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Montag, 30. Juni 2014

Hymne, Homecoming, Horrorfilm und Haustier

Geschafft - alles in eine Überschrift gepackt:-).
Außer den Anfangsbuchstaben haben die Bilder der vergangenen Woche allerdings nicht so viel gemeinsam.

Zuerst also die Hymne:
 

Beim Public -Viewing auf dem Land:
Ich sitze ganz vorne auf dem Boden, die Hymne ertönt und plötzlich steht hinter mir die "Fan-Gemeinde" auf, wie ein Mann, Hand auf`s Herz, und schmettert inbrünstig los: "Einigkeit und Recht und Freiheit...".
Ich sitze immer noch, irgendwie peinlich berührt, würde mich am liebsten irgendwohin verkriechen. Ich weiß nicht genau warum. Es gab Zeiten, da habe ich unsere Hymne auch fröhlich mitgesungen.

 "Eine Hymne", so lese ich bei Wikipedia," ist ein feierlicher Preis - und Lobgesang."

Ich mag mein Land, d.h. ich mag die Landschaft, die Hügel und Berge die für mich Heimat sind und hier wohnen viele Menschen die ich von Herzen liebe. Ich bin dankbar, dass wir in einer Demokratie leben und für manche Werte an der unsere Gesellschaft (noch) festhält. 

Die Art aber, wie wir in unserer westlichen Welt unseren Wohlstand gegenüber den ärmeren Ländern verteidigen und manches andere beschämt mich immer mehr.
Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht in einen "feierlichen Preis- und Lobgesang" in unser Land einstimmen kann - und es liegt mir völig fern diejenigen irgendwie zu beurteilen die es tun! Es war nur ein irritierender Moment, der mir in Erinnerung blieb. 

Ansonsten sind wir natürlich bei fast jedem Spiel mit dabei! Samu hat beim letzten Sieg zu seinem Spielkamerad im Nachbarhaus gerufen (und halb Stuttgart konnte es hören): 
"Der Deutschland hat gewonnen!"
Hoffen wir, dass "der Deutschland" heute auch gewinnt:-).





























Homecoming:
Die Lieblingsnichte ist wieder da!!! 



Seit Januar war sie in den USA, Costa Rica und Panama.
Jetzt sitzt sie wieder bei uns im Garten und hat viele spannende Geschichten für uns mitgebracht.
Ihre Welt ist größer geworden, in vieler Hinsicht. Wir hören staunend zu, in vielem erkenne ich mich wieder - wie ich vor 20 Jahren von meiner großen Reise zurückkam. In mir ist Fernweh, Freude über ihr erleben und auch ein wenig Wehmut. Auch wenn ich manche DInge inzwischen anders sehe, ich bin dankbar, dass sie mich daran erinnert, dass es ein Leben außerhalb unserer gesellschaftlichen Normen gibt. 
Danke Caro! Ich bin stolz auf dich.


Horrorfilm:
Samu war mit seine Papa zwei Tage bei der Oma (ich habe im Behindertenheim gearbeitet).
"Und- was habt ihr erlebt?", frage ich neugierig. Der Mann zeigt mir dieses Foto:

ich weiß nicht mehr, was ich diesen Sommer getan habe..

Der kleine Sohn sieht aus wie nach einem Kettensägenmassacker. 
Nach dem ersten Schreck sehe ich, dass es eine ganz natürliche Erklärung dafür gibt:

Kirschen ernten in Omas Garten!

 und zu guter letzt: unser neues Haustier!

die Venusfalle
Leider hat der kleine Sohn noch ein wenig Angst vor dem kleinen Fleischfresser.
Aber er hilft die Fliegen zu fangen, damit wir sie an das grüne Ungeheuer im Topf verfüttern können. 



Nun wünsche ich euch einen herrlichen Start in die Woche!!!

Donnerstag, 26. Juni 2014

Wildwasser Rafting

Vor einigen Tagen stand ich voller Angst am Fenster und schaute auf die Strasse.
Es war kurz vor Mitternacht. Der Mann war unterwegs und hätte eigentlich schon längst da sein sollen. 
Zuerst machte ich mir keine Sorgen. Ich schaute das Fußballspiel zu Ende, ging in`s Bad, räumte noch ein wenig die Wohnung auf...aber langsam wuchs meine innere Unruhe. 
Wo bleibt Heio?!? Normalerweise meldet er sich wenn es später wird.
Immer wieder versuchte ich es auf seinem Handy - es klingelte, aber er nahm nicht ab.

In solchen Situationen ist es nicht gut wenn man eine reiche Phantasie hat. Vor meinem inneren Auge tauchten die schlimmsten Situationen auf. Eigentlich neige ich nicht schnell dazu panisch zu sein oder mir übermässig Sorgen zu machen (das glaube ich zumindest) aber in dieser Nacht stand ich am Fenster und war fast gelähmt vor Furcht.

