eine Brille!", und setzte mir ihre Eigene auf die Nase. "OK, fast jedem steht eine Brille", meinte sie dann und ermutigte mich die Kontaktlinsen auszuprobieren.

Jetzt liegen sie bei uns im Bad. Einmal habe ich es schon geschafft sie mühsam in meine kleinen Augen zu popeln. Und ich muss sagen: die Fernsicht ist überwältigend! Ich kann Blätter an den Bäumen am Ende unseres Gartens sehen(bisher nur grüne Umrissen am Horizont), ich erkenne vom Sofa aus die kleinsten Beschriftungen auf den Buchrücken im Regal, ich laufe wie eine geheilte Blinde durch die Gegend und lese meinem armen Mann alles vor was ich von weitem sehen kann. 

 Nach dem ersten Ausflug mit Kontaktlinsen bin ich begeistert. Aber im Spiegel entdecke ich mit Schrecken eine gealterte Frau, mit vielen Falten um die Augen und um die Lippen(!).  Wer ist das denn??!! Schnell lege ich die Linsen wieder in ihr Wasserbad und genieße für`s erste wieder den gnädigen Weichzeichner, zumindest was mein Spiegelbild angeht. Seitdem schlummern meine Augenöffner friedlich in ihrem Behälter und ich bin noch nicht sicher wie ich weiter verfahren soll.

Heute habe ich mich mit einer Freundin zum Frühstück getroffen. Sie ist zwar ein paar Jahre jünger ist als ich, aber wir sind schon seit langem befreundet. Bei unserem Gespräch fiel mir auf wie sich manches, was wir vor Jahren gedacht und geglaubt haben und wovon wir zutiefst überzeugt waren, verändert hat. 
Manche Ent -täuschungen haben wir erlebt und und da wo wir meinten einen klaren Durchblick zu haben, sind jetzt die Linien verschwommener geworden. Altersbedingte Sehschwäche? Ich meine nicht - vielleicht eher jugendlich überschätzte Sehkraft!

Aber ich bemerke etwas erstaunliches:  wenn auch an manchen Stellen die Linien merklich unklarer werden -  es wächst eine Sehkraft auf andere Dinge.
Während Worte wie "Erfolg", "Berufung", "eigenes Wissen", "richtig oder falsch" verschwommener werden oder aus dem Fokus verschwinden, wird anderes langsam klarer und zentraler.  Wie Landschaften, über denen sich der Nebel lichtet kommen nun andere Worte in`s Blickfeld:  Worte wie "Gnade", "Erlösung"; "Hoffnung", "Vertrauen", "geliebt werden". 
Ich kann es noch nicht wirklich fassen und reibe mir die Augen, bin irgendwo zwischen schwindender Sicht und zunehmender Klarheit.

Nach dem Gespräch heute morgen denke ich mir, dass man vielleicht zweierlei tun kann: entweder frustriert zu versuchen das Unscharfe wieder klar zu stellen, oder aber den Blick dem zuwenden was anfängt ganz langsam ein wenig  heller zu werden.  Diesen Blick wünsche ich mir für die Jahre die kommen: gespannt, leise buchstabierend wie ein Kind, voller Staunen über die neue Welt die sich hier auftut.

In diesem Sinne freue mich auf das älter werden, 
ob mit oder ohne Brille -  wir werden sehen(d). 
Hoffentlich.



Montag, 13. Januar 2014

Der Papst und mein Metzger



Zur Zeit bin ich von zwei Menschen ziemlich beeindruckt: vom Papst und von meinem Metzger.
Auch wenn man es nicht wirklich vermutet: diese zwei Menschen haben etwas gemeinsam.


Fangen wir bei dem offensichtlichen an: bei meiner Begeisterung für Papst Franziskus.
Auch wenn ich nicht katholisch bin - ich freue mich für meine Geschwister in der katholischen Kirche, dass sie diesen Papst bekommen haben. 
Einen Mann, der bei seinem ersten Auftritt als Papst die Menschenmenge demütig um Gebet bittet. Einer der, auf die Frage des Chefredakteurs der Jesuitenzeitschrift,  wer Papst Franziskus denn eigentlich sei, antwortet : "Ich bin ein Sünder." Einer der "Kirche für die Armen" sein will und der das mit seinem Leben unterstreicht. 

