Unsere Freunde haben uns Karten zu einem Lobpreiskonzert geschenkt. Es war ein großes Event in einer riesigen Halle. Die jungen Musiker informierten uns am Anfang darüber, dass es Liveaufnahmen vom Konzert geben würde und baten uns ganz unverkrampft Jesus anzubeten - gern noch ein bisschen freier als sonst! - während die Kameras über unsere Köpfe hinwegfuhren. Mein Mann verzog sich daraufhin in die hinterste Ecke während ich unbekümmert stehenblieb. Ich war mir sicher: Eine müde Frau im mittleren Alter neben einem ziemlich mürrisch blickenden Teenager werden sie beim Bearbeiten sowieso rausschneiden. Und dann haben wir alle zusammen Jesus angebetet. Das war richtig schön. Aber ehrlich gesagt auch etwas anstrengend (nach ein paar Liedern).
Auf dem Heimweg habe ich dann Heio gegenüber meine Sorge geäußert, dass der Himmel ein nie endendes Lobpreiskonzert sein könnte. Unser Teenie auf der Rückbank zuckte merklich zusammen. Der Mann meinte beruhigend, dass ich mir da mal keine Sorgen machen soll - es wird schön und es wird mir gefallen. Das glaube ich grundsätzlich ja auch, aber die Vorstellung, dass etwas ewig geht und ich dabei in einer großen Menschenmenge stehen muß (und Jesus nur von weitem zu sehen ist!) finde ich ehrlich ein bisschen beunruhigend.
Und noch etwas beunruhigt mich im Rückblick auf den Abend: Ich mache mir ein wenig Gedanken, um die jungen Menschen auf der Bühne. Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich selbst gern auf so einer großen Bühne gestanden hätte. Aber inzwischen bin ich wirklich dankbar, dass ich nicht dort stehe (und das Publikum wohl auch!:-)). Nicht nur weil ich nicht so gut singen kann, sondern vor allem weil ich glaube, dass es meiner Seele schaden würde. Daran denke ich nun, wenn ich Menschen auf einer großen Bühne sehe. Und auch wenn ich von bekannten christlichen InfluencerInnen höre. Neulich hat mich mein Sohn darauf aufmerksam gemacht, dass die
Insta-Accounts, die mehr als 5000 Follower haben, ein blaues Häkchen
bekommen. 5000 Follower - das muss man sich mal vorstellen! Es ist nicht so, dass ich mich nicht auch mitfreue, wenn Menschen in großen Mengen für Jesus begeistert werden. Aber die Überzeugung wächst immer mehr in mir, dass alle, die auf großen Bühnen stehen oder die ein blaues Häkchchen auf ihrem Instagram-Kanal haben, viel mehr unsere Gebete als unserer Bewunderung brauchen. Die Versuchung ist ja in meinem Alltag schon groß genug, mich selbst zu wichtig zu nehmen und mein altes Ego hat immer noch einen gehörigen Drang sich auf dem Königstuhl breit zu machen. Und deshalb tut es meiner Seele so gut und macht mich froh und frei, wenn ich den Gott in Blick nehme, dem alle Ehre gebührt! Womit ich wieder bei der himmlischen Anbetung bin. Und bei dem, der auf dem Thron sitzt und vor dem weit über 5000 Menschen knien und ihn loben werden! Wie donnernde Wassermassen wird es klingen... (Offenbarung 19,6) Und für uns alle, die so eine Vorstellung auch etwas einschüchtern finden, bin ich dankbar, dass es noch andere Bilder über den Himmel gibt:
Eine Festtafel.
Herrliches Essen mit geliebten Menschen. (Jesaja 25,6)
Eine liebevoll vorbereitete Wohnung. (Johannes 14,2)
Kein Tod, keine Nacht, kein Schmerz mehr.
Ein Vater, der die Tränen abwischt. (Offenbarung 21,4)
Jesus, der die Tür aufhält.(Johannes 14,6)
Ewige Freude.
Heimkommen. (Jesaja 35,10)
Oh doch, das wird schön!
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