Samu drehte sich hinter mir unruhig im Schlaf, weinte und rief nach seinem Papa. 
Ich fing an zu beten. Aber es schien mir als wäre Gott ganz weit weg. Ich schlug verzweifelt die Bibel, flog mit den Augen über die Seiten und suchte nach einem Wort da mich tröstet und beruhigt... Ein Satz war mit Marker unterstrichen: mein Gott ist mir zum Feind geworden (warum habe ich so einen Satz unterstrichen?).
Wieder ließ ich das Handy klingeln- vergebens. Es läutete  nicht mal mehr. Irgendjemand muss es abgestellt haben. Die Polizei vielleicht, die jetzt am Unfallort eingetroffen ist? Ich schaute nach Samu, stellte mir vor wie es wäre wenn ich mich ab jetzt um ihn alleine kümmern müsste, ohne Heio, und geriet noch mehr in Panik (an alle Alleinerziehenden: IHR SEID HELDEN!!!). Bei jedem Auto das in unsere Straße bog, schlug mein Herz schneller. Es könnte Heio sein, es könnte auch die Polizei sein.
Nach einer, gefühlt, unendlich langen Zeit tauchte unser blauer Dacia auf und Heio stieg aus dem Wagen. Ich rannte zur Tür und fiel dem erstaunen Mann weinend um den Hals und schluchzte: "Ich bin so froh dass du endlich da bist! ich hatte solche Angst!"

Es war alles in Ordnung. Er wollte nicht anrufen, weil er dachte ich schlafe schon, hatte sein Handy auf "lautlos" und deshalb nichts von meinen Anrufen mitbekommen.
Ich war natürlich sehr erleichtert - und doch : Das hilflose Gefühl, dass vielleicht etwas schlimmes geschehen wird und ich nichts dagegen tun kann, das Schweigen Gottes in dieser Nacht...die Furcht ist geblieben- in einer kleinen Ecke meines Herzens.


Ich habe vor einiger Zeit einem Prediger zugehört der anschaulich seine erste "Wildwasser-Rafting-Fahrt" beschrieben hat.
Er war mit einer Gruppe von Freunde unterwegs die ebenfalls völlig unerfahren waren. Zuerst war es ein Spaß, ein wenig schneller durchs Wasser zu fahren. Sie spritzten sich gegenseitig nass, machten Scherze und genossen die Fahrt. Aber dann kamen die ersten richtigen Stromschnellen. Das Wasser schlug über dem Kopf zusammen, das Schlauchboot war in der Gefahr zu kippen - völlige Panik!!!... bis es langsam wieder in`s ruhigere Wasser überging. 

Jetzt warf man sich keine scherzhaften Bemerkungen mehr zu. Es war nur noch nervöse Anspannung weil man ahnte: um die nächste Ecke kommt vielleicht schon die nächste gefährliche Stelle. Und wieder kam die Stromschnelle, wieder der Kampf mit dem Wasser...überlebt, Luft holen, Atem ruhig werden lassen, versuchen Kraft zu schöpfen für das Wildwasser, das im nächsten Abschnitt kommt. Mit zitternden Knien stiegen sie am Ende aus dem Boot und schworen sich, nie wieder so eine Fahrt zu  unternehmen.

Bild von whitewater Rafting Massachusetts
Und dann verglich er dieses Erlebnis mit unserem Leben. 
Am Anfang denken wir noch: hey, es macht Spaß! Alles gleitet locker dahin, aber irgendwann treffen uns die ersten Stromschnellen. Krankheit, Verlust, Verletzungen...es haut uns fast um. Wir versuchen uns zu erholen und aufzuatmen im ruhigen schönen Fahrwasser, aber in uns bleibt die Angst weil wir wissen: die nächsten schwierigen Sitautaionen können schon um die nächste Ecke liegen. Werden wir es da durch schaffen?
Dieses Beispiel hat sich mir total eingeprägt. Leider habe ich den Rest der Predigt vergessen (ich hoffe er hat er etwas trostreiches und gutes dazu gesagt!).

Aber ist es nicht so? Das Leben ist gefährlich und so vieles liegt außerhalb unserer Kontrolle. Ich schaue mir abends die Nachrichten an und es schlägt mir so viel reales Leid entgegen, dass ich es kaum ertragen kann. 
Neulich war "Welt-Flüchtlingstag" und es wurde gesagt, dass es über 15 Millionen Flüchtlinge auf dieser Welt gibt, die Hälfte davon sind Kinder! Was für eine Zahl und was für eine Not die dahintersteckt. Manche - nein sehr viele - Menschen verbringen fast ihr ganzes Leben in einem reißenden Strom und haben kaum die Zeit dazwischen durchzuatmen.

Mir geht es gut. Ich habe schon über 40 Jahre hinter mir in denen ich einige Stromschnellen erlebt habe. Aber die meiste Zeit fahre ich auf ruhigem Wasser und ich empfinde große Dankbarkeit darüber. Und doch: Angesichts der Realität des Lebens, kämpfe ich immer wieder mit der Furcht, was wohl um die nächste Ecke auf mich wartet.