Das protzige Papst-Apartment bleibt unbewohnt, fast täglich liest er die Frühmesse für die Müllmännern und Gärtnern des Vatikans, er wäscht die Füsse von Häftlingen, besucht Flüchtlinge und schafft Raum für sie und es gibt sogar das Gerücht, dass er sich nachts manchmal aus dem Vatikan zu den Obdachlosen schleicht. Keine Ahnung ob letzteres stimmt - wohl aber stimmt, dass seine Bodyguards Überstunden machen müssen, weil er sich nicht von den Menschen fernhält, wie es eigentlich für einen Papst angebracht wäre.
Und wenn es um Menschen geht, die die Kirche bisher ausgegrenzt hat, redet er über Barmherzigkeit.  Geschiedene dürfen vielleicht sogar bald am Festmahl in Gottes Reich,  dem Abendmahlstisch, Platz nehmen.

Dieser Papst ist gute Nachricht für die Armen und die Gescheiterten dieser Welt.
Deshalb bin ich von diesem Papst sehr beeindruckt.

Kommen wir zu meinem Metzger:  

Am vergangenen Wochenende haben wir mit unserer Gemeinde das "Essen ohne Kohle" für arme und bedürftige Menschen in unserer Stadt ausgerichtet. Wir machen das seit einigen Jahren und es ist immer eine gute Sache. 
Mein allerliebster Mann kümmert sich meistens um die Essensspenden, oder- wie er es nennt - er geht "schnorren" (wohl in Erinnerung an alte Zeiten:-)).  Sehr widerwillig habe ich ihn dabei dieses Jahr etwas unterstützt. Es fällt mir schwer um eine Spende zu bitten, auch wenn ich weiß, dass es die Leute oft ganz gerne tun und die Reste sonst in den Müll oder, im besten Fall, zum Bauernhof wandern.

Also, bin ich mit Heio in meine kleine Metzgerei gegangen und habe durch meine Anwesenheit den Kontakt hergestellt (Heio ist als Vegetarier hier ein Außerirdischer, ich aber bin eine treue Kundin).  Der Metzgermeister ist ein richtiger Schwabe. Für alle Nichtschwaben: das heisst er ist meistens etwas brummelig, sagt das was er denkt und manchmal kann er auch richtig herzlich sein - wenn er will. 

 Am Tag unserer Spendenanfrage war er brummelig. 
"Was soll ich denn da geben?", fragt er uns. 
"Vielleicht ein paar Würstchen", meint der Vegetarier neben mir mutig.
"Ich überleg`s mir", brummt der Schwabe. 
Wir verlassen den Laden, mir ist das Ganze peinlich. "Der gibt uns bestimmt nichts", sage ich zu Heio und überlege wo ich in Zukunft mein Fleisch einkaufen gehe.
In den nächsten Tagen bekommen wir aber den Bescheid, dass wir am Sonntag vor dem "Essen ohne Kohle" vorbeikommen sollen, er mache uns Leberkäse. 

Die Metzgerei ist berühmt für den guten Leberkäse! Ich bin freudig überrascht. Der Metzger stellt sich also tatsächlich Sonntags in die Küche um uns diese Köstlichkeit frisch zu überreichen.  Beim Abholen drückt er meinem Mann eine riesengroße Box voll mit Leberkäse in den Arm. Ich bin platt. Fur die Armen und Bedürftigen gibt es keine kleinen Reste kurz vor dem Ablaufdatum, keine paar Würstchen wie erhofft - es gibt von unserem Metzger das Beste was er zu bieten hat, und das in großen Mengen.

Und damit ist mein Metzger gute Nachricht für die armen Menschen die zu dem Festmahl am Sonntag gekommen sind.

Der Papst und mein Metzger... beide zeigen mir etwas von Jesus (von dem ich nicht nur sehr beeindruckt bin sondern den ich sehr liebe!!!), der über sich sagt:
"Ich bin gekommen um den Armen gute Botschaft zu bringen..." 

Im Spiegel habe ich folgendes gelesen: "der Vatikanexperte Marko Politi schreibt:
Wie ein Jünger Jesu Christi, läuft dieser Papst durch die Straßen von Rom und der Welt. Das zu tun ist schon an sich eine kleine Revolution."

Ein Hoch auf diese Revolution! Mein Metzger hat sich schon angeschlossen.
Und,  immerhin - ich habe den Kontakt hergestellt! :-)


Das Festmahl kann beginnen!







Samstag, 21. Dezember 2013

Ich habe Zeit.

Dieser tolle Zettel lag gestern nachmittag auf unserem Regal: "Lass es dir gutgehen", hat mein Lieblingsmann geschrieben und ist für einen langen Tag mit dem kleinen Sohn zur Schwiegermama verschwunden.

