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Donnerstag, 13. März 2014

Momente pflücken.

Gleich werde ich losgehen und mir meinem Lieblingsmoment des Tages abholen.
Es ist der Moment, wenn ich die Türe zur KiTa öffne und im Gang empfängt mich der Geruch von leckerem Mittagessen und die gedämpften Geräusche von Tellergeklapper, Stühlerücken, das Lachen einer Erzieherin...ansonsten erstaunliche Ruhe hinter den zwei Gruppentüren. Zufriedene Kindermäuler beim Essen. Irgendwo dazwischen der kleine Sohn, wahrscheinlich gerade beim zweiten Teller und seiner auch heute beharrlichen Weigerung Salat zu essen.
Ich sitze auf der kleinen Holzbank, vor Samuels "Frosch -Platz" an der Garderobe, umgeben von diesen wunderbaren Geräuschen. Was genau diesen Moment so besonders für mich macht, kann ich nicht so richtig fassen. Vielleicht ist es das Gefühl, dass jetzt und hier gerade alles in Ordnung ist, alles ist am richtigen Platz, zufriedene Kinder für die gut gesorgt wird - was es auch ist: ich sitze einfach da und genieße es. Solange bis energisch ein kleiner Stuhl zurückgeschoben wird, gefolgt von eiligen Schritten zur Tür und der kleine Blondschopf um die Ecke schaut. 
Carpe momentum.

Eine bekannte amerikanische Bloggerin, bei der ich ab und zu lese, hat gesagt, dass "carpe diem" manchmal einfach nicht möglich ist. Einen ganzen Tag genießen - dazu sind oft zu viele erschöpfende und schwierige Abschnitte dabei (und mit kleinen Kindern ist der Tag manchmal sooo lang!!!). Aber wir können die kleinen Momente am Tag genießen, sie bewusst wahrnehmen und daraus Kraft schöpfen.
So wie mein kleiner "KiTa-Mittags-Moment". 
Oder der Moment wenn Samu mich anstrahlt und "Mamily" sagt, oder wenn die Sonne so schön durch`s Fenster scheint, oder wenn eine Freundin nachfragt, wie es mir geht, oder wenn mich meine Nachbarin freundlich anlächelt, oder wenn die Luft so gut nach Frühling riecht...
Carpe momentum. 

Manchmal kann ich mir die Momente auch selbst schaffen: das Lieblingslied einlegen und einfach nur zuhören und genießen, mit der Tasse Kaffee kurz in die Sonne sitzen, jemand sagen, dass ich ihn lieb habe oder einen Moment die Augen schließen und hinhören, dass ich geliebt bin.
Carpe momentum.

Ich kann zwar kein lateinisch (im Schwarzwald hat zu meiner Zeit ein Realschulabschluß völlig ausgereicht!), aber ich habe gelesen, dass "carpe" genießen oder pflücken heisst.
Die "Momente pflücken", das gefällt mir.  Wie eine schöne Blume, die ich im vorbeigehen mitnehme und an der ich mich noch ein wenig freuen kann. Oder wie eine reife Frucht die greifbar am Ast hängt, die ich mitnehmen kann und die mich beim weitergehen stärken kann.

Und ab und zu, ganz selten,  gelingt es mir so einen Moment mit der Kamera einzufangen, ich schaue dann die Fotos an und muss einfach lächeln.






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