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Mittwoch, 5. April 2017

Es gibt tausend gute Gründe...

 ...warum ich Jesus liebe. Hier sind ein paar davon, die mir ganz spontan einfallen:


1. Er ist nicht sauer auf mich wenn ich mir teure Stiefel kaufe
Letzte Woche habe ich mir Sommerstiefel gekauft die viiiiiel zu teuer waren!!! Ich habe es Heio (und mir) gegenüber damit gerechtfertigt, dass ich keine anderen gefunden habe, und dass ich mein Geburtstagsgeld dafür verwenden würde - das kommt erst in ein paar Wochen und ist leider schon mehrmals im Vorfeld "verwendet" worden.  Ich stelle die Stiefel beim Beten vor mich hin und biete Jesus an, dass ich sie wieder zurückbringen werde, falls er das will. Ich bekomme kein entsprechendes Wort (die Stelle: "jeder Stiefel der dröhnend einherstampft verfällt dem Feuer" wäre doch zu weit hergeholt,oder?). Also behalte ich sie. Mit ein bisschen schlechtem Gewissen. Am Sonntag ist Heio als Gastprediger in einer tollen Gemeinde hier in Stuttgart. Völlig unerwartet bekommt er dafür Geld. Er nennt die großzügige Summe und für einen Moment schauen wir uns verblüfft an. "Meine Stiefel!",sage ich. Heio lacht! "Tatsächlich. Deine Stiefel."  Ich LIEBE Jesus!!!



2. Er feiert Abendmahl mit uns auf den Spielplatz
 Eine Freundin aus der Gemeinde und ich waren am Sonntagnachmittag mit ungefähr zehn Kindern draußen auf dem Spielplatz, während ein paar hundert Meter weiter der Gottesdienst stattfindet. Da tauchte ein Freund am Zaun auf. Ich denke mir, dass vielleicht der Gottesdienst vorbei ist und er seinen süßen Sohn abholen will. Aber er streckt uns einen Teller hin auf dem ein Brot liegt. "Der Leib Jesu, für dich gegeben!"  Zwischen Sandkasten und Klettergerüst und lärmenden Kindern am Rockzipfel nehmen wir das Abendmahl. Es knirscht ein bisschen sandig. Ich flüstere "Danke Jesus" und fange ein Kind auf, das vom Klettergerüst springt. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass das Brot beim Abendmahl auch für das Alltägliche und gewöhnliche steht und der Wein für die besonderen Momente die wir feiern. Dass Jesus mir solche heiligen Momente schenkt, die sich anfühlen wie eine sandig, klebrige Umarmung mitten im Leben, dafür liebe ich ihn.



2. Er schreibt die schönsten Geschichten in dem er Menschen begegnet die ihn eigentlich überhaupt nicht gesucht haben, und bei seinem Anblick merken, dass sie ihn ihr ganzes bisheriges Leben vermisst haben
Zwei Bücher die ich in der letzten Zeit gelesen, bzw. verschlungen habe:


Ein Künstler-Journalisten-Ehepaar aus Berlin.  Weltenbummler. Hungrig nach mehr und keine Ahnung nach was eigentlich. Ein stellvertretender Chefredakteur bei der Bildzeitung, der bei einem Katastropheneinsatz in Haiti plötzlich in einer morgendlichen Gebetsgruppe landet.  Und dann der Moment wo Jesus in ihr Leben tritt. Liebevoll und leise. Und doch so klar, dass sie wissen: Jetzt ist alles anders. Oder wie Daniel Böcking es ausdrückt:  
Der Kloß im Hals der sich endlich auflöst. Das Geröll auf dem Herzen das endlich abrutscht. Ich warf allen Dreck weg um mich fröhlich lachend in ein neues Leben zu stürzen. Um neu geboren zu werden in Gott.
Dass Jesus Menschen so begegnet, mit einer Liebe gegen die man sich einfach nicht wehren kann, dafür liebe ich ihn!!

3. Er hat immer tolle Geschenke dabei, die er an seine Nachfolger verteilt und es macht Spaß sie zusammen auszuprobieren
Ich denke an den prophetisch begabten Prediger den wir am Sonntag im Gottesdienst hatten und der mich total ermutigt hat. Und an meinem Nebensitzer der leise und hingebungsvoll in Zungen geredet hat während ein anderer gerade für einen kranken Freund betete.  "Everyone gets to play!",(jeder darf mitspielen) das sagte John Wimber, einer der Gründer der Vineyard-Bewegung. Und ich denke er meinte einfach damit, dass bei Gott jeder mitmachend darf. Dass wir Laserschwerter schwingen, Ninjaoutfits anziehen dürfen, Dinosaurier die Köpfe abhacken und mit Piratenschiffe auf Schatzsuche gehen dürfen. Die einzige Spielregel: haut euch damit nicht die Köpfe ein. Ok, hier bricht die Jungsmama in mir durch. Aber im ernst: Ich glaube Gott hat uns tatsächlich ein paar spannende Gaben zu verteilen mit denen ganz gewöhnliche Menschen wie du und ich, außergewöhliche Dinge tun können. Wir können auf Schatzsuche gehen und Menschen etwas von Gott weitersagen, wir können anderen die Hände auflegen und für Heilung beten, wir können Gebundene im Namen Jesus Freiheit zusprechen und damit der alten Schlange auf den Kopf treten...es gibt viele aufregende Dinge die wir tun dürfen. Und die Spielregeln von Jesus sind ganz einfach
1. Jeder darf mitspielen
2. Haut euch damit nicht gegenseitig die Köpfe ein!