EINEN TAG (und eine Nacht!!!)  NUR FÜR MICH - WIE SCHÖN! 
Ich habe freie Zeit,  was für ein Luxus! 
Natürlich kamen mir auch gleich tausend Dinge die ich dringend erledigen sollte.
Aber ich habe gelernt: es gibt dringende Dinge in unserem Leben: die schreien und drängen sich nach vorne. Und dann gibt es wichtige Dinge im Leben: sie sind eher still und im Hintergrund da und ich will lernen sie nicht übersehen.
Also habe ich es versucht: ein bisschen was vom Dringenden erledigt ( z.B. Wohnung oberflächlich geputzt und eingekauft) und auch etwas vom Wichtigen: ausgeruht, geschlafen,spazieren gegangen, still gehalten und mit meinen privaten Jahresrückblick angefangen.
Ich lese am Ende des Jahres immer durch mein Tagebuch, über die Höhen und Tiefen, was ich in diesem Jahr erlebt habe,  was mir wichtig wurde, was ich lernen will...
"Erfahrung ist gedeutetes Erlebnis. Viele erleben viel, aber erfahren wenig weil sie sich nicht die Zeit nehmen zu deuten." Prof. Zimmer
Ich merke wie gut es mir tut die Zeit zu nehmen um über meine Erlebnisse nachzudenken (ob ich sie immer richtig deute  weiß ich nicht:-)).
Eines habe ich beim " Rückwärtslesen" jetzt schon bemerkt: 
Ich bin so unglaublich beschenkt!!! Und das schon vor Weihnachten!:-) 
Ich bin dankbar für so viele tolle Begegnungen - mit vertrauten Menschen und neu geschenkten Menschen.
Ich bin dankbar  für unsere kleine Familie (so viele müde und glückliche Momente!) und für meine große Familie (Jesusfreaks Stuttgart forever;-)). 
Ich bin dankbar, dass wir mit meiner Mutter Weihnachten feiern können und dass wir bewahrt wurden in so vielen Situationen (bemerkt und unbemerkt).
Ich bin so dankbar für Gottes unglaubliche Treue, jeden Tag in diesem Jahr.
Und ich bin von Herzen dankbar für diesen Blog, für das Schreiben und fotografieren das mir so viel Freude macht und für jeden einzelnen von euch, der sich die Zeit nimmt meine Gedanken zu lesen. DANKE. 

Wie reich ich bin! 
Lustigerweise kam gestern die Bonuskarte von Stuttgart - wir haben überhaupt nicht damit gerechnet - auch hier: DANKE Gott - featuring unsere Stadt Stuttgart.
Das heisst wohl auch: unser Gesamteinkommen ist immer noch etwas niedrig (wahrscheinlich an der oberen Untergrenze). Ich merke davon nicht viel - wirklich, ich finde wir sind so reich in so vieler Hinsicht (und auch finanziell geht es einigen unserer Freunde und sowieso den meisten Menschen auf der Welt viel, viel schlechter!).
 Wir haben vielleicht keine so große Wohnung und können uns nicht alles leisten (wer kann das schon!) - aber wir haben Zeit füreinander. Das ist ein großer Luxus.
Und ich hatte heute noch Zeit für einen kleinen Ausflug nach Ludwigsburg:




















Lieblingsbrezel
Lieblingsladen





















Ihr Lieben- ich wünsche Euch allen ein gesegnetes Weihnachtsfest- mit euren Familien, Freunden, alleine- wo auch immer ihr seid. Auf jeden Fall könnt ihr mit dem Geburtstagskind zusammen sein und das ist doch das Beste:-)




Freitag, 13. Dezember 2013

oh du fröhliche....


Ich konnte es nicht lassen: ich wollte mit meinem Sohn einen Kurzbesuch auf dem Weihnachtsmarkt machen. Er soll ja merken, dass es eine besondere Zeit ist - und das nicht weil Mama und Papa den ganzen Tag hustend auf dem Sofa rumhängen.
Also, Antibiotika eingeworfen und ab zur U-Bahn.
Am Hauptbahnhof strömen uns schon die Massen entgegen:
Hektische Menschen mit Einkaufstüten an beiden Händen, glühweinselige Kollegengruppen, erschöpfte Mamas die ihre weinenden oder schlafenden Kinder im Wagen vor sich herschieben.
Wir stürzen uns in`s Getümmel, ganz klar mit dem Ziel: Dampfeisenbahn und die kleine Merklinwelt mit den vielen Zügen zum Beobachten.
Samu drängelt sich durch, findet einen Platz, ganz nah dran und steht und schaut und staunt. Das kann jetzt dauern.