Ich verabschiede mich von Samu und schaue ihm hinterher, wie er vorsichtig, an der Hand seines Spielkameraden, die Treppe zum Garten hinuntergeht (so wie ich es ihm beigebracht habe). Bevor der kleine Kopf um die Ecke verschwindet, dreht er sich noch einmal um und winkt mir zu. Mir wird es plötzlich ganz schwer um`s Herz. In mir taucht die Bibelstelle auf in der Gott sagt: "Kommt wieder, Menschenkinder".
Ich sehe eine liebenden Vater, der seine Kinder auf die Erde schickt und ihnen nachwinkt, mit schweren Herzen, weil er um die Stromschnellen des Lebens weiß.
Er ist ein guter Vater, der das Beste für uns will (so wie es mein Mutterherz für Samu will) - und doch: er schickt uns in eine Welt die voll Schönheit, aber auch voller Leid ist. 

Sein Trost den er uns zuflüstert ist:  
"Ich bin bei Euch. Ich werde mit euch gehen. Ich verlasse euch keinen Moment. Es liegt kein einziger Tag vor dir, an dem ich nicht da sein werde. Und- wir werden uns wiedersehen. Der Strom bringt euch wieder zurück zu mir, meine Menschenkinder. Fürchtet euch nicht."
.
Mein "Heute" ist gut. Aufatmen. Dankbar sein. Weggefährtin sein.

Und wenn die Furcht kommt, will ich mich an die Stromschnellen erinnern, die ich hinter mir habe(an ein, zwei Stellen dachte ich schon: das überlebe ich nicht!). 
Er war da und hat mir durchgeholfen. Das macht mir Mut.

Und andere Menschen machen mir Mut:
Neulich war ich bei einer Freundin, die heftige Zeiten durchmacht. Sie sagte mir, während einer kurzen Atempause: "Christina, Gott ist gut. Er ist da und bringt mich da durch. Das weiß ich."

Auch wenn ich nicht weiß was um die nächste Ecke auf mich wartet: 
ER wird da sein. 
Mitten in der Strömung, wird eine Hand nach mir greifen und mich festhalten. 
Darauf will ich vertrauen...
bitte Jesus, hilf mir dabei.

Montag, 23. Juni 2014

Stoff besorgen- oder: mein Blick in den Abgrund

Es fing alles ganz harmlos an. Eine Freundin schickte mir eine unverfängliche mail mit einem Hinweis auf einen jährlich stattfindenden Stoffmarkt in Ludwigsburg. Es würde sich lohnen hinzugehen, meinte sie. 
Nachdem ich nun seit kurzem selbst Schneiderin bin (ok, ich habe jetzt zum ersten Mal im Leben etwas genäht -ein verwackeltes Herz um genau zu sein), sah ich schon wunderbare Stoffe vor mir, mit denen ich  in naher Zukunft unglaubliche Dinge nähen würde. Ich wusste es- da muss ich hin.
Heio und Samu waren auch schnell überzeugt, nachdem ich mit meinem Gutschein für`s Cafe Lutz gewunken habe und so machten wir uns am Samstag auf den Weg, in`s schöne Ludwigsburg.

Dank einer himmlische Fügung war direkt neben dem Markt ein Spielplatz und ich ließ Mann und Sohn mit dem Versprechen zurück, dass ich in spätestens einer halben Stunde wieder da sein würde. 

Nachdem ich Heio auch noch sein Geburtstagsgeld abgenommen hatte, marschierte ich auf den ersten Stand zu. Die bunten Stoffe flatterten verheissungsvoll im Wind und beim Anblick der schönen Muster und Farben schlug mein Herz höher.
Plötzlich wurde ich heftig von der Seite angerempelt. "Entschuldigung", presste eine junge Frau hervor, bevor sie sich über mich beugte um an den Stoff zu kommen der vor mir lag. Ich entkam ihrem Angriff und wurde sofort von einer weiteren, harmlos aussehenden Frau gerammt.
Ich ging fast zu Boden, richtete mich mühsam wieder auf, da streckte sich ein Arm vor meinem Gesicht Richtung Verkäufer: "Hier, den Stoff will ich auch noch. Ich wollte wirklich nichts mehr kaufen, aber ich muss...er ist so schön!", hörte ich eine klagende Stimme direkt neben mir. 

Ich wurde zum nächsten Stand gedrängt. Hier wurde gerade über die Stabilität der Nadeln diskutiert. "So ein schöner Soff, aber ich fürchte meine Nadel wird dabei abbrechen!", zischte eine Frau ihrer Freundin zu. Wieder wurde ich von hinten angerempelt: "Entschuldigung, darf ich mal?". Ein Stoffballen schwebe an meinem Gesichtsfeld vorbei. Jetzt stand ich ganz vorne, Stoffberge türmten sich vor mir auf. Die Luft wurde langsam knapp.