4. Er ist sich nicht zu schade dafür mit mir auszumisten und wundert sich auch kein bisschen über den Dreck unterm Sofa
Ich mache zum ersten Mal in meinem Leben so etwas wie Frühjahrsputz. Ich gestehe: Obwohl ich es in den letzten 46 Jahren nicht vermisst habe, macht es irgendwie Spaß sich Zimmer für Zimmer durch den Dreck zu kämpfen. (allerdings sind die Fensterscheiben  mit einem schmierigen Film überzogen- NACH dem Putzen. Hat mich auch gewundert, bis ich gemerkt habe, dass ich Sacrotanspray statt dem Fensterputzmittel verwendet habe. Funktioniert nicht gut, aber bakterienfreie Fenster sind auch was wert!) 
Und zwischendurch finde ich immer wieder "Lebensspuren" der letzten Jahre, die mich zum Lächeln bringen:


Abends sitze ich auf dem Sofa und kehre in den dunklen Ecken von meinem Herz und bin ein bisschen schockiert darüber was da alles zum Vorschein kommt. Und ich habe den Eindruck Jesus sagt mir lächelnd: Gut, dass du dir nichts vormachst. Da ist schon einiges an Dreck. Aber deshalb hast du ja mich. Und da ist auch einiges an "Lebensspuren" unserer gemeinsamen Liebe worüber du dich freuen kannst. Meine Liebe ist stärker als alles andere. Ich, der Auferstandene setzte mich in deinem Leben durch. Vertrau mir einfach.

5. Er ist wie eine liebevolle Mama, die uns jede Nacht beim Schlafen zuschaut 
Der kleine Sohn ist zur Zeit ziemlich anstrengend. Er testet alle Grenzen, "folgt" nicht richtig, hat eine Energie wie 10 junge Pferde und ist kaum zu bändigen. Immer wieder reisst mir total der Geduldsfaden. Und dann schaue ich jeden Abend nochmal zu ihm bevor ich ins Bett gehe. Kindern beim Schlafen zuschauen ist unglaublich schön und beruhigend. Ich küsse ihn, er seufzt im Schlaf und mein Herz ist voller Liebe.
Und während ich so neben dem Bett sitze denke ich an Jesus. Wie er uns beim Schlafen zusieht. Dir. Mir. Unseren Nachbarn. Den Flüchtlingskindern. Den Glücklichen, Leidenden und Sterbenden. Und sein Herz so voll mit wunder Liebe. Ich ahne, dass meine Liebe zu meinem Sohn, die mir ja schon ganz schön groß vorkommt, im Vergleich zu Gottes gewaltiger Liebe wie ein Wassertropfen im Ozean ist. Und jeden Moment des Tages, egal was wir tun, sind wir geflutet mit dieser Liebe. Dass er uns so lieb hat - dafür liebe ich ihn

 

6. Er kennt Todesangst und Schmerzen und ist für mich gestorben und sein Herz ist so groß und weit , dass wir alle Teil seiner Erlösungsgeschichte werden können
Die Passionswoche liegt vor uns. Ich werde mal wieder die Geschichte über sein Leiden und Sterben lesen. Langsam. Abschnitt für Abschnitt. Ich will die Tage mal ein bisschen mit ihm aushalten, in denen er das Dunkel und den ganzen menschlichen Dreck abbekommen hat. Wir haben einen Gott der die Schmerzen und Ängste unseres Mensch-seins durchlebt hat. Er versteht uns. Was für ein Glück. Und am Ende wurde eine unglaubliche Geschichte daraus. Wild und wahr. Und dann breitet er seine Arme aus und lädt uns alle ein, Teil dieser großen Geschichte zu werden.

www.visualstatements.net

4 Kommentare:

  1. sehr schön geschrieben. Ich dachte spontan, die Frau könnte auch gut predigen, kann ich mir auf jeden Fall gut vorstellen.
    Grüße, e.l.

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  2. Sehr schön, danke!
    Marta

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  3. Und wie sie predigen kann! Der Grund weshalb ich heute in die gleiche Gemeinde gehe..! Yeah! Danke! <3

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