Ich fange an die Leute zu beobachten.
Vor der Kindereisenbahn steht eine längere Schlange. Die Kinder warten begierig auf den Beginn  der Fahrt.
Eine Mutter drückt ihr Kind dem wartenden Opa im letzten Abteil auf den Schoß. Das Kind brüllt wie am Spieß. "Will nicht!!!!"  Der Opa schaut hilflos die Mutter winkt ab. "Doch, fahren! Das ist toll!" Das Kind hat keine Chance. Es schreit die ganze Fahrt, bis es endlich wieder in den Armen der Mutter landet. 
Am Karusell hinter uns höre ich ein Kinderschluchzen und die verzweifelte Stimme eines Vater: "Ich habe 5 Fahrten für dich gekauft, jetzt fährst du auch!!!"
Im Getümmel ging die Diskussion wieder unter. Ich fürchte das Kind musste fahren oder der Vater hat sich draufgesetzt - als Schwabe verschenkt man ja nichts! :-)   

Es gab natürlich auch leuchtende Kinderaugen und Begeisterung. 
Und ich will nicht ungerecht sein: die erwähnten Eltern haben es sicher gut gemeint und wollten ihren Kindern ein besonderes Erlebnis bieten.
Totzdem hat es mich nachdenklich gemacht. 
Gerade die Weihnachtszeit ist so voll von Vorstellungen (von uns selbst und von den "tollen" Werbebildern)  wie es sein sollte:
schön, fröhlich, harmonisch, Kinderlachen auf dem Karusell, warmer Kerzenschein, Schneeflocken, Schlitten und Kirchengeläut, Liebe, trautes Heim und Freude über Freude.
Aber für viele von uns ist es überhaupt nicht so. 
Manche fürchten den jährlichen Familienkrach, die teuren Geschenke die ein Loch in die Kasse reißen,den Stress ein tolles Essen zaubern zu müssen und andere fürchten die Einsamkeit und hoffen, dass diese Tage schnell vorbei gehen.

An Weihnachten fühle ich mich immer hin- und hergerissen: 
In mir ist der Wunsch ausreichend schöne Zeit mit unseren Familien zu haben, aber auch der Wunsch bei meinen Freunden zu sitzen die ich lieb habe und für die diese Tage einsam und schwer sind. Und dann würde ich an Weihnachten gerne etwas kleines, gutes für einen Menschen tun der nichts erwartet, weil das Leben ihn auf auf die Straße gestellt hat.
Und ich würde gerne bei all dem noch eine ganze Menge stiller, besinnlicher Momente haben.
Ein bisschen viele Wünsche für die paar Tage, ich weiß. Kein Wunder bin ich nach den Feiertagen oft fertig und depremiert.

Aber wenn ich mal alle meine Vorstellungen loslasse (kann ich natürlich nicht, aber nur theoretisch) und dann einmal ganz frei nachdenken könnte: was macht Weihnachten für mich wirklich aus?
Da tauchen vor mir die staunenden Augen meines Sohnes auf, der ganz still steht, inmitten des Trubels und sich von dem wunderbaren Anblick seiner geliebten Züge nicht losreissen kann.
 Ich glaube mit all dem Zauber und Glitzern was wir an Weihnachten veranstalten  haben wir eines verstanden:  an Weihnachten sollte man staunen!

(lebensnah-fotografie.de)
Aber staunen kommt meist auf leisen Sohlen. 
Es breitet sich aus, wenn man ihm genügend Raum gibt.
Wenn man stehenbleibt. Und noch ein wenig bleibt.
Und das Kind in der Krippe anschaut.
Vielleicht merkt, dass man sich dazu hinknien muss.
Einen Moment den Atem anhalten.
Im Weihnachtstrubel plötzlich gefunden werden.
Von einem Gott der Himmel und Hölle in Bewegung setzte
um bei mir zu sein.

Das, so glaube ich, ist das Herz von Weihnachten.
Und das ist für uns alle: für die gestressten Familien und für die, die entspannt zusammensitzen können. Für die Umschwärmten und für die Einsamen. Für die vom Leben Verwöhnten und die Gebeutelten. Für die Glaubenden und die Zweifelnden.
Für jeden von uns ist hier ein Platz.

Ich will jedenfalls versuchen mich durchzudrängeln, durch den ganzen Weihnachtstrubel meiner tollen Vorstellungen und Wünsche und meinen kleinen freien Platz suchen. Ich will an einem der kommenden Tage einen Moment still halten und warten, dass das Staunen mich ergreift. 
Dann hänge ich wenigstens nicht umsonst hustend auf dem Sofa rum:-).