Was war hier nur los? Ich schaute den Frauen in die fiebrigen Augen und erkannte, was ich nach 5 Jahren Arbeit auf einer Suchtstation sofort erkennen kann: Ich war auf dem Drogenumschlagsplatz in Ludwigsburg geladet. Und die Hetzjagd nach dem besten Stoff ergriff langsam auch mich. Ich kämpfte mich wieder an`s Tageslicht, bereit mich in den Kampf zu stürzen. Wo war der nächste Stand?
"So einen Stoff bekommst du sonst nirgends so günstig", flüsterte jemand neben mir. Ich wandte mich der Stimme der Versuchung zu und sah eine hübsche junge Frau die mir verschwörerisch zuzwinkerte bevor sie schwer beladen mit ihren Stoffen in der Menge verschwandt.
Ich hatte verstanden.  "Bitte, einen halbe Meter hiervon!" Ich schwenkte den Stoffballen hin und her um die Aufmerksamkeit der Verkäuferin zu gewinnen. Endlich entdeckte sie mich und erfüllte mein Begehren. Nach diesem Erfolgserlebnis, ließ ich mir noch weitere Stoffe zuschneiden, an den verschiedensten Ständen, alle bunt und wunderschön. Ich roch verzückt daran. Langsam wurde mir schwindelig. 
Ich hielt einen kleinen Fetzen Stoff in die Höhe und schaute ungläubig auf das Preisschild. "Das ist echt westfälischer Stoff!", erklärte mir der Verkäufer und schien vorauszusetzen, dass mir dieser Hinweis meine Augen öffnen würde - oder zumindest mein Geldbeutel. Ich bin Stoffexperte. Natürlich brauche ich westfälischer Stoff. Heios Geburtstagsgeld wechselt an diesem Tag zum zweiten Mal den Besitzer. "Da vorne gibt es 3 Stoffe für 10 Euro", höre ich jemand rufen. Ich laufe der Meute hinterher, kurz vor dem völligen Kontrollverlust. 

Da bleibt mein Blick an der Uhr hängen. Ist das möglich? Es ist schon so spät? 
Schlagartig wird mir bewusst, dass ich Mann und Kind habe und diese wahrscheinlich schon den ganzen Sandkasten umgegraben haben, während die Ehefrau und Mutter ihr Essensgeld für Stoff verschleudert. 
Ein letzter wehmütiger Blick auf die bunten Stände und ich mache mich auf den Rückweg.

Ich werde freudig begrüßt. "Und, hast du dir was schönes gekauft?", fragt der geduldigste Mann, aller Zeiten. Ich öffne meine Tasche und gebe einen kurzen Blick auf die bunten Stoffe frei. 
"Das sind aber viele! Was willst du denn damit machen?"Meine bessere Hälfte ist erstaunt und auch leicht besorgt.
"Keine Ahnung. Aber es war ein toller Preis! So einen Stoff bekommt man sonst nirgends so günstig", versucht die Stoffexpertin in mir uns zu überzeugen. 
Es kommt die gefürchtete Frage:"Wieviel Geld hast du denn noch übrig?". Ich öffne den Geldbeutel und wir schauen beide staunend auf die Stelle, wo kurz zuvor noch viel Geld war. Stille.
"Vielleicht hab ich ein bisschen zu viel ausgegeben,",räume ich kleinlaut ein." Aber ich hab ja noch den Gutschein! Kommt, ich lade euch zum Kaffee ein." 

Der Sohn springt freudig voraus und wir verlassen den Spielplatz Richtung Cafe. Jetzt erst nehme ich die anderen Väter wahr, die hier mit ihren Kindern auf die Rückkehr ihrer Frauen warten. Manche sehen ganz resigniert und fast aphatisch aus. Sie scheinen sich auf eine lange Wartezeit eingestellt zu haben. Ob ich das rote Kreuz mit Wasser und Decken vorbeischicken soll? 
Aber ich bin ja selbst gerade erst dem Wahnsinn entkommen und sollte schleunigst das Weite suchen.

Wir trinken Kaffee, der Sohn des Vegetariers bekommt sein geliebtes FLEISCH, Heio kauft mir auf dem Rückweg noch Blumen (!!!) und wir fahren wieder nach Hause. 
Hier breite ich den Stoff erstmal in Ruhe auf dem Tisch aus. Was mache ich nun damit? Soll ich ihn verchecken und dadurch wieder an Heios Geburtstagsgeld kommen? Oder alles behalten? Meine Finger fahren an den schönen Mustern entlang und werden wieder ganz zittrig. Vielleicht gibt es bald wieder einen Markt in der Nähe.

Und falls ihr einen guten Tip habt, wie man günstig an guten Stoff kommt, lasst es mich wissen, ok?

auf dem Weg zum Umschlagsplatz



Stoff, wohin das Auge blickt!

und Bänder...

und Knöpfe...

was für schöne Muster überall!

Zuhause entdecke ich noch schönere Muster...ganz ohne Suchtfaktor:-)





Donnerstag, 19. Juni 2014

hand- made

Heute habe ich zum ersten Mal meine neue Nähmaschine ausprobiert, oder besser gesagt: heute habe ich zum ersten Mal in meinem Leben etwas genäht.
Zuletzt habe ich in der 5.Klasse versucht eine Nähmaschine einzufädeln. Nachdem es zwei Schulstunden lang nicht geklappt hat, habe ich zum Französischkurs gewechselt.
Das hat etwas besser geklappt -zumindest am Anfang (vor einiger Zeit war ich mit Freunden im Elsaß, ich war die Einzige die in der Schule Französisch hatte. Es hat zu dem Satz gereicht: "Du weißt wo ein Restaurant ist!?", was ziemlich unhöflich war, aber es brachte uns immerhin in den Genuss von wunderbaren Flammkuchen).
Die Sache mit dem Nähen hatte ich abgeschlossen - ich war wohl zu unbegabt dafür.

Ebenso ging es mir dann auf der Berufsschule mit dem Kochen. Es graute mir vor dem Unterricht. Wir hatten eine sehr strenge Lehrerin, die vor allem darauf bedacht war, dass wir beim Aufräumen das Kabel richtig um das Rührgerät wickeln und dass alles korrekt in einer bestimmten Zeit erledigt war. Nachdem ich die Mehlschwitze einfach nicht hinbekommen habe (das Mehl hat immer nur geklumpt während ich immer mehr geschwitzt habe) gab ich auch das Kochen auf. Jahrelang war ich überzeugt davon nicht kochen zu können.

Dann habe ich geheiratet - einen Mann der kochen kann! Und dieses wunderbare, geduldige Mensch hat mir beigebracht, dass kochen gar nicht so schwer ist, wenn man ein paar grundsätzliche Dinge erklärt bekommt. Es kann sogar tatsächlich Spaß machen, man kann experimentieren, neues ausprobieren...
Das Kabel vom Rührgerät kann ich immer noch nicht korrekt aufwickeln und ich bin jetzt keine Hammer- Köchin, aber ich koche gerne (meistens) und meinen zwei Männern und unseren Gästen schmeckts (meistens).


Seit ich Mama bin, hat sich bei mir irgendein Schalter umgelegt und ich muss mich fast zwanghaft, kreativ betätigen. Auch wenn ich meine Augen vor Müdigkeit manchmal kaum aufhalten kann - ICH WILL SCHREIBEN! ICH WILL FOTOGRAFIEREN! Ich will irgendetwas tun, was mein Gehirn davon abhält zu völligem Matsch zu werden.
Apropos Matsch: Heio hat mir ein persönliches Fotocoaching bei einem Profi geschenkt.
Er hat mir 2 Stunden lange etwas von Brennweite durch Verschlußzeit mal Belichtungszeit hoch 2 erzählt (oder so ähnlich) und ich saß da und habe nur genickt und kam mir vor wie früher im Matheunterricht - ich habe nichts verstanden.
Fast hätte ich danach aufgehört zu fotografieren, aber dann habe ich einfach weiter Fotos gemacht. Ich habe immer noch diese Formel nicht verstanden und viele meinr Bilder muss ich wieder löschen, aber es macht mir Spaß. Und ich sehe dadurch so viel mehr von der Schönheit die uns umgibt und Dinge die ich früher kaum wahrgenommen habe.
 
meine Inspiration: die schönen Bilder von Veronika

Und dann, in völliger Verdrängung meiner Kindheitserlebnissen,wollte ich plötzlich gerne Nähen und ich bekam tatsächlich eine Nähmaschine zum Geburtstag. Und ICH HABE SIE EINGEFÄDELT UND ICH HABE GENÄHT!!! - und es hat wirklich Spaß gemacht. 

ein unglaublicher Anblick: eine Nähmaschine in unserer Küche!


ein krummes Herz für die Geburtstagskarte für meinen Mann!

Ok, es ist weit davon entfernt wirkliche, qualtitative Handarbeit zu sein, aber ich bin stolz darauf, wie Samu, wenn er mir seine Bilder von der KiTa zeigt:
die "grüne Phase" des jungen S. (und eine Fälschung hat sich auch eingeschlichen!)

Als Kinder haben wir alle gemalt, geknetet, Legos gebaut...und irgendwann hören die meisten von uns damit auf. 
Wir arbeiten, empfinden das Leben oft als überwältigend und anstrengend und in unserer freien Zeit konsumieren wir lieber, anstatt etwas zu gestalten -wir sind ja schließlich keine Künstler! Eine Freundin von mir behauptet überhaupt nicht kreativ zu sein weil sie nicht malen, dekorieren...kann. Aber sie liebt es Motto-Parties zu veranstalten und stylt sich wunderbar!  Heio überlässt die Wohnungsenrichtung mir (zum Glück!), aber er zieht die schönsten Pflanzen heran und freut sich an einem schönen Schuss auf`s FUßballtor :-).
Jeder von uns hat diesen "Funken Kreativität" , der uns Schönheit erkennen lässt.
Das Problem ist nur, dass wir uns oft die Freude damit verderben, indem wir uns vergleichen, unter Druck setzen, oder wieder einen Arbeitsauftrag daraus machen. So geht es mir jedenfalls (mir fallen spontan mindestens je 5 Leute in meinem engeren Bekanntenkreis ein die besser nähen, kochen, schreiben und fotografieren können als ich!). 
Aber wir sollten uns nicht vergleichen. Es geht nicht um das Perfekte! 
Der Maler Hunderwasser redet von der "Gottlosigkeit der geraden Linie"...
Und wir selbst sind ja Kunstwerke, von unserem Schöpfer gemacht . 
Martin Schleske, der Geigenbauer, schreibt es so gut in seinem Buch "der Klang":