              Euch allen wünsche ich ein wunderbares Adentswochenende !
                                                      Ihr seid ja so geliebt!!!



Montag, 9. Dezember 2013

Sister of mercy

Wir sind krank.

Samu hustet schon seit Wochen. 
Zusätzlich kam er am Freitag völlig durchnässt von der KiTa, dass ich mich frage, ob sie jetzt  "waterboarding" bei ihm durchführen um das Händeschütteln zu erzwingen (Spaß!!! es ist eine tolle KiTa!). 
Am Wochenende wurde ich dann richtig krank mit Verdacht auf Keuchhusten (ich dachte sowas bekommt man nur im Kleinkindalter!). 
Heio ist es auch seit ein paar Tagen schwindelig (!). "Trittbrettfahrer", war mein "barmherziger" Kommentar. 
Aber er sah doch etwas bleich aus und so gingen wir heute - zeitlich versetzt - zum Arzt.

Wir gehen in eine Praxis die von Vater und Tochter geführt wird, allerdings ist der Vater nur noch selten da.
Er ist (nach Heios Erzählungen) liebevoll, nimmt sich Zeit, nimmt einen Ernst und man geht mit dem Gefühl nach Hause verstanden worden zu sein. Und wirklich krank zu sein.
Ganz anders die Tochter. Sie ist von der robusten Sorte. 
Man kann sie mit ein bisschen Fieber und Husten nicht sehr beeindrucken. 
Wie ich gehört habe ist sie ab und zu mit "Ärzten ohne Grenzen" unterwegs. Da wundert es mich nicht wenn sie einen wehleidigen Mitteleuropäer nicht so ernst nimmt, nachdem sie vielleicht gerade aus einem Krisengebiet dieser Welt kommt.
Also, um es kurz zu machen: Ich war bei der Tochter (wie immer),  Heio bekam den Vater.
 Die Tochter schaute sich kurz meinen Zustand an, völlig unbeeindruckt, und verschrieb mir dann missmutig das Antibiotika.
"Und wenn es wirklich Keuchhusten ist?", frage ich. "Das werden sie dann schon merken", war ihre kurze Antwort bevor sie mich zur Tür führte. 
Alles klar. Ich brauch kein Mitleid. Wenn ich zum Arzt gehe freue ich mich über das Rezept wie ein Junkie. Die Tabletten sind stark und wirken. Gott sei Dank für Antibiotika!
 Mein Mann verabschiedete sich zum Arztbesuch: "Egal was passiert, ich habe Euch lieb!". Also wirklich. Kurze Zeit später kam er gebeugt und bleich zurück. 
"Eine Viruserkrankung", flüstert er. "Ich soll mich schonen und hinlegen". Mit diesen Worten verschwindet er im Schlafzimmer. Na toll. Der wer- ist- kränker- Battle ist eröffnet. 
Ein Huster aus dem Schlafzimmer wird mit einem Hustenanfall meinerseits aus dem Wohnzimmer quittiert. Heio gibt irgendwann auf und hilft das Abendessen vorzubereiten. Guter Mann!

Es ist schon krass wie mitleidend ich mit anderen Menschen sein kann und wie wenig Barmherzigkeit ich oft für die Menschen habe die mir am allernächsten sind (und oft bin ich am unbarmherzigsten mit mir selbst).
Ich weiß es ja: Schmerz ist nicht vergleichbar: was einer gut tragen kann, schmeisst einen anderen völlig um.

Wie froh bin ich, dass ich einen Gott habe, der ein guter Vater ist (und in dieser Hinsicht kein bisschen wie die Ärztetochter)!
Er kennt die Krisengebiete der Welt und sieht soviel Not. Und trotzdem - er nimmt mich ernst, egal wie klein oder groß mein Schmerz im Moment ist. Weil ich sein Kind bin und er mich liebt!
Wenn ich Samu anschaue dann weiß ich: egal wie klein sein Schmerz sein mag, wenn er leidet, berührt es mein Herz.
Unser Gott ist ein barmherziger Vater, dem ich jederzeit mein Herz ausschütten kann, der mich versteht und lieb hat. Das tröstet mich. 
Und ich hoffe ich kann ihm da ein bisschen ähnlicher werden.
In diesem Sinne: hoffentlich seid ihr gesund, falls nicht: seid umarmt! Ich leide mit Euch.




Samu beschäftigt sich sogar ein bisschen alleine. Ansonsten hat er einen tollen Babysitter:-)