"Ich erinner mich an den Moment als ich zum ersten Mal eine wunderschöne Geige sah...ich sah sie von allen Seiten an und war fasziniert von ihr: eine wertvolle Geige. Und doch war sie nicht perfekt. Durch ihre Decke verlief ein dunkler Ast...auch ihre Ecken waren nicht symetrisch geschnitten. Alles aber war von überwältigend charaktervollen Handschrift und offenbarte ein reifes Verhältnis von Schönheit. Mein Gedanke war: wirklich nicht makellos. Aber sie hat was!"

 Und er fragt sich warum wir Menschen uns nicht auch so sehen können: Nicht makellos, nicht perfekt, aber er oder sie hat was!
Das ist der Blick eines Künstlers. Ich glaube es ist der liebevolle Blick des Schöpfers, nach dessen Ebenbild wir geschaffen sind.

Es geht nicht um das perfekte Anbringen des Kabels am Rührgerät. Es geht nicht um eine konplizierte Formel beim Fotografieren, die ich nicht verstehen. Es geht nicht um korrekt genähte Herzformen. Es geht auch nicht um perfekte Rechtschreibung und atemberaubende Formulierungen. Und es geht nicht um makellose Menschen und perfekte Beziehungen.
Es geht um die Freude etwas zu gestalten und den Blick des Schöpfers zu bekommen, der auf sein Werk schaut und sagt:
Nicht perfekt, nicht makellos, aber es hat was... es ist hand -gemacht!



We believe in hand-made.
We believe that contentment results not from stuff but from gratitude.
 We believe that we are all creative because we are all made in the image of a creative God.
We believe that it doesn`t have to be perfect to be beautiful.

Mygillyn Smith, the nesting place.

Montag, 16. Juni 2014

Signs of life - Lebensspuren

Gestern abend saß ich mit dem Lieblingsmann im Wohnzimmer und habe Fußball geschaut (endlich WM - Juhu! Auch wenn man sie vielleicht aus politischen Gründen boykottieren sollte....ich schaff es leider nicht). 
Es war schon später Abend und Samu lag friedlich in seinem Bett - so dachten wir zumindest.
Aber nach einiger Zeit drangen verdächtige Geräusche aus dem Schafzimmer. Beim Nachschauen entdeckten wir, dass der vermeintlich schlafende Sohn ein großes Leinwandgemälde durch die Gegend schleppte. Auf die verwunderte Nachfrage was er denn damit machen will erklärt er: " umräumen." 
Haha. Da hat er wohl das "Umräum -Gen" seiner Mutter geerbt.
Ich mag es auch in unserer Wohnung immer wieder die Möbel umzustellen, die Wände neu zu gestalten, neue Stoffe und Kissen besorgen...  Heio nimmt mir ab und zu das Versprechen ab, dass ich nichts umräume bis er wiederkommt (ich kann ihn ernsthaft mit Vorschlägen wie: "Hilfst du mir heute die Küche in`s Schlafzimmer zu bringen" erschrecken:-)).

In diesen Tagen kam mit der Post ein Buch, auf das ich mich schon sehr gefreut habe:


Ist das nicht ein wunderbarer Untertitel?  
Es muss nicht perfekt sein um schön zu sein.
Und der Inhalt des Buches ist so ermutigend!  
Es geht um die Gestaltung der Wohnung, ist aber keins von diesen "schöner - wohnen- Büchern" die mir immer das Gefühl geben, dass ich dringend umziehen muss und neue Möbel brauche um glücklich zu werden.  Doch, es sind auch schöne Bilder in dem Buch, aber vor allem geht es Myquillyn (what a name!) Smith darum, dass wir unsere Wohnung (in Amerika meistens: Haus) annehmen, die spezielle Schönheit und Möglichkeit der Räume entdecken um daraus ein Zuhause zu machen, in dem wir uns wohl fühlen.



Ihr Kapitel: "Signs of Life" gefällt mir so gut.
Sie schreibt darin:  
"was ist schlimmer wie ein altes Sofa, das abgenutzt ist und kurz davor auseinanderzufallen? Antwort: Ein altes Sofa das unbenutzt und pefekt dasteht." 

 Es geht ihr nicht darum, dass wir alles unordentlich und chaotisch haben sollen, sondern um die Tatsache, dass man in einer Wohnung ruhig die "Lebensspuren" sehen kann, weil man sich darin wohlfühlt.
"Die Wahrheit ist: Ich fühle mich nicht wohl wenn ich in ein perfektes Haus komme. Ich fange sofort an, an meine eigene Wohnung zu denken und was ich alles besser machen sollte.
Es ist das unperfekte in unserer Wohnung, das Menschen hilft sich wohlzufühlen und sich zu entspannen...
Anstatt das Unperfekte als Dorn in meinem "Dekorations-Auge" zu sehen, möchte ich lernen meine Augen zu öffnen und sie als Lebenszeichen sehen: z.B.  herumliegende Schuhe können ein Zeichen sein, von kürzlich erlebten Abenteuern."

Mir gefällt der Gedanke: Signs of Life - Lebensspuren in unserer Wohnung. 
Ich bin heute morgen durch die (bereits oberflächlich aufgeräumte) Wohnung gegangen und habe ein paar unserer Lebensspuren fotografiert:







 
Ok, das Chaos am Computer ist ein bisschen zuviel "Lebensspuren" (hörst du, Heio?!). Ansonsten finde ich die Bilder tatsächlich schön, weil sie Zeichen von dem Leben sind, das hier stattfindet.

Ich habe mir überlegt wie es wäre, wenn ich meinen Körper auch so sehen könnte?
Meine Falten, die zunehmenden Schlupflider, Narben, Cellulitis, grau werdende - ausfallende Haare, mein runder "Mama- Bauch"... Es sind meine Lebensspuren!
Doch, ich mache mich auch gerne schön, "dekoriere" gerne mal was an mir um, aber alles in allem will ich lernen mit dem Zuhause, das mir mein Schöpfer zugewiesen hat versöhnlicher umzugehen. 
Wie heisst es in dem wunderbaren Buch: es soll Mut machen die spezielle Schönheit und Möglichkeit der Räume zu entdecken die wir haben um daraus ein Zuhause zu machen, in dem wir uns wohl fühlen. Vielleicht ist das auch das Geheimnis für den Umgang mit meinem Körper:
die Möglichkeiten sehen (auch die Begrenzungen) und es als ein Zuhause annehmen lernen in dem ich mich wohlfühle - mit all den Lebensspuren die dieses Zuhause schon hat.
A long way to go...aber ich will es lernen:

   It doesn`t have to be perfekt to be beautiful! 


Und wenn ihr Lust habt könnt ihr mir Fotos von  "Lebensspuren" aus eurer  Wohnung schicken!
 Es wäre toll eine kleine Ausstellung davon hier zu machen.

Diesen Bloeintrag widme ich meiner Freundin und ihrer Familie aus Freiburg. J. - eure Zuhause hat immer die wunderbarsten Lebensspuren und man fühlt sich einfach wohl bei euch (wie wäre es: ein Gastbeitrag zu diesem Thema?!)! LG! 

Mittwoch, 11. Juni 2014

die Sehnsucht in mir

Heute Nacht hatte ich mal wieder diesen Traum:
Ich hatte zwei Kinder! Mehrmals habe ich ungläubig nachgezählt  und mein Herz hat vor Freude schneller geschlagen: ich habe noch einen Sohn (und da war noch ein Haustier - eine Mischung zwischen Motte und Vogel - etwas merkwürdig und  nur deshalb erwähnenswert, weil sowas zu einem wirren Traum dazugehört).
Ab und zu habe ich diesen Traum (von einem zweiten Sohn, nicht von der Motte!) und wenn ich dann aufwache und merke, dass es nur ein Traum war, liege nich noch einen Moment ganz still da und warte bis die kleine Welle von Traurigkeit  sich wieder zurückzieht. 
Ich schaue auf den Sohn, den ich habe und versuche dankbar zu sein und das was sein könnte (in einem anderen Leben) nicht zu sehr in meine Gedanken kommen zu lassen.

Manchmal habe ich auch romantische Träume von anderen Männern. Männer die ganz anders sind wie mein Mann, die irgendeine Eigenschaft haben, die er nicht hat und die mir vielleicht  fehlt. Ich wache auf und schaue meinen Mann an und weiß, dass er das Beste ist, was mir passieren konnte...aber ich spüre eine Sehnsucht die ich nicht richtig greifen kann.

Wenn ich wach und nüchtern bin dann weiß ich, dass ich so viel Grund habe dankbar zu sein. Wie viele wünschen sich ein gesundes Kind? Wie viele sehen sich vergebens nach einem Partner, der an ihrer Seite ist. Wie gut geht es mir! 
Und doch ist da eine unerfüllte, manchmal fast schmerzhafte Sehnsucht in mir. Ob sie bei einem zweiten Kind  gestillt würde, oder wenn mein Mann manchmal anders wäre? 
Ich habe schon in manchen Predigten darüber gehört, dass unser Herz ein großes Loch hat, das nur Jesus ausfüllen kann. Wie dankbar bin ich für Jesus!!!....aber mein Herz bleibt, trotz meinem Glauben, an manchen Stellen löchrig, sehnsuchtsvoll, unerfüllt.

C.S. Lewis kannte diese Sehnsucht. Er schrieb, dass sich trotz aller Freude, aller Schönheit auf dieser Erde, sich das Letzte, das Eigentlich entzieht und immer ein Rest Enttäuschung bleibt. Für ihn ist es ein Hinweis, dass wir für etwas geschaffen sind, was außerhalb unserer Reichweite liegt, einem ewigen Zuhause, in dem alle Sehnsucht gestillt wird. 

Ich verurteile mich oft selbst wenn ich so sehnsuchtsvoll nach mehr bin, schimpfe mich undankbar und unzufrieden (was manchmal auch stimmt), aber vielleicht ist es eine Sehnsucht die einfach zu unserem Menschsein dazu gehört.
Vielleicht sind Kinder, Ehemänner und andere wunderbare Dinge nicht dazu da, unsere Sehnsucht zu stillen sondern sie zu wecken, weil sie Abglanz einer zukünftigen Welt sind, eine Verheissung, eine Hoffnung, die wir wachhalten sollen?

Also versuche ich heute beides zu sehen:
Das Glück und das Schöne das mir geschenkt ist aber auch die Sehnsucht, die manchmal wie ein Hintergrundbild bei alllem Guten mit dabei ist. Und ich will auch das Löchrige und unerfüllte in meinem Herzen annehmen und will es nicht mit komischen DInge zustopfen oder betäuben (das kann ich nämlich auch sehr gut). Und ich möchte gerne lernen dieses Sehnen als Verheissung zu sehen, eine Erinnerung an meine zukünftige Heimat, und nicht als etwas was ich mir hier auf der Erde unbedingt irgendwie erfüllen muss.

Oh weia, das sind große Worte - aber manchmal brauche ich den fernen Blick zum Horizont, um wieder zu wissen, wo mein Zuhause, und die Erfüllung aller Sehnsucht,  ist.

This world is not enough for me.

Dienstag, 10. Juni 2014

Heute war zu kurz

"Mama, heute war zu kurz!", sagte die kleine Tochter meiner Freundin, ganz verzweifelt, beim "Ins-Bett-bringen"
Wir waren auf Gemeindefreizeit am Starnberger See und es war tatsächlich so, dass die Tage zu kurz waren. Nicht aus den Gründen wie es oft im Alltag zuhause ist: weil man so viel zu tun hat und die To-do-Listen nicht abgearbeitet bekommt und die Wäscheberge sich noch stapeln.
Die Tage waren zu kurz weil man noch gerne mehr gespielt, gelacht, gebadet, geredet, entspannt und hingeschaut hätte - auf das pralle Leben, das sich vor unseren Augen abgespielt hat.

Ich habe beim Kinderdienst mitgemacht und fand es zeitweise ein bisschen schade, dass ich so wenig von den "Großen" mitbekommen habe.
An den "Inputs" von unserem Gast aus Norwegen konnte ich wenig teilnehmen und oft auch nicht an den tiefen Gesprächen, Konzerten und Gottesdiensten.  Ich bin an den Leuten vorbeigegangen mit denen ich gerne mal in Ruhe reden wollte und war meistens mit so wichtigen Dingen beschäftigt wie: Windeln wechseln, Kinder eincremen, Sand aus den Haaren holen, Gummibärchen verteilen, Kindern vom Baum runter helfen oder die Mama suchen, eigenes Kind in`s Bett bringen und warten bis er ENDLICH einschläft... um dann müde noch ein wenig rmit den anderen rumzuhängen.

Aber die Kinder haben mir etwas gezeigt, was ich vielleicht verpasst hätte während vertieften Gesprächen und guten Gottesdiensten. Ich habe gemerkt, dass sie so viel von dem in sich tragen was ich mir für mich (und für unsere Gemeinde) wünsche:
Erwartungsvolle Blicke und staunende Gesichter, Freude an den kleinen Dingen, Gebete die voller Vertrauen gesprochen werden, Lust auf das Leben, etwas erschaffen - einfach weil es Spaß macht und nicht um am Ende des Tages etwas geleistet zu haben, Freunde umarmen und versuchen sie dabei vor lauter Freude nicht zu beissen (so geschehen bei dem kleinen Sohn:-))...

Ich bin weit davon entfernt, Kinder zu romantisieren (und ich verstehe nicht wie ein Vater von zwei Kindern das Lied "Kinder an die Macht schreiben konnte!), Aber es gibt kindliche Eigenschaften, die wir mit dem Älterwerden vergessen oder mit den Jahren einfach verlieren und die wir doch so dringend brauchen  könnten.
Eine davon ist die Fähigkeit zu empfangen - sich wie eine offene Schale dem Leben hinhalten und das Gute aufnehmen, das da ist.
Vielleicht ist es diese Eigenschaft, die Jesus vor allem gemeint hat, als er sagte, dass wir wie die Kinder werden sollten, damit wir das Reich Gottes empfangen können. 
Oft bin ich mit viel zuviel "wichtigen" DInge beschäftigt und vergesse  einfach da zu sein, das Gute als Geschenk an mich zu empfangen und zu glauben dass ich geliebt bin.

In diesem Sinne: auf die Tage die zu kurz sind, weil sie so voller Leben für uns